Forum: Stil
Tiny Houses: Platz ist für die kleinste Hütte
Biro Zoltan

Aus Not baute sich ein junges Architektenehepaar aus Rumänien ein Mini-Haus. Inzwischen beliefern sie Kunden aus ganz Europa. Auch in Berlin steht eines ihrer Raumwunder mit Schlafzimmer, Küche, Bad und Kamin.

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Nania 29.10.2018, 16:27
40.

Persönlich finde ich die Tiny Houses schon niedlich und in vielerlei Hinsicht auch praktisch. Ich habe aber in unserer damaligen 35-Quadratmeter-Studentenwohnung mit Dachschräge gemerkt, wie schwierig es ist, Dinge zu verstauen, die mehr Platz wegnehmen. Freunde von uns wohnen in einer ähnlich großen Wohnung ohne schräge Wände und haben sich jetzt eine (teure) Lagerbox angemietet, damit sie dort Ausrüstung für ihre Freizeit (eine Form von Outdoor-Hobby) lagern können.

Tiny Houses sehe ich daher als Zukunft für Menschen, die ohnehin mit "wenig" Krempel auskommen, die keine lagerungsintensiven Hobbies betreiben und vieles nur noch digital besitzen.
Für alle anderen währen moderne, flexible Wohnkonzepte (jemand sprach schon an, dass viele "Familienhäuser" später zu groß sind, wenn nur noch Mama und Papa dort leben) wohl eine bessere Idee.

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eulenspiegel1979 30.10.2018, 12:08
41. Interessante Kommentare

Tiny Houses interessieren mich brennend, da ich mich gedanklich schon lange mit dem Thema Downsizing befasse. Sicher, mit Frau und Kind eine Herausforderung, aber sicherlich lösbar. Sind wir dochmal ehrlich zu uns selbst. Wir leben in einer Welt, getrieben davon, möglichst viel am Wohlstand und materialistischem Überangebot zu partizipieren. Dafür gehen wir täglich schufften, zahlen massig Abgaben und ärgern uns, dass wir zu wenig Zeit für die wesentlichen Dinge des Lebens haben. Aber welche sind das denn?

Für uns sind es eben nicht mehr das schönste Auto, das tollste Haus, die modernste Musikanlage oder ein Schrank voller Klamotten. Für uns rücken andere Dinge in den Fordergrund, wie näher mit der Familie zusammenzurücken, zu reisen, sich gesund zu ernähren, mehr Zeit draußen zu verbringen und Geld fürs Alter zu sparen. Da kommt mir so ein Tiny House extrem gelegen. Ich habe bereits als Student mit meiner Partnerin auf 23 qm gewohnt und uns ging es blendend. Komisch wurde es tatsächlich erst, als man sich ein Haus gekauft hat und plötzlich massig Platz hatte, um Schwachsinn anzusammeln und irgendwo hinzustellen, weil man eben den Platz dazu hatte. So ein lehrer Raum sieht ja doof aus. Völlig bekloppt also. Und irgendwer muss die Hütte ja auch regelmäßig putzen, der Garten muss gemacht werden und Reparaturen fallen irgendwie immer an. Man geht also arbeiten und nach Feierabend arbeitet man dann weiter. Für uns nicht mehr zielführend.

Sobald man in diesem Staat auch mal wieder in der Lage sein sollte, Dinge zu erlauben und zu erleichtern, statt mit Auflagen zu überschütten, werde ich mir ein kleineres Grundstück kaufen und ein Tiny House bauen. Den ganzen restlichen Krempel spende ich anderen, die es dringender benötigen. Mir geht dieser Konsumdruck, das Muss nach Mehr gehörig auf den Wecker. Tiny Houses ist ein Synonym für eine Lebensweise, die man sich durchaus mal durch den Kopf gehen lassen sollte. Ich kenne viele Akademiker, darunter einige Ärzte, die sich ebenfalls mit Downsizing ersnthaft befassen.

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h.nurtinger 30.10.2018, 12:39
42. Sau durchs Dorf

Wie oben geschrieben, wird mal wieder die Sau durchs Dorf getrieben. Was ist das? Es geht um wohnen zu können, ohne dicht aufsitzende Nachbarn, also ein reines Luxusthema.
Am Ende geht es um Bauen im Außenbereich, was unbedingt unterbunden gehört - siehe die Zersiedelungen zB im Artland und weiten teilen Niedersachsens (Stichwort: Betriebsleiterhaus). Hier verdienen nur die Bauern an ihrem ererbeten Grund.
Ökologisch oder zukunftsweisend ist daran genau gar nichts.
Ökologisch ist zB ein Passivmehrfamilienhaus mit 5 Etagen. Da kann auf jeder eine vierköpfige Familie auf 120m² wohnen. Das macht dann einen Flächenverbrauch von 6m² pro Person. Besser geht es nicht und es bleibt überschaubar und hat eine nachbarlich angenehme Atmo.

