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Zwischenfall bei der Schwimm-EM: Polin Charlos muss aus dem Wasser gerettet werden
AP/dpa

Schreckmoment zum Start der Schwimm-EM in Berlin: Die Polin Natalie Charlos musste entkräftet aus dem Wasser gezogen werden. Mittlerweile ist ihr Zustand stabil. Kritik gab es am Einsatz der Retter.

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sattelfett 13.08.2014, 14:19
1. wer brüllt kann auch retten

wer brüllt, kann auch springen
bevor ich brülle, springe ich 'rein und versuche zu retten. passiv am Rande stehen und zuschauen (brüllen) ; wem hilft es?

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Martl 13.08.2014, 14:26
2. wer weiß

... was zu dem Schwächeanfall geführt hat. Da wär ich mal nicht so voreilig.
Aber wenn die Rettungskräfte wirklich nicht zeitnah auf die Situation reagiert haben, dann gehört denen aber kräftig der Marsch geblasen. War selber jahrelang Rettungsschwimmer bei der Wasserwacht und hatte oft genug Dienst am Wochenende. Da muß man halt einfach dauernd aufpassen....

Martl

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day78 13.08.2014, 14:44
3. @sattelfett

Vielleicht sollte man sich mit solchen Kommentaren zurückhalten. Wer weiß genau wie die Entfernungen gewesen sind? Es könnte auch sein, dass das Boot mit Rettungsschwimmer deutlich näher war als die Betreuer. Mit Rufen kann man jedoch jemanden auf etwas aufmerksam machen, selbst wenn man nicht alle Worte versteht.

Ob Sie jemanden retten können weil Sie den Rettungsschwimmer haben kann ich nicht beurteilen. Ich habe ihn nicht, weiß jedoch sehr genau, dass ich nicht zu einem ertrinkenden ins Wasser springen würde, da Eigenschutz vorgeht. Das hat nichts mit Egoismus zu tun. In dem Fall waren die Rettungsschwimmer nunmal direkt neben den Schwimmern.

Aber Hauptsache so selbstherrlich irgendeinen Sachverhalt kommentieren den man nicht genau kennt und seinen Kommentar dazu geben. So machen es ja die meisten.

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zimbosmurf 13.08.2014, 14:55
4.

Der Herr Bundestrainer könnte ja ruhig mal in Betracht ziehen, selbst ins Wasser zu springen, anstatt auf die Retter zu schimpfen. SAN-Dienste bei Sportveranstaltungen sind nicht so einfach, wie man das glaubt. Oft genug würde ein unnötiges Eingreifen der Sanitäter zur Disqualifikation eines Sportlers führen, wofür man sich dann wieder von diesem anschreien lassen darf.
Ich war nicht dabei und kann nicht sagen, wie lange die Sanitäter wirklich gebraucht haben, aber Zeit, die Sonnenbrille abzunehmen (und bei einer Wasserrettung auch sein T-Shirt auszuziehen) sollte eigentlich immer sein.

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rkinfo 13.08.2014, 15:44
5. Realitäten

Zitat von zimbosmurf
Oft genug würde ein unnötiges Eingreifen der Sanitäter zur Disqualifikation eines Sportlers führen, wofür man sich dann wieder von diesem anschreien lassen darf. Ich war nicht dabei und kann nicht sagen, wie lange die Sanitäter wirklich gebraucht haben, aber Zeit, die Sonnenbrille abzunehmen (und bei einer Wasserrettung auch sein T-Shirt auszuziehen) sollte eigentlich immer sein.
Es ist eine Extremsituation in die sich Sportler und Trainer da selbst bringen.
Tippe mal da sehen die meisten Schwimmer beim Ziel recht k.o. aus.
Wobei es Aufgabe des Trainers ist rechtzeitig den nahen Kollaps zu erkennen.

Der DLRG - Sanitäter kann nicht ahnen wo Schwimmen bis zur Leistungsgrenze gerade noch vorliegt oder bereits gefährlicher Zusammenbruch. Die angebliche 'Verzögerung' von Sonnenbrille und T-Shirt brachte gleichzeitig dem Sanitäter die Gewissheit dass er als Retter nun gebraucht wurde. Das ist ein Prozess der in ungewohnten Situationen eben dauert und nicht per 'Rettungsreflex' sonstiger Notlagen einzufordern ist.

Fazit: Der Trainer hat seine Sportlerin leichtfertig oder mangels Kompetenz in Gefahr gebracht und sucht nun einen 'Schuldigen' für eigenes Versagen.

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SabineHäberle 13.08.2014, 15:54
6.

