Forum: Stil
Fast Fashion: "Unser Kleider-Konsum ist Wahnsinn"
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Die Bremerin Imke Müller-Hellmann wollte wissen: Wer hat ihre Kleidungsstücke produziert? Wo und wie? Also hat sie sich in den Flieger gesetzt. Ein Interview über unseren Modekonsum und seine Folgen für Mensch und Umwelt.

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Havel Pavel 21.12.2017, 20:26
120.

Zitat von jtrch
Mein Kleiderkonsum ist äusserst gering. Ich trage das Zeug laut dem Umfeld eher zu lange.
In der Regel konsumiere ich keine Kleidungsstücke aber auch ich trage sie erschreckend lange, obwohl ich keine Kleidung im Hochpreissegment kaufe sondern eher aus dem mittleren bis unteren Preisspektrum. Hier findet man bei guter Auswahl durchaus hochwertige Qualität, die selbst nach jahrelangem Gebrauch mit unzähligen Wäschen noch völlig intakt und ansehlich ist. Warum also wegschmeissen, wenn selbst aus modischer Sicht das Tragen dieser Stücke noch zeitgemäss ist. Zugegeben, wirklich gute Qualität, z. B. Hemden und Jeans findet man nicht so leicht, so dass ich es mir angewöhnt habe auch mal Stücke gleich doppelt oder gar dreifach zu kaufen wenn ich mal hochwertige und mir optimal passende Stücke vorfinde. Dies hat zur Folge, dass ich eben gerade solche Bekleidung über etliche Jahre hinweg benutzen kann und sie immer noch eine Topzustand aufweist.

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Champagnerschorle 21.12.2017, 20:28
121. njet

Zitat von lachina
Doch , ist es. Die HartzIV- Empfängerin mit drei Kindern wird sich kein Shirt für 79 Euro kaufen , das ist nämlich ungefähr das , was sie wöchentlich fürs Essen zur Verfügung hat. Aber auch bei mir ist die Schmerzgrenze so bei 30 Euro. Damit ich aber dennoch viele Sachen habe ( ich mag Kleidung) kaufe ich sehr viel second hand : oft hochwertig, originell , umweltfreundlich und durchs viele Waschen auch ungiftig.
Nein, ist es nicht. Erstens ist die BRD kein Land von Hartz iV Empfängern (Sie haben übrigens keine Ahnung, was und vor allem wieviel Sozialleistungen wir zahlen...) , zweitens müssen es nicht € 80.- sein und wo Ihre Schmerzgrenze für Kinderarbeit liegt ist allein Ihre Angelegenheit.

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Yves Martin 21.12.2017, 20:29
122.

Zitat von Atömchen
Und was besonders ärgerlich ist: würde man den Arbeiterinnen in Bangladesch, Vietnam und China deutlich mehr bezahlen (20 oder 50 Prozent mehr Lohn), hätte das bei den enormen Abnahmemengen trotzdem nur sehr geringe Auswirkungen auf die Endpreise der Kleidungsstücke in Westeuropa und Nordamerika. Was die Herstellungskosten in erster Linie deutlich senkt, sind die niedrigen oder nicht vorhandenen Umweltstandards, Arbeitnehmerrechte und Standards für Arbeitsschutz.
Das ist zwar grundsätzlich richtig - aber solche Standards zu formulieren, einzuführen und ihre Einhaltung zu überwachen ist die Aufgabe der souveränen Staaten, in denen sich diese Fabriken befinden; nicht von irgendwelchen Foristen, die bei SPON einen Lauten machen.

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Champagnerschorle 21.12.2017, 20:31
123. cool

Zitat von rstevens
70€ ist ein gerade ein T-Shirt definitiv nicht wert. Die Wahrheit und ein vernünftiger Preis liegt wohl irgendwo dazwischen. Oder anders formuliert, wenn die korrekte Alternative zum 5€ T-Shirt 79€ kostet, dann wundert es mich nicht, dass die Leute das billige Zeugs kaufen.
Sie sind aus der Bekleidungsindustrie. Schön, dass Sie sich hier im Forum melden. Wie, Sie haben von Klamotten keine Ahnung, aber sich aufblasen ist geil. Ach so...

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aopoi 21.12.2017, 20:34
124. Was denn nun?

Einerseits sollen wir unserer politischen Elite folgen und den totalen Freihandel gutheissen und mittragen, andererseits wird uns permanent, wegen unseres Konsumverhaltens ein schlechtes Gewissen eingeredet und wir sollen doch Verantwortung übernehmen und bewusster einkaufen.

