Forum: Sport
Zukunft des Fußballs: Wie der DFB das Frauennationalteam sabotiert
REUTERS

Das Rampenlicht WM ist für die deutschen Fußballerinnen erloschen. Nun gilt es, den Sport nachhaltig zu fördern. Der DFB hat daran aber wenig Interesse - obwohl es viele leicht umzusetzende Ideen gibt.

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Mitblicker 02.07.2019, 17:57
100. Interesse

Interesse am Frauenfußball kann man nicht verordnen. Entweder die Leute wollen es schauen oder Sie wollen es nicht. Der Artikel ist in seiner ganzen Ausrichtung vollkommen peinlich und unnötig.

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im_ernst_56 02.07.2019, 19:04
101. Es kommt aus das Niveau an

Zitat von Karla Winterstein
Ich habe kürzlich ein Interview mit Lena Oberdorf gelesen, die bis vor etwas mehr als einem Jahr in einer gemischten U-17-Mannschaft gespielt hat (das ist meines Wissens die B-Jugend, bin mir aber nicht ganz sicher). Wer sie letzte Saison in der Bundesliga gesehen hat oder jetzt bei der WM, der wird zugestehen, dass sie ausgesprochen durchsetzungsfähig im Zweikampf ist und zur Not auch "Blutgrätschen" ansetzt. Ausserdem war ersichtlich, dass sie zu den schnelleren Spielerinnen gehört. Bezüglich ihrer Spiele in der gemischten Mannschaft sagte sie unter anderem, dass sie Geschwindigkeitsnachteile gegenüber den Jungens durch Zweikampfstärke ausgleichen musste. Ausserdem kam zur Sprache, dass sie von gegnerischen Spielern manchmal beschimpft wurde, aber auch Opfer von Frustfouls war, weil es Gegner nicht verkrafteten, von einem Mädchen überspielt zu werden. Nach eigener Aussage machte ihr das nicht viel aus, weil sie dadurch Spielhärte lernte. In höheren Altersklassen sind Jugendliche und Männer noch schneller und auch kräftiger, so dass es mindestens zwei Probleme geben kann. Einmal kommen Frauen bezüglich Antritt und Geschwindigkeit dann keinesfalls mehr mit (siehe beispielsweise Leichtathletik). Sie könnten also nur noch in einer niederen Klasse mit relativ langsamen Männern spielen, die aber wahrscheinlich seitens des technischen Niveaus auch nicht sonderlich gut sein werden. Das bringt nicht mehr wirklich etwas. Zweitens können Fouls von deutlich schwereren und grösseren Männern üblere Konsequenzen haben. Wenn sie also angenommenerweise in einer unteren Klasse mit technisch schlechteren Spielern auflaufen, dann könnte das zu Frustfouls führen, die gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Das will nun aber niemand. Wahrscheinlich haben Erfahrungen über Jahre gezeigt, dass es bei den besten Spielerinnen noch bis zur U-17 geht. Bei älteren Mädchen und Erwachsenen kann ich mir das im höherklassigen Bereich nicht vorstellen.
M.E. kommt es auf das spielerische Niveau der gemischten Jugendmannschaft an, in der Mädchen spielen. Wenn man z.B. die Nachwuchsmannschaften der Bundesligisten, die in der Bundesliga und der Regionalliga der B-Jugend spielen, betrachtet, halte ich es für relativ ausgeschlossen, dass selbst eine sehr begabte Fußballerin wie Lena Oberdorf dort eine Chance hätte. Je höher das technische, spielerische und athletische Niveau der Jungen, um so schwerer bis unmöglich wird es für Mädchen, da mitzuhalten. Das sieht man teilweise schon bei den männlichen C- und D-Jugendlichen der Bundesligisten, weil die die besten Jugendspieler anderer Vereine abwerben. Bei gleicher Begabung und gleichem Trainingsaufwand gibt es für Mädchen wahrscheinlich schon ab der C-Jugend eine biologisch-athletische Grenze, die nicht zu überwinden ist.

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im_ernst_56 02.07.2019, 19:16
102.

