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Wimbledon-Finalist Djokovic: Der ungeliebte Champion
Carl Recine / REUTERS

Titelverteidiger Novak Djokovic steht erneut im Finale von Wimbledon. Dort wird die Gunst des Publikums seinem Rivalen Roger Federer gehören. Warum sind die Sympathien so klar verteilt?

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drolwyna 14.07.2019, 11:45
10. auch nicht leicht gg roger

Zitat von schueler79
(...) er soll der bad guy sein... Ich als Djoker Fan seh das langsam genauso, pfeiff auf das Image und hol dir den Pot!!
Naja, gg Federer In W. hätte aber jeder so seine Schwierigkeiten, was Symphatien erheischen angeht, außer vlt. Nadal. Der als Fuentes Kunde eig. ebenfalls anrüchig sein könnte, es aber überhaupt nicht ist.
Was u.a. auch die gesellschaftl. Doppelmoral widerspiegelt.
Problem der westl. Welt ja, Ostblock-Image, hmm, wie sieht das aus? Das hatten früher vlt. mal Ion Țiriac oder Nastase, aber Djokovic?

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minglik 14.07.2019, 11:59
11. Respekt vs Liebe

Den ueberragenden Tennisspieler Novak Djokovic respektiert man wohl ueberall auf der Welt, auch wenn viele (auch ich als Federer-Fan) seinen Spielstil nicht wirklich lieben. Seine Erfolge sind unbestritten und die Duelle speziell mit Federer und Nadal sind grossartig und speziell, auch ueber den Tennissport hinaus. Was mich an ihm stoert, und ich glaube da bin ich nicht allein, ist oftmals sein Gehabe auf dem Platz - martialische Jubelposen, ironische und haemische Gesten in Richtung Publikum, Schieds- und Linienrichter, wenn er sich unfair behandelt fuehlt etc.
Und sein von ihm oft betonter Patriotismus zu Serbien (die politischen Aussagen zum Krieg lasse ich mal weg) - ok, fair enough.. sein steuerguenstiger Wohnsitz Monte Carlo passt dann aber irgendwie nicht dazu.. (und ja ich weiss, er macht eine Menge Wohltaetiges in Serbien.. trotzdem..)
Ich glaube all das zusammen nehmen die Leute weltweit wahr. Bedeutet anerkennenden Beifall fuer den Djoker, und Jubelstuerme fuer Roger oder Rafa.

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paleki79 14.07.2019, 11:59
12.

Auch ich kann Novak Djokovic nicht leiden und ich frage mich manchmal, woran das liegt. Ich glaube, es kommt davon, dass er so einen verbissenen und unzufriedenen Eindruck macht. Selbst wenn er haushoch führt, lamentiert er noch rum. Das macht ihn massiv unsympathisch, da es im Prinzip eine weitere implizite Demütigung seines Gegners ist. Außerdem nervt das stundenlange Ballgehopse vor dem Aufschlag total. Er scheint es auch nötig zu haben, seine Gegner mit Psychospielchen zu irritieren, zum Beispiel, indem er öfters den Platz verlässt. Das sollte eine Nummer eins der Welt doch nicht nötig haben. Abgesehen davon ist er völlig verdient der Weltranglistenerste. Er spielt einfach makelloses Tennis auf höchstem Niveau und mit einer super Physis. Ihm gebührt mein Respekt, meine Liebe gehört jedoch Federer und Nadal.

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gibraldo 14.07.2019, 12:08
13. natürlich die Nationalität

erstmal ist Djokovic nicht viel weniger populär als Federer und Nadal. Die Medien brauchen halt ein Feinbild und das ist halt er in dieser Dreierkombo. Er ist halt der Ivan Drago und die anderen beiden Rocky. Ein Kyrgios oder Fognini haben viel mehr Eskapaden aber werden dennoch immer Zuspruch im Duell gegen Djokovic erhalten... solange... solange das Tennismatch im Westen stattfindet... und Melbourne, Paris, London, New York... das ist halt der Westen... Wuerde ein Grand Slam Turnier in Moskau, Belgrad oder Athen steigen waere das Zuschauerverhalten umgekehrt.

Ich glaube auch, dass sich Djokovic damit arrangiert hat und sogar daraus Energie bezieht. Aber wie jeder von uns sieht er Grenzen und wenn Zuschauer beim Satzgewinn mit Netzroller jubeln ist das eher schlechter Stil der Zuschauer und fuer das angeblich so traditionelle Wiblemdon ziemlich unwürdig.

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jennerwein 14.07.2019, 12:31
14. ganz Serbe?

Ja - wer ist nicht national?, auf dem Balkan, in Europa, auf der Welt.
Bei Djokovi? bemerkt man nur das Eine.
Unfair oder Unwissen: Djokovi? hebt die kroatische Fußball-Nationalelf vor der serbischen hervor, läßt sich mit den kroatischen Handballern über Jahre fotografieren, hat jetzt mit Ovanesevi? eonen kroatischen Trainer, steht stezs für Freundschaft und Ausgleich mit den Nachbarvölkern. Patriotismus schließt das doch nicht aus. Wer zudem weiß, daß Djokovi? soviele Sprachen erlernt, Französisch, Russisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Englisch - aus Achtung gegenüber den anderen Völkern . . .
Wer zudem weiß, daß Djokovi? viele Millionen Euro plus persönliches Engagement für Kindergärten, Schulen, Sportplätze, und vieles mehr in den ärmsten Regionenen des (in dem insgesamt armen) Balkan einbringt, halt da, wo keine Weltöffentlichkeit hinschaut, der wird einen Menschen sehen, wie es ihn so wertvoll auch außerhalb der Sportszene nicht so leicht zu finden gibt.

