Forum: Stil
Tiny Houses: Platz ist für die kleinste Hütte
Biro Zoltan

Aus Not baute sich ein junges Architektenehepaar aus Rumänien ein Mini-Haus. Inzwischen beliefern sie Kunden aus ganz Europa. Auch in Berlin steht eines ihrer Raumwunder mit Schlafzimmer, Küche, Bad und Kamin.

Seite 6 von 6
vitalik 31.10.2018, 11:17
50.

Zitat von Papazaca
Ich finde die Diskussion um die Tiny Houses sehr gut, weil vieles thematisiert wird: Bauvorschriften, Bodenpreise, Trailerparks, Campingplätze, Baumaterialien usw. usw. .. Was aber offensichtlich ist: Viele Häuser sind nach dem Auszug der Kinder zu groß dimensioniert. Und es wird im Laufe eines Lebens viel angehäuft, was dann mit der Zeit zu Gerümpel mutiert. Aber die Grundrisse sind oft nicht flexibel und können nicht den neuen Bedürfnissen angepasst werden. Mit anderen Worten: Im Vergleich zu den realen Bedürfnissen hinken unsere Vorstellungen vom Wohnen weit hinter den Möglichkeiten hinterher. So wie die Rente ist die Problematik des Wohnens eines unserer Schlüsselthemen. Das kann man hier im Forum auch feststellen. Passiert auf politischen Ebene entsprechendes? Ja, ein paar Parteien sprechen von bezahlbarem Wohnraum, eine richtige, umfassende Debatte findet nicht statt. Tiny Houses ist ein interessantes Thema, das Thema ist aber offensichtlich viel umfassender und heißt: Wie Bauen und Wohnen in der Zukunft? Hoffentlich findet diese Diskussion endlich statt, bevor ich 150 bin!
Sie wollen Flexibilität, dann mieten Sie einfach, statt zu kaufen.
Wenn Sie glauben, dass TinyHouses eine Lösung der Zukunft ist, dann haben Sie einfach nicht bis zum Ende nachgedacht.
Die aktuelle Situation der knappen Wohnfläche bezieht sich aktuell auf die Städte und dort wird bereits in die Höhe gebaut. Kein TinyHouse Konzept kann es mit einem 10-Stöckigen Wohnblock aufnehmen. Mehr Menschen auf dem kleinsten Raum geht nicht, außer man baut noch höher.
Die TinyHouses sind nichts anderes als eine Möglichkeit eines Eigenheims, die aber bezogen auf die Fläche trotzdem egoistisch ist.

Ich verstehe auch, dass nicht alle in einem Hochhaus wohnen wollen, aber dann braucht man doch nicht von der Zukunft zu reden.

Beitrag melden
radler2 31.10.2018, 13:20
51. Dange seeker...

Sieht ja schon ansprechend aus, aber bei genauem Hinsehen: total schmale Treppe, die weder ein Geländer hat noch einen Handlauf, an dem man sich festhalten kann.
Da wird das Kleinkind dann hochbalanciert in der Hoffnung, das man nie ausrutscht und 2 Meter tief auf den Küchentisch fällt.
Auch schön das Kind auf der geländerlosen Empore 2 Meter überm Boden auf den Knien zu halten. Da geht wohl Optik vor Funktion.
Das ist so sicher KEINE Lösung für irgendwas.

Beitrag melden
max.schmitt 01.11.2018, 04:04
52. Bundesplanungsrecht

Der Autor sollte sich mal mit deutschem Bundesplanungsrecht, Bauordnung, Brandschutz u.v.a "Festem Wohnsitz" auseinander setzen.

Mal einfach irgendwo "wohnen" oder gar ein Häuschen aufstellen is nicht. Selbst Dauercampingplätze beinhalten kein Recht auf "Festen Wohnsitz". Da wird deswegen ein Campingplatz auch schon mal geschlossen. Ähnlich Kleingärten, mit wenigen Datschen-Ausnahmen im BRD-Osten

Brauche ich aber ein öffentlich ausgewiesenes Neu-Grundstück, ist der vermeintliche Spar-Spaß mit hiesigen Grundstückspreisen, Anlieger- und Erschließungsgebühren und Trallalla schnell dahin.

Mit anderen Worten, hier in BRD auf absehbare Zeit -poltisch gewollt- unmöglich.

Beitrag melden
Papazaca 01.11.2018, 06:52
53. Meine simple Antwort auf eine moralische Frage

Zitat von vitalik
Sie wollen Flexibilität, dann mieten Sie einfach, statt zu kaufen. Wenn Sie glauben, dass TinyHouses eine Lösung der Zukunft ist, dann haben Sie einfach nicht bis zum Ende nachgedacht. Die aktuelle Situation der knappen Wohnfläche bezieht sich aktuell auf die Städte und dort wird bereits in die Höhe gebaut. Kein TinyHouse Konzept kann es mit einem 10-Stöckigen Wohnblock aufnehmen. Mehr Menschen auf dem kleinsten Raum geht nicht, außer man baut noch höher. Die TinyHouses sind nichts anderes als eine Möglichkeit eines Eigenheims, die aber bezogen auf die Fläche trotzdem egoistisch ist. Ich verstehe auch, dass nicht alle in einem Hochhaus wohnen wollen, aber dann braucht man doch nicht von der Zukunft zu reden.
Ich baue gerade. In diesem Land gibt es kein Platzproblem. Ich baue aber ziemlich klein. Aus Überzeugung. Für mich ist die Diskussion um "triny houses" auch eine Diskussion um KLEIN bauen. Weder bin ich für bewegliche Bretterbuden noch bin ich für zu groß dimensionierte Einfamilienhäuser. Ich verstehe mich auch nicht als Moralist, sondern hoffe auf einen evolutionären Prozess, der auf Nachdenken beruht.

Aber Ihre Vorstellung, das jetzt alle einsichtig sind und in Hochhäuser oder Siedlungen ziehen, hat mit der Wirklichkeit wenig zu tun. Außerdem sind für mich Moralisten so ungefähr das Schlimmste auf der Welt. Aber das ist ein anderes Thema!

Beitrag melden
Seite 6 von 6
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!