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Verplemperte Zeit: Ordnung ist nicht das halbe Leben
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Ordnung führt zu schlechter Laune, weil sie ständig gefährdet ist, weil sie viel Arbeit macht, aber keinen Spaß. Genau deshalb sollten wir nicht das halbe Leben damit verbringen.

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susie.soho 01.10.2017, 17:51
40. Das Gedächtnis macht's

Zitat von max-mustermann
Jeden Tag "Stunden" damit zu verbringen seinen Kram im Chaos zu suchen ist natürlich viel zeitsparender und macht auch viel mehr Spaß als ein bisschen Ordnung zu halten. Ja ne is klar.
- da muss man nicht "jeden Tag suchen". Es gibt eine Ordnung im Chaos!

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J. Hotzenplotz 01.10.2017, 19:40
41. Genau so ist das...

Zitat von 3-plus-1
Wer hat das geschrieben? Jemand der noch nie umgezogen ist? Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass man Sachen anfängt zu hassen, die man nicht braucht, aber schon beim zweiten Umzug in fünf Jahren wieder in Kisten verpacken muss. Zudem halte ich Ordnung auch nicht für optisch "irgendwohin wegräumen" oder sauber machen, sondern für das Schaffen von festen Plätzen für Dinge die man häufig, zumindest aber manchmal, braucht. Es nervt einfach in einer Familie, wenn man zu mehreren das Auto, Werkzeug, etc. benutzt, aber Haken für den Autoschlüssel nicht genutzt wird und die Werkzeugkiste leerer wird, weil manche Familienmitglieder den Schraubenschlüssel da fallen lassen, wo sie ihn mal brauchten. Ordnung bedeutet für mich, pack die Dinge, die du benutzt hast, nach der Verwendung da wieder hin, wo du sie hergeholt hast. Das muss man schon von kleinauf in die Köpfe hämmern. Das Gegenteil kostet nämlich unfassbar viel Recherchezeit oder Geld, wenn man etwas dringend braucht aber es nicht möglich ist dies in angemessener Zeit wieder zu finden. Dann geht's nicht ohne Neukauf. Damit kommen wir auch zum zugerümpelten Keller. Kann sein, dass das sinnvoll ist, weil man weiß, was dort lagert. Wenn man sich beim Durchwühlen aber selber wundert, was man da findet, hätte man auch nicht daran gedacht, dass man das noch hat, wenn man es gebraucht hätte. Man hätte also neu gekauft. Genau darum sagen Ratgeber auch, trenn dich von Dingen, die dich überraschen und die du mehrere Jahre schon nicht benutzt hast.
...aber es gibt viele, die verstehen es nicht und werden es nie verstehen. Das sind aber leider diejenigen, die ständig rumnörgeln, daß "im Haushalt" soooo viel zu tun ist und daß das Geld hinten und vorne nicht reicht, weil man sich schon wieder ein neues DingsBums kaufen mußte ( weil man sich nicht erinnerte, daß und wo schon so ein DingsBums im Gerümpelkeller vor sich hingammelt)...Manche stellen sich halt ein Leben lang selber ein Bein. Schlimm wird es dann, wenn diese "Mehrarbeit und Mehrkosten" als Argument effektiveren Mitmenschen gegenüber benutzt wird, doch bitte auch immer soooo zu rackern oder das Budget zu erhöhen, weil es mal wieder nicht reicht...

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lachina 01.10.2017, 20:48
42. Erstens haben Japaner wirklich kleine Apartements

und wenig Platz und müssen daher ständig entrümpeln, zweitens scheint es mir aber auch, der Mensch solle leicht und frei von Erinnerungen und persönlichen Besitztümern sein, um so besser und flexibler in der Arbeitswelt eingesetzt werden können. Ein "Arbeitsnomade" hat keine Bücherregale voller Bücher, das passt halt nicht in zwei Koffer.

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spon-41d-frm9 01.10.2017, 22:08
43. ausgemistet, uff

die letzten Wochen war ich (nicht ständig aber immer wieder) mit ausmisten beschäftigt: Klamotten für eine Kunstaktion weggegeben, Bücher zu Oxfam gebracht, Küchenschränke durchforstet und vorhin hab ich noch eine Kiste Fotos weggeschmissen. Danach kam mir der Gedanke was wohl nächstes Jahr Trend sein wird: "sich an all dem alten Zeug erfreuen was man über Jahre gehortet hat" es wird dann auch darüber zig Bücher geben wie man das richtig macht. Der Anfang scheint wohl dieser Artikel zu sein. Naja, man muss ja nicht jeden Trend mitmachen

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MPS 01.10.2017, 23:45
44. Da gibt es schon Unterschiede

In der Küche z.B. würde es mich wahnsinnig machen, wenn irgendwelche Schaber, Siebe, Trichter usw. immer wo anders wären. Das gilt auch für Schüsseln, Töpfe usw. Jedes Mal 10 Schränke oder Schubladen abzusuchen, wo das Teil jetzt ist, das wäre die Pest.
Fonduesets usw. , da suche ich bei uns auch immer. Macht Spaß, dann finde ich auch noch Raclette-Sets.
Ganz anders ist es mit Dingen, von denen ich mich nicht trennen kann oder will.
Sehr aufschlussreich war bei uns ein Hochwasser, das den gesamten Keller geflutet hat. Die Diskussion, was man noch behalten muss/will/kann hatte sich damit erledigt.

