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Winterspiele von Pyeongchang: Jenseits von Ruhpolding
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Halbleere Tribünen, wenig Stimmung: Über die Olympischen Spiele von Pyeongchang wurde viel gemäkelt. In Europa wäre das alles anders gewesen. Wäre.

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jujo 25.02.2018, 11:58
1. ...

Mit Sicherheit wären die Spiele in der Alpenregion oder in Skandinavien besser aufgehoben gewesen. Das Problem ist nur das die Mehrzahl der Menschen dort von der Mentalität des IOC die Schnauze voll haben. Wie sieht denn die finanzielle Bilanz zu Gunsten des IOC nach den Spielen aus? Im Gegensatz für Südkorea?
Die Bilanzierung für SK kann man wohl erst einige Jahre später machen, siehe Sotschi, finanziell war das eine Katastrophe.
Ich sehe nicht , das sich auf absehbare Zeit ein (demokratisches !) Land in Europa findet die Spiele auszurichten.
Die Norweger sind Wintersport verrückt, in Lillehammer ist alles da, trotzdem haben die Norweger einer Bewerbung abgelehnt, aus gutem Grunde!

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lorn order 25.02.2018, 12:25
2. Olympische Spiele

Wahnsinn, Olympische Spiele ohne Zuschauer!
Ob sich die Südkoreaner für die Olympischen Winterspiele entschieden hätten, wenn man sie hätte abstimmen lassen?
Überall in der Welt, wo man in den letzten Jahren über Olympische Spiele abgestimmt hat, stimmte die Bevölkerung dagegen.
Die Spiele kosten den Veranstaltungsort Milliarden. Das IOC generiert dagegen Milliardengewinne.

Gerade gestern stand ich mit meiner Anti-Olympia-Haltung wieder mal einsam in einer Diskussion im Freundeskreis. Ich habe bei der Hamburger Olympiaabstimmung gegen die Olympischen Spiele gestimmt und stehe damit im Widerspruch zu eigentlich allen meinen Freunden, die sogar der Meinung sind, dass man darüber nicht abzustimmen brauche.
Hall Leute, es geht hier immerhin um Milliardenausagaben!!!

Olympische Spiele in dieser Form werden in Zukunft nur noch in Diktaturen stattfinden. In allen demokratischen Ländern wird die Bevölkerung ein Abstimmung verlangen.

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langenscheidt 25.02.2018, 12:39
3. Beispiel Alpine Sportarten

Man verkennt die Situation. Im Alpinen Skizirkus will man bei Olympischen Spielen nicht unbedingt alles geben, da es wenig zu gewinnen gibt. Deshalb dürfen z.B. eine waschechte Snowboarderin oder ein steinalter Skirennfahrer gewinnen. Diese Tendenz ist nicht erst seit Februar 2018. Es mag noch Olympische Sportarten geben, die reizvoll sind zu gewinnen. Zum Beispiel für kleinere Eishockeynationen wie Deutschland. Kanada und USA sendeten C-Teams, weil deren nationalen Ligen wichtiger sind.

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mpigerl 25.02.2018, 13:08
4. Hier ist sie wieder die europäische/deutsche Arroganz

Zitat von lorn order
Hall Leute, es geht hier immerhin um Milliardenausagaben!!! Olympische Spiele in dieser Form werden in Zukunft nur noch in Diktaturen stattfinden.
Ich weiß jetzt nicht, warum Südkorea (oder in zwei Jahren Japan) viel weniger demokratisch sein soll, wie Europa!?
Der Unterschied ist, dass man (die Bevölkerung) in diesen Ländern neugierig ist und gerne große Veranstaltungen austrägt und es auch akzeptiert, dass solche Spiele nicht unbedingt gewinnbringend sind. Natürlich ist es auch ok wenn es in D oder in Europa solche Spiele nicht gibt, weil die Bevölkerung nicht will. Aber sich deshalb noch "überlegen" zu fühlen, ist lächerlich!
Und wenn man die Veranstaltungen - wegen den europäischen TV Zuschauern - nicht in die Nacht verlegt hätte (Skispringen war um 0:30 Ortszeit an einem Wochentag), dann wären diese Veranstaltungen auch besser besucht gewesen. Ich bezweifle auch, dass in Garmisch Sportarten, die hier kaum bekannt sind, um Mitternacht unter der Woche gut besucht wären.

