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Zukunft des Fußballs: Wie der DFB das Frauennationalteam sabotiert
REUTERS

Das Rampenlicht WM ist für die deutschen Fußballerinnen erloschen. Nun gilt es, den Sport nachhaltig zu fördern. Der DFB hat daran aber wenig Interesse - obwohl es viele leicht umzusetzende Ideen gibt.

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ToFa 01.07.2019, 18:31
40.

Was ich ja bei den vielen Kommentaren unter Artikeln zu Frauenfußball immer interessant finde ist deser Ruf nach mehr Qualität im Frauenfußball im Vergleich zum Männerfußball bevor Frauenfußball mal ernst genommen werden könnte. Es geht nicht um Angleichung zum Männerfuball. Das ist sportlich nicht möglich und erwarten die Spielerinnen ja selbst nicht. Es geht darum, den Frauenfußball auf seinem eigenen Niveau ernst zu nehmen.
Niemand würde von einer Top 10 Tennisspielerin erwarten, mit den Top 20 der Männer ernsthaft mithalten zu können. Aber Tennissport von Frauen wird absolut ernst genommen, ist als Profisport etabliert.
Und Niemand würde von einer 100m Sprinterin der Weltklasse erwarten, daß sie mal Zeiten wie Männer läuft. Trotzdem werden Weltklasse Sprinterinnen als Profis ernst genommen.
Was z.B. die USA, England oder Frankreich bei der WM spielen ist im Frauenfußball Weltklasse. Es ist nur angebracht, daher die gleiche Annerkennung und den Respekt für die Leistung zu erwarten wie beim Männerfußball.

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andraschek 01.07.2019, 18:41
41. Leider nicht toll,

Zitat von hei-nun
Das Problem ist leicht geschildert: Der Bundesliga-Zuschauer-Schnitt bei den Frauen liegt bei 833 ! Bei den Männer beträgt er 43.467. Das heißt, dass die Männer ein über 50 mal größeres Interesse wecken. Wer nur irgendein Spiel der Frauen-WM gesehen hat, weiß warum. Das heißt im Klartext: Die Frauen können sich im Fußball nicht mit den Männern messen oder Amateure (Regionalliga) gegen Profis (1. BL). Warum muss es da die gleichen Prämien geben ? Das liegt eben daran, dass Fußball nicht der ideale Frauen-Sport ist und deshalb viel weniger Frauen Fußball spielen. Es gibt andere Sportarten, da ist es ähnlich: Boxen, Gewichtheben, Tischtennis, Ski-Springen, Radfahren, usw. Auch dort gibt es grundsätzlich das gleiche Problem. Wenn eine Sportlerin viel Geld verdienen will, sollte sie das nicht mit Fußball versuchen. Und das ist alles andere als ein Skandal !
denn wer im Sport richtig Geld verdienen will muss schon ein Mann sein und wass soll das, "Frauen können sich nun mal im Fußball nicht mit den Männern messen"? Um technisch guten Fußball zu spielen muss ich nicht unbedingt mit hohem körperlichen Einsatz spielen.

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ayee 01.07.2019, 18:43
42. Beispiel USA

In den USA spielt Fußball bei den Frauen eine große Rolle und bei den Männern nicht. Ergo ist die Frage erlaubt, wieso Fußball in Deutschland unbedingt auch bei den Frauen zur Nummer Eins werden muss. Wem ist damit geholfen? Ist das irgendwie ein Naturgesetz? Zudem haben wir im Männerfußball schon eine absolute Inflation in den letzten 10-20 Jahren hinter uns, was Anzahl der Spiele und Wettbewerbe angeht und auch was Kosten angeht. Ich bezweifle, dass da überhaupt noch Platz ist für noch viel mehr Fußball, was Grundlage für höhere Gehälter und Professionalisierung bei den Damen wäre.

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sapalot 01.07.2019, 18:50
43.