Zitat von Karla Winterstein
Es hat nichts mit Vorstellungen zu tun, sondern mit gesetzlichen Rahmenbedingungen. Da offensichtlich auch diverse Juristen einen Konflikt zwischen kommerziellen Profiwelt und dem Amateurbereich sehen und seit geraumer Zeit an Klagen arbeiten (ich fand entsprechende Meldungen zufällig imvWeb, habe aber keine Referenzen, da es mich nicht weiter interessierte), schient es ja Probleme zu geben.
Wenn der DFB die Gemeinnützigkeit verliert, dann muss er eben Körperschaftssteuer zahlen. Na und? Zur Not wird sich der Profifußball der Männer verselbständigen und der DFB wird als reiner Amateurverband ein etwas trostloses Dasein fristen. Mehr Geld für den Frauenfußball würde es dann auch nicht geben. Wem wäre also damit genützt, wenn man mit Keule des Entzugs der Gemeinnützigkeit droht?

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schensu 02.07.2019, 19:20
103. Nochmal

Zitat von mylinux
... damit andere Sportarten bessere Medienzeiten bekommen kann der DFB und die DFL Ihre Veranstaltung ja ausschließlich im PayTV ausstrahlen ... Ich würde so gerne die Beach-Volleyball WM, die derzeit in Hamburg läuft, abends im TV sehen...
...mein erster Versuch, zu diesem Thema zu posten, war den Aufpassern wohl zu scharf.

Sie haben vollkommen recht, Fußballdeutschland in seiner Nabelschau, jammert mal wieder auf höchstem Niveau! Diese Sportart verstopft alle Kanäle, auch die Sportredaktion des Spiegel, wo als einzige Alternative noch das derzeit ähnlich erfolglose Tennis überduchschnittlich Berücksichtigung findet.
Einen einzigen Artikel gab es hier bisher von der Beach-WM! Wo wir Weltmeister & Olympiasieger sind! Vor den Augen des Spiegel in HH!
Was ist da los???!

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pjotrmorgen 02.07.2019, 19:29
104. Mitnichten

Zitat von im_ernst_56
Der Fehler in Ihrer Annahme besteht darin, dass sich im Leistungssport - über den reden wir hier, denn Ausgangspunkt war das schlechte Abschneiden der DFB-Auswahl - nicht Durchschnittsmenschen wiederfinden, sondern solche, die für die betreffende Sportart überdurchschnittlich begabt sind, also bereits eine Auswahl. Das gilt selbst für die 3. Liga und für die U-23-Mannschaften der Bundesligisten, die sich in den 4. Ligen herumtreiben. Alles was darunter ist, wäre für Frauen, die fußballerisch begabt sind, finanziell und vom Zuschauerinteresse nicht interessant. Und auch in der 5. Liga werden sie keine Couch-Potatoes finden. In den genannten Ligen 1 - 4 hätten aber selbst sehr gute Frauen kaum eine Chance auf die Ersatzbank, geschweige denn eine Chance auf dem Einsatz auf dem Spielfeld. Mit mathematischen Betrachtungen und Kenntnissen der Gaußschen Normalverteilung können sie keine vernünftige Frauenquote in Männermannschaften im Leistungssport begründen. Und was würde es den fußballspielenden Frauen nützen, wenn eine oder zwei unter Hundert vielleicht den Sprung in einer Mannschaft der 4. Liga schafft. Im Kinder- und Jugendbereich gibt es mindestens bis zur C-Jugend gemischte Mannschaften. Insofern ist Ihr Vorschlag nicht neu.
Da die Männermannschaften aus einem Pool von 20-mal mehr Individuen schöpfen können, ist zu erwarten, dass nur wenig überdurchschnittlich begabte Frauen in der NM spielen, während es bei den Männer eben 20-mal wahrscheinlicher ist, dass ein überdurchschnittlich begabter Fussballer in die Topmannschaften kommt. Trotzdem schaffen es beispielsweise aktuelle U21-Spieler wie die wenig begabten Baumgartl oder Serdar, typische Rumpelfussballer, dann eben doch leider sehr weit und ruinieren das sonst gute Spiel der Mannschaft.

