Forum: Stil
Japans Tätowierer: Kampf um die Körperkunst
Manuel Chillagano

Tätowierungen haben in Japan eine lange Tradition. Doch der bunte Körperschmuck ist als Teil der japanischen Mafiakultur umstritten, die Polizei schließt Studios. Nun wehren sich die Tattoo-Künstler.

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janfred 11.05.2016, 14:39
1. so isses..

Ich war vor ein paar Jahren für drei Monate beruflich in Japan. Toyohashi, im Vergleich zu Tokio Provinz, jedoch industriell wichtige Hafenstadt.
Ich bin etwas an den Armen tätowiert. Abends nach der Arbeit in ein Sportstudio - KEINE CHANCE!

Am Wochende and den Strand - Zutritt hat man als Tätowierter, man wird aber behandelt wie ein Verbrecher und sollte sich abseits halten. Ich habe auch gehört, dass stark Tätowierte nicht auf den Strand gelassen wurden, bzw. aufgefordert wurden, zu gehen.

Das hat meiner absoluten positiven Einstellung gegenüber Japan allerdings nicht geschadet.

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aschu0959 11.05.2016, 14:41
2. Nun ja,

Geschmack ist ja relativ; meinen trifft es so gar nicht.
Und sehen möcht ich sowas auch nicht. Solange es an unaufdringlichen Stellen ist - wer´s braucht soll´s haben.

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MartinS. 11.05.2016, 15:21
3. ...

Zitat von aschu0959
Geschmack ist ja relativ; meinen trifft es so gar nicht. Und sehen möcht ich sowas auch nicht. Solange es an unaufdringlichen Stellen ist - wer´s braucht soll´s haben.
Wie sie schon sagen - Geschmack ist relativ.
Ihr Nachsatz allerdings zeichnet ein durchweg unangenehmes Bild.... "sehen möchte ich sowas auch nicht"... "solange es an unaufdringlichen Stellen ist..."

Geschmack ist diesbezüglich zwar individuell durchaus unterschiedlich, aber doch auch vollkommen unwichtig. Ob das jemand sehen mag oder nicht, oder wer welche Stellen jetzt als unaufdringlich definieren mag....
Mit manchen Dingen muss man sich einfach schlichtweg abfinden, da sie das Selbstbestimmungsrecht von anderen betreffen. Sie sollen diejenigen nicht küssen und sind natürlich auch nicht gezwungen, das jetzt gut zu finden (oder überhaupt eine Meinung dazu zu haben).
Was allerdings nicht zu vermeiden ist, ist die Tatsache, dass es sie schlichtweg nichts angeht... ich mag auch keine Fetten sehen... oder ungewaschene Menschen riechen... oder auch 1000 andere Sachen nicht. Ich muss allerdings auch einsehen, dass es mich nicht wirklich was angeht und mir deshalb nichts anderes übrigbleibt, als einfach damit zu leben.

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mulli3105 11.05.2016, 16:24
4. Wenn es etwas gibt

das ich absolut grauenhaft finde, dann sind es tatoos. Auch wenn sie so gut gemacht sind wie auf dem Aufmacherbild. Mädel mit Arschgeweih? NoGo...

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varphi 11.05.2016, 16:47
5. Es kann auch zu weit gehen

Zitat von MartinS.
Wie sie schon sagen - Geschmack ist relativ. Ihr Nachsatz allerdings zeichnet ein durchweg unangenehmes Bild.... "sehen möchte ich sowas auch nicht"... "solange es an unaufdringlichen Stellen ist..." Geschmack ist diesbezüglich zwar individuell durchaus .....
Dieser Trend der das "recht auf Selbstbestimmung" vorgibt ist jedoch die falsche Richtung. Im Endeffekt heißt es doch: "Jeder soll machen was er will". Jedoch, sollten Menschen aber nicht mehr dazu Gehalten sein, sich auch um andere Gedanken zu machen? Andere zu respektieren? Muss ich andere "ertragen" oder sollten sich andere nicht Gedanken machen; mir eher nicht zur Last fallen zu wollen? Wenn Sie über diesen Gedanken nun schmunzeln sollten, so kann ich Ihnen versichern, dieses Denken ist Teil japanischer Kultur, und wie ich finde, eine äußerst Lobenswerte. Und was hat das Land? Keine tätowierten Leute, Fettleibigkeit unter 3%, Menschen sind ordentlich gekleidet, kaum Kriminalität: Mit anderen Worten ein Traumland. Diese Dinge sind aber das Resultat von gesellschaftlichen Werten und Normen. Fallen diese weg, haben wir fette, unansehnliche, tätowierte Leute, Faule Leute, wie jetzt schon in D oder noch mehr in den USA. Die viel gelobte Vielfalt gibt es eben nicht nur auf der positiven Seite. Das ist kein guter Trend.

