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Siegeszug des Craft Beer: Gebt mir mein Bier zurück
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Bier war mal ein proletarisches Getränk. Jetzt gibt es plötzlich Bier-Tastings, Bier-Desserts, Bier-Snobs. Höchste Zeit, dagegen anzutrinken.

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ctwalt 20.10.2015, 13:47
1. Doch, doch

in einer Zeit in der Menschen sich nicht mehr mit den relevanten Dingen des Lebens beschäftigen und das Gross der Kunden doch nur Billigfraß kauft und frisst, muss man seine übriggebliebene Zeit unbedingt mit Biertastings, nicht unter € 3,- für 0,3l verbringen.........

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PJanik 20.10.2015, 13:48
2. Darauf erst mal ein Bier....

... entweder es schmeckt einem oder nicht. Hier jetzt ein Problem zu sehen finde ich seltsam. Neben Gourmettempeln die pommesbude. solange es schmeckt ist Vielfalt besser als Einfalt

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MatthiasPetersbach 20.10.2015, 13:50
3.

"Das, was Amerikaner unter Craft Beer verstehen, nämlich Bier in Betrieben gebraut, die weniger als 7,15 Millionen Hektoliter umsetzen - also laut deutschem Brauerbund jede deutsche Brauerei - gibt es bei uns seit 1000 Jahren. Man nannte das Getränk bis jetzt halt: Bier."

Hihi….ja, stimmt. "Keep it simple" ist auch ne Qualität. Ein Bier, einen Kaffee, ein Rieslingschorle sollte eine Bestellung sein, die keines weiteren Nachfragens bedarf.

Das ist doch wie bei allem - das erste Kriterium sollte die Frage "schmeckt oder schmeckt nicht" sein. Unabhängig vom Preis und aussenrumgedöns.

Man kann sich beim Bier sicher -wie bei Wein, Tee oder anderem ein feineres Empfinden "zutrinken" - das macht aber hunderte andere Biersorten nicht weniger gut.

Im Gegenteil: ich würde jetzt hier im Umkreis nicht eine Hausbrauerei oder Regionalbrauerei als Treffpunkt ablehnen, weil mir da eventuell das Bier nicht schmeckt. Das gibts fast nicht - man muß nur die Fernsehbiere meiden.

Beim Bier seh ich keinen Änderungsbedarf.

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tomxxx 20.10.2015, 13:51
4. Mit dem Artikel kann ich so gar nichts anfangen!

Ich bin von der Craft Beer Bewegung begeistert. Den ganzen Schlussfolgerungen in dem Artikel kann ich nicht folgen. Ich freu mich, dass mit dem Trend der USA "zurückkommt" die kleinen deutschen Brauereien wieder mehr Beachtung finden. Ich finde es interessant was z.B. die Belgier für Bier brauen und habe auch festgestellt, dass es in Polen sehr gute kleine Brauereien gibt und freu mich, was ich noch alles entdecken werde. Die Sichtweise, ein Arbeitergetränk müsse simpel sein, halte ich nur noch für arrogant. In Südeuropa trinken auch Arbeiter Wein und verstehen was davon! Was soll das? Im Gegenteil, Brauen ist eine alte Handwerkskunst und es ist eben sogar sehr schön, dass Bier trotzdem immer so gemütlich ist, wie es immer war!

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muhaha! 20.10.2015, 13:51
5. Komplex

Bereits heute gibt es Helles, Dunkles, Weißbier oder Pils. In den meisten Lokalen lässt sich diese Liste bereits jetzt schon verlängern.
Die Bestellung "ein Bier, bitte" wird jetzt und in Zukunft funktionieren. Übrigens genauso gut wie die Bestellung des Hausweins in einem Restaurant.
Es gibt einen Trend, der mit den Craft-Bieren einhergeht, das ist der Vormarsch des "Hellen". Die schwach gehopften, manchmal recht einfachen und sogar charakterlosen bayrischen Biere erfreuen sich steigender Beliebtheit in Deutschland (vermutlich liegt ein Beck's Gold in diesem Trend). Damit existiert bereits ein Gegentrend zum Craft, der Kunde hat die Wahl und manch junger Braumeister darf seine Klientel noch mit etlichen Ideen und Experimenten überraschen. Ich freu mich drauf (und auf etwas Abwechslung nach 16 Tagen Wiesn und "Bier")

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sound67 20.10.2015, 13:54
6.

Bier hat mehr Geschmacksvariationen als *alle* anderen Alkoholika, ob nun Wein, oder Whisky - als alle nicht-alkoholischen sowieso! Und wenn man sich einmal auf die Craft-Biere eingelassen hat, dann schmeckt Industrieplörre à la Warsteiner, Becks oder Licher eben einfach nur noch nach feuchten Gipskartonplatten! Untrinkbar! Bei einigen dunklen Sorten und Hefeweizen mag das anders sein, da geben sich auch die meisten größeren Brauereien kaum eine Blöße. Aber Pils bzw. "Lager", wie heute die hellen Biersorten um 5% zusammengefasst werden? Mit ganz wenigen Ausnahmen (z.B. Faust, Schmucker) von überregionalen Anbietern nur in den Geschmacksrichtungen "Bäh!" und "Igitt!" zu bekommen.

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Khaled 20.10.2015, 13:56
7. Selten so einen Stuß gelesen

Selten so einen Stuß gelesen! Soziale Abgrenzung funktioniert auch ohne Bier. Und hat wohl je ein Bankmanager Dortmunder Union getrunken? Wer (wie ich) nicht in Bayern lebt mit hunderten Hausbrauereien in den umliegenden Dörfern, ist jedenfalls heilfroh über die zahlreichen tollen Alternativen zum hier einzig trinkbaren König Pilsener. Darauf ein IPA!!

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stalkingwolf 20.10.2015, 13:59
8. ab und zu ganz nett

z.b als Geschenk oder für einen besonderen Abend.
ich kaufe mir auch gern im HitMarkt aus dem Braufactum Stand ein Bier. Das Märzen ist z.b ganz ok.

Auch dort kann man eine 0,33l Flasche für 11€ kaufen.
Würde ich aber nur als Geschenk machen. Für mich selber würde ich so etwas nicht kaufen.

Sonst normales Bier. Aus Brauereien im nahen Umfeld.

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TakeThis 20.10.2015, 14:00
9. Prost!

Recht haben sie, Frau Bulban, ich unterschreibe jeden Satz. Wie schon anderer Stelle geschrieben: Die Craft Brewer nehmen ja auch das Reinheitsgebot unter Beschuss, es führe zu langweiligem Einheitsgeschmack. Stimmt nur leider überhaupt nicht. Die Vielfalt innerhalb des Gebots ist fast unendlich.
Trotz nervigem Chichi: Ich habe nix gegen die Craft Brews, da sind tolle Sachen dabei. Aber es wird eben schnell beliebig, wenn man alles reinmischen kann. Egal ob bio oder regional, das ist für mich kann Bier mehr, sondern ein Biermischgetränk. Wein darf man ja auch nicht mit Kirscharomen, Kräutern, was weiß ich versetzen.

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