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Zukunft des Fußballs: Wie der DFB das Frauennationalteam sabotiert
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Das Rampenlicht WM ist für die deutschen Fußballerinnen erloschen. Nun gilt es, den Sport nachhaltig zu fördern. Der DFB hat daran aber wenig Interesse - obwohl es viele leicht umzusetzende Ideen gibt.

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Haarfoen 01.07.2019, 17:37
30.

Zitat von flaschleer
Fußball ist ein kommerzieller Sport. Die Höhe der Prämien muss sich daher an den Vermarktungserlösen des DFB orientieren. Und die Frauenfußball-WM erzielt z.B. wesentlich geringere TV-Gelder als eine Männer-WM. Vielleicht ist diese Diskrepanz in Norwegen oder den USA geringer, so dass die Aktionen dieser Spielerinnen eher gerechtfertigt. Aber die Forderung, wir Frauen möchten dieselben Prämien wie die Männer ist eine Verhöhnung der Leistungen der Herren. Eine Erkenntnis der WM 2011 war für mich seinerzeit, man kann Männer- und Frauenfußball nicht vergleichen. Die Leistungsunterschiede sind im Vergleich zu anderen Sportarten sehr sehr hoch. Damit erübrigt sich auch der Prämienvergleich.
Fußball ist kein kommerzieller Sport. Millionen von Freizeitkickern spielen ohne jegliches Interesse an Kommerz, Profit oder Gewinnabsicht. Dass der Profi- Fußball in verabscheuungswürdiger Weise kommerzialisiert wurde, mag der Realität entsprechen, ist aber kein ungeschriebenes Gesetz. Eine Kamarilla von Typen niederster Gesinnung (Blatter, Infantino, auch Beckenbauer, usw.) diktiert seit Jahrzehnten die "Leitlinie", stolpert von Korruptionsskandal zu Korruptionsskandal und generiert wahllos Maximalgewinne, so dass der Zuschauer in nervigster Art und Weise von Werbespots für schädliches Fastfood und zuckerhaltige Getränke belästigt wird. Im Rahmen dieser "freien Marktwirtschaft" werden die Gladiatoren entsprechend entlohnt und und zu Super- Gladiatoren aufgebauscht. Auch wenn die Leistungsunterschiede zwischen dem Damen- und dem Herrenfußball "sehr sehr hoch" sein mögen, so strengen sich die Damen auf dem Platz wohl in ähnlicher Weise an und trainieren hart. Aufgrund der physischen Unterschiede werden die Herren in Sachen Bezahlung auch nicht "verhöhnt", bitte ersparen Sie uns diese Form des billigen Sexismus. Es ist sicherlich richtig, dass der Männerfußball in den Stadien und hinsichtlich der Einschaltquoten mehr Interesse findet, doch legitimiert der ausschließlich pekuniäre Aspekt noch kein Desinteresse eines Verbandes, der noch dazu von alten Säcken geleitet wird, mit Verlaub. Ein Verband hat die Interessen aller Mitglieder gleichwertig zu vertreten und nicht einer Kamarilla von Geschäftemachern zu dienen. Nehmen Sie dies bitte höflichst zur Kenntnis.

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Blindman68 01.07.2019, 17:55
31. Der DFB sabotiert den Frauenfußball?

Starke These. Kann ich nicht nachvollziehen, da der DFB, als Dachverband, keinen unbegrenzten Einfluss hat. Er kann zwar fördern, aber letztlich konkurrieren viele verschiedene Sportarten, um eine begrenzte Anzahl sportbegeisterter Menschen. Junge Leute zu überzeugen, extrem viel Zeit und große Anstrengungen/ Entbehrungen in ihr Hobby fließen zu lassen, um am Ende dafür Geld zu kassieren, ist nicht Sache des DFB.
Der Autor möchte Unsummen Geld verteilen, welches gar nicht existiert, weil nicht eingesammelt im Frauen, sondern, als Teil der Unterhaltungsindustrie, vom Männer-Fußball. Nur größere Vereine leisten sich diesen Luxus. Mal abgesehen von fehlenden Mädchen die sich die Tortouren, die mit diesem Sport verbunden sind, gar nicht antun, kann man zwar, während eines Großereignisses, viel fordern, aber realistisch betrachtet, wird sich in unseren Breitengraden nicht viel ändern und das muss es auch nicht. Sollen die Mädels es probieren, aus Spaß am Spiel, aber nicht wegen der Aussicht auf Ruhm und Kohle…

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_rasenmäher 01.07.2019, 17:59
32. Frauenfussball...