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cobaea 14.07.2019, 12:33
15.

Zitat von macarthur996
Ja Nadal ist der Künstler mit verblüffenden Spielbällen ist er sehr attraktiv. Federer ist vernünftig, hört auf seinen Körper und überfordert ihn nicht. Novak Djokovic ist im Moment der stärkste Spieler. das er als Serbe, die Liebe zu seinem Land und seinem Volk betont nehm ich ihm nicht übel. Als die Europäer es zuließen (Schröder, Joschka Fischer u.a.) das die NATO die Krajna, Belgrad und weitere Gebiete in Serbien bombardierte hat sich offensichtlich niemand für Serbien eingesetzt. Ich hatte zu dieser Zeit gute serbische Arbeitskollegen und dadurch eine andere Sicht auf den damaligen Balkankrieg
Das klingt jetzt grade so, als ob die NATO die serbischen Gebiete einfach so aus Daffke bombardiert hätte - einfach weil's am Sonntag sonst so langweilig gewesen wäre. So war's ja nun nicht gerade -es hatte schon auch mit dem zu tun, was die Serben damals in diesen Gegenden veranstalteten. Auch wenn man einräumt, dass sie nicht die einzigen waren - sie waren auch nicht die Unschuldslämmer.

Mit Djokovic hat das nur insofern zu tun, als er Serbien so sehr repräsentierte, dass er zumindest eine Weile mit serbischem Diplomatenpass reiste und auch schon mal politische Reden hielt: Tenor: der Kosovo ist serbisch. Die Familie Djocovic hatte immer enge Beziehungen zur serbischen Politik.
Unbeliebt machte sich Djokovic aber zuhause, als er sich bei der Fussball-WM 2018 beim Spiel Kroatien gegen England für einen kroatischen Sieg aussprach. In Serbien wurde er dafür öffentlich gerüffelt. Aber im Tennis hat er sich viel eher damit unbeliebt gemacht, dass er jahrelang als Vorsitzender des Spielerrats eine Politik betrieb, die einem Teil der Spieler Magenschmerzen bereitete. Und, weil er Gegner gerne verbal niedermachte. Federer dagegen gibt sich ja immer wie die Schweiz: allzeit neutral, nur keine Stellung beziehen - zu nichts und niemand.

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richey_edwards 14.07.2019, 12:33
16. Hoffe Djokovic macht das heute. Kann die (berechtigten) Lobeshymnen

auf Federer nicht mehr hören und Federers Miesepetergesicht nicht mehr sehen. Ähnlich geht's mir bei Nadal mit seinen Linien und Flaschticks, seinem Hosengezupfe und seinen aufgesetzten Gefühlsausbrüchen auf dem Platz.

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hansen555 14.07.2019, 12:38
17. Finde Nadal unsypatischer

Ich persönlich finde Nadal weitaus unsympatischer. Nicht weil ich ihn privat kennen würde, da mag er sicherlich der netteste Mensch sein, sondern wie er sich auf dem Platz gibt. Sein Spiel ist geprägt von Powertennis und schierer Kraft. Das ist zwar sein Stil und dafür kann er nichts, aber das Spiel von Djokovic finde ich abwechslunsgreicher und schöner anzuschauen (natürlich nach dem von Federer).
Zudem finde ich seine Mimik äußerts unsympatisch. Sein Gesichtsausdruck zeigt eine Verbissenheit bis hin zur Aggressivität, die ich einfach als unsympatisch empfinde. Schon mal ein Lächeln von Nadal gesehen, außer nach einem gewonnenen Spiel?
Djokovic applaudiert sehr oft seinem Gegner, wenn dieser einen sehr schönen Punkt gespielt hat. Sowas schon mal bei Nadal gesehen? Nadal dagegen jubelt sehr extrovertiert mit aggressiver Mimik, wenn ein wichtiger Punkt gewonnen wurde. Das stößt mir auch auf.
Federer jubelt in letzter Zeit praktisch gar nicht mehr bzw. sehr zurückhaltend mit der Faust. Selbst sehr schöne und wichtige Punkte bejubelt er fast gar nicht, außer den Satzball oder Matchball. Auf manche wirkt das vielleicht etwas arrogant, so stoisch zu bleiben, aber für mich zeugt das von einer gewissen Klasse und Ausgeglichenheit. Im Vergleich z.B. zu einem A. Zverev.

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Dinnelo 14.07.2019, 12:41
18. Inkompatible Haltung

Mir ist er eigentlich egal, der Novak .... und der überbordende Nationalismus auf dem Balkan geht mir auch ziemlich auf den Keks.

Aber der Novak hat auch keine SPON-kompatible Haltung um hier gut weg zu kommen. Dabei könnte er es so leicht haben. Er müsste nur überall erklären, das er es ablehnt nach dem Wimbledon-Sieg ins weisse Haus eingeladen zu werden.

Dann wird er sofort von SPON heilig gesprochen und keiner interessiert sich noch dafür was auf dem Tennisplatz passiert.

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günterjoachim 14.07.2019, 12:42
19. Ganz einfach...

Für einen durchschnittlichen Betrachter ist Federer sympathisch und Djokovic, schon von seiner Körpersprache her, ein Unsympath

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