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Zukunft des Fußballs: Wie der DFB das Frauennationalteam sabotiert
REUTERS

Das Rampenlicht WM ist für die deutschen Fußballerinnen erloschen. Nun gilt es, den Sport nachhaltig zu fördern. Der DFB hat daran aber wenig Interesse - obwohl es viele leicht umzusetzende Ideen gibt.

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stenkelwelt 05.07.2019, 08:07
120.

Bedauernswerter Chauvinismus des DFB und vieler Männer in DE. Andere Anstosszeiten, bessere Berichterstattung in allen Medien (ja, auch der Sportschau am Samstag) sind vonnöten .
Andere Länder sind da fortbildlicher.

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smsderfflinger 08.07.2019, 22:55
121.

Zitat von briancornway
Wie kann man sich erklären, dass beim Fußball immer diese Vergleiche zwischen Damen und Herren angestellt werden ? Ich kenne das von keinem anderen Mannschaftssport, nur vom Tennis, wo es aber eher eine Show-Sache ist. Warum ist es vielen Männern so wichtig, Frauen beim Fußball vergleichend abzuwerten oder auszugrenzen ? Steckt dahinter derselbe Trieb wie hinter Randale / Hooliganismus ? Ist Männerfußball die letzte Zuflucht des Homo Erectus ?
Fällt Ihnen das wirklich so schwer?
Wenn ich mich korrekt erinnere, hat es von offizieller männlicher Seite im DFB niemals Vergleiche zwischen Frauen und Männerfussball gegeben. Allerdings gab es dann eine Anzeige die die Erfolge der Frauen bei Weltmeisterschaften den Misserfolgen der Männer bei Weltmeisterschaften gegenüberstellten. Dennoch hat, meines Wissens, offiziell niemand darauf reagiert. Die "Fussballöffentlichkeit"aber doch. Ich glaube danach wurden die Ergebnisse der Spiele Frauen- gegen Männerteams genüsslich hervorgekramt, um zu zegen, auf welchem Niveau Frauenfussballspiele stattfinden.
Ich weiss nicht, ob es vielen Männern wichtig ist, Frauenfussball "vergleichend abzuwerten", aber ich bin sicher, dass die meisten Männer u n d Frauen, die Männerfussball gerne sehen, bei einer Fernsehübertragung eines Frauenspieles automatisch das Dargebotene mit dem gewohnten vergleichen. Dass ein solcher Vergleich nicht gerade schmeichelhaft ausfällt, wird jeder verstehen, der die Spiele der gerade beendeten WM verfolgt hat.
Wer nun erwartet oder sogar verlangt, dass solche Vergleiche unterbleiben, ist völlig weltfremd.
Wenn die Spiele übertragen und somit einer grossen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, muss damit leben, dass die Zuschauer die Leistungen mit denen vergleichen, die sie ständig zu sehen bekommen.
Ihre Vermutung eines triebhaften Verhaltens ist nun wirklich unterste Schublade.
Die Spiele der Frauen WM sind hier im öff. TV dermassen gehypt worden, dass es wohl jeden Interessierten reizte wider den Stachel zu löcken. Es ist in Ordnung, die Frauenteams untereinander zu vergleichen und man stellt fest, dass die Unterschiede nicht grösser sind als die Unterschiede zwischen den Teams bei Männer WMs vor etwa 20 Jahren.
Wenn dan noch so lächerliche Behauptungen aufgestellt werden, im Frauenfussball ginge es fairer zu, es würde weniger geschauspielert, (alles übrigens Vergleiche mit den Männern...) der hat die Spiele hier nicht gesehen. Trikotzerren, grobe Fouls, Schwalben um Elfmeter zu schinden, Ellbogeneinsatz gegen den Hals der Gegnerinnen, "faires" Spiel an der Eckfahne um Zeit zu schinden. Man warte mal die nächste WM ab, da werden sich die Frauen schon sehr viel weiter an die unfairen Methoden der Männer angenähert haben. Die jetzt auf diesem Sektor bestehenden Defizite werden sie jedenfalls schneller aufholen, als die Defizite in Technik und Taktik.
D

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smsderfflinger 08.07.2019, 23:05
122.

Zitat von stenkelwelt
Bedauernswerter Chauvinismus des DFB und vieler Männer in DE. Andere Anstosszeiten, bessere Berichterstattung in allen Medien (ja, auch der Sportschau am Samstag) sind vonnöten . Andere Länder sind da fortbildlicher.
Es ist also Chauvinismus, wenn man die Defizite des Frauenfussballs benennt? Interessante Einstellung. Kritik ja ( bedauernswerter Chauvinismus...) aber nur wenn es gegen die nach Ihrer Meinung richtigen geht?
Warum sind bessere Anstosszeiten etc vonnöten? Gibt es irgendeinen Grund eine absolute Randsportart besonders zu fördern, nur weil sie von Frauen ausgeführt wird? Von der Art gibt es viele und wenn man die Zuschauerzahlen der Frauenbundesligaspiele zugrunde legt, gibt es eine ganze Reihe anderer Sportarten, die grösseres Interesse der TV - Medien verdienen.
Weshalb also halten Sie gerade den Frauenfussball für förderungsbedürftig?
D