"Alles was darunter ist, wäre für Frauen, die fußballerisch begabt sind, finanziell und vom Zuschauerinteresse nicht interessant." eine reichlich sinnlose Aussage, da ich keinewegs vorgeschlagen habe, Frauen dort in gemischten Teams spielen zu lassen und das wissen Sie auch ganz genau. "Und auch in der 5. Liga werden sie keine Couch-Potatoes finden." Ebenso absurd. Hier im Forum sind garantiert die Männer am lautesten gegen jede Art von Frauen im Fussball, die nichts ausser Rumlümmeln und Saufen kennen und Frauen nur als Sexobjekte haben wollen. Die Männerdomäne Fussball darf von den schrecklichen Feministinnen in keiner Weise angetastet werden. Passend dazu hat ja der Männerfussball ein eklatantes Problem mit Homophobie. Obwohl etwa 10% aller Fussballer schwul oder bisexuell sein dürften, gibt es offiziell niemand der das wäre. Ganz im Gegensatz dazu haben Fussballerinen kein Problem damit als lesbisch oder sonst etwas bekannt zu sein.

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Karla Winterstein 02.07.2019, 20:46
105. Die Klagen haben weniger mit Frauenfussball zu tun

Zitat von im_ernst_56
Wenn der DFB die Gemeinnützigkeit verliert, dann muss er eben Körperschaftssteuer zahlen. Na und? Zur Not wird sich der Profifußball der Männer verselbständigen und der DFB wird als reiner Amateurverband ein etwas trostloses Dasein fristen. Mehr Geld für den Frauenfußball würde es dann auch nicht geben. Wem wäre also damit genützt, wenn man mit Keule des Entzugs der Gemeinnützigkeit droht?
Ich habe das auch nur im Laufe der letzten Monate nebenbei gelesen. Da ich in ganz anderen Umfeldern mit gemeinnützigen Organisationen zu tun hatte, las ich es etwas interessierter, kenne aber keine tieferen Details.

Ich weiss nur, dass es nicht explizit um Frauenfussball ging, sondern allgemein um den reinen Amateurbereich samt Jugendbetrieb, wo die Frauen eben auch hinzu gehören.

Ich kann mir vorstellen, dass es um eine komplette Ausgliederung des Profibereiches geht, der dann irgend welche Zwangsabgaben für die Allgemeinheit (=DFB ohne Profis) leisten muss.

Das ist aber nur eine reine Vermutung.

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im_ernst_56 02.07.2019, 20:56
106.

Zitat von pjotrmorgen
Da die Männermannschaften aus einem Pool von 20-mal mehr Individuen schöpfen können, ist zu erwarten, dass nur wenig überdurchschnittlich begabte Frauen in der NM spielen, während es bei den Männer eben 20-mal wahrscheinlicher ist, dass ein überdurchschnittlich begabter Fussballer in die Topmannschaften kommt. Trotzdem schaffen es beispielsweise aktuelle U21-Spieler wie die wenig begabten Baumgartl oder Serdar, typische Rumpelfussballer, dann eben doch leider sehr weit und ruinieren das sonst gute Spiel der Mannschaft. "Alles was darunter ist, wäre für Frauen, die fußballerisch begabt sind, finanziell und vom Zuschauerinteresse nicht interessant." eine reichlich sinnlose Aussage, da ich keinewegs vorgeschlagen habe, Frauen dort in gemischten Teams spielen zu lassen und das wissen Sie auch ganz genau. "Und auch in der 5. Liga werden sie keine Couch-Potatoes finden." Ebenso absurd. Hier im Forum sind garantiert die Männer am lautesten gegen jede Art von Frauen im Fussball, die nichts ausser Rumlümmeln und Saufen kennen und Frauen nur als Sexobjekte haben wollen. Die Männerdomäne Fussball darf von den schrecklichen Feministinnen in keiner Weise angetastet werden. Passend dazu hat ja der Männerfussball ein eklatantes Problem mit Homophobie. Obwohl etwa 10% aller Fussballer schwul oder bisexuell sein dürften, gibt es offiziell niemand der das wäre. Ganz im Gegensatz dazu haben Fussballerinen kein Problem damit als lesbisch oder sonst etwas bekannt zu sein.
Entschuldigung, aber was hat das mit meinem Statement zu tun? Wenn Sie der Meinung sind, dass sich ihr Vorschlag gemischter Mannschaften nur auf den Jugendfußball und nicht auf den Leistungsfußball im Erwachsenenbereich bezog, hätte es nicht genügt, das klarzustellen? Was hat die Frage des Umgangs mit Homosexualität mit der Realisierbarkeit Ihres Vorschlages gemischter Mannschaften zu tun??

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im_ernst_56 02.07.2019, 21:47
107.

