Forum: Stil
BBQ-Bananen und Grillbücher: Smoken und schmökern
Peter Wagner/ Foodbild

"Grillbibel"-Erfinder Jamie Purviance und BBQ-Papst Steven Raichlen haben neue Bücher am Start. Beim Schmökern smoken wir nebenbei Kochbananen als neuentdeckte Beilagenvariante.

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dasfred 27.07.2019, 14:28
1. Kann man machen

Allerdings sind Kochbananen nicht mein Fall. Auch in Knoblauchbutte gegart kann ich mit vieles vorstellen, was ich lieber esse. Die Salsa allerdings kann ich durchaus auch anderswo verwenden.

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hoi2 27.07.2019, 15:01
2. Grillen ist das eine, Smoken das andere...

Bin zugegeben kein Grillexperte, möchte aber anbringen, dass einem das Resultat auch schmecken muss und ich denke schon, dass es auch viele Leute gibt, denen rauchiges Fleisch, Fisch etc. (wie mir) geschmacklich wenig zusagt. Sprich Smoken ist gut und recht, ist aber nichts für jedermann...

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ambulans 27.07.2019, 15:51
3. man

kann sich das (grill-)leben auch einfacher machen - beide grill-bibeln erfüllen ihren zweck, und die letztendliche wahl - welche/r? - ist wohl geschmackssache. purviance und sein "weg" sind für weber-grille konzipiert, und die sind hochwertig und teuer. wer damit glücklich werden will, bitte schön; geht aber auch anders (versuch macht klug), und macht auch spaß. also, männer, an die geräte - and good luck ...

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thomas387 27.07.2019, 18:08
4. Wie frisch aus der Werbeagentur ..

kommt die Getränkeempfehlung: Was heißt hier ‚perfekt‘ und wie lässt sich das schmecken? Wieviel weniger ‚perfekt‘ gestaltet sich ein simples Helles? Imperfekt? Und was ist ein ‚Trumm‘? Kann man sich dabei (TT) erschlagen? Und hat man bei ‚mundfüllend‘ - was soll das bedeuten - nicht den Mund dann doch etwas zu voll genommen? Kann man dann noch kauen? Oder kommt’s einem schon zur Nase raus? Und welche Konsequenz zieht ein mittelgroßer Spanier nach sich gegenüber einem großen, einem ganz großen, einem übergroßen und einem kleinen? Soll man kleine Spanier wegkippen und erst gar nicht trinken? Woran erkennt man den Unterschied? Und bei welcher Temperatur, wenn man schon Perfektion anstrebt und in welchem Glas mit welcher Sauerstoffanreicherung? Soll man links oder rechts rum dekantieren? Und was unterscheidet die Edel-Kuh von ihren Geschwistern? Hat sie Kant gelesen? Und die stolze Figur - ich denk’ da den Matador beim Degenstoß - : was macht die bei Tisch? Mandelt sie sich auf und wie übersetzt sie sich in Geschmack? Vergeht einem da bei so viel Stolz - und auf was - doch nicht etwa Egozentrik - nicht der Appetit? Geht es hier noch um Ernährung? Offenbar nicht.
Gibt es beim Spiegel keinen Redakteur, der dem Koch sagt: Du, fahr mal ein bißchen runter.
Haben wir es hier noch mit Sprache zu tun, die etwas bezeichnet, oder geht es nur um Gusto, das über Verlangen (und nachfolgende Enttäuschung) an den Mann gebracht werden soll, also gänzlich anderen Absichten folgt?

