Forum: Stil
Japans Tätowierer: Kampf um die Körperkunst
Manuel Chillagano

Tätowierungen haben in Japan eine lange Tradition. Doch der bunte Körperschmuck ist als Teil der japanischen Mafiakultur umstritten, die Polizei schließt Studios. Nun wehren sich die Tattoo-Künstler.

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naklar261 12.05.2016, 02:07
10. guter Artikel

diese Entwicklung ist ganz an mir vorbei gegangen, von daher danke fuer den Artikel. Aussterben wird diese Tradition in Japan jedoch nicht, das haben schon ganz andere versucht. Ich persoenlich finde diese Kunst jedoch sehr ansehnlich und hoffe das die japanische Gesellschaft sich ein wenig mehr fuer ihrer traditionelle Kunstform oeffnet. In Yokohama gibt es uebrigens ein Tatoomuseum was sich fuer einen kleinen "Abstecher" lohnt.

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fatherted98 12.05.2016, 08:06
11. Sollte es auch nicht...

Zitat von janfred
Ich war vor ein paar Jahren für drei Monate beruflich in Japan. Toyohashi, im Vergleich zu Tokio Provinz, jedoch industriell wichtige Hafenstadt. Ich bin etwas an den Armen tätowiert. Abends nach der Arbeit in ein .....
...den in Japan werden mit Tatoos eben Straftäter verbunden...was ja woanders nicht so ist. Das die Japaner evtl. keine Unterschiede zwischen harmlosen Tatoos von westl. Besucher und denen der eigenen Mafia machen, muss man ihnen glaube ich nachsehen. In Deutschland wäre das allerdings schon ein Grund für eine Verfassungsklage.

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KlausKram 12.05.2016, 08:54
12.

Zitat von varphi
Dieser Trend der das "recht auf Selbstbestimmung" vorgibt ist jedoch die falsche Richtung. Im Endeffekt heißt es doch: "Jeder soll machen was er will". Jedoch, sollten Menschen aber nicht mehr dazu Gehalten sein, sich auch um andere Gedanken zu machen? Andere zu respektieren? Muss ich andere "ertragen" oder sollten sich andere nicht Gedanken machen; mir eher nicht zur Last fallen zu wollen? ......
Dieser "Trend" des Rechts auf Selbstbestimmung ist kein Trend sondern ein ethischer Grundsatz und in unserem Grundgesetz insbesondere in Art.1 und 2 gewürdigt.
Ethik gilt auch in Japan, Zucker. Aber dort gibt es eben auch kulturelle Gepflogenheiten, die Ihrem preußischem Traumland näher kommen.

Die Fettleibigkeit der Europäer und US-Amerikaner liegt sehr viel weniger an der Kultur, als an der Ernährung (mehr Fleisch und verarbeitete Produkte). Der Volkssport der Japaner ist fetten Männern beim ringen zuzugucken - und die fetten Männer werden vergöttert.

Bevor Sie also unser Recht auf Selbstbestimmung in den Wind schießen wollen, nur damit Sie keine Tattoos mehr sehen müssen - ziehen Sie nach Japan, leben ein Jahr da, dann sprechen wir noch mal über das "Traumland".

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Crom 12.05.2016, 09:05
13.

Zitat von Rookie
Auch hierzulande hatte eine bekannte Bundespräsidentengattin mit hämische Kommentare in der konservativen Presse zu kämpfen, wegen eines völlig harmloses Tatoo.
Wenn man bei einem Staatsempfang wie ein Prolet herumläuft und so eine Geschmacksverirrung offen trägt, muss man sich über hämische Kommentare nicht wundern.

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a.totok 12.05.2016, 09:17
14.

Zitat von Crom
Wenn man bei einem Staatsempfang wie ein Prolet herumläuft und so eine Geschmacksverirrung offen trägt, muss man sich über hämische Kommentare nicht wundern.
denken sie mal drüber nach was sie da von sich geben...
genau diese gründe lassen es zu, dass wir von rauch und schein regiert werden, weil echte werte vor äusserlichkeiten weichen müssen.

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RainerCologne 12.05.2016, 10:06
15.

Lächerliche Argumente contra Tattoos.
Bitte selbst am die Nase fassen, es gibt auch an eurem Äußeren oder an eurer Lebensweise Kritik zu üben. Leben und Leben lassen, aber wenn das so einfach wäre würden sich nicht soviele Nachbarn bekriegen.
Wer es nicht mag guckt eben weg. Aber bitte nie vergessen: Auch der Vorgesetzte im Anzug kann von oben bis unten tätowiert sein, man sollte immer aufpassen was man sagt.

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pato17 12.05.2016, 12:42
16.

