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Genusskultur: "Kaffee-Nazis kann ich nicht leiden"
Horst A. Friedrichs

Zwei Jahre lang trank und fotografierte sich Horst A. Friedrichs durch angesagte Cafés und Dripster-Läden. Im Interview zieht er Bilanz über den neuen Lifestyle zwischen Espressi und Filterkaffee aus edelsten Bohnen.

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the_master 19.07.2017, 10:56
70. So ein Unfug?

Instant-Kaffee? Die zweite Welle wurde von Starbucks gestartet?

So ein Unfug! Das mag vielleicht in de USA so gewesen sein, in Europa gab es schon immer sehr guten Kaffee, Und immer noch besser als der von Starbucks.

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HtFde 19.07.2017, 11:32
71. French Press

Die Kannen von Bodum gibt es relativ preiswert und ich ziehe das Ergebnis einem Filterkaffee eindeutig vor - außerdem geht es schneller, da man nur eine kruze Anbrühphase braucht und dann den Rest Wasser reinkippt und ca. 4 Minuten warten darf. Auch muss man nicht prüfen, ob man noch Filtertüten hat :)

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hegri 19.07.2017, 11:33
72. Frau oder Herr Biegel

Was das aktuelle Getue um die Kaffeezubereitung anbelangt bin ich voll und ganz Ihrer Meinung. Das geht mittlerweile deutlich zu weit. Die Filter-Aufgusszubereitung ist bekanntermaßen nichts Neues und man könnte sich auch darüber wieder aufregen, dass Leute, die diese Methode wiederentdeckt haben so tun, als hätten sie's erfunden. Wie auch immer man Kaffee zubereitet, Hauptsache er wird frisch gemahlen. Unser Oppa kannte Espressomaschinen vielleicht vom Hörensagen. Ich sehe ihn noch vor mir mit der Handmühle, zwischen die Knie geklemmt und ruhig die Kurbel drehend. Wenn ich Ferien bei meinen Großeltern verbrachte freute ich mich immer auf dieses faszinierende Ereignis. Danach wurde aufgegossen (Melitta-Keramik) und fertig. All das geschah in den späten 60ern. Da hatte noch niemand etwas von Kaffee-Degustation gehört. Ich persönlich bevorzuge die Espressomethode wegen des kräftigen Geschmacks und der Tatsache, dass mir auch ein Espresso kurz vor'm Schlafengehen keine Herzklappenprobleme beschert. Da haben die Italiener wahrlich etwas Hervorragendes erfunden.

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nikoniac 19.07.2017, 12:21
73. Jeder wie er's mag

Seit fünf Jahren benutze ich eine italienische Espresso-Maschine und bereite damit sehr gerne meine Kaffegetränke zu. Alleine die Qualität dieser Maschine im Vergleich zu den extrem wartungsbedürftigen und anfälligen (hygeninisch bedenklichen) Vollautomaten rechtfertigt den Kauf. Die einzigen Kunststoffteile sind der Tank und die Kipphebelenden. Ein wirklich nachhaltiges Produkt, welches man ohne weiteres mehrere Jahrezehnte benutzen kann. Extrem einfach zu reparieren, da es im Innern auch etwas zu reparieren gibt.
Zum Kaffee kann ich sagen: je frischer, desto besser. Vom Kaffekauf (Espressobohnen) im Supermarkt kann ich abraten. Die Bohnen sind teilweise über 1 Jahr alt, wie übrigens bei Starbucks auch, was sich sehr negativ auf den Geschmack auswirkt. Ich kaufe nur bei kleineren Röstereien oder bestelle bei diesen im Internet.
ABER: tagsüber im Büro - man glaubt es kaum - trinke ich Instantkaffee, weil mir dieser auch schmeckt. Ganz anders, aber auch gut. Ebenso mag ich Filterkaffe oder einen Milchkaffee, der mit Mokka aus der Bialetti zubereit wurde. Mit der Zeit steigen die Ansprüche, und in der Gastronomie erlebt man des öfteren Getränke, die nahe an der Körperverletzung sind. Viel zu heiß, wässig, grober Milchschaum, der wie verbrannte Milch schmeckt.
Es gibt nicht DEN Kaffee.

