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Saniertes Wohnhaus in Brüssel: Wegreißen und aufschneiden
K2A

Fad wirkte der Altbau in Brüssel, eng und spießig. Ein Architektenduo plante die Sanierung und schuf eine lichtdurchflutete Wohnoase in der Stadt. Hier sehen Sie, wie sich das Haus verändert hat.

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jeby 24.11.2018, 13:15
10.

SPON schreibt positiv über eine Luxussanierung. Das ist mal etwas Neues! Ich finde sie im Übrigen nicht besonders gut gelungen. Da wird erst über die kleinen Fenster des Originalbaus geschimpft und dann gibt man Räumen dunkelgraue Wände. Auf einigen Bildern erscheint das Haus jetzt richtig düster und uneinladend.

An der Einrichtung kann man natürlich noch etwas ändern, aber im Moment sieht die Wohnung nicht danach aus, als ob dort je Kinder wohnen sollen. Auch die Faltwerktreppe macht mir einen sehr gefährlichen Eindruck. Da fallen Kinder schon mal schnell an der Seite runter. Alles in allem gibt es keinen Grund im Text von Eltern oder Familienpalast zu reden, weil das doch den Einzug von Kindern impliziert, an die glaube ich nicht gedacht wurde.

Das Treppengeländer fehlt auch im unteren Bereich der Faltwerktreppe und sieht insgesamt mehr dekorativ als funktionell aus. Für ältere Leute ist sie nichts.

Alles in allem wurde also eine überteuerte Bruchbude für Studenten in eine düstere Luxuswohnung für ein kinderloses reiches jüngeres Paar verwandelt.

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latimer 24.11.2018, 13:17
11. Schwarz - Weiß?

Wohnen ist auch Geschmacksache. Mir gefällt es jedenfalls sehr gut.
Das Problem ist ein anderes: hier wohnen wahrscheinlich nicht einmal mehr halb soviel Menschen, wie vorher. Damit werden wir das Wohnungsproblem in unseren Städten also nicht lösen.

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mag-the-one 24.11.2018, 13:31
12. Mon Oncle...

Zitat von jot-we
Grässlich! Grauenhaft! Gendergedöns! Das wirkt ja wie eine Mischung aus Witz, Satire und Hallenbad. Und dabei sah's doch vorher so nett vermurkelt und humanesk aus. Also: Der Blitz möge architektierende Hippster beim Proseccotrinken treffen oder - besser noch - die sollten in solchen Bauten die nächsten 20 Jahre leben müssen - natürlich bei veganem Wasser und Marie-Antoinette-Brot!
Ich kann Ihnen nur beipflichten. Vielleicht kennt noch jemand den Film "Mon Oncle" von Jaques Tati, wo ein ähnlich verunglücktes, "modernes" Haus dem urig charmanten, verwinkelten, alten Viertel der Hauptperson gegenübergestellt wurde... ;-) Mal ehrlich, wer möchte in dieser grauen Gruft 24 Stunden/7 Tage zubringen? Wo die kantig - dominante (Innen!) - Architektur mir bestimmte Bewegungsabläufe aufzwingt? Im Übrigen finde ich Architektur bedenklich, wo sie "fake houses" produziert: vorne belgische Gründerzeit und hinten, durch Glas aufgerissener und mit Beton verschlimmbesserter Großbüro - Aufriss. Dreadful. Zu verkaufen wohl nur, wenn sich auf allen Wänden Banksy verewigen darf.

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Gut Reden 24.11.2018, 13:34
13. 4-5?

Zitat von Einhorn
Geht der Trend in Belgien zur Großfamilie? 500 m² richten sich doch bestimmt an Familien mit 4-5 Kindern, oder?
Also nach meinem Verständnis von "angemessenem" Wohnen könnten da eher 20-25 Kinder drin wohnen

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mag-the-one 24.11.2018, 13:38
14. Mon Oncle...

Ich kann Ihnen nur beipflichten. Vielleicht kennt noch jemand den Film "Mon Oncle" von Jaques Tati, wo ein ähnlich verunglücktes, "modernes" Haus dem urig charmanten, verwinkelten, alten Viertel der Hauptperson gegenübergestellt wurde... ;-) Mal ehrlich, wer möchte in dieser grauen Gruft 24 Stunden/7 Tage zubringen? Wo die kantig - dominante (Innen!) - Architektur mir bestimmte Bewegungsabläufe aufzwingt? Im Übrigen finde ich Architektur bedenklich, wo sie "fake houses" produziert: vorne belgische Gründerzeit und hinten, durch Glas aufgerissener und mit Beton verschlimmbesserter Großbüro - Aufriss. Dreadful. Zu verkaufen wohl nur, wenn sich auf allen Wänden Banksy verewigen darf.

