Forum: Stil
Ausstellung "Women on View": Frauen als Einzelteile
Jean-Daniel Lorieux/ Galerie 36

Versprochen, nach dieser Ausstellung wundert sich niemand mehr über das Frauenbild unserer Gesellschaft. Fünf Räume voller Werbefotografie, berühmte Fotografen - und Frauenverachtung. Unfreiwillig.

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ra-live 07.02.2019, 16:49
10. Was ixh seltsam finde:

Die meisten Sachen, die so beworben werden, werden doch von Frauen gekauft. Parfm, Lippenstifte, Jeans, aber auch Autos. Mein Gefühl sagt mir: Auch die Autorin denkt mehr an Männer als über sich selbst nach.

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Axel Schön 07.02.2019, 16:55
11. Bilder???

Seltsam, dass hier "über" eine Bildwelt geschrieben wird, die dann einfach nicht gezeigt wird. Nicht einmal zur Anschauung. Als sei das, was man nicht zeigt, derart toxisch, dass es sich moralisch verbietet, es auch nur einmal mehr als ohnehin schon zu oft zu zeigen ... Bei aller moralinsauren Korrektheit - auch wenn ich als Fotograf die genannten Kollegen sehr wohl vom Namen her kenne, ist es schlicht eine Bevormundung des Lesers, der in vielen Fällen eben nicht die Fotografen kennt und schon gar nicht die hier explizit kritisierten Bildbeispiele - man bekommt nur die Metaebene serviert, aber nicht das Anschauungsmaterial, sodaß man nur die Meinung aus zweiter Hand konsumieren darf, nicht aber sich selbst eine Meinung bilden. Wollt Ihr uns verarschen? Jetzt mal im Ernst: sowas, diese Art von Journalismus macht mich stinksauer!

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anne12.faltin 07.02.2019, 17:00
12. Sex in der Werbung - Gähn...

Ist der Autorin wohl neu, gibt es aber schon seitdem es Werbung gibt. Übrigens werden dafür beide Geschlechter instrumentalisiert. Kann man sich darüber aufregen, muss man aber nicht.

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theanalyzer 07.02.2019, 17:18
13.

Mir gefallen solche Fotos, die Werbung spricht mich an. Aber ich hänge ja auch Pin-Ups in meine Werkstatt. Und meine Frau trägt gerne sexy Outfit. Ihr gefallen einfach keine blickdichten, gestreiften Wollstrumpfhosen, oder ein Pumuckel-Outfit. Ein Jeder, wie er mag.

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Schattenriss 07.02.2019, 17:19
14.

Männer als Einzelteile: auf einem berühmten Foto von Anton Corbijn sehen wir die Hand von John Lee Hooker. Nur die Hand. Und tatsächlich bin ich bei Betrachtung dieses Fotos immer, immer, immer geneigt zu glauben, daß John Lee Hooker nur aus seiner Hand besteht. Dochdoch.

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ayee 07.02.2019, 17:32
15. Ausschnitt als Weltbild

Schon komisch. Da geht man in eine recht spezifische Ausstellung und sieht sich danach in seinem ebenso spezifischen Weltbild bestätigt. Bildhafter als der Artikel kann man die Filterblase wohl nicht darstellen. Es gibt unzählige Darstellungen von weiblichen Models ohne irgendwelche Reduktion. Und man wird die gleiche Ausstellung wie im Artikel beschrieben auch mit männlichen Models machen können. Gleichzeitig gab es doch gerade eine Studie, nach der sich Mädchen und Frauen in einem freien Medium wie YouTube überwiegend selbst in einem sehr klassischen Rollenbild präsentieren. Klar, alles eingeimpft von Männern, muss ja so sein. Auf die Idee, dass Frauen sich dafür entscheiden bzw. selbst nichts gegen die Klischees tun, kommt man nicht. Wie oft muss man noch wiederholen, dass Frauen sich selbst emanzipieren müssen und zwar jede einzelne? Darauf warten, dass andere Frauen das für einen machen oder gar die Männer einem den roten Teppich dorthin ausrollen, das ist unemanzipiert.