Ich hätte auch lieber wieder ein paar gute Schuhe mit passenden Fussbett, in einer Qualität, wo sich mehrfaches Besohlen wieder lohnen würde. Was bekommen wir? Schuhe, die wir im nächsten Jahr wegschmeissen können. Gute Handwersarbeit hat industrieller Massenware weichen müssen und gute Schuke können sich nur noch Reiche leisten.

Genauso bei der Mode. Es gibt Massenware, kurze Lebensdauer und für den Mülleimer produziert. Dann gibt es die etwas bessere Massenware, auch Markenware genannt, die 4-10mal soviel kostet, aber nur doppelt so lange hält und auch noch von den gleichen Kindern in der 3. Welt genäht wurde. Und dann gibt es noch die Kleidung für die Reiche, die sich kaum noch einer leisten kann.

Juhu Freihandel. Wir wollen ja billig, wird uns eingeredet. Nein, das ist nicht wahr, entgegne ich, es ist die Konkzrrenz und die grenzenlose Gier der Reichen untereinander, die die Preise und die Löhne nach unten treiben.

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Champagnerschorle 21.12.2017, 20:34
125. oh je

Zitat von tpro
"...Diese T-Shirts bleiben länger in Form, halten länger usw.. .." Ich habe mir vor 12 Jahren 30 T-Shirts von FruitOfTheLoom über EBay gekauft, schwere Baumwollqualität, verschiedene Farben. Die Farbigen habe ich im Sommer an, täglich ein anderes, die Weißen im Winter als Unterhemd. Die haben alle noch ihre Form und ihre Farbe. Bei einem Stückpreis von 1,-EUR. Und noch was: Baumwolle wird heute nur noch ganz selten von Hand gepflückt. Und T-Shirts werden nicht von Hand genäht. Alles viel zu teuer. Es wird auch an der Qualität von Baumwolle keinen Unterschied machen, ob maschinell geerntet oder von Hand gepflückt. Ich nehme an, daß diese Edel-T-Shirt für 79,-EUR VK für max. 15,-EUR eingekauft wird.
Eigentlich alles falsch, aber was solls...
EK dürfte bei € 30-35 liegen - Klamottenstandardmarge bei guter Ware - aber davon haben Sie natürlich auch keine Ahnung - so what...

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pm40 21.12.2017, 20:37
126. Also sooo viel mehr.....

Zitat von whitewisent
"Wollen wir ernsthaft zu den Zeiten zurück, wo man sich nur 2 Paar Schuhe und 3 Hemden/Blusen leisten konnte?"
...habe ich jetzt auch nicht im Schrank.

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pm40 21.12.2017, 20:41
127. Und genau deswegen ist es unsere Aufgabe.....

Zitat von Spiegelleserin57
m meisten hat mich der verseuchte Fluss Buriganga in Bangladesch geschockt. Es gibt 3000 bis 4000 Textilfabriken in und um die Stadt Dhaka und viele von ihnen leiten ihre Abwässer in diesen Fluss. Das Wasser ist tiefschwarz und voller Plastik. Der Müll türmt sich meterhoch an den Ufern und auf den Müllbergen wohnen Menschen. So etwas sieht man aber auch in den Flüssen die an den Pharmafabriken vorbei laufen. Der Umweltschutz ist in diesen Ländern immer noch nicht angekommen. Das hat wenig mit den Kunden hier zu tun sondern wohl eher mit den Maßnahmen die die Regierung dort ergreifen muss und die hat wohl kaum Verständnis dafür.
.....hier bei uns umweltschutzmäßig das absolute Maximum zu verwirklichen um damit die Welt zu retten. Es dürfen dabei keine Kosten und Mühen gescheut werden und der Einzelne muss sich zu diesem hehren Ziel dem Kollektiv unterunterordnen. Falls nötig auch mit Zwangszahlungen.

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pm40 21.12.2017, 20:44
128. Halten Sie noch einige Jahre durch....

Zitat von Sportzigarette
" Und der ganze Onlinehandel , natürlich ohne Portkosten- macht uns auch noch das Leben schwer. Wann kommen die Menschen endlich zur Vernunft?"
....sobald die Städte flächendeckend mit Fahrverboten überzogen wurden und die Parkgebühren endlich €20/h erreicht haben, werden die Städte aufblühen und Ihre Umsätze in schwindelerregende Höhen schießen.

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pm40 21.12.2017, 20:47
129. Grämen....

Zitat von nadennmallos
Mir gefällt der Artikel, auch wenn ich zu denen gehöre, die ... .. über dieses Thema zu wenig nachdenken. Sorry, meine Schuld.
...Sie sich nicht. Mit dem Kauf von veganer "Wurst" und Biogemüse können Sie diesen Fauxpas wieder egalisieren.

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