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Siegeszug des Craft Beer: Gebt mir mein Bier zurück
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Bier war mal ein proletarisches Getränk. Jetzt gibt es plötzlich Bier-Tastings, Bier-Desserts, Bier-Snobs. Höchste Zeit, dagegen anzutrinken.

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P.Delalande 20.10.2015, 17:12
130.

Zitat von suppenkoch
Sie sind also eher stolz darauf, dass man das deutsche Brauwesen in seinen Möglichkeiten beschränkt hat, während man im Rest der Welt frei experimentieren konnte.
Nur wenn man nichts davon versteht, hält man das Reinheitsgebot für eine Beschränkung. In Wirklichkeit offenbart gerade diese "Beschränkung" die Kunst der Braumeisters, die dennoch eine Vielzahl von Bieren mit verschiedenen Geschmacksrichtungen brauen können.
Bierbrauen ist ein Handwerk und kein Versuchsfeld für Hobbychemiker.

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jboerner 20.10.2015, 17:16
131. Franken

Über das "in Bayern" und den Artikel insgesamt kann ich als Franke nur milde lächeln. Auch über die "woher kommt ihr Lieblingsbier"-Auswahl. Keines meiner Lieblingsbiere kann dort vertreten sein, weil keines aus einer Großbrauerei kommt. Und natürlich ist Bier hierzulande in der Kriese, weil jenseits des Weißwurstäquators die Leute unter "Bier" nur 10 Sorten absolut gleich schmeckende Industriepilsner verstehen. Es ist sehr putzig, dass es jetzt einen natürlich denglisch titulierten Gegentrend "Craftet Beer" gibt, der angeblich aus den USA kommt. Dabei hat es- und da hat der Artikel im Kern eben Recht- solches hier schon lange. Seeehr lange. Hausbrauungen sind alt, typisch für _Franken_ (net: Bayern), und hier hats auch noch die größte Brauereidichte weltweit. Mit zig Biersorten. Die alle anders schmecken. Ohne komische Zusätze. Da brauchts auch kein Beschneiden des "Reinheitsgebotes" (was de fakto nur eine wirtschaftliche Sache war und ist, und Brauverordnungen sind so viel älter als das "Bayrische Reinheitsgebot"). Mit unterschiedlichen Mälzungen, Getreide, Vorbehandlung usw. bekommt man zig verschiedene Geschmacksnoten.
Das Ergebnis ist einfach leckeres Bier. Gutes Bier. Dunkles, Obergäriges, Naturtrübes, Mehrkornbier, Rauchbier, fruchtiges, kräftiges.
Nicht: "Craftet Beer". Jedes Bíer ist "gecraftet". Wenn es taugt.
Die Industriebiere freilich nicht.
Aber wer das trinkt, glaube eben auch, das sei das Ende der Fahnenstange.

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calinda.b 20.10.2015, 17:19
132. Ach Gottchen ...

Es ist halt schön wenn man sonst keine Probleme hat als sich mit den Bier-Vorlieben anderer Leute zu beschäftigen.

Wenn sie kein rotes Bier zum Wildragout bestellen wollen, dann lassen Sie's einfach sein.

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waldschrat72 20.10.2015, 17:21
133. Nachdem die großen Brauereikonzerne..

..dem hier ans Volk gebrachte Massenbier auch noch die letzten Eiweisse, Hefen und sonstigen natürlichen Bestandteile eines Bieres herausgefiltert haben, ist das, was hierzulande als "Premium" nunmehr teuer vermarktet werden muss, einfach nur noch eine schreckliche, überteuerte Massen-Plörre. Da schmeckt mittlerweile fast jede "Marke" gleich schlecht.
Kein Wunder, daß viele Biertrinker bis vor Kurzem gar nicht mehr wußten, wie ein weitgehend handwerklich gemachtes, natürlich belassenes Bier aus besseren Zutaten eigentlich schmecken kann -und auch sollte. Ein Hoch auf die neue Bierkultur, ich bin froh über die vielen kleinen Hausbrauereien, die es übrigens auch bereits vor der "Crafting"-Welle in Deutschland gab. Hier gibt's zum anständigen Gaststättenpreis ein Getränk, das den Namen Bier noch auf dem Glas stehen haben darf. Und glücklicherweise werden die Anhänger dieser Biere in Deutschland spürbar mehr. Das hat so ganz und gar nichts mit Snobismus zu tun, sondern einfach etwas mit gutem Geschmack und dem neuentdeckten Sinn vieler Menschen für die eigene Region. Zum Wohl !

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chupamela 20.10.2015, 17:22
134.