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Buddha_Brot 19.07.2017, 12:26
74. Ist Geschmackssache...

Zitat von takoko
Da verpflichten sich die Hersteller nur 100% Arabica anzubauen. Außerdem kann man unterschiedliche Sorten probieren/kaufen , die bspw. bis 500m oder 500-1000 m oder über 1500m über Meeresspiegel. Je höher desto teuerer. Ein Vulkanausbruch macht der Boden sehr fruchtbar, indem viele Mineralien zu finden sind.
ich mag, wie die Skandinavier, Dänen und Finnen, gern eine etwas wuchtigere Note im Kaffee - daher weiß ich einen guten Blend mit einem gewissen Anteil an guten Robustas zu schätzen.

Krätze kriege ich wenn im Laden Espressi "100%.Arabica" stehen - was soll das denn für ein Eindprodukt werden??

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Buddha_Brot 19.07.2017, 12:41
75.

Zitat von interstitial
Genau. Das ist nämlich der Punkt. Und ich würde gerne auch mal wieder eine stinknormale Robusta-Mischung trinken. Ich mag den Geschmack nämlich lieber. Was 98% der Vollautomaten produzieren, ist nur verlängerter Espresso. Das ist was anderes als Kaffee.
Probieren Sie einfach mal - aus dem Supermarktregal - die "Edle Komposition" von Mövenpick.

Sehr solide, dank des Robusta-Anteils angenehm kräftig und wuchtig - ist mein "Alltagskaffee" geworden - schmeckt mir einfach.

https://www.darboven-kaffee.de/moevenpick-edle-komposition-2-x-500-g-gemahlen.html

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max-mustermann 19.07.2017, 14:09
76.

"Super als Kaltgetränk, etwa mit Grapefruitsaft, Holunder, darauf einen Eiswürfel."

Genau wir kaufen uns also den super teuren spezial Kaffee mit seinen angeblich unzähligen Aromen und Geschmacksnuancen und dann kippen wir irgend einen Saft und Eiswürfel rein. Deswegen schütte ich in meinen 100 Euro teuren Single Malt Whisky ja auch immer Cola, wegen dem Geschmack und so. Ja ne is klar, was für ein Schwätzer.

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ullischnulli 19.07.2017, 16:48
77. gut und konsequent sein heißt:

Bio Kaffee aus Honduras mit einem Segelschiff emissionsfrei nach Bremen gesegelt, mit Muskelkraft an der Talje gelöscht, mit Handkarren an die Pier geschoben und mit Lastenfahrrädern zur Rösterei geradelt. So passiert im April 2017! Das Schiff heißt AVONTUUR und der Kaffee Slokoffie. Jetzt muss die Bohne nur noch, von mir aus auf individuelle Weise, zubereitet werden.

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Mr Bounz 19.07.2017, 17:33
78. Oh Gott, oh Gott

Erst schwafelt er von individuell und man kennt die Bohne und Kleinunternehmer .....
Aber dann kommt er mit Unternehmen die mit 120 Mio Startkapital anfagen, vergleicht mit Craft Beer (wobei die meisten Craft Brauereien deutlich größer sind als deutsche Großbrauereien).
Es ist wie bei so vielem, es wird den Menschen mit billigen Tricks vorgegeukelt etwas exklusives zu konsumieren (zu sein) und Ihnen dann die Kohle aus der Tasche zu ziehen.
Ganz schön Arm.

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Garda 19.07.2017, 18:13
79. Alles ist gesagt, nur noch nicht von allen.

Ich bin leidenschaftlicher Kaffee-Trinker. Ich bilde mir ein, dass ich guten von schlechten unterscheiden kann (ähnlich geht's mir mit Wein). Aber ein Bohei will ich jetzt nicht auch noch anstimmen.
Nur eine Beobachtung neulich am Frankfurt Hbf. Dort gibt es Starbucks, und gleich daneben ein "normales Cafe". Starbucks war gerappelt voll mit Leuten, die genüsslich an ihrem Pappbecher nuckelten. Im Laden daneben, ein paar wenige, die Illy-Espresso aus einer Tasse zu sich nahmen. Es gibt Leute, die haben Stil und Geschmack - andere nicht.

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