Etwas heule ich schon noch nach, dass so schöne Sachen wie Diplomarbeiten, berufliche Dokumentationen, Urkunden usw. einfach weg sind ...
Dieser Schmerz wird aber jedes Jahr weniger.

Früher eher Teil-Chaot, lege ich jetzt doch mehr Wert darauf, es "ordentlich" zu haben. Freunde von mir haben eine chronologische Ablage, - auch o.k.

Doch panisches "Suchen", das brauche ich nicht.

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Maria-Galeria 02.10.2017, 01:13
45. Wie wäre es, einfach liegen lassen

Trotzdem ein bisschen Ordnung schadet nicht und ein bisschen Unordnung schadet auch nicht. Es ist wie mit dem Yin und Yang alles sollte im Gleichgewicht sein. Dass man seinen alltäglichen Dreck weg räumt wie Teller waschen wenn sie benutzt wurden, seine dreckige Wäsche wäscht, ein bisschen auf den Dreck am Boden schaut und einmal in der Woche reinigt, ab und zu sonstiges abstauben und reinigen, reicht schon. Dazu gehört natürlich auch dass man sich von altgedienten kaputten Sachen trennen kann damit neues Platz hat. Wir leben einfach in einer Welt der wunderbaren Angebote, warum soll man sich diese Freuden entgehen lassen. Es schadet auch nicht Dinge aufzubewahren, wenn der Platz es zulässt, ist ja bekannt dass sich in der Mode alles wiederholt, ein Service extra bereit steht, für den Fall eines größeren Andrangs im eigenen Lebensraum z.B. Party, Gläser sind einfach schöner als Pappbecher. Also ich freue mich immer über mein reichhaltige Angebot netter Dinge in meiner Wohnung, ab und an wenn es mit zu viel wird geb ich sie weiter oder schmeiß mal was weg, aber mit Vorsicht, denn weg ist weg. Größere Aktionen sind alle paar Jahre auch mal nötig, warum nicht, solange man das hin bringt, ist alles in Ordnung, in meinem Leben gehört das einfach zum Leben dazu und schränkt mich nicht ein. Ich nenne das so, eine gewisse Grundordnung ist nötig, diese zu erhalten erfreut mich. Putztick oder Messiewahn sind eine andere Kategorie. Meine Meinung ist, eine Wohnung darf ruhig bewohnt aussehen. Minimalismus, wie manch einer dies betreibt und von dieser Dame propagiert wird muss echt nicht sein. Übrigens der Staub hängt auch an leeren Wänden, wie von Zauberhand wächst die Staubschicht und hängen die Staubwolken, wundert mich immer wieder. Das Problem in der Partnerschaft ist halt, wer macht was, manch einer erwartet dass es der andere vollbringt, aber gerne bestimmt wie es zu sein hat usw. das ist die Hautkrux, aber dies ist ein ganz anderes Thema. Fazit, sie liegen ganz auf meiner Linie.

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palla-manfred 02.10.2017, 01:51
46. Es gibt sogar einen hochangesehenen Berufsstand - die Verleger

- wie es bei denen wohl zugehen mag, wenn sie dauernd alles VERLEGTE wiederfinden wollen ;-)

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motzbrocken 02.10.2017, 04:35
47. Wie doch

Meine Mutter schon sagte: Ordnung ist das Halbe Leben, den Rest verbringt man mit suchen.

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dirk.resuehr 02.10.2017, 09:11
48. Evolution und Ordnung

Ordnung ist in der menschlichen Natur implementiert. Wir haben Kleider-Schränke, Geschirr-Schränke, Wäsche-Schränke, Schuh-ScHränkE, sogar Räume werden geordnet in Wohnzimmer, Schlafzimmer- Gäste- Zimmer, Kinder-Zimmer, Garagen und Keller. Kann man natürlich alles anders machen, wer rebellisch veranlagt ist, kann ja im Keller schlafen, wenns glücklich macht, den Forscher z. B..Der findet Glück in der Suche und lagert u. U. seine Socken im Geschirrschrank. Endlich mal ein Thema, das den Intellekt fordert!

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rjsedv 02.10.2017, 09:35
49. Das Chaos ist effizienter

Wenn ich mal von Seiten der IT argumentiere - es ist klar dokumentiert, dass chaotische Suchsysteme im Durchschnitt viel effizienter arbeiten als sortierte. Sie sind etwa 50% schneller. Und nicht umsonst sind fast alle großen Geister der Menschheit total chaotisch gewesen und haben null Wert auf Ordnung gelegt. Wobei sowieso unklar ist, was "Ordnung" eigentlich sein soll? Wenn Kleider nach Farben sortiert werden, ist das für Lieschen Müller vielleicht Ordnung, während Otto Meier darin kein System erkennt (zumal wenn er etwa farbenblind ist). Ich finde totales Messi-Chaos zwar auch überzogen, aber in vollkommen "aufgeräumten" Umgebungen fühle ich mich viel unwohler. Wenn ich in solche Wohnungen komme, will ich einfach nur weg. Es lebe die Natur - deren Ordnung ist auch chaotisch. Und in der Tat hat der Artikel recht was die Zeitverschwendung mit unnützer "Ordnung" angeht.

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