Forum: Stil
Design-Start-up aus Berlin: Aufpoliert
TFOB

Mehr als 200 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle fallen pro Jahr in Deutschland an. Zwei Berliner Designerinnen verarbeiten den Schutt zu modernen Terrazzo-Böden.

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sarapo29 10.03.2019, 09:13
1. Naja

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten- Ob man hier aber wirklich von Recycling sprechen kann schon. Denn ich erkenne auf den Bildern zwar sehr viel Trägermasse aber -optisch- doch sehr wenig recyceltes Material. Wie hoch ist den der Anteil an Bauschutt in diesem "neuen" Boden? Ab wieviel Prozent kann man von Recycling sprechen? Und: Was kostet denn davon ein Quadratmeter? Ein paar mehr Fakten würden diesem Artikel sicher gut tun.

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fleischwurstfachvorleger 10.03.2019, 09:43
2. Tolle Idee

Absolut unterstützenswert.

Sollte zur Pflichtnummer für Städte und Gemeinden werden.

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lila72 10.03.2019, 09:51
3. Alter Wein....

... in neuen Schläuchen. Ich gehe in den Wintergarten meines Elternhauses im Osten unseres Landes und stehe auf... 40 Jahre alten Terrazzo-Platten.
immerhin nachhaltig und ja, irgendwie auch optisch ganz schön.

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dasfred 10.03.2019, 10:10
4. Eher ein Kunst- Stein

Der künstlerische Aspekt überwiegt hier noch stark den Recycling Gedanken. Trotzdem ist es sinnvoll, hier künstliche Steinplatten zu produzieren, bevor weltweit, unter teils miserablen Bedingungen Naturstein abgebaut wird. Es gibt übrigens schon Arbeitsplatten in dieser Technik, die mit Altglas arbeiten und dabei ähnliche Effekte erzielen.

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frank.stolzenberger 10.03.2019, 10:33
5. Quadratmeterpreise!

Hab mir gerade das Video auf der Firmenwebsite angesehen. Steinchen werden per Hand aus dem Kleinmischer sortiert, Platten manuell verdichtet (wohl mit entsprechender Fehlerquote). Immerhin scheinen ja Formen für c. 2 Quadratmeter pro Tag vorhanden zu sein. Kupferschrott zu versenken, damit es glitzert, super für die späteren Recycler. Die Kinder der Mütter vom Kollwitzplatz werden erwachsen! Weiter so, denn mit diesen Produktionsmethoden schaffen wir unsere Klimaziele und retten ganz nebenbei die Welt und Spiegel Online hat es als erstes berichtet

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Augustusrex 10.03.2019, 11:06
6. Ist schon gut

Vielleicht lässt sich das ja auch in größerem Maßstab herstellen. Dann wird Bauschutt nicht mehr nur als Unterbau für Straßen verwendet. Ein Problem habe ich allerdings: Sind die Platten mit Kupfereinlagerung für den Einsatz im Freien oder nur für Innenräume zugelassen. Kupfer hat sicher einen anderen Temperaturausdehnungskoeffizienten als die mineralischen Anteile. Bei Verlegung im Freien könnte das bei Temperaturwechseln auf Dauer zum Zerstören der Platten führen. Das wird aber doch sicherlich bedacht werden.

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whitewisent 10.03.2019, 11:31
7.

Der selbe Fehler wie vor Jahrzehnten beim "Recycling" von Kunststoff. Nur weil man Müll in nutzbare Formen gibt, löst man keine Probleme. Denn irgendwann sind alle Lärmschutzwände gebaut, und auch andere haben dazu eine Meinung, wie es auszusehen hat. Für die Großproduktion gibt es gleich mehrere Probleme. So ist "Bauschutt" kein standardisierter Werkstoff. Jedes Abrisshaus hat eine andere Geschichte, selbst bei identischem Material. Schon die Blöcke aus zwei Ziegeleien können völlig andere Eigenschaften haben. Dazu kommt das Problem der Kontinimierung mit Schwermetallen und Giften aus Dämmmaterialen, Farbanstrichen und heute unüblichen Baustoffen wie Faserplatten. Das kann man ggf. per Hand für 2 Quadratmeter täglich vorsortieren, aber eben nur als Designerin. Wer solche Platten in Kitas oder Schulen verbauen will, muss sich ganz anderen Nachfragen und Sorgen von Eltern und Experten gefallen lassen, als von kunstsinnigen Jurys, die Motive für attraktiv halten, welche in Ausstellungsräumen verwendet werden. Letzendlich ist alles eine Frage des Geldes und Aufwandes. So eignet sich verdichteter Bauschutt hervorragend für die Verfüllung von Bergbauanlagen. Nur möchte das keiner Bezahlen. Und die Sorgen hinsichtlich Umweltbelastungen werden nicht darum kleiner, weil man ihn feiner gemahlen in Bodenplatten von Wohn- und Gewerbegebäuden verbaut.

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yoook 10.03.2019, 11:32
8. Teuer

Terrazzo ist einfach ein teurer Spaß. Mir sind für Terrazzoböden Preise ab ca. 150€/qm bekannt. Alleine für das Schleifen undPolieren sind schnell 60-70€ weg. Daher ist es weniger ein Recycling zur Müllvermeidung als ein „grünes Fähnchen“ am Luxusbauvorhaben.

Im Außenbereich kommt Terrazzo weniger zum Einsatz.

Bei den pingeligen deutschen Bauherren ist Terrazzo aber auch ein schwieriges Thema. Es gibt immer irgendwo Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche. Sei es die Verteilung der Stein/Kupferstücke oder die Optik in Randbereichen. Dies ist dem deutschen Pingelkunden oftmals nur schwer verständlich zu machen.

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The Independent 10.03.2019, 12:50
9.

Zitat von whitewisent
Jedes Abrisshaus hat eine andere Geschichte, selbst bei identischem Material. Schon die Blöcke aus zwei Ziegeleien können völlig andere Eigenschaften haben. Dazu kommt das Problem der Kontinimierung mit Schwermetallen und Giften aus Dämmmaterialen, Farbanstrichen und heute unüblichen Baustoffen wie Faserplatten. ....Und die Sorgen hinsichtlich Umweltbelastungen werden nicht darum kleiner, weil man ihn feiner gemahlen in Bodenplatten von Wohn- und Gewerbegebäuden verbaut.
Die Herstellung der Terrazo-Böden ist durch eine DIN-Norm geregelt.
Der Schutt wird außerdem nicht gemahlen, sondern gesiebt, damit Stücke in den gewünschten Größen für die Produktion verbleiben.
Sie dürfen daher davon ausgehen, dass eben keine Dämmmaterialien, Faserplatten und ungeprüfte Farbaufträge in den Terrazo-Platten landen. Normalerweise besteht Terrazo ausschließlich aus mineralischen Werkstoffen und in neuem Terrazo (ohne Recycling) ist die Dichte der Zuschlagstoffe oft wesentlich höher, mitunter so hoch, dass er fast die Dichte eines Mosaiks erreichen kann. Die Einarbeitung des Kupfers ist da nur ein optischer Gag, und auch wohl nur in Innenräumen nutzbar.
Was man beim Bauschutt nie aussschließen kann, ist dass sich Staub von Glas- und Mineralwolle, und evtl. Stäube/Reste von Asbestwerkstoffen (auch wenn die eigentlich als Sondermüll entsorgt werden müssen) im Bauschutt befindet.
In der Fotostrecke kann man aber sehen kann, dass der Schutt gesiebt wird, es bleibt dann nur zu hoffen, dass er auch gewaschen wird.

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