Bitte, SPON-Redaktion, macht lieber mal was über sog. "Dauercamper", also arme, oft ältere Leute, die am Campingplatz leben und sich nur für drei Wintermonate die alte Miniwohnung an der Ausfallstraße in Essen halten.
Aber bitte nicht dauernd dieser Boboschmarrn.

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Alexis_Saint-Craque 30.10.2018, 13:15
43. Euphemismen des Besitzlosen

Besitz ist böse, wenn du in dir nicht leisten kannst. Die Immaterialisierung der Armut hat den Vorteil, dass sie nicht mehr Anklage erheben kann. Sie ist einfach weg. Bis dahin ist ein Tiny House der Euphemismus der Stunde.

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Freier.Buerger 30.10.2018, 13:19
44. Tinyträume und Downsizing

In leichter Abwandlung der alten Regel kann ich nur sagen, Wohnraum ist durch nichts zu ersetzen, als durch noch mehr Wohnraum...

Wer wissen will, wie es sich dauerhaft mit tiny Träumen im Tinyhouse lebt, braucht nur über den großen Teich in einen Trailerpark zu schauen.

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holger1234 30.10.2018, 14:45
45. Mehr Kinder werden es nicht werden...

Sie leben in einem Tiny-House mit 2 Kindern. Naja mehr werden es dann nicht mehr wenn man mit 2 Kindern im selben Raum schläft

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robert.mantis 30.10.2018, 14:55
46. Nett für Singles und Kinderlose mit viel Geld

Grundsätzlich finde ich die Idee des minimalistischen Wohnens sinnvoll, aber nicht in der Bullerbü-Variante mit Tiny Houses. Wo soll ich die denn in München hinstellen? Soll ich mir eine Verkehrsinsel für 800.000 EUR kaufen oder eine Baulücke für 1.500.000 EUR? Gäbe es die Möglichkeit, diese Häuser auf erschwinglichem Grund mit vorhandenen Anschlüssen rechtssicher abzustellen, könnte in der Peripherie von Großstädten sowas vielleicht eine romantisierte Alternative der Trailer-Parks sein, die in den USA die soziale Unterschicht beherbergen. So aber nur eine Spielerei für Singles und Kinderlose mit zuviel Geld. Stattdessen sollte man in Großstädten mal bedarfsorientiert Wohnraum bauen statt tonnenweise Penthouses und Lofts mit 200 qm für 5.000 EUR Kaltmiete im Monat.

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deSelby 30.10.2018, 15:22
47. Tiny Houses...

...sind das immobilientechnische Äquivalent zu "Aufstockerjobs": lächerliche Wohnplacebos, die unter preisgabe von Lebensqualität den Eindruck vermitteln sollen, das tote Pferd namens kapitalistische Marktwirtschaft sei noch in der Lage zu laufen und versorgte alle Menschen mit den lebensnotwendigen Ressourcen.

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friwi1 30.10.2018, 19:41
48. zu 44. wie es das "auslandsjournal" kurz vor der letzten Prae.-Wahl

in den U.S.A. tat und beim Besuch eines Trailerparks auch ueber Trailergroessen
berichtet wurde, worin Familien "hausen", in fixen Wohnheimen, deren Groesse die
milltere Wohnungsgroessen in DE= 70qm WNFL ueberbieten.
Fahrbare Wohnheime mit 90qm sind erwerbbar, wer mehr braucht kann sich ja dann 2,3,4 oder mehr besorgen.
Es ist leichter ein EFH mit 130qm WNFL zu einem 10 single-Tinyappartment-Haus umzugestalten als nach leeren Grundstuecken oder Abriszgrund zu suchen.
Deutschland ist ein Land , wo fast 2/3 der Wohnhaushalte nur aus 1 oder 2 Personen besteht.
Gedanken, ohne politischem Diktat, sollte darueber schon gemacht werden.

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ctwalt 31.10.2018, 09:46
49. Aber doch nicht in Deutschland!

Ich müsste schon für meinen Carport-ähnlichen, frei stehenden Unterstand ein Brandschutzgutachten erstellen lassen!

Deutschland ist völlig überbürokratisiert und der Verwaltungsapparat wird sich immer weiter ausdehnen. Kapital regiert, nicht das Volk. Allein die unfassbaren Vorschriften zur Erstellung eines Bauantrags auf Um-Nutzung führten bei uns dazu, dass wir letztendlich Fläche im Industriegebiet versiegelt und eine Halle darauf gestellt haben. Jeden Tag 30 km mehr Fahrtstrecke für 4 Mitarbeiter. DAS ist auch ökologisch perfekt!

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