Forum: Stil
Bildband über Ostblockarchitektur: Blockbildung
Zupagrafika

Grau, langweilig, anonym - denkt man, wenn man "Sowjetarchitektur" hört. Doch einige der grauen Betonriesen hatten durchaus Charme. Ein neuer Bildband zeigt sie.

Wal-Ire 21.08.2019, 18:38
1. Architektur

lebt und stirbt mit den Bewohnern.
Meine Frau ist Polin und dementsprechend sind wir häufiger in Polen, wo Trabantenstädte bis in die 1990'er Jahre hochgezogen wurden. Allerdings haben viele dieser Wohnsilos einen Funktionsunterbau, ein Geschäft, eine Bankfiliale, Arztpraxen ... Und die Bewohner sind sozialistisch gemischt. Der Zahnarzt lebt neben dem Fabrikarbeiter. Dementsprechend sind viele dieser Plattenbauten nicht unbedingt die sozialen Brennpunkte, die wir aus dem Westen kennengelernt haben.

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dasfred 22.08.2019, 04:10
2. Zu Nr.1

Sowas geht mir auch öfter durch den Kopf. Diese Hochhäuser können für viele sehr interessant sein, allein schon wegen der Aussicht im den oberen Etagen. Wenn man in der eigenen Wohnung sitzt, nimmt man ja auch die Dimension des Gebäudes nicht mehr wahr. Ob man sich dort Wohl fühlt, hängt zuerst von der Bewohner Struktur ab.

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peans 22.08.2019, 10:15
3. "Krieg den Hütten -Friede den Palästen"

Wie sah die Wohnsituation in den "Ostblockländern" ab 1960 denn aus? Halbe Ruinen im 3. Hinterhof, Plumsklo auf halber Treppe, Baden (wenn überhaupt) freitags in der Küche in einer Badewanne die luxuriös als Besenschrank getarnt war, westgeld/eurokorrumpierte Handwerker, u.v.a.m. Da waren diese Gebäude die Traumvillen schlechthin. Vom Prinzip her hat sich auch nicht viel geändert. Schönheit ist relativ. Man schaue sich in den Satellitenstäten dieser Welt um. Neu Dehli, Bangkok, Singapur! Der Traum ist noch nicht ausgeträumt.

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Karbonator 22.08.2019, 14:06
4.

Zitat von Wal-Ire
lebt und stirbt mit den Bewohnern. Meine Frau ist Polin und dementsprechend sind wir häufiger in Polen, wo Trabantenstädte bis in die 1990'er Jahre hochgezogen wurden. Allerdings haben viele dieser Wohnsilos einen Funktionsunterbau, ein Geschäft, eine Bankfiliale, Arztpraxen ... Und die Bewohner sind sozialistisch gemischt. Der Zahnarzt lebt neben dem Fabrikarbeiter. Dementsprechend sind viele dieser Plattenbauten nicht unbedingt die sozialen Brennpunkte, die wir aus dem Westen kennengelernt haben.
Was Sie schreiben, ist erstaunlich, denn beim Lesen des Artikels und Betrachten der Bilder dachte ich, daß das alles doch ziemlich toll aussieht - wenn man denn auf solcherlei Baustile steht. Nur: Wer würde ohne Not gerne in eine Plattenbausiedlung ziehen, bei den sozialen Problemen, die damit einhergehen?

Wären diese Gegenden nicht so brenzlig - es spräche einiges dafür, sich solch eine Wohnung zu gönnen.

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Papazaca 25.08.2019, 08:06
5. Fotos über das Grauen. Alles am besten bagatellisieren!

Ich weiß ja nicht, wie es dem verehrten Publikum geht, aber ich würde "nicht zum verrecken" (um es drastisch auszudrücken) in einem dieser Schmuckstücke leben wollen. Da ist es mir egal, ob das Label Kommunismus oder Kapitalismus ist.

Und die Wahrheit ist, wir wollen das auch nicht unseren Hühnern zumuten. Interessant sind immer die "sowohl als auch-Kommentare". Mit denen läßt sich alles rechtfertigen und auch das genaue Gegenteil.

Bis auf das Institut in Sankt Petersburg sind das alles heiße Kandidaten für die Abrissbirne. Der einzige, schwergewichtige Grund, der dagegen spricht: Gibt es Ersatz, der besser ist?

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