Forum: Stil
Kochbücher mit Tipps gegen Lebensmittelverschwendung: Das Beste der Reste
Peter Wagner/ Foodbild

Wie man bei der Küchenarbeit so wenig wie möglich wegwerfen muss, zeigen zwei aktuelle Kochbücher. Davon inspiriert ist auch unser Rezept für weiße Knoblauchsuppe. Sie ist besonders gut an heißen Tagen.

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dasfred 03.08.2019, 10:28
1. Also das Olivencaramel

Dieses Olivencaramel klingt so strange, dass ich es tatsächlich ausprobieren werde. Wie ich feststellen musste, habe ich alle aufgeführten Zutaten noch im Haus. Das ganze könnte sogar schmecken. Mir gefällt der Hinweis auf Resteverwertung. Es landet immer noch viel zu viel im Müll. Dabei war es früher schon üblich, aus Gemüseabschnitten Fonds zu kochen, Reste in Aufläufen, Eintöpfen oder Salaten zu verarbeiten. Bei mir kommt wenig in den Abfall. Man kann Quasi alles verwerten und wenn es durch den Entsafter wandert.

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landsend 03.08.2019, 11:24
2. warum einfach, wenn es auch kompliziert geht

Das Rezept vergißt m.E. die Angabe, dass zwei verschiedene Sorten schwarzer Oliven vorrätig, bzw. als Reste(?) vorhanden sein müssen: in Lake eingelegte entsteinte, aber feste Oliven (z.B. Kalamata-Oliven eignen sich nicht, wenn sie reif sind), denn nur mit denen funktioniert das karamelisieren. Trocken eingelegte Oliven, gar mit Kräutern, werden zu bitter. Insgesamt ist das Rezept wohl eher für einen gut sortierten Lebensmittelfachhandel oder den ambitionierten Hobbykoch gedacht, als für einen Normalo-Haushalt; oder haben sie Kokosmilch light in der Quantität, diverse Olivensorten, Zitronenthymian (frisch natürlich) ohne weiteres vorrätig? Resteküche sieht in der Regel anders aus, Zutaten sind oft eher gewöhnlich, erfordern dafür um so mehr Phantasie; aber an der fehlt es halt wieder einmal. Es ist viel leichter ein schickes Rezept aus exotischen Zutaten zu planen als eine gute Mahlzeit wie eine simple Ajo blanco , die mit wenigen und bescheidenen Zutaten auskommen muß, da sie ursprünglich ein spanisches Arme-Leute Gericht ist: altes Weißbrot, Knoblauch, Mandeln, Wasser, Olivenöl, Zitronensaft, Thymian, Salz und Pfeffer. Oliven hat man so dazu gegessen, denn den teuren Zucker konnte man sich nicht so ohne weiteres leisten, vom Rest ganz zu schweigen. Stattdessen hat man manchmal frische halbierte Trauben in die Suppe gegeben und sie kalt gegessen.

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ambulans 03.08.2019, 15:24
3. bei den

themen "warenkunde" und "umgang mit ..." gehe ich ja noch mit; bei einigen zutaten, z.b. oliven (welche?, woher?) und so bereits sehnlichst erwarteten spässeken wie zitronenthymian, kokosmilch "light" kräuseln sich mir bereits einige härchen. schluss ist aber, wenn ein richtig "staubig" trockener sherry, wie der sanlucar, in ein glas (welche glasform?) mit - höre und staune - "eiswürfeln" gegeben wird. das ist ami-cuisine vom feinsten, ist es nicht? brrr ... dr. ambulans (alle kassen)

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weltjung 03.08.2019, 21:17
4. Moralkeule?

Sie fühlen sich anscheinend beim Thema Fleischverzehr angegriffen, Herr Hobbykoch. Es gibt sehr wohl Echte Spitzenköche, die dieses Kapitel unterschreiben. Bleiben Sie doch daher bitte auch beim „hobbykritisieren“. Und wenn Sie hier schon von fragwürdigen Zahlen zu dem Thema fabulieren, dann sollten Sie diese auch widerlegen. Alles andere wäre kein Journalismus, sondern persönliche Meinung. Und die können Sie gerne am Esstisch äussern.