Viertelfinale WM 19 Frauen TV-Quote: 7,9 Millionen zu 75.000 max Prämie
Viertelfinale WM 14 Männer TV-Quote: 26,2 Millionen zu 375.000 max Prämie (2018)

Wenn es also allein um das öffentliche Interesse geht, dann passt das Verhältnis der Prämien nicht!

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r.mehring 01.07.2019, 18:53
44. Entlarvend

Das Zitat des Autors brintgt es auf den Punkt: "In Sachen Nachhaltigkeit sind auch wir Medien gefragt, die grundsätzlich viel zu wenig über Frauen im Sport berichten. In erster Linie muss aber der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Verantwortung übernehmen, angefangen mit der Frage der Bezahlung." Und genau anders rum wird ein Schuh draus. Weil eben die Medien sich überhaupt nicht für Frauenfussball interessieren, nicht oder wenig darüber schreiben, es nicht hochjazzen und zu einer Supersache erklären, deshalb fehlt das Geld. Deshalb fehlt auch das Interesse mit dem Frauenfussball als Werbeträger zu arbeiten. Der DFB könnte Millionen in den Frauenfussball stecken, wenn ihr nicht darüber schreibt, redet, berichtet wird es kein Erfolgsmodell.

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Karla Winterstein 01.07.2019, 18:56
45. Fussball an und für sich ist kein kommerzieller Sport

Zitat von flaschleer
Fußball ist ein kommerzieller Sport. Die Höhe der Prämien muss sich daher an den Vermarktungserlösen des DFB orientieren.
Es sind bei Frauen und Männern nur ein kleiner Anteil der Spielerinnen und Spieler, die im bezahlten Fussball tätig sind. Die überwiegende Mehrzahl besteht aus Amateuren und Jugendmannschaften, plus der Seniorenjahrgänge.

Der DFB erklärt sich für alle diese Bereiche als gemeinnütziger Verband zuständig. Die Männer-Profiligen werden vollständig von der DFL organisiert, die ihrerseits Mitglied beim DFB ist.

Für die internationalen Wettbewerbe der Nationalmannschaften ist der DFB zuständig. Seitens der in der DFL organisierten Vereine gibt es eine Abstellpflicht für solche Wettbewerbe und einige andere Spiele. Dies führte vor garnicht einmal so vielen Jahren zu Streit, weil die Vereine das nicht so ohne weiteres wollten und Herr Hoeness damals auch sagte, dass man die Nationalmannschaften auch abschaffen könne.

Fussball ist ein Massensport. Es sind nur die Profiligen, die sich mehr an der Unterhaltungsindustrie orientieren, die einen anderen Eindruck hinterlassen. Vor einigen Jahren war ein der Mehrheit der Bundesliga-Fans mit Sicherheit unbekannter Verein der bezüglich der im Spielbetrieb befindlichen Mannschaften der grösste Verein der Welt: Hertha Zehlendorf (Berlin). Wie das aktuell aussieht, weiss ich nicht, aber das Gelände des Vereins ist schon beeindruckend (https://www.google.com/maps/place/Fußball-Club+Hertha+03+Zehlendorf+e.+V./@52.4454572,13.2418468,15.5z/data=!4m5!3m4!1s0x47a85a269f694a11:0xa069c0098aab9 950!8m2!3d52.4449509!4d13.2532021).

Aufgrund der Gemeinnützigkeit darf der DFB sich überhaupt nicht an den Erlösen von Mitgliederteilen (in dem Fall DFL) orientieren, sondern muss es unabhängig davon machen (https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__52.html).

Es wird wegen der Förderung der Amateure und Jugendlichen, unabhängig vom Geschlecht, wirklich Zeit für Änderungen bezüglich des Verhältnisses vom Profifussball zum DFB

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Karla Winterstein 01.07.2019, 19:05
46. Man kann sich wöchentlich mehrere Spiele ansehen

Zitat von AchimDirks
Was helfen könnte, wäre es alle Spiele der Bundesliga über eine eigene Plattform zu streaman für kein oder wenig Geld. Bei den Herren braucht man drei Abos um alles zu sehen. Wenn man die Spiele der Damen einfach sehen könnte, könnte das den einen oder anderen zum Einschalten verleiten.
Magenta-Sport bietet neben anderen Sportarten normalerweise zwei Bundesliga-Spiele der Frauen je Woche an, DFB-TV überträgt auch öfter Spiele, gelegentlich auch Sport1.