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ambulans 27.07.2019, 19:01
5. @thomas387,

jetzt sind sie aber schon ein bisschen streng zum autor, dem herrn wagner - hier bekannt für manchmal stundenlange versuche, eine bratwurst de luxe zuzubereiten (aber - das gesamte ambiente!), manchmal auch für ziemlich exotische zutaten (er hälts für essentiell, ein hobby-koch muss es aber erst einmal finden, und nicht jeder wohnt/lebt direkt neben einer großmarkthalle). egal, er ist irgendwie sowas wie ein bocuse in seinem territorium, und seine sprache - nun, so schlimm ist die dann nun auch nicht. wenns um "craft beer" geht - sie kennen sowas? - muss man wissen, dass die bierbrauer (für deutschland eigentlich untypisch) mit aroma-hopfen arbeiten - und das kann schon mal ziemlich deutlich ausfallen. oft schmeckts nach grapefruit, eigentlich als appetitmacher nicht schlecht; allzuviel kann davon, glaube ich, allerdings keiner vertragen (da ist jedes ordentliche pils besser geeignet). ein "großer" spanier, italiener, franzose, etc. meint einfach nur, dass es sich hierbei um einen "wein" handelt, der von maßgeblichen kommentatoren/gutachtern (alphabetisch: etwa eichelmann, falstaff, gambero rosso, hachette, johnson, michelin, parker, usw.) für "gut" ("klein" wäre dann "nicht so gut") befunden wird. ist pure subjektivität - wenns aber verbal und argumentativ erklärt wird, kann man sowas durchaus nachvollziehen. beim essen, der zubereitung und vor allem der zutaten fürs rezept ist - warenkunde unverzichtbar. aus einer schuhsohle geht halt kein premium-steak, egal welche gewürze sich hier austoben wollen. manchmal sinds auch regionale sprachliche unterschiede - was ein "trumm" ist, versteht jeder süddeutsche, nämlich eine "große portion", ein brocken, mehr als genug (etwa ein trumm von einem mannsbild; sie kennen sowas vielleicht als kaventsmann). diese verwendete sprache ist sicher ein bisschen exaltiert - das aber nicht mit böser absicht - und soll dem angestrebten ergebnis (ein gelungenes mahl) schon mal etwas vorgreifen. deshalb, nix für ungut ... mfg, dr. ambulans (alle kassen)

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thomas387 27.07.2019, 20:12
6. @Dr. Ambulans: Schmecken und schreiben

Ich habe mal - in jungen Jahren - meinem Vater einen Grand Crü ‚entliehen‘. Den habe ich selber getrunken. Dann habe ich Party gegeben und Aldi-Wein für 1.99 eingefüllt und wieder verstöpselt. Ich kann mich an die anerkennenden ‚Ahhs‘ und ‚Ohhs‘ erinnern, als wäre es gestern gewesen. Ich habe noch ganz andere Sachen gemacht: Menschen sind so beeinflussbar. Allein die Geschichte mit dem Leitungswasser, das ich als Heilwasser aus der berühmten …Quelle kredenzt habe, mit der Geschichte, dass davon alle meine Pickel verschwunden wären … Oder, ich hatte etwa für 6000 Euro Kaviar im Kühlschrank, weil die Russen keine Devisen hatten und die Lieferung eben mit Kaviar bezahlten. Kein Mitglied der Familie wollte noch Kaviar essen und, damit er endlich wegkommt, habe ich ihn mir zweifingerdick auf’s Butterbrot geschmiert.
Jedenfalls, weil ich täglich esse, habe ich mich schließlich gefragt, was ich da eigentlich tue und begonnen, etwa so ein Apfelstück oder ein Gummibärchen, was halt grad da war, so lange zu kauen, bis ich zur Essenz einer jeden Geschmackwahrnehmung gelangen würde. Das ist eine seltsame Erfahrung. Die Dinge hören dann auf, zu schmecken. Sie schmecken, aber man schmeckt nichts mehr. Und jede Beschreibung, jedes Wort verliert vollkommen seinen Sinn. Dann hört auch all dieses Vergleichen auf, dieses angebliche Besser und Schlechter und der ganze Zirkus der Anpreisungen. Wenn ich also nicht mit all den Erwartungen, den Vorurteilen und Meinungen an eine Speise herangehe, was völlig unmöglich ist, wenn ich also direkt wahrnehmen möchte, was niemals gelingt, was sollte dann eine simple gelbe Rübe von einem höchst artifiziellen Sternegericht unterscheiden? Das eine schmeckt so und das andere anders. Das ist alles.
Und was also den Koch hier betrifft: Ich frage mich, wenn der wirklich schmecken würde, würde er dann so schreiben wie er schreibt?