Zitat von zimbosmurf
Der Herr Bundestrainer könnte ja ruhig mal in Betracht ziehen, selbst ins Wasser zu springen, anstatt auf die Retter zu schimpfen. SAN-Dienste bei Sportveranstaltungen sind nicht so einfach, wie man das glaubt. Oft genug würde ein unnötiges Eingreifen der Sanitäter zur Disqualifikation eines Sportlers führen, wofür man sich dann wieder von diesem anschreien lassen darf. Ich war nicht dabei und kann nicht sagen, wie lange die Sanitäter wirklich gebraucht haben, aber Zeit, die Sonnenbrille abzunehmen (und bei einer Wasserrettung auch sein T-Shirt auszuziehen) sollte eigentlich immer sein.
Könnten Sie evt. in Betracht ziehen, dass bei 10km im Freiwasser das Ufer ein klein wenig weiter entfernt vom Schwimmer ist als bei einem Schwimmbecken? Genau deswegen gibt es beim Freiwasser-Schwimmen Begleitboote, oder haben Sie solche schon mal bei einem Wettkampf in einem Schwimmbecken gesehen?

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Malshandir 13.08.2014, 15:54
7. Ehrenamt

Die meisten Rettungsschwimmer agieren ehrenamtlich. Jetzt daran Forderungen stellen, wird dazu fuehren, dass zukuenftig keener mehr ein Ehrenamt ausuebt.
Daneben muss man auch sagen, ist es richtig sich so zu verausgaben und 10km zu schwimmen und dann muessen andere helfen?

Daneben koennten auch die Schreihaelse selber ins Wasser springen und helfen. Warum hat keener der anderen Wettkampfteilnehmer, die dichter sind geholfen? Weil jeder nur an sich denkt.

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UB17 13.08.2014, 16:19
8. Welche Aufregung

Zitat von sysop
Schreckmoment zum Start der Schwimm-EM in Berlin: Die Polin Natalie Charlos musste entkräftet aus dem Wasser gezogen werden. Mittlerweile ist ihr Zustand stabil. Kritik gab es am Einsatz der Retter.
Eine Schwimmerin, die sichselbst und eigeninitiativ sowie völlig bewusst in ein Wahnsinnsabenteuer begeben hat, wurde gerettet. Und sie hat glück gehabt, offensichtlich hat sie alles gut überstanden.

Ich wäre sehr vorsichtig mit Mutmaßungen aus der Entfernung, wer besser, schneller oder eher mit Sonnenbrille und T-Shirt hätte eingreifen können. Jedenfalls finde ich es nicht toll, wenn versucht wird, den ehrenamtlichen Helfern der DLRG bei solchen Zwischenfällen den schwarzen Peter zuzuschieben. Unvernünftig ist schon, die Schwimmerinnen da rein zu schicken. Jeder Trainer am Uferrand (und Schwimmer im Wasser) sollte froh sein, dass es die Jungs und Mädels in den Booten gibt. Wenn er erst Brille und T-Shirt ablegt, wird er schon wissen, warum.

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zimbosmurf 13.08.2014, 16:26
9.

@SabineHäberle
Ich kann mir sehr viel vorstellen, ich bin selbst Ehrenamtlicher Rettungssanitäter, habe Geld, Urlaub und Freizeit geopfert, um eine Ausbildung zu machen, die es mir erlaubt, ohne Geld dafür zu bekommen mich von Leuten, die es besser wissen, anschreien zu lassen, weil ich meinen Job schlecht mache.
Wir waren beide nicht da, wir wissen beide nicht, wo die Schwimmerin war, wo das Begleitboot war, wie lange es wirklich gedauert hat, bis der Retter ins Wasser gesprungen ist, warum es so "lange" gedauert hat etc. Trotzdem wettern hier Trainer und erste Foristen gegen den, der in seiner Freizeit da in einem Boot hockt und aufpasst, daß niemandem etwas passiert.

Wie gesagt, bei vielen Sportveranstaltungen kriegen wir explizit gesagt, daß wir erst eingreifen sollen, wenn der Sportler oder ein Trainer uns ruft, egal wie schlimm es aussieht, da dem Sportler sonst Disqualifkation droht. Mir ist bei einem Iron-Man-Wettbewerb ein Läufer 10 Kilometer vor dem Ziel quasi in die Arme zusammengebrochen, vollkommen unterkühlt, dehydriert und geistig abwesend. Ich habe ihn auf den Armen zu unserer Trage und dann in unser Zelt geschleppt, wo ein Notarzt eine Infusion fertiggemacht hat, was laut Regularien zur sofortigen Disqualifikation geführt hätte. Als er lag kam er langsam wieder zu sich und ist beinahe auf mich losgegangen, als er die Infusion gesehen hat. Er hat sich dann wieder auf die Strecke gequält und wurde 2km weiter eingesammelt.

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