Einzig Magenta-Sport kostet etwas (weniger als 10 Euro je Monat), aber dazu gehören auch Männerbundesliga-Konferenzen, Basketball, Eishockey etc.

Ich nutze das seit längerer Zeit.

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vera gehlkiel 01.07.2019, 19:16
47. @StefanXX

Zitat von StefanXX
Fakt ist doch, dass selbst der von ARD und ZDF inszenierte Medienhype nicht dazu geführt hat, dass sich jemand für Frauenfussball interessiert. Und das sollte man dann auch einfach mal akzeptieren. Dazu nur 3 Beispiele aus dem realen Leben: 1) Ich habe in meiner Stadt, ja nicht mal im Umkreis von 100 km auch nur ein einziges Auto gesehen, das mit Deutschlandfahnen geschmückt gewesen wäre, während beim Männerfussball zur WM ca. jedes 4 Auto so rumfährt. 2) Abends wenn man einen Trinken geht, dann hat niemand, wirklich niemand Frauenfussball geguckt, während beim Männerfussball die Buden beim Public Viewing voll waren.3) Man gehe bitte einfach mal zu einem ganz normalen Erstliga-Spiel im Frauenfussball, selbst ein durchschnittlicher Fünftligist im Männerfussball hat da noch mehr Zuschauer. Das alles sind doch unbestreitbare Beweise, dass es die Leute nicht interessiert, und das obwohl ARD und ZDF das Thema wegen political correctness pushen (müssen) ohne Ende.
Totaler Unfug, die Frauen bei der WM spielen bei Clubs wie Barcelona, PSG, Bayern, Wolfsburg, oder auch in England. Niemand dort gibt eine müde Mark dafür aus, irgendwelche political correctness zu pushen. Umgekehrt wird ein Schuh draus: ARD und ZDF haben sich nicht mal getraut, Endlosschleifen von BBC Dokus oder serielle Programmfueller in ihren Spartenkanaelen mal ausfallen zu lassen, um dort z.B. das Parallelspiel zum Hauptprogramm oder die Abendspiele zu zeigen. Begleitberichterstattung durch die ewig gleichen Gesichter, keine Taktiktafeln oder visualisierte Expertinnenanalysen. Claudia Neumann wieder nur "zweite Wahl" gegen männliche Kommentatoren, obzwar klare zwei Klassen besser als die alle. Und der Verband, der seinem Präsidenten als Ehrenamtlichem jährlich eine satte halbe Million Aufwandsendschaedigung rausbuegeln kann, und "gut" ist für zig Millionen Schmiergelder zum Standorteverhoekern, dem letztes Jahr komplett erfolglosen Loew fünf Millionen jährlich zahlt, stellt sich mit dem Gefeilsche um Prämien ein Armutszeugnis sondergleichen aus.

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dome_berlin 01.07.2019, 19:17
48. An die eigene Nase fassen

Nach meiner Wahrnehmung wird auch auf SPON deutlich intensiver über Männer- als Frauenfußball berichtet. Den DFB kann man nicht ändern. Aber die Medien könnten die Aufmerksamkeit verschieben, Stück für Stück.

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christherz 01.07.2019, 19:19
49.

Ich weiß nicht, wie repräsentativ meine einstige Schule war, aber dort haben die Mädchen von der 7. bis 12. Klasse im Schulsport fast ausschließlich Choreographien getanzt, während die Jungs einen Teil der Sportstunden Leichtathletik hatten und die restliche Zeit für alle möglichen Sportspiele drauf ging. Wenn das die übliche schulische Interpretation von Mädchensport sein sollte, dann wundert es mich nicht, dass da keine Mädels herausgekommen sind, die nebenher große Erfolge in Sportvereinen & Co. hatten.

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