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ge1234 28.07.2019, 10:45
7. Nun ja...

... als überzeugter Weber-Jünger und stolzer Besitzer einer umfangreichen Weber-Bibliothek bin ich mittlerweile der Meinung, dass nicht alles, was auf den Grill kann, auch tatsächlich auf den Grill muß. So manches bleibt besser da, wo es ursprünglich angedacht war, z.B. im oder auf dem Ofen. Nichtsdestotrotz sei zumindest der erste Band der Weber Grillbibel jedem Grillenthusiasten und denen, die es werden wollen, wärmstens empfohlen. Was Craftbeer jeglicher Art anbelangt, so bleib ich als gebürtiger Münchner jedoch bedingungsloser Purist: Möchtegern-Biere mit Aromen von Stachelbeere (!), Kiwi (!), Banane (!) oder wasweißichnochalles passen nirgendwo dazu, außer in den Ausguß!

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PeterAlef 28.07.2019, 11:28
8. ....habe mich soeben schlapp gelacht...

...nicht wegen der Trump oder des 'großen' usw...

Herr Wagner hat es angesichts seiner grottenschlechten 'Food-Fotos' gewagt, eines der beiden besprochenen Bücher wegen (jetzt kommt's...) DER BESSEREN FOTOS (LOL) zu empfehlen.
Eigentlich können eine solche Stilblüte nur zwei Autoren produzieren! Wer schreibt da für Sie, Herr Wagner?...

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FrieFie 28.07.2019, 14:05
9.

@thomas387
Alle Achtung, da haben Sie praktisch den Buddhismus im Essen gefunden.
Das nächste mal helfe ich übrigens gerne mit dem Kaviar, es gibt bei mir darunter dünne Eierkuchen mit einem Klacks Quark, Zitronensaft und -Schale im Teig, Schmand, gehackte Kräuter und Ei. ;)
Und der Wagner wieder... bei Zwiebelpulver hört für mich schon wieder auf Spaß zu machen. Als könne man nicht auch kleine Zwiebelwürfelchen mit andünsten, zB aus Frühlingszwiebeln.
Bleibt "Kochbanane mit Knoblauchbutter geschmort", also wahlweise auch mit Kartoffeln, Möhren, Kürbis oder Aubergine nachzubauen. Oder mal mit mehreren Gemüsen und Beilagen, so zur Abwechslung.
Und was ich mich ja bei dem ständigen Grillen frage: Bin ich eigentlich der einzige Mensch, der keinen Garten hat? Ist da noch irgendwer da draußen, der seinen Balkon nicht mit einem Grillmonster zustellen will und auch nicht auf Raucharomen im Wohnzimmer steht? Muss ich das schon bei der eDarling Anmeldung angeben, so wie "Nichtraucher", dass ich gerne grille, aber nicht zu Hause?
Und ganz ehrlich: Nein, ich möchte bei dem Wetter auch keinen "großen Roten", außer (ich weiß, das klingt nach ekeligem Frevel und sollte unbedingt gleich hinter "Nichtraucher" angegeben werden) mit einem Schuss Selters und sehr kalt. Und schon gar kein schlabberiges Craft-Bier, sondern lieber ein schönes, klares Pils. Und sehr gerne nicht bei über 30°C am heißen Grill stehend. Aber vermutlich spricht der Neid aus mir... also dann: Allen Garten- und Grillbesitzern einen schönen Sonntag, und Prost!

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