Wenn die WM eins gezeigt hat, dann dass der Frauenfussball eine für den Zuschauer weitgehend unattraktive Sportart ist, die, anders als andere von Frauen betriebene Sportarten, massiv darunter leidet, dass die Männervariante wesentlich schneller, athletischer, spektakulärer und schlicht ästhetischer ist. Es tut mir leid für diese sicher sportlichen und ambitionierten Frauen, aber man hat während der WM wenig gesehen was technisch oder taktisch über Kreisliga A -Fußball bei den Männern hinausing. Da nützt auch kein medialer Hype, das war nix und wird nix.

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creusa 01.07.2019, 17:59
33.

Zitat von wjr69
"Der Verband muss laut eigener Satzung ganz allgemein Fußball fördern - gleiche Prämien für beide Nationalmannschaft(sic!) sollten deshalb obligatorisch sein." Zunächst einmal gibt es eine heftige Diskussion in der Finanzverwaltung, ob der NM-Mannschaftsbetrieb - zumindest bei den Männern - überhaupt noch zum gemeinnützigen Zweckbetrieb oder aber zum steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gehört. Zudem darf gemeinnützigkeitsrechtlich niemand unangemessen begünstigt werden, d.h. jede Zahlung nichtgemeinnützige Profisportler(innen) muss sich am Marktwert orientieren. Wenn jetzt die Frauen 375 TEUR bekämen wie die Männer (die die Prämie problemlos refinanzieren würden), obwohl die NM der Frauen ein Zuschussgeschäft ist, dann ist dass deutlich über Marktwert und gefährdet eher die Gemeinnützigkeit als dass diese eine solche Bezahlung erfordert.
Ich weiß gar nicht, wo man da anfangen soll -
Sie spekulieren darüber, dass die Gemeinnützigkeit bei der Männer-NM fragwürdig ist. Ok- aber- solange dem nicht offiziell so ist, muss sich der DFB eben an die eigenen Regeln der Gemeinnützigkeit halten. Zudem ist es bei den Frauen eben auf jeden Fall kein Geschäftsbetrieb. Auch könnte man die von Ihnen angeführten Einwände allesamt dadurch beheben, dass man vielleicht einfach mal auch bei den Männern nicht mehr so absolute Mondpreis-Prämien zahlt, zumal die eh schon Millionäre sind. Dann wäre das mit den gleichen Prämien auch nicht mehr so krass. Die Verhältnisse bei den Vereinen sind was komplett anderes, da müssen natürlich auch die Werbeeinnahmen, Refinanzierung etc bedacht werden. Dort werden diese Forderungen aber auch nicht gestellt. Beim DFB und den Verbänden (wie im Artikel auch genannt wird, worüber Sie einfach hinweggehen) muss der aber allgemein Sport gefördert werden, nicht die Vermarktung und Einnahmen.
Und es braucht mir keiner erzählen, dass es dem DFB oder gar der Männernationalmannschaft an irgendetwas fehlen würde, wenn man vernünftige Förderung für die Frauen auf die Beine stellen würde.
Ich habe bei und auch vielen andern Kommentatoren Ihnen leider den Eindruck, dass Sie es einfach generell nicht gut finden, wenn Frauen oder auch der Spiegel für die Frauen Gleichberechtigung fordern. Erst recht nicht im ach so männlichen Fußball. Man sollte sich eigentlcih dran gewöhnt haben, aber es ist immer wieder traurig wie missgünstig und herablassend viele Männer werden, wenn es um Frauenfußball geht.

