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Wimbledon-Finalist Djokovic: Der ungeliebte Champion
Carl Recine / REUTERS

Titelverteidiger Novak Djokovic steht erneut im Finale von Wimbledon. Dort wird die Gunst des Publikums seinem Rivalen Roger Federer gehören. Warum sind die Sympathien so klar verteilt?

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schueler79 14.07.2019, 10:42
1. Ostblock

Zum einen ist er Serbe, viele sehen Serben immer noch als ein Übel an, dank unberechtigt einseitiger Berichterstattungen in den 90ern, gibt auch viele Bücher hierzu, ist auch oft unterschwellig.
Er hat auch ein Ostblockimage, was man auch bei anderen Spieler/innen sieht, denn die haben es immer etwas schwerer. Vorurteile eben und selbsterfüllende Prophezeihungen...
Weiterhin ist dies ein Problem in der westlichen Welt, in Australien und China wird er sehr wohl verehrt und gewertschätzt.
In letzter Zeit lese ich immer er sei krampfhaft bemüht, die Sympathien auf seine Seite zu ziehen, aber warum ist das so? Zu Anfang seiner Karriere hat er sich nicht so verhalten. Vielleicht kann er die Ablehnung des Publikums nicht verstehen und versucht entgegenzuwirken. Aber auch daraus dreht man ihm einen Strick, er soll der bad guy sein... Ich als Djoker Fan seh das langsam genauso, pfeiff auf das Image und hol dir den Pot!!

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g.s-sanet 14.07.2019, 10:49
2. Warum?

Erstaunlich, daß im Spon Beitrag einer der wesentlichen Gründe für die Unbeliebtheit von Djokovic (wie immer) ausgeklammert wird. Es ist seine politische Einstellung zum Thema Serbien/Kroatien, wo seine Sympathien auf der Seite der Leute liegen, von denen einige in Den Haag ihren Auftritt hatten. Da helfen auch noch so viele Grand-
Slam Titel nicht.

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vepchi 14.07.2019, 10:56
3. wenn er Russe wäre

wäre es noch schlimmer. Das alte Schimpfwort aus dem 1. Weltkrieg "Serbien muss sterbien" ist immer noch gültig. Es genügt ein Blick in die Schlagzeilen der deutschen Presse nach großen Turnieren. Wenn überhaupt von Djokovic beim Erreichen von Endspielen die Rede ist, dann nur mit irgendeinem negativen Besatz wie "hat sich mit Satzverlust ins Endspiel gequält". Dass er wieder die Nummer eins im Welttennis geworden ist nach einer Krise als Nummer Eins, hat man ihm in Deutschland auch nicht verziehen, zumal er noch das Schuldenidol der Deutschen, Boris Becker, an seiner Seite hatte. Objektivität gegenüber der überragenden sportlichen Leistung zu erwarten, ist ohnehin mehr als hierzulande noch zum guten journalistischen Ton gehört.

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Sibylle1969 14.07.2019, 11:06
4.

Ich persönlich bin Fan von Rafael Nadal, und zwar weil ich sein Spiel einfach am attraktivsten finde. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, in Paris bei Roland Garros Roger Federer zu sehen. Die Sympathien des Publikums waren sehr eindeutig auf Seiten von Federer. Ich finde ihn aber zu perfekt, seine Spielweise spricht mich nicht an, auch wenn ich verstehe, warum so viele ihn gut finden. Djokovic hingegen ist für mich eine Tennis-Maschine. An seinem Spiel kann ich kaum etwas attraktiv finden. Besonders nervig finde ich das ewige Aufspringenlassen des Balls vor dem Aufschlag. Spielt Nadal gegen Federer oder Djokovic, bin ich für Nadal. Spielt Federer gegen Djokovic, bin ich aber eher für Djokovic, seltsamerweise.

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spon1899 14.07.2019, 11:12
5.

Spon schreibt ja warum es so ist wie es ist. Die Verhöhnng von Gegnern durch Imitation ist nun mal unmöglich und wie er sich zum Balkankrieg äußerte, macht ihn auch nicht beliebter. Er ist ein überragender Sportler. Aber kein Idol und Vorbild wie Federer oder Nadal . Das ist der entscheidende Unterschied.

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ThomasSuzuki 14.07.2019, 11:30
6. Streber

Federer und Nadal sind sympathisch weil sie mit scheinbarer Leichtigkeit gewinnen und auch beim Sieg immer noch Bescheidenheit zeigen. Djokovic ist der Streber, immer verbissen, der beim Sieg Überheblichkeit zeigt. Er ist der Typ Streber, die auch in der Schule gemobbt werden. Auch dort kann sie keiner leiden.

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Osservatore 14.07.2019, 11:31
7. Ganz einfach

Ist doch nach Philipp Simon ganz einfach: Federer gut ("Werte"-lach-Westen), Djokovic böse (pöser, pöser Serbe). So sieht es aus, wenn Sport für politische, im Grunde rassistische Zwecke missbraucht wird. Und mit "Leistung" hat das nichts, aber auch GAR NICHTS zu tun. Es ist schlicht gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Gewand geheuchelter "Werte".

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hafnafjoerdur 14.07.2019, 11:34
8. Unsympathisch

Vielleicht liegt es auch daran, dass man in Serbien bei Siegen regelmäßig in einen nationalistischen Taumel verfällt und Djokovic das nur zu gerne bedient. Wenn man halt dauernd mit einem Fuß noch im großserbischen Reich steht, muss man sich über Ablehnung nicht wundern.

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macarthur996 14.07.2019, 11:43
9. tennis

Ja Nadal ist der Künstler mit verblüffenden Spielbällen ist er sehr attraktiv. Federer ist vernünftig, hört auf seinen Körper und überfordert ihn nicht. Novak Djokovic ist im Moment der stärkste Spieler. das er als Serbe, die Liebe zu seinem Land und seinem Volk betont nehm ich ihm nicht übel. Als die Europäer es zuließen (Schröder, Joschka Fischer u.a.) das die NATO die Krajna, Belgrad und weitere Gebiete in Serbien bombardierte hat sich offensichtlich niemand für Serbien eingesetzt. Ich hatte zu dieser Zeit gute serbische Arbeitskollegen und dadurch eine andere Sicht auf den damaligen Balkankrieg

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