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Zehntes Remis bei Schach-WM: Angriffslustiger Carlsen findet noch keinen Weg zum Sieg
DPA

Das zehnte Aufeinandertreffen im Finale der Schach-WM war geprägt von einem angreifenden Magnus Carlsen. Am Ende bekam der Weltmeister aber sogar noch Probleme.

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Msc 23.11.2018, 23:03
1.

Da spielen zwei menschliche Computer gegeneinander. Beide kennen alle Situationen, die auftreten können. Irgendwann macht einer einen Fehler und der andere kann es ausnutzen. Aber ist das wirklich spannend? Beide können schlicht nicht besser werden. Schach bietet nur eine begrenzte (wenn auch hohe) Anzahl von Möglichkeiten.

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conillet 23.11.2018, 23:32
2. So erfreulich es ist .....

..... das SPON über die Schach-WM berichtet, so schade ist es, dass über das zeitgleich stattfindende Finale der Frauen-WM (die nach KO-System ausgetragen wird) keine einzige Zeile zu lesen ist.

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LuBu 23.11.2018, 01:32
3. Historisch!

10 Remis in den ersten 10 Partien gab es bei einer Schach-WM noch nie. Sollte mindestens eines der zwei verbliebenen Spiele ebenfalls remisiert werden, wäre es auch prozentual die WM mit dem höchsten Remis-Anteil. Mögen viele als langweilig empfinden, für mich aber absolut faszinierend.

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StefanXX 23.11.2018, 09:14
4.

Zitat von conillet
..... das SPON über die Schach-WM berichtet, so schade ist es, dass über das zeitgleich stattfindende Finale der Frauen-WM (die nach KO-System ausgetragen wird) keine einzige Zeile zu lesen ist.
Der Grund dürfte daran liegen, dass hier Schach auf einem - im Vergleich zu der absoluten Weltspitze - relativ niedrigem Niveau gespielt wird. Außerdem sei in Zeiten der Gleichberechtigung mal die Frage gestellt, warum es überhaupt eine getrennte Frauen-WM gibt :-)

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StefanXX 23.11.2018, 09:22
5. Menschliche Schachcomputer?

Zitat von Msc
Da spielen zwei menschliche Computer gegeneinander. Beide kennen alle Situationen, die auftreten können. Irgendwann macht einer einen Fehler und der andere kann es ausnutzen. Aber ist das wirklich spannend? Beide können schlicht nicht besser werden. Schach bietet nur eine begrenzte (wenn auch hohe) Anzahl von Möglichkeiten.
Ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber so gut scheinen Sie sich nicht im Schach auszukennen. Grade gestern hat man gesehen, dass sie bei weitem nicht "alle Situationen kennen, die auftreten können". Ja theoretisch gibt es im Schach nur endliche Möglichkeiten, aber die sind so groß dass diese kein Mensch parat haben und überblicken kann. Selbst solche Schach-Genies wie Carlsen und Caruana nicht. Wenn Sie den Computer mal mitlaufen haben lassen, hätten sie gesehen dass nicht immer die optimalen Züge gespielt wurden. Das ist keinerlei Kritik, denn dazu ist kein Mensch in der Lage, auch die größten Genies nicht. Aber der Computer hätte jeden von beiden in der gestrigen Stellung gnadenlos abgezogen. Und zum Thema Remis: Auf dem Papier klingt es langweilig wenn man 10 Remis hintereinander liest. Aber die wenigsten davon waren bisher langweilige Remis. Das gestern war ein großartiger Kampf und so ein Fight ist mir lieber als so mancher Sieg. Lustig und zugleich traurig sind nur immer manche Schach-Laien, die mit Hilfe Ihres Schachprogramms zuhause natürlich auch alle Großmeister sind und sich dann beklagen warum man nicht diesen oder jenen Zug gespielt hätte und gleich von "Blunder" reden wenn bei einem Zug die Computerwertung mal von 0,00 auf +0,80 oder so geht.

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lesheinen 23.11.2018, 09:33
6.

Da kann ich nur zustimmen und mich schämen: ich hatte davon keine Ahnung. Mein letzter Stand war die WM der Frauen im Mai dieses Jahres.
Stellvertretend. https://ugra2018.fide.com/

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StefanXX 23.11.2018, 09:34
7. Freibauern ..

Vielleicht eine Korrektur noch. Der Artikel fasst das Geschehen gut zusammen, aber eine Aussage ist meiner Meinung nach etwas irreführend und zwar "Beide Spieler hatten aber gefährliche Freibauern auf dem Feld". Das stimmt ja so nicht. Carlsen hatte nur ein einziges Mal einen Freibauern für einen Halbzug lang auf dem Feld, bevor er geschlagen wurde. Der einzige, der einen gefährlichen Freibauern auf dem Feld hatte, war also Caruana.

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eltajin 23.11.2018, 13:19
8. Gelähmt vor Angst, aber technisch perfekt!

So könnte man die Situation von Caruana zusammenfassen. Der Spiegel-Artikel zum Thema geht leider an der Essenz der zehnten Partie vorbei. Wie in der achten Partie patzte Caruana im 24. Zug. Schon der Anfänger lernt, dass man nur im äußersten Notfall die Bauernkette vor dem König durch einen Bauernzug schwächt und eher nach aktivem Gegenspiel suchen soll.
Natürlich darf in einem Weltmeisterschaftskampf in einer konkreten Stellung nicht nur aufgrund allgemeiner Prinzipien geurteilt werden. Aber wenn man sieht, dass alle Figuren von Caruana den König in der Verteidigung potentiell unterstützen, dann sollte man erwarten, dass ein Spitzenspieler und ausgewiesener Rechenkünstler wie Caruana tief in die Stellung schaut, um in der Vorausschau die (nicht zu schwierigen) richtigen Verteidigungszüge zu entdecken.
Aber was macht Caruana? Einmal zieht er 24.h3 und in der Partie 10 zieht er 24.g3, was fast noch schlimmer ist, weil er aus Partie 8 nichts gelernt hat.
Diese Aussetzer sind eigentlich nur psychologisch zu erklären. Caruana scheint Carlsen jeden gefährlich aussehenden Angriffsversuch zu glauben und versucht dann bei der kleinsten Unsicherheit (Hilfe, es könnte ja eine Niederlage herausspringen) gar nicht mehr ernsthaft, aktive Ressourcen zu finden, um seinen Vorteil zu zementieren. Eine bekannte Schwäche von Amateuren, aber auf diesem Niveau?
Trotzdem wünsche ich Caruana den Sieg, denn Carlsen geht noch viel weniger ein Risiko ein (siehe die erste Partie) und ist schachlich nicht ganz auf Augenhöhe von Caruana.

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rehtnueg 23.11.2018, 17:45
9.

Zitat von conillet
..... das SPON über die Schach-WM berichtet, so schade ist es, dass über das zeitgleich stattfindende Finale der Frauen-WM (die nach KO-System ausgetragen wird) keine einzige Zeile zu lesen ist.
Das ist wirklich sehr schade, denn dort flogen wirklich die Fetzen!. Atemberaubende Partien, sogar mit Gewinnerinnen und Verliererinnen!

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