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behemoth1 11.05.2016, 16:52
6. Geschmacksache

Zitat von aschu0959
Geschmack ist ja relativ; meinen trifft es so gar nicht. Und sehen möcht ich sowas auch nicht. Solange es an unaufdringlichen Stellen ist - wer´s braucht soll´s haben.
Jeder sollte sein eigenen Geschmack finden, aber ob es schön ist, dass möchte ich bezweifeln.
Ich habe nichts dagegen, wenn sich Leute so schmücken wollen, nur sollten sie auch daran denken, dass vieles nur eine Modeerscheinung ist und jede Mode vergeht, aber das Tattoo bleibt.
Heute habe ich wieder ein jungen Mann gesehen, der hatte noch im vergangenem Jahr nur teilweise sein Gesicht tätovieren lassen und nun ist keine freie Stelle mehr sichtbar, jedes Mal wenn ich ihm sehe, dann muss ich mich erschrecken, ich komme mir wie auf einem Besuch in der Karibik vor, aber wie gesagt über Geschmackt lässt sich nun mal schlecht streiten.

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hisch88 11.05.2016, 16:52
7.

Zitat von janfred
Ich war vor ein paar Jahren für drei Monate beruflich in Japan. Toyohashi, im Vergleich zu Tokio Provinz, jedoch industriell wichtige Hafenstadt. Ich bin etwas an den Armen tätowiert. Abends nach der Arbeit in ein Sportstudio - KEINE CHANCE! Am Wochende and den Strand - Zutritt hat man als Tätowierter, man wird aber behandelt wie ein Verbrecher und sollte sich abseits halten. Ich habe auch gehört, dass stark Tätowierte nicht auf den Strand gelassen wurden, bzw. aufgefordert wurden, zu gehen. Das hat meiner absoluten positiven Einstellung gegenüber Japan allerdings nicht geschadet.
In China sind mir die Regeln, wie Sie sie für Japan beschrieben nicht bekannt, aber die Akzeptanz ist extrem gering und wird dort ebenfalls der Kriminalität und Prostitution zugeordnet.

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Rookie 11.05.2016, 17:21
8. Ist nicht nur in Japan so

Auch hierzulande hatte eine bekannte Bundespräsidentengattin mit hämische Kommentare in der konservativen Presse zu kämpfen, wegen eines völlig harmloses Tatoo. Bei den erwähnten Artikel wurde eine ähnliche Argumentation wie bei den Japaner verwendet, Hafenarbeiter war ja noch der harmloseste Begriff der in Zusammenhang fiel. War bestimmt kein Japanischer Redakteur!

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LauschenIstTerror 11.05.2016, 17:26
9. Jede Medaille hat halt zwei Seiten.

Und deswegen bin ich auch froh, daß sie nicht zu entscheiden haben was in die 'falsche' oder die 'richtige' Richtung geht. In asiatischen Ländern und ganz besonder in Japan, wo der 'Nagel der heraussteht eingeschlagen wird', gibt es auch eine sehr hohe Rate bei Selbstmorden, besonders arbeitsbedingt. Wenn das Erfüllen der eigenen Bedürfnisse oder das Leben nach eigenen Vorlieben von einer Einheitsgesellschaft so gnadenlos sanktioniert werden, daß ein 'Gesichts- bzw. Ehrverlust' so schlimm ist, daß er ein Leben nutzlos erscheinen lässt, ist definitiv die Grenze erreicht. Vor etwas mehr als einem Jahr hat sich einer meiner Arbeitskollegen - aus meinem Büro, 3 Tische weiter - ein sogenannter japanischer 'Expat' in unserem Bürogebäude erhängt. Seine Arbeitsbeurteilung von seinem japanischen Vorgesetzten ist wohl nicht gut genug ausgefallen, obwohl der überaus beliebte Kollege sich jeden Tag 10 Stunden, und mehr, wirklich abgerackert hat und das auch nach deutschem Standard. Diesen Schock haben wir hier alle noch nicht verdaut. Soviel zur äusserst lobenswerten japanischen Kultur. Freiheit!

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