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Kalle84 01.07.2019, 18:03
34.

Frauenfußball wird in der Wahrnehmung immer nur eine Außenseiterrolle spielen, das wird sich auch bei Erfolgen nicht wirklich ändern. Anders als bei Sportarten wie bspw. Ski alpin, ist der körperliche Unterschied einfach zu offensichtlich. So wirkt der Frauenfußball im Vergleich einfach extrem langsam und energielos. Das ist natürlich nicht fair, aber damit werden alle leben müssen.

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zaunreiter35 01.07.2019, 18:15
35. Wie Sie an den bisherigen Antworten sehen,

Herr Krämer, hat der gemeine deutsche Fußballfan kein Problem damit bei dem Thema "Gleichmacherei" - ich nenn das mal so, obwohl es eigentlich um "Gleichberechtigung" geht - auf stur zu schalten und auf die Marktwirtschaft hinzuweisen. Andererseits gelingt dem meist auf der Couch sitzenden oder in der Ultra-Kurve stehenden Fan dann auch noch vollends der Paradigmen-Spagat, wenn er andererseits auf RB Leipzig oder die TSG Hoffenheim wettert. Das sind dann andererseits dann auch Leute, die dann heimlich über "Friday for future" oder "Ende Gelände" lästern.
Zurück zu den Frauen. Und damit in die NWSL. Die NWSL ist auch nicht das gelbe vom Ei. Aber besser als ihre beiden Vorgängerinnen, die Pleite gingen, weil man die Stars aus aller Welt (Prinz, Jones, Meinert, Morace, etc.) in die USA holte und sie sehr gut bezahlte. Das ging dann zwei bis drei Jahre gut, bis der Ofen aus war. Die jetzige NWSL ist auf soliderem Material gebaut. Und die Verantwortlichen können froh sein, dass es im Nordwesten der USA (Portland und Seattle) viele Soccer-Enthusiasten gibt. Weil im Schnitt kommen 18.000 nach Portland und 5.000 nach Seattle - die jetzt leider ein paar Kilometer südlich nach Tacoma/Wsh. umgezogen sind. Das franchise Kansas City wurde nach Sandy/Utah verlegt und firmiert als "Utah Royals FC". Die Boston Breakers wurden dichtgemacht. Es sind nur noch 9 Teams. Das sind so die Schattenseiten. Aber es gibt auch gutes zu berichten, weil es den jährlichen Draft im Januar gibt, wo dann die Vereine Spielerinnen wählen können, die von der Uni oder vom College kommen. Und es gibt einen salary-cap, der die franchises zum wirtschaften anhalten soll. Marta wird in Orlando von einem brasilianischen Geldgeber finanziert, sonst könnten die Pride das nicht stemmen.
Ich bin ja bei Ihren ganzen Forderungen dabei, aber dazu müsste sich erst mal der Altherrenverein DFB verändern. Und zwar im Sinne seiner eigenen Gemeinnützigkeit. Nicht so wie er jetzt ist.
Achsooo...ja....Stichwort "Elterngeld" oder besser gesagt "Mutterschutz/Kinderbetreuung". Das sieht überm großen Teich natürlich auch ganz anders aus. Da spielen einige Mütter in der NWSL: A. Rod, Sarah Gorden, Sydney Leroux, Jessica McDonald, früher Shannon Boxx und Christie Pearce. Da gibt es dann auch Erzieherinnen, wenn die Mutter im Training oder beim Team/Natio ist. Kinderbetreuung also inclusive. Lira Alushi oder Celia Sasic mussten sich entscheiden: Kind oder Karriere - und haben aufgehört. Und sie sind nicht die einzigen. Da wäre beim DFB ein Paradigmenwechsel fällig, denn in den angelsächsischen Ländern geht das ja ohne weiteres.

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zweitakterle 01.07.2019, 18:22
36. Das stimmt eben so nicht!!

