Forum: Sport
Zum Tod von Robert Enke

Er war ein großartiger Fußballer und ein sensibler Charakter. Robert Enkes Karriere verlief extrem wechselhaft. Nun hat er sich das Leben genommen. Wie behalten Sie Robert Enke in Erinnerung? Wie sehen Sie seinen tragischen Tod?

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boo79 11.11.2009, 11:23
1.

R.I.P. Robert Enke

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Gebetsmühle 11.11.2009, 11:23
2.

Zitat von sysop
Er war ein großartiger Fußballer und ein sensibler Charakter. Robert Enkes Karriere verlief extrem wechselhaft. Nun hat er sich das Leben genommen. Wie behalten Sie Robert Enke in Erinnerung? Wie sehen Sie seinen tragischen Tod?
man kann nur hoffen, dass er jetzt gefunden hat, was er suchte. in erinnerung werden vor allem seine glanztaten und erfolge bleiben.

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peterlustig2 11.11.2009, 11:26
3. ...

Menschlich bestimmt eine Tragödie!

Gesellschaftlich vielleicht ein "Glücksfall". Es besteht nämlich die Chance, daß Depressionen und Angstzustände endlich als Krankheiten anerkannt werden, die jeden treffen können und die behandelt werden müssen und die auch nicht tabuisiert werden dürfen!

Ganz besonders wichtig ist auch, daß die Krankenkassen endlich mehr Psychiater und Psychologen zulassen. Momentan sind Wartezeiten von drei Monaten und mehr die Regel, bzw. Kassenpatienten werden gleich ganz abgewiesen.

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krafts 11.11.2009, 11:42
4.

Zitat von sysop
Er war ein großartiger Fußballer und ein sensibler Charakter. Robert Enkes Karriere verlief extrem wechselhaft. Nun hat er sich das Leben genommen. Wie behalten Sie Robert Enke in Erinnerung?
Ich behalte ihn in Erinnerung als hervorragenden Torhüter, der auf jeden Fall ein Kandidat für die Auswahl 2010 gewesen wäre, vielleicht sogar die erste Wahl, wenn er nicht ein bisschen Pech mit Verletzungen und Erkrankungen gehabt hatte.
Ich kann mich auch an keine Eskapaden erinnern, war für einen Torhüter nach außen sehr ruhig und gelassen, was ihm von manchen auch den Vorwurf der Langeweile eingebracht hat. Wahrscheinlich ein sensibler Typ, der hauptsächlich durch Leistung auffallen wollte und aufgefallen ist.

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daggiwolti 11.11.2009, 11:44
5. Tod von Robert Enke

Wenn ein Mensch seinem Leben ein Ende setzt und sich seinen Mitmenschen entzieht dann fragen wir warum. Solange der Mensch da ist fragen wir meist nicht nach ihm.
Plakatives ist von sensiblen Menschen schwer auszuhalten und die zunehmende Oberflächlichkeit unserer Ellenbogenesellschaft lässt viele zerbrechen.
Fragen wir nicht nach dem warum sondern nach dem wozu und lernen für uns bei den Lebenden öfter mal nachzufragen.

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Dylan1941 11.11.2009, 11:49
6.

Zitat von peterlustig2
Menschlich bestimmt eine Tragödie! Gesellschaftlich vielleicht ein "Glücksfall". Es besteht nämlich die Chance, daß Depressionen und Angstzustände endlich....
Wenn ich mal von ausgehe ,daß es bei Enke kein finanzielles Problem bzgl. eines Psychiaters gegeben hätte ist der Ruf
nach mehr Geld vielleicht richtig aber doch etwas zu eindimensional.

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#Nachgedacht 11.11.2009, 12:09
7.