Zitat von Karla Winterstein
Ich habe das auch nur im Laufe der letzten Monate nebenbei gelesen. Da ich in ganz anderen Umfeldern mit gemeinnützigen Organisationen zu tun hatte, las ich es etwas interessierter, kenne aber keine tieferen Details. Ich weiss nur, dass es nicht explizit um Frauenfussball ging, sondern allgemein um den reinen Amateurbereich samt Jugendbetrieb, wo die Frauen eben auch hinzu gehören. Ich kann mir vorstellen, dass es um eine komplette Ausgliederung des Profibereiches geht, der dann irgend welche Zwangsabgaben für die Allgemeinheit (=DFB ohne Profis) leisten muss. Das ist aber nur eine reine Vermutung.
Ich bin zwar Jurist, aber kein Steuerfachmann und Kenner der Voraussetzung des Gemeinnützigkeit im Vereinsrecht. Dennoch erscheint mir Ihr Szenario der Ausgliederung des Profibereichs aus dem DFB bei gleichzeitiger Leistung von Zwangsabgaben für die Allgemeinheit (DFB ohne Profis) ziemlich unwahrscheinlich. Wir bewegen uns ihr formal im privaten Vereinsrecht. Zwangsabgaben kann aber nur der Staat festsetzen. Auf welcher Rechtsgrundlage sollte er das tun? Und eine Beitragspflicht der DFL im DFB ohne Mitgliedschaft und Stimmrecht dürfte dem Vereinsrecht widersprechen. Denkbar wäre allenfalls, soweit die Satzung des DFB das vorsieht, eine außerordentliche Mitgliedschaft der DFL im DFB und einen freiwilligen Beitrag. Ich glaube, da ist ziemlich viel Wunschdenken oder ein sehr phantasievoller Anwalt, der Rechtsgeschichte schreiben möchte, unterwegs. Ich habe in seriösen Medien darüber noch nichts gelesen, was ungewöhnlich ist, weil der DFB doch ein Dauerthema ist.

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Karla Winterstein 02.07.2019, 23:01
108. Ich sah gerade das Spiel England gegen USA

Zitat von im_ernst_56
M.E. kommt es auf das spielerische Niveau der gemischten Jugendmannschaft an, in der Mädchen spielen. Wenn man z.B. die Nachwuchsmannschaften der Bundesligisten, die in der Bundesliga und der Regionalliga der B-Jugend spielen, betrachtet, halte ich es für relativ ausgeschlossen, dass selbst eine sehr begabte Fußballerin wie Lena Oberdorf dort eine Chance hätte. Je höher das technische, spielerische und athletische Niveau der Jungen, um so schwerer bis unmöglich wird es für Mädchen, da mitzuhalten. Das sieht man teilweise schon bei den männlichen C- und D-Jugendlichen der Bundesligisten, weil die die besten Jugendspieler anderer Vereine abwerben. Bei gleicher Begabung und gleichem Trainingsaufwand gibt es für Mädchen wahrscheinlich schon ab der C-Jugend eine biologisch-athletische Grenze, die nicht zu überwinden ist.
Allein seitens der Geschwindigkeit und des Durchsetzungsvermögens hätte die deutsche Nationalmannschaft heute gegen keine der beiden Mannschaften auch nur die Spur einer Chance gehabt.

Unabhängig davon, was man bezüglich Robustheit unternehmen will, muss einiges getan werden, damit die DFB-Frauen wieder ganz oben mitmischen können.

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im_ernst_56 03.07.2019, 08:37
109.

Zitat von Karla Winterstein
Allein seitens der Geschwindigkeit und des Durchsetzungsvermögens hätte die deutsche Nationalmannschaft heute gegen keine der beiden Mannschaften auch nur die Spur einer Chance gehabt. Unabhängig davon, was man bezüglich Robustheit unternehmen will, muss einiges getan werden, damit die DFB-Frauen wieder ganz oben mitmischen können.
Das sehe ich auch so. Die Engländerinnen sind spieltechnisch (Passspiel), die Amerikanerinnen physisch in einer anderen Liga. Meine Erkenntnis aus dieser WM ist, dass die unterschiedlich Physis, neben den technischen Fähigkeiten, eine immer größere Rolle spielt. Die Amerikanerinnen spielen keinen Fußball vom anderen Stern, aber sie sind physisch so stark, dass sie allein mit spielerischen Mittel nicht zu schlagen sind.

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