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dorothea23 07.02.2019, 17:41
16. Wie wäre es denn

wenn die Bilder hier mal gezeigt würden? Aber dann könnte sich der Leser ja selber ein Bild machen und dabei die politisch-korrekte Sichtweise der Autorin verlassen

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vera gehlkiel 07.02.2019, 17:48
17. @Axel Schön

Zitat von Axel Schön
Seltsam, dass hier "über" eine Bildwelt geschrieben wird, die dann einfach nicht gezeigt wird. Nicht einmal zur Anschauung. Als sei das, was man nicht zeigt, derart toxisch, dass es sich moralisch verbietet, es auch nur einmal mehr als ohnehin schon zu oft zu zeigen ... Bei aller moralinsauren Korrektheit - auch wenn ich als Fotograf die genannten Kollegen sehr wohl vom Namen her kenne, ist es schlicht eine Bevormundung des Lesers, der in vielen Fällen eben nicht die Fotografen kennt und schon gar nicht die hier explizit kritisierten Bildbeispiele - man bekommt nur die Metaebene serviert, aber nicht das Anschauungsmaterial, sodaß man nur die Meinung aus zweiter Hand konsumieren darf, nicht aber sich selbst eine Meinung bilden. Wollt Ihr uns verarschen? Jetzt mal im Ernst: sowas, diese Art von Journalismus macht mich stinksauer!
Da dürfte es sich um ein Copyright-Problem handeln. Offenbar wurde der Link zur Galerie auch entfernt, mutmasslich hatten die sich einen freundlich-zugewandteren Artikel vorgestellt. Ich gebe ihnen aber begrenzt recht: ohne mehr als ein Fallbeispiel wird ein Mitschwingen in der Intention des Artikels sehr schwierig, auch wenn man Arbeiten der genannten Fotografen, jedenfalls sicher von z.B. Lindbergh oder H. Newton, im Hinterkopf hat. Dass dieser Stoff in der Massierung als fast traumatisierende Lawine von Körperschematisierungen, und so ziemlich seelenlos, erlebt wird, lässt sich aber denken. Ich empfinde an dem Beitrag problematisch, dass nicht differenziert wird zwischen einzelnem Fotografen und der vielleicht fragwürdigen Gesamthaltung dieser Ausstellung. Wer mal in einer Ausstellung des Alterswerks von Picasso war, etwa, wird eventuell auch dort, sogar als Mann, ziemlich abgenervt gewesen sein können, ob der permanenten Wiederholung koitaler Szenen, weiblicher primärer und sekundärer Merkmale des Geschlechts. Wobei mir schon spezieller klar wird, was Frau Haeming eventuell meint, wenn ich mir auf diesem Bild von Lorieux die beiden Brustspitzen der knieenden Frau, so durcharrangiert, dass man sie sich, hach wie gelungen, auch als Ohren oder aber den Bestandteil einer Art von Flossenkonstruktion zusammen mit dem glattgegelten Haarschwanz, vorstellen kann.

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dorothea23 07.02.2019, 17:49
18. Wie wäre es denn

wenn die Bilder hier mal gezeigt würden? Aber dann könnte sich der Leser ja selber ein Bild machen und dabei die politisch-korrekte Sichtweise der Autorin verlassen. Von einer Ausstellung in Berlin auf den Zustand der Gesllschaft zu schließen ist ein sehr gewagte Unterfangen, da wäre vielleicht eine stringentere Argumentation nötig. So ist es nur der immergleiche tägliche Steinzeit-Feminismus der SPON-Redaktion, der hier einen neuen Aufhänger gefunden hat.

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Schattenriss 07.02.2019, 17:54
19.

Zitat von ayee
Es gibt unzählige Darstellungen von weiblichen Models ohne irgendwelche Reduktion.
Entweder dieser Hinweis, oder man sagt gleich: es geht *nie* ohne Reduktion, nirgends. Es wird mittlerweile gesetzhaft unterstellt, daß ausschließlich Männer permanent und vorsätzlich einen Ausschnitt für das Ganze halten. Jeder, der auch nur ein wenig Philosophie studiert hat, und wer hätte das nicht, weiß freilich, daß der Ausschnitt nie das Ganze ist, daß wir aber *immer* nur einen Ausschnitt sehen. Von jeder verdammten Sache in jedem verdammten Augenblick. Kant hat bewiesen, daß wir sogar von der Welt nur einen Ausschnitt sehen. Es ist uns unmöglich, irgendein Ding als Ding an sich zu sehen. Darum muß man sich ein "get over it" schon hart verkneifen. Oder die Empfehlung, mal Sartres Passage über den Blick in "Das Sein und das Nichts" wieder zu lesen - auch der Kellner ist nie nur Kellner, auch wenn wir "Hallo Kellner" rufen und nicht "Hallo ganze Person!"

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