Zitat von Khaled
Als Craft-Bier-Trinker verwahre ich mich allerdings entschieden dagegen, irgend etwas mit diesem unseligen Veganquatsch zu tun zu haben. Bier kann niemals vegan sein, schon weil für jedes Glas Milliarden unschuldiger Hefezellen sterben müssen ;-)
Hefezellen sind Pilze, keine Tiere. Das ist für Veganer ok. Sie haben aber ein Problem mit den Etiketten auf den Flaschen. Diese werden nämlich mit tierischem Kaseinleim draufgepappt. Also als Veganer bitte nur Faßbier. Verstehe das wer will....

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Celegorm 20.10.2015, 17:22
135.

Zitat von P.Delalande
Btw.: wer bei den traditionellen Bieren die Vielfalt des Geschmacks vermisst, der kennt die Vielfalt der traditionellen Biere einfach nicht.
Die kennen die meisten halt nicht, weil man eine wirkliche Vielfalt und viele traditionelle Sorten kaum irgendwo (noch) findet. Sachen wie Rauchbier, Porter, Bockbier, Roggenbier, etc. sind grösstenteils absolute Nischenprodukte einiger weniger Brauereien, selbst bekanntere Sorten wie Zwickel oder Alt sind höchstens in bestimmten Regionen verankert. Die typische deutsche Brauerei macht halt Helles, Dunkles, vielleicht noch ein Märzen, Weizen und irgendein Saisonbier - und dann ist das Thema "Vielfalt" abgehakt.

Dass da selten gewordene traditionelle Sorten über "craft beer" wieder zurück ins Bewusstsein kommen, kann doch eigentlich nur gut sein. Und: Andere Länder haben auch ihre traditionellen Sorten und die sind keineswegs schlecht. Es geht halt auch darum, da mal ein wenig über den Tellerrand zu schauen. In Deutschland hat man sich da halt seit je her nicht nur national, sondern bereits regional stark abgegrenzt. Überspitzt gesagt: Der Bayern trinkt sein Weizen, Kölsch gibts nur in Köln und Schwarzbier kommt aus Dunkeldeutschland - und für jeden ist das jeweils andere des Teufels..

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spon-facebook-1344938030 20.10.2015, 17:24
136.

Kann die Argumentation ganz und gar nicht verstehen. Warum soll denn die Vielfalt schlecht sein? Und warum muss man sich drüber aufregen, dass irgendwer mit dem Wissen über Bier etwas klugscheißt?

Ein Sache die ich in deustchen Bars nicht mag, ist dass es meistens nur eine sorte gezapftes Bier gibt. In GB hat jeder Mini Pub mindestens 10 Biersorten, aller gezapft. Das ist eine viel bessere Qalität.

Ich bin froh, dass etwas Wind in diesen alten eingestaubten Biermarkt kommt...

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quark2@mailinator.com 20.10.2015, 17:24
137.

Wieso rechnet sich Franziska Bulban zu den Proletariern ? Witzig, wenn Leute, die im Warmen auf Rechnern tippen sich ein Holzfällerhemd anziehen und so tun, als wäre sie fürs Grobe. Aber kaum ist der Reifen ist platt isses vorbei und man ruft den ADAC ... ach klar, man hat auch eine Karre ohne Ersatzrad oder ein Fahrrad ohne Flickset ...

Sein wir mal ehrlich, echtes Proletariat kann man in DE schon fast an einer Hand abzählen.

Was nervt ist hingegen, daß für Brauereien nicht gilt, was man für die Apotheken hatte - jeder für sich alleine und kein Recht auf Monopolbildung. Aber echte Konkurenz macht keinen Spaß. Da muß man arbeiten und um den Preis kämpfen. Besser man kauft alles auf. Ist nicht nur beim Bier ne Plage.

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P.Delalande 20.10.2015, 17:29
138.

Zitat von chupamela
Und die brauen alle mehr oder weniger das selbe. Sie verwechseln Sorten mit Marken. Von den geschätzt 100 Biersorten auf der Welt kennt man bei uns nur eine Hand voll.
Nun ja, in Oberfranken werden übers Jahr etwa 1000 verschiedene Biere von 200 kleinen Brauereien gebraut und Sie werden dabei kaum zwei finden die gleich schmecken. Lernen Sie doch erst einmal die kennen, bevor Sie "uns" unterstellen wir würden nur eine Handvoll unterschiedlicher Biere kennen.

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couprevers 20.10.2015, 17:30
139. Bier

ist das alkoholische Äquivalent zum Joint.
Hopfen ist praktisch diesselbe Pflanze (vereinfacht gesprochen) wie Cannabis. Die Verwandschaft ist so eng dass diese zwei Pflanzen sich gegenseitig aufpropfen lassen. Der genetische Unterschied ist etwa so groß wie zwischen einem grünen und einem roten Apfel.

In einer Parallelwelt wird vielleicht, ebenso wie hier, über die Vielfalt und Kultur von Gras geschwärmt, während die asozialen Biertrinker sich ihre, in Kellern zusammengepanschte Plörre, nachts im Park vom Drogendealer kaufen.

Verrückte Welt.
Also Prost.

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