Zitat von sysop
Er war ein großartiger Fußballer und ein sensibler Charakter. Robert Enkes Karriere verlief extrem wechselhaft. Nun hat er sich das Leben genommen. Wie behalten Sie Robert Enke in Erinnerung? Wie sehen Sie seinen tragischen Tod?
Wieder einer, der wievielte in diesem Jahr? Wieder hat unsere Gesellschaft versagt. Ein Mensch mit Sorgen und Nöten, mit Problemen die zu mächtig wurden.
Wie oft ist die Frage nach dem Befinden nur eine Floskel. In der Öffentlichkeit gilt Keep Smiling.
Ämter, medizinische Einrichtungen und selbst Hilfsorganisationen neigen dazu, Hilfe in einer Art „Bevormundung“ zu sehen. Der Betroffene erhält Lösungsanweisungen statt das mit ihm gemeinsam nach Lösungswegen gesucht wird.
Oft, leider viel zu oft, hört man von diesen Stellen auch, das sie nicht helfen können oder sich nicht zuständig fühlen.
Jeder kann Hilfe geben! Man muss nicht speziell ausgebildet sein und von Amtswegen zuständig. Einfach zuhören, den Anderen reden lassen und nicht so tun als wären Sorgen eine ansteckende Krankheit vor der man sich in acht nehmen muss würde oft schon reichen.
Die Menschen ermutigen Trauer, Wut, Enttäuschung heraus zu lassen und nicht hinter einer Maske zu verstecken würde oft schon „Wunder“ bewirken.
Die Menschen in unserer Gesellschaft verstecken sich zu oft hinter Scheinwelten. Egoismus, Rücksichts- und Respektlosigkeit wurden in den letzen Jahren staatlich gefördert.
Wer „schwächelt“ gilt als Verlierer!
Wieder sah einer nur einen Ausweg! Dass er Prominent war, das er eine Vorbildwirkung hatte macht deutlich wie groß das Versagen unserer Gesellschaft bei sozialen und menschlichen Problemen ist, macht deutlich wie viel soziale Kälte unseren Alltag bestimmt.
Ob es uns endlich klüger macht, ob es uns anregt über den zwischenmenschlichen Umgang stärker nachzudenken ist die Hoffnung jeden der „geht“.
Wenn wir endlich alle begreifen wie viel menschliche Werte, wie viel Zukunft zerstört wird, wenn wir endlich begreifen das jeder und erst recht sinnlose Tod die Gesellschaft schwächt, dann besteht Hoffnung das die Zahl jener die keinen anderen Ausweg sehen kleiner wird und wir alle einen Gewinn davon haben wenn wir offen und verständnisvoll mit den Menschen an unserer Seite und neben uns umgehen.
#Nachgedacht

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maan 11.11.2009, 12:15
8. Leider hält die Nachdenklichkeit wohl nicht lange vor?

Zitat von Dylan1941
Wenn ich mal von ausgehe ,daß es bei Enke kein finanzielles Problem bzgl. eines Psychiaters gegeben hätte ist der Ruf nach mehr Geld vielleicht richtig aber doch etwas zu eindimensional.
Ein Prominenter, der offen darüber spricht, dass er die professionelle Hilfe eines Psychologen in Anspruch genommen hat, ermuntert vielleicht andere Männer, nicht länger allein dem Leidensdruck ausgesetzt sein zu wollen. Endlich mal - das ist auch höchste Zeit!
Denn problematisch ist ja immer noch die gesellschaftliche Meinung, wer sich professionelle psychotherapeutische Hilfe hole, sei ein "Weichei", unzuverlässig, kein Kämpfer. Dabei ist das Gegenteil richtig! Ein posttraumatisches Belastungssyndrom gibt es doch nicht nur bei Afghanistan-Rückkehrern, auch im zivilen Leben bei Tod, Scheidung, Verlusten ...

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Pandora's Box 11.11.2009, 12:19
9.

Zitat von Dylan1941
Wenn ich mal von ausgehe ,daß es bei Enke kein finanzielles Problem bzgl. eines Psychiaters gegeben hätte ist der Ruf nach mehr Geld vielleicht richtig aber doch etwas zu eindimensional.
Ich glaube kaum, dass der Forist derart eindimensional argumentiert - ich hatte ihn anders verstanden. In der Hauptsache geht es um die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen, denn diese stigmatisieren Betroffene nach wie vor, weil zu viele Menschen gänzlich falsche Vorstellungen haben oder davon gar nichts wissen wollen, worunter psychisch Kranke dann noch zusätzlich leiden. Und es geht um die Tatsache, dass es zu lange Wartezeiten, ergo offenbar zu wenige zugelassene Psychiater und Psychotherapeuten gibt.

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