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benhadschiomar 03.08.2019, 23:09
5. Zum Kochen gehört - ob man will oder nicht -

auch ein bisschen Wissen über Chemie (zB. Emulsion, Zitronensäure) und Physik (zB Wärmelehre) - gerade bei ambitionierten Hobbyköchen. Grober Unfug für den Haushalt ist die Empfehlung, warme bis heisse Speisen zwecks Abkühlung ins TK-Fach zu stellen. Die zur Abkühlung notwendige Wärmeabgabe geht hübsch zur Erwärmung der restlichen Lebensmittel über (heisses und kaltes Wasser ergibt einen Mittelwert). So schnell kann der Gefrierschrank gar nicht die Wärme abführen. Auch sollte man den Unfug nicht mit Kühlschränken machen. Es bleibt nach wie vor: kaltrühren im Eiswasserbad und dann ins TK-Fach.

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benhadschiomar 03.08.2019, 23:17
6. Warum

nimmt man statt der Mandelkerne nicht Mandel-Puder (nicht: gemahlene Mandeln!), wie es die Konditoren verwenden (zB für Macaron)? Das gibt es ua. im Reformhaus (etwas teuer). Selbst der Thermomix kriegt die ganzen Mandeln nicht ganz fein gemahlen.

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Mindbender 04.08.2019, 10:14
7. ...

Geht auch normales Salz? Oder muss es unbedingt Meersalz sein?
Nicht, dass es da einen Unterschied gibt.

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autocrator 04.08.2019, 11:42
8. kalorien

Öl, fettige Kokosmilch, Mandeln, Zucker, nochmal Öl (fehlt nur noch der Blubb Sahne "zum Abrunden"), kalorienschwere Banane und Oliven, und zum Anrichten nochmal Öl drübergekippt ... boah ey, Wagnerwagnerwagner ... schonmal in die Spiegel geschaut und ob der Wampe und dem aufgequollen-aufgedunsenen Gesicht und den fettigen Wurstfingern nicht erschrocken? Bahh, hey, der Krieg ist vorbei, uns steht kein Hungerwinter mehr bevor! Man muß nicht mehr in alles und jeden Kalorien reinpressen ohne Ende!
Das ist eine Monster-Kaltschale mit einprogrammierten Herzinfarkt oder Pankreatitis ... geschmacklich mag das Kokos-Ajoblanco ja interessant sein, aber ich habe nicht vor, mich dafür/damit umzubringen.

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thomas387 04.08.2019, 12:21
9. Das Buch zum Film, die Nachricht zur Werbung ...

Als der ‚Spiegel‘ noch kein Lifestyle-Magazin war, sondern getragen vom Ernst eigener Bedeutung, war der ‚Hohlspiegel‘ das Einzige, das einem von den Wirren der Welt etwas Erholung vergönnte. Heutzutage aber sind Nachrichten wie ein Formel 1-Auto dermaßen sensormäßig verkabelt, dass ich deren Referenzwerte sofort in den Preis der Werbung übersetzen kann und es die Schwellenüberschreitung zum Influencer - die ‚Süddeutsche‘ etwa hat das massiv ausgebaut, von der Seife bis zum Wein (Der Spiegel, Lambrusco, macht’s nach) - erst gar nicht mehr braucht: Das Rezept selbst ist der Einfluss. Wenn also Nachrichtenmagazine zur Nachrichten-Plattform werden würden und man sich als Kolumneur und Rezepteur wie bei Amazon sozusagen einkaufen könnte gegen Entgelt: Wie gelange ich dann noch zu einer Wahrnehmung einer Wirklichkeit, die sich nicht in den angelesenen Meinungen anderer und meiner Reaktionen darauf isoliert? Wie gelange ich zu einem direkten Geschmack des Lebens, dieser ungeheuerlichsten Speise, die man jemals zu sich nehmen kann? Ich bin ja der Rest dessen, was vom gestrigen Tag übriggeblieben ist und ich frage mich, ob sich dieser Resteverwertung meiner selbst, dieser Eigennachhaltigkeit und damit dem Stumpfsinn eines Lebens, das sich morgen in dem wiederholt, was es schon im Gestern hinter sich gebracht hat, die Frische des Niedagewesenen offenbaren kann. Kann ich schmecken, ohne je auch nur einen einzigen Rest meiner selbst zu verwerten?

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