Zitat von StefanXX
Fakt ist doch, dass selbst der von ARD und ZDF inszenierte Medienhype nicht dazu geführt hat, dass sich jemand für Frauenfussball interessiert. Und das sollte man dann auch einfach mal akzeptieren. Dazu nur 3 Beispiele aus dem realen Leben: 1) Ich habe in meiner Stadt, ja nicht mal im Umkreis von 100 km auch nur ein einziges Auto gesehen, das mit Deutschlandfahnen geschmückt gewesen wäre, während beim Männerfussball zur WM ca. jedes 4 Auto so rumfährt. 2) Abends wenn man einen Trinken geht, dann hat niemand, wirklich niemand Frauenfussball geguckt, während beim Männerfussball die Buden beim Public Viewing voll waren.3) Man gehe bitte einfach mal zu einem ganz normalen Erstliga-Spiel im Frauenfussball, selbst ein durchschnittlicher Fünftligist im Männerfussball hat da noch mehr Zuschauer. Das alles sind doch unbestreitbare Beweise, dass es die Leute nicht interessiert, und das obwohl ARD und ZDF das Thema wegen political correctness pushen (müssen) ohne Ende.
selbst in meiner durch und durch bräsigen Männerkneipe , in der üblicherweise auf 3 Großbildschirmen ständig Fußball übertragen wird, hat sich im Laufe der Zeit das Interesse am Frauenfußball gesteigert.
Leute, die sich im Allgemeinen mit dummen Machosprüchen ihre Minderwertigkeitsprobleme wegbügeln sind stiller geworden...

Das größte Problem ist doch nur die Präsenz in den Medien. Möchte nicht wissen, welche Schaltstellen dort mit Vertretern der Männerherrlichkeit besetzt sind. Sport1 in etwa ist die Ausgeburt an Frauenfussballgegnern.....keine Spielberichte...Ankündigungen....usw.

Fühle mich wie in Indien, wo immer noch die Jungs bevorzugt werden....wenns zum Fussballstar nicht reicht....Soldat geht immer!

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leo_dreieck 01.07.2019, 18:23
37.

Zitat von missourians
...nicht nur der DFB sabotiert, auch das Fernsehen! Es wurde ständig über die U21 (EM) berichtet, und wenig bis gar nichts über die Damen WM!!! Egal welcher Sender. NTV Nachrichten Sport, Heute/Tagesschau.... Immer ausführlich die männliche U21, und wenig bis nichts über die Damen WM.
Dann sollten Sie mal in Ihrem TV nach Das Erste und nach ZDF suchen. Denn tatsächlich war es genau umgekehrt wie Sie schreiben. Abgesehen von gestern, da da nur ein U21-Finale war und Pause bei der Frauen-WM.

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alter Schwede 1965 01.07.2019, 18:27
38. @Ekkehard Grube #19

Nein, wirklich ballaballa ist der Hype einiger Ideologen, dass der Frauenfußball sich dem Niveau des Männerfußballs annähern oder gar angleichen würde. Mitnichten, es sind zwei verschiedene Sportarten. So wie auch der Fußball der Männer von 1954 oder 1974 mit heute verglichen wie Zeitlupe in Gummistiefeln aussieht. Ja, ich schaue Frauen WM, nein, ich schaue keine 2. Liga der Männer. Frauen WM, weil es derzeit keinen anderen Wettbewerb gibt, keine 2.Liga, weil die Männer oft grottenschlecht spielen.

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flow-tschi 01.07.2019, 18:29
39. Es geht doch

alles im Grunde in die richtige Richtung. Die mediale Aufmerksamkeit steigt doch schnell an! (Davon kann ich als Eishockey-Fan nur träumen!) Alles braucht seine Zeit... Ein Finale mit deutscher Beteiligung hätte sehr sicher eine ordentliche Quote eingefahren! Die sportliche Leistung ist halt seit Jahren nun schon ein Problem. Aber es geht ja um Frauen! Da muss Gleichberechtigung so schnell wie möglich her um jeden Preis. Egal, ob der Frauenfußball nun attraktiv ist oder nicht.

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