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briancornway 09.07.2019, 12:10
123. Nachtritt

Zitat von smsderfflinger
Wenn ich mich korrekt erinnere, hat es von offizieller männlicher Seite im DFB niemals Vergleiche zwischen Frauen und Männerfussball gegeben. Allerdings gab es dann eine Anzeige die die Erfolge der Frauen bei Weltmeisterschaften den Misserfolgen der Männer bei Weltmeisterschaften gegenüberstellten.
Denken Sie, das sei die Ursache ? Haben sich männliche Fans durch diese spaßige Werbung dermaßen auf den Schlips getreten gefühlt, dass sie seitdem jede positive oder neutrale Berichterstattung über Frauenfußball als unerträglich empfinden ?

Ich verstehe diese Missgunst der medialen Aufmerksamkeit nicht, die Desinteressierten könnten das doch einfach ignorieren ... aber nein, Frauenfußball darf nicht beachtet oder gelobt werden, weil damiit die Superiorität der Männer in Frage gestellt werde ... . Grundgütiger!

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smsderfflinger 10.07.2019, 14:06
124.

Zitat von briancornway
Denken Sie, das sei die Ursache ? Haben sich männliche Fans durch diese spaßige Werbung dermaßen auf den Schlips getreten gefühlt, dass sie seitdem jede positive oder neutrale Berichterstattung über Frauenfußball als unerträglich empfinden ? Ich verstehe diese Missgunst der medialen Aufmerksamkeit nicht, die Desinteressierten könnten das doch einfach ignorieren ... aber nein, Frauenfußball darf nicht beachtet oder gelobt werden, weil damiit die Superiorität der Männer in Frage gestellt werde ... . Grundgütiger!
Ja, argumentieren ist schon schwer, nicht wahr?
Ich gehe auf Ihren ersten Absatz ein:
Wahrscheinlich haben sich eine nicht kleine Anzahl männlicher Fans auf den Schlips getreten gefühlt, durch die "spassige Werbung". Sie aber lassen bewusst ausser Acht, dass diese "spassige Werbung" einen Vergleich darstellte, was nicht nur bei denen mit dem langen Schlips, sondern wohl auch bei sehr vielen anderen dazu führteeben auch Vergleiche anzustellen. Dabei ist das Internet natürlich eine nicht zu schlagende Quelle, wo man die Ergebnisse von Spielen Frauen gegen Männer schnell eruieren kann. Logisch, dass die Schlipsfraktion diese genüsslich in den Foren hier zur Kenntnis gaben.
Sie bedauern nun, "dass sie seitdem jede positive oder neutrale Berichterstattung über Frauenfußball als unerträglich empfinden"
Nein, da widerspreche ich. Niemand stört neutrale oder auch positive Berichterstattung über Frauenfussball. Sie darf nur nicht ins phantasieren ausarten.
Ich habe mir ca. 80% der Spiele der WM jetzt angeschaut und sah einige wenige durchaus ansehnliche und einige mittelmässige. Das Gros jedoch war grottenschlecht. Woran ich das messe? Natürlich am Männerfussball, woran denn sonst?
Die athletischen Defizite sind naturgegeben und gehen nicht in die Beurteilung ein! Aber was an Technik, Ballbehandlung, Spielverständnis und Taktik geboten wurde war überwiegend drei bis vier Klassen schlechter. Was die Reporter an Kritiklosigkeit geboten haben spottet jeder Realität. Auch bei Frauen darf und muss man wiederholte Pässe/ Flanken in einen völlig von eigenen - und teilweise auch von gegnerischen - Spielern freien Raum kritisieren, muss man die Leistungen der Deutschen Frauen durchaus in einen kritisch mit den Leistungen der anderen starken Frauenteams beurteilen. Auch sollte ein Reporter die Fehler der dt. Trainerin beim letzten Spiel der deutschen Frauen ansprechen. Nichts dergleichen...
Zum zweiten Absatz:
Die mediale Aufmerksamkeit war nun wirklich erheblich, viele Spiele wurden im öff. TV übertragen oder konnten in den Mediatheken abgerufen werden, der Tenor der Reporter war alles andere als missgünstig, eher ungerechtfertigt positiv.
Aber Ihre Vermutung, dass "Frauenfußball darf nicht beachtet oder gelobt werden, weil damit die Superiorität der Männer in Frage gestellt werde ..." ist gerade lächerlich. Eine Superiorität der Männer gibt es nicht, Frauen sind gleichberechtigt, daran kann auch kein noch so gestriger Mann etwas ändern.
Das die Qualität des Männerfussballs grösser ist, steht allerdings ebenfalls ausser Frage.
D

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