Ich bin seit 13 Jahren in Japan, und leicht an Armen und Beinen verziert, so das ich es jederzeit mit langen Hosen und langen Aermeln verstecken kann. Ich werde staendig diskriminiert. Straende um Tokyo sind im Normalfall tabu, das wuerde "normale Besucher" veraengstigen, die Aufnahme ins Fintnessstudio wurde mir verweigert, aus den Badehaeusern wurde ich rausgeschmissen mit dem Hinweis, dass man andere Besucher nicht mit Aids und Hepatitis gefaehrden moechte etc. Im Gespraech in der Kneipe um die Ecke hat mir ein circa 50 jaehriger Japaner zu verstehen gegeben, dass taetowierte Personen sich in der Regel Haschisch spritzen und mich gefragt ob ich das auch tue. Ich habe ihm gesagt, dass ich nie auf die Idee kommen wuerde mir Haschisch zu "spritzen". Trotzdem moechte ich mich nicht beschweren denn, Japan diskriminiert immer und ueberall, selbst die eigenen Landsleute. Ein Beispiel, die Vorstellungen einer Partnerin aus Fukushima bei den Eltern koennte durchaus auf Ablehnung stossen mit dem Hinweis, bist Du verrueckt, die sind verstrahlt und bringen behinderte Kinder zur Welt. Das nun nur Auslaender mit Taetowierungen in Badehaeusern, Onsen (温泉) etc. zugelassen werden sollen ist ein Witz denn. Wenn die eigen Landsleute nicht zugelassen werden, stolpert das Land aus einer Diskriminierung in die naechste! Bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo wird Japan wohl besser abschneiden als sonst. Dass amerikanische Basketball Team z.B. duerfte nach den heutigen Regeln nicht in der Turnhalle um die Ecke spielen und ins Schwimmbad mit einer Taetowierung kommt niemand. Vor allen grossen Badeerlebnisparks im ganzen Landen (schon auf der Strasse) sind Schilder aufgestellt auf denen steht, dass Tattoos verboten sind. Die Schwimmer Japanes koennen also hoffen.

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johannesbueckler 15.05.2016, 01:21
17. Solange eine zukünftige Entfernung

nicht von der Allgemeinheit bezahlt wird, können die alle gern auf Mike Tyson machen.
Strand- und Spa-Ausschluss geht aber gar nicht. Und ein Arschgeweih kann durchaus anregen, obwohl ich keinen Tropfen Tinte in der Haut habe ;-)

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kurisu 15.05.2016, 17:26
18. oh man, oh man..

Zitat von varphi
Dieser Trend der das "recht auf Selbstbestimmung" vorgibt ist jedoch die falsche Richtung. Im Endeffekt heißt es doch: "Jeder soll machen was er will". Jedoch, sollten Menschen aber nicht mehr dazu Gehalten sein, sich auch um andere Gedanken zu machen? Andere zu respektieren? Muss ich andere "ertragen" oder sollten sich andere nicht Gedanken machen; mir eher nicht zur Last fallen zu wollen? Wenn Sie über diesen Gedanken nun schmunzeln sollten, so kann ich Ihnen versichern, dieses Denken ist Teil japanischer Kultur, und wie ich finde, eine äußerst Lobenswerte. Und was hat das Land? Keine tätowierten Leute, Fettleibigkeit unter 3%, Menschen sind ordentlich gekleidet, kaum Kriminalität: Mit anderen Worten ein Traumland. Diese Dinge sind aber das Resultat von gesellschaftlichen Werten und Normen. Fallen diese weg, haben wir fette, unansehnliche, tätowierte Leute, Faule Leute, wie jetzt schon in D oder noch mehr in den USA. Die viel gelobte Vielfalt gibt es eben nicht nur auf der positiven Seite. Das ist kein guter Trend.
Ob Sie andere Ansichten ertragen können, liegt bei Ihnen. Aber schon mal etwas von Toleranz oder gar Akzeptanz gehört, nein? Oder sind einer der Mitbürger, die Respekt nur von anderen erwarten?
Aus Ihrem Komentar geht wunderbar hervor, das sie Japan kennen, sicher langjärige Erfahrung .. ?
Nun meine Beobachtungen sind knapp 8 Jahre her. Zu diesem Zeitpunkt war ebenfalls das Tragen von Tattoos in den Onsen nicht gern gesehen, wurde aber bei westlichen Gästen geduldet. Auch trugen einzelne "Office-Ladies" / weibliche Büroangestellte in Kanto (Tokyo) kleinere, sichtbare Tattoos am Oberarm oder den Fußknöcheln.
Bspw. zu sehen vor/nach der Arbeit in den U-& S-Bahnen bzw. Pendler-Zügen. Ähnliches auch in Kyoto & Osaka.
Die großflächigen traditionellen Irezumi werden nunmal nicht offen getragen...
In der Mittelschicht hielt sich dasselbe Vorurteil, welches hier im Westen bzgl. Kriminalität, Prostitution etc. lange galt.
Aber auch in Japan ändern sich die Zeiten !
Abschließend empfehle ich Ihnen einmal zum Thema Kriminalität und Korruption in Japan zu recherchieren. Das Land mit der mitgliederstärksten kriminellen Vereinigung (Mafia) anteilig zur Bevölkerung ist bzw. war jahrzehntelang ... ? Na, ich will nicht zuviel verraten...
Weitere findbare Themen: Arbeitslosigkeit in Japan, Obdachlose an/in den öffentlichen Parks, Selbstmordrate, Erkrankungen des Verdauungssystems, Diskriminierung eigener Bevölkerungsgruppen etc.

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