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cave68 25.02.2018, 13:20
5. wenn es massive Bedenken

zahlreicher Nationen gibt muss man die olympische Idee halt eben ändern...warum werden solche Spiele immer nur an einzelne Länder und nicht an Kontinente vergeben?Dann wären die jetzigen Spiele genauso wie in Europa auf mehrere Städte und Länder verteilt worden?
Biathlon in Ruhpolding und Oberhof...SkiAlpin in Frankreich...Skisprung in der Schweiz...Eishockey nach Tschechien,etc.
Die Eingriffe in die Natur wären weitaus weniger gravierend gewesen.
Die Fussball-EM macht es uns in ein paar Jahren doch schon vor.

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tim_struppi 25.02.2018, 13:40
6.

Zitat: "Die Propagandisten von Olympischen Spielen in Europa bringen dagegen gerne das Argument ins Feld, hier seien die Sportstätten ja "alle schon vorhanden". Das ist Unsinn. Für Winterspiele, ob in Bayern oder am Holmenkollen, müssten vielleicht keine Schanzen neu gebaut werden, aber Snowboardstrecken, Freestylepisten und Eishallen für Shorttrack oder Curling."

Alle sind nicht vorhanden, aber die, die besonders viel Geld kosten und einen tiefen Eingriff in die Natur bedeuten, wie Skipisten und Rodelbahnen, sind bereits vorhanden. Für die Snowboard und die Freestyle-Wettbewerbe sind keine neuen Pisten nötig, da die entsprechenden Parcours auf normalen Skipisten aufgebaut werden. Und einige Mehrzweckhallen mit Eisbahnen kosten weder Unsummen noch sind unvertretbare Eingriffe in die Natur. Zudem lassen sich diese gut weiternutzen durch Sportvereine, für kulturelle Veranstaltungen etc.

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lorn order 25.02.2018, 14:09
7. wieso Arroganz?

Zitat von mpigerl
Ich weiß jetzt nicht, warum Südkorea (oder in zwei Jahren Japan) viel weniger demokratisch sein soll, wie Europa!? Der Unterschied ist, dass man (die Bevölkerung) in diesen Ländern neugierig ist und gerne große Veranstaltungen austrägt und es auch akzeptiert, dass solche Spiele nicht unbedingt gewinnbringend sind. Natürlich ist es auch ok wenn es in D oder in Europa solche Spiele nicht gibt, weil die Bevölkerung nicht will. Aber sich deshalb noch "überlegen" zu fühlen, ist lächerlich! Und wenn man die Veranstaltungen - wegen den europäischen TV Zuschauern - nicht in die Nacht verlegt hätte (Skispringen war um 0:30 Ortszeit an einem Wochentag), dann wären diese Veranstaltungen auch besser besucht gewesen. Ich bezweifle auch, dass in Garmisch Sportarten, die hier kaum bekannt sind, um Mitternacht unter der Woche gut besucht wären.
Genau darum geht es doch u.a. bei der Kritik an den Olympischen Spielen.
Südkorea lässt sich die Winterspiele ein Vermögen kosten und die Veranstaltungen finden zu Zeiten statt, die kein koreanischer Zuschauer vor Ort wahrnehmen kann. Alles um der Vermarktung wegen. Aber die Sahne wird vom IOC abgeschöpft und nicht vom Veranstalter.
Normal wäre es hingegen, wenn die Sportveranstaltungen zu vernünftigen Tageszeiten in Südkorea stattgefunden hätten und der interessierte Fernsehzuschauer in Europa sich dem angepasst hätte.
Nur hätte dies eben zu geringeren Werbeeinnahmen geführt.

Ich bin kein Wintersportfan, aber werden die eigens für Olympia errichteten Sportstätten in Zukunft überhaupt genutzt werden?
Wie ist das in Sotschi?

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arviaja 25.02.2018, 14:12
8. Korruption

Ich sehe das ähnlich wie einer meiner Vorschreibenden. Die Abneigung hierzulande nährt sich wahrscheinlich zu einem nicht unerheblichen Teil aus dem Gebaren der austragenden Organisationen, sei es die FIFA beim Fußball oder eben dem IOC bei Olympia. Die Menschen sehen einfach zurecht nicht ein, warum mit Steuergeldern eine Veranstaltung subventioniert werden soll, von der dann nur wenige massiv finanziell profitieren.

Stattdessen schafft man es gerade Mal mit Ach und Krach ein paar wenige dieser Herren von ihren Posten zu verjagen, aber auch nur dann, wenn es wirklich gar nicht mehr zu vertuschen geht.

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dosmundos 25.02.2018, 14:15
9.

Es braucht keine Zuschauer am Wegesrand, um den wirklich relevanten Zuschauern am Fernseher daheim tolle Bilder zu liefern.
Und die sind es letztlich, die die Sponsoren ziehen.
Fehlendes Ramba-Zamba im Zieleinlauf ist da maximal ein kleiner Schönheitsfehler.

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