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Wie Juwelen zu unbezahlbaren Schätze werden: Objekte der Begierde
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Juwelen sind bares Geld wert, darum stehlen Menschen sie. Doch wir begehren Schmuckstücke aus mehreren Gründen. Sie sind Statussymbole und Ausdruck von Meisterschaft. Unbezahlbar macht sie aber etwas anderes.

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butzibart13 27.11.2019, 16:48
1. Diamonds are girls best friends

Natürlich strahlen Gold/Diamanten einen hohen materiellen Wert aus und zeigen die Stellung des Besitzers, ebenso bei entsprechender Bearbeitung, Schliff, Ziselierung die Qualität des Künstler und nicht zu vergessen den hohen persönlichen Wert als Erbstück. Aber im Rahmen der Gossenschen Theorie kann auch der Wert dieser Preziosen auf Null herabsinken, was in der Volkswirtschaftslehre gerne am Beispiel der zwei Männer in der Wüste dargestellt wird, der eine mit Gold/Diamanten beladen, der andere mit einem Kanister frischem Wasser und dann kommt ein Verdurstender auf die beiden zu und es ist klar, wonach der greift. Nicht zu vergessen sind und meiner Meinung oft wichtiger zu erachten, sind die Anwendungen von Diamanten als Präzisionswerkzeuge, Gold als Katalysator bei Selektivoxidationen oder bei irgendwelchen leitenden Bahnen, Platin als Cis-, Satraplatin in der Krebstherapie. In Erinnerung sei auch der Fluch auf diese Materialien, besonders Gold, wodurch die Geschichte Süd- und Mittelamerikas, der Inkas, Mayas und Azteken und deren Kontrahenten, die spanischen Eroberer, geprägt wurde.

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reverend.speaks 27.11.2019, 17:01
2. Irrweg

Die Bindung an materielle Güter ist genauso schädlich wie Drogen. Materie verspricht Sicherheit und Identität, macht uns aber unsicher, da Materie zerfällt oder gestohlen wird. Wenn dann unsere Identität damit verknüpft war, fallen die Geschädigten ins Bodenlose. Interessanterweise lehrt uns