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at.engel 24.11.2018, 13:47
15.

An sich ein absolut interessantes Thema: Sanierung. Und ich finde das Ganze durchaus gelungen (wem die Farbe nicht gefällt, kann es ja dann ja noch mal übermalen).
Es fehlt halt nur eine ganz entscheidende Information, und das ist der Preis - Miete oder Kaufpreis pro m².
Für ein paar Millionen Euro kann ich eigentlich alles machen - egal wo - und egal aus was. Johnny Depp hatte in Los Angelos, Downtown ein absolut geniales Penthouse... stand für 12 Millionen zum Verkauf. Ich kann mir für den gleichen Preis sicher auch irgendwelche Favelas in Rio, mir super Aussicht über die Stadt und Infinity Pool umbauen lassen. Nur interessiert das eben kaum einen mehr!
Interessant wäre, ob sich heute noch ein Student diese Wohnung in Brüssel leisten könnte... ist natürlich eine rein rhetorische Frage! Wahrscheinlich kann sich nämlich nicht einmal einer dieser damaligen Studenten diese Wohnung leisten. Und genau da wären wir bei einem anderen Problem: Wenn nur noch für die oberen 5% saniert wird, ist das eben keine Lösung, sondern nur noch ein Problem mehr: Nämlich ein soziales!

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kumi-ori 24.11.2018, 14:13
16.

Am meisten freut sich der Autor offenbar über die Studenten, die sich jetzt ärgern, weil sie unter der Brücke schlafen müssen. Dass die Wohnungen früher überteuert und der Vermieter ein gieriges A... war, war zwar ein Missstand, aber es gab wenigstens überhaupt noch diese Wohnungen. In Großstädten mit Wohnungsnot mit dem Raum dermaßen zu aasen, ist eine Frechheit und wird den Bewohnern wenig Freunde in der Nachbarschaft bringen. Warum bauen sie nicht in irgeneinem aufgegebenen Bauernhof?

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M.W. aus A. 24.11.2018, 14:25
17. Umgekehrt proportional

Der Umbau war bestimmt nicht billig - hier zeigt sich wieder mal: Geld und Geschmack verhalten sich sehr oft umgekehrt proportional.

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bafibo 24.11.2018, 15:22
18. Beruhigend

Angesichts der deprimierenden Innenraumfotos finde ich es beruhigend, daß diese Art von Sanierung unter den anderen Lesern offenbar ebenso wenig Anklang findet wie bei mir. Eine Treppe, deren Geländer keinem Kleinkind Schutz vorm Herunterfallen bietet (und die deshalb in Deutschland niemals erlaubt würde), Fensterflächen, die das Haus im Sommer zum Glutofen machen und im Winter die Heizkosten hochtreiben, dazu noch die Unmöglichkeit, ohne größeren Aufwand den Wohnraum wieder aufzuteilen - nein, vielen Dank, Thema verfehlt. Wer braucht Baumstämme mit Rinde im Treppenhaus? Selbst als Katzenkratzbaum wäre sowas keine Dauerlösung. Bekäme ich das Haus geschenkt, würde ich vermutlich einen weitgehenden Rückbau (insbesondere der Fensterfront und der grauen Wände) in Angriff nehmen.

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großwolke 24.11.2018, 15:22
19. Sie denken an die Sommer

Zitat von GrüneLeuchte
Bei dem kommenden Klimawandel dafür zu Sorgen das möglichst viel Licht und somit Hitze rein kommt war wirklich richtig clever.
Aber dort, wo das Haus steht, werden wir auch winters nicht in kurzen Hosen herumlaufen. So ein offenes Design bedeutet leider auch, dass man immer den kompletten Bau beheizen (bzw. klimatisieren) muss, nicht nur die genutzten Zimmer. Wer sich so eine Hütte leisten kann, den interessieren die Kosten dafür bestimmt nicht, energie-effizient ist es aber trotzdem nicht.

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