Forum: Sport
Zum Tod von Robert Enke

Er war ein großartiger Fußballer und ein sensibler Charakter. Robert Enkes Karriere verlief extrem wechselhaft. Nun hat er sich das Leben genommen. Wie behalten Sie Robert Enke in Erinnerung? Wie sehen Sie seinen tragischen Tod?

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wotan 15.11.2009, 10:31
1020.

Zitat von Pandora's Box
Haben Sie da irgendwelche Belege oder Erfahrungen? Sicherlich nicht. Sie geben hier nur Ihr Weltbild wieder, wissen aber in der Tat nicht, wovon Sie schreiben, wenn es um das Thema Depressionen geht. Oder Suizid. Zu beiden Themata gibt es sehr gute Abhandlungen. Halten Sie es übrigens für angenehmer, wenn die Familie, Frau Enke und die kleine Adoptivtochter, Ehemann und Vater von der Zimmerdecke baumelnd vorgefunden hätten? Vergiftet mit verzerrten Gesichtszügen? Oder wäre das dann deren Risiko gewesen - schließlich haben sie ja nicht geholfen? Irgendwie scheint mir Ihre Argumentation nicht ganz schlüssig. Das liegt aber nicht ausschließlich an Ihnen, sondern daran, dass wir es mit einem sehr komplexen und schwierigen Thema zu tun haben. Im Grunde kann man das gar nicht bewerten - schon gar nicht, wenn man über die Krankheit nicht einmal theoretische Kenntnisse hat.
Finden Selbstmorde etwa ausschießlich im eigenen Haus oder in der Wohnung statt? Wissen Sie, wie man aussieht, wenn man von einem Zug überfahren wurde? Nein? Dann seien Sie froh!

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drum 15.11.2009, 10:37
1021.

Zitat von wotan
Rechtfertigen Depressionen die Zerstörung des Lebensglücks eines Anderen? Wie man hier lesen kann, scheint es so zu sein.
Nun hören Sie doch bitte auf, hier Vorträge über etwas zu halten, von dem Sie absolut keinen Schimmer haben!
Bei schweren Depressionen kann sich autoaggressives Verhalten des Erkrankten ausbilden, über das er keinerlei Kontrolle mehr hat, so dass von einer gegen Dritte gerichtete Vorsatztat überhaupt keine Rede sein kann.
Das mag für Sie schwer zu verstehen sein, es ist aber so!

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wotan 15.11.2009, 10:43
1022.

Zitat von Pandora's Box
Stimmt - natürlich haben sich die Erkrankten ganz eigenständig für ihre Krankheit entschieden! Hatte ich ganz vergessen. Gut, dass Sie hier noch einmal implizit darauf hinweisen, während Lokführer und Kraftfahrer die alleinigen Opfer seien. Ja, betroffene Lokführer und Kraftfahrer sind Opfer. Das sind Depressive aber auch, denn ich erinnere ncoh einmal daran: Die haben sich ihr Schicksal nicht ausgesucht! Um das nachvollziehen zu können, muss man sich allerdings mit der Krankheit auseinandersetzen, die einen hohen Prozentsatz der Bevölkerung betrifft.
Haben sich Lokführerv und LKW-Fahrer ausgesucht, dass sie als Selbstmordgehilfen missbraucht werden?
Um es nochmal klar zu sagen: Von mir aus kann jeder Selbstmord begehen. Nur darf er da keinen Anderen mit hineinziehen.
Hierzu noch ein Beispiel: Vor etwa sieben Monaten brachte sich ein Siebzehnjähriger!!! vor lauter Liebeskummer um. Das war sehr tragisch. Aber noch schlimmer war, dass er in einem Abschiedsbrief ein sechzehnjähriges Mädchen für seinen Selbstmord verantwortlich gemacht hat, weil sie mit ihm "schluss gemacht" und einen anderen Freund hatte. - Das Mädchen ist vor lauter Selbbstvorwürfen heute ein psychisches Wrack.

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Pandora's Box 15.11.2009, 10:43
1023.

Zitat von Postbox
Die Karawana ist längst weiter - und wartet schon auf den nächsten Tsunami. Und dann zur Abwechslung mal live im Zweiten.
Was auch immer Sie mit diesem Post sagen wollen: Die Karawane ist für andere Betroffene leider nicht weiter. Ich sprach hier nicht über den Medienrummel. Haben Sie das nicht verstanden? Dann hat es wenig Sinn, weiter argumentieren zu wollen. Einen schönen Tag noch.

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tofinz 15.11.2009, 10:44
1024. ...

die erstaunlich hohe zahl der trauernden hat wohl auch den grund, dass viele das gefühl haben, "das system" bzw. "die gesellschaft", in dem nur leistung und sonst gar nichts zählt, wäre für den tod enkes verantwortlich.

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Pandora's Box 15.11.2009, 10:45
1025.

Zitat von Postbox
Einigen hier im Forum, die das so locker als "bezahltes Berufsrisiko" abtun, wünsche ich, dass sie mal in die Situation kommen, das in der Opferrolle zu erleben, um es besser verstehen zu können...
Vice versa würde es hier so manch Weltbild ganz gut tun, mal selber in der Opferposition eines Depressiven zu erleben, wie das wirklich ist. Ich wette, hier würde jeder der z.T. sehr kaltschnäuzig und bar jeder Kenntnis postenden Foristen erheblich besser verstehen...

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Pandora's Box 15.11.2009, 10:58
1026.

Zitat von wotan
Haben sich Lokführerv und LKW-Fahrer ausgesucht, dass sie als Selbstmordgehilfen missbraucht werden? Um es nochmal klar zu sagen: Von mir aus kann jeder Selbstmord begehen. Nur darf er da keinen Anderen mit hineinziehen. Hierzu noch ein Beispiel: Vor etwa sieben Monaten brachte sich ein Siebzehnjähriger!!! vor lauter Liebeskummer um. Das war sehr tragisch. Aber noch schlimmer war, dass er in einem Abschiedsbrief ein sechzehnjähriges Mädchen für seinen Selbstmord verantwortlich gemacht hat, weil sie mit ihm "schluss gemacht" und einen anderen Freund hatte. - Das Mädchen ist vor lauter Selbbstvorwürfen heute ein psychisches Wrack.
Leider ist mein dahingehender Post noch nicht erschienen, aber glauben Sie ernsthaft daran, dass ein Suizident immer ganz isoliert agiert bzw. dass seine Tat eine isolierte sei? Meinen Sie nicht, dass es immer jemanden geben wird, der diese Menschen nach ihrer Tat entdeckt? Ein isolierter Suizid ist nicht möglich! Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein! Logisch, dass das Opfer, das Sie so gern zum bösen Täter stilisieren wollen, von einem anderen Menschen entdeckt wird - es löst sich ja nicht in Luft auf! Angekommen? Nach Ihrer Einstellung dürfte sich niemand mehr das Leben nehmen - ein anderer wird die Leiche entdecken. Wollen Sie kranken Menschen auch noch vorschreiben, dass sie ihre Krankheit bis zum natürlichen Tod zu ertragen haben? Auf was läuft Ihre Argumentation hinaus?

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lynx2 15.11.2009, 10:59
1027. Genau!

Zitat von desktopper
... den tausenden Depressionserkrankten, die nicht im Fußballprofisport tätig sind und nach wochenlangen (unverschuldeten!!) Kranheitsausfällen ihren Arbeitsplatz, oft auch ihre Familie verlieren??? Wer kümmert sich um die, die oft wochen- oder monatelang auf einen Termin beim Facharzt warten müssen?? Ich wette, heute im Stadion in Hannover sind zahlreiche Arbeitgeber und Personalchefs, die am Montag einem depressionskranken Mitarbeiter eröffnen, dass er seine Sachen packen kann, weil er "nicht belastbar" sei, ohne ihm je ein entsprechendes Hilfsangebot gemacht zu haben! Heuchelei und Scheinheiligkeit hoch 3, das ganze!!
............

Auch wenn es persönlich leidvoll ist für seine Familie, kratzt es mich nicht, wenn millionenschwere Profis Depressionen haben. Sie können sich für das viele Geld die besten Psychiater leisten, mit 35 in Rente gehen und ein Sportgeschäft oder eine Pinte aufmachen, wo sie weniger Stress haben. Das sind freischaffende Künstler, denen es frei steht, Leistungssportarten auszuüben. Sie müssen ja nicht. Ich sehe es auch als keine gesellschaftlich wertvolle Leistung an, viele Tore zu schießen oder x- Meter weit zu springen oder F1 zu fahren. Wer dabei zu Schaden kommt, trägt selbst das Risiko. Wie heißt es immer so schön: Mehr Eigenverantwortung!

Im Übrigen finanzieren wir den ganzen Firlefanz über Sponsoring und Werbung mit. Diese Milliarden aus den Etats der Firmen sind Kosten, die wie über die Produktpreise voll mittragen.

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wotan 15.11.2009, 11:13
1028.

Zitat von Pandora's Box
Leider ist mein dahingehender Post noch nicht erschienen, aber glauben Sie ernsthaft daran, dass ein Suizident immer ganz isoliert agiert bzw. dass seine Tat eine isolierte sei? Meinen Sie nicht, dass es immer jemanden geben wird, der diese Menschen nach ihrer Tat entdeckt? Ein isolierter Suizid ist nicht möglich! Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein! Logisch, dass das Opfer, das Sie so gern zum bösen Täter stilisieren wollen, von einem anderen Menschen entdeckt wird - es löst sich ja nicht in Luft auf! Angekommen? Nach Ihrer Einstellung dürfte sich niemand mehr das Leben nehmen - ein anderer wird die Leiche entdecken. Wollen Sie kranken Menschen auch noch vorschreiben, dass sie ihre Krankheit bis zum natürlichen Tod zu ertragen haben? Auf was läuft Ihre Argumentation hinaus?
Sie schrieben:
"Halten Sie es übrigens für angenehmer, wenn die Familie, Frau Enke und die kleine Adoptivtochter, Ehemann und Vater von der Zimmerdecke baumelnd vorgefunden hätten? Vergiftet mit verzerrten Gesichtszügen?"

Natürlich werden Selbstmörder, egal wo sie sich umbringen, irgend wann gefunden. Aber nicht zwangsläufig von Familienmitgliedern.

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Oma Peters 15.11.2009, 11:20
1029. Unglaublich

Jetzt sendet die ARD dieses Trauerevent life. Was sage ich jetzt meinen Enkeln, warum es heute keine Sendung mit der Maus gibt? SPON macht einen Life-ticker - wen wundert das noch? Der Spiegel macht es zur Titelgeschichte. Wieder mal ein Grund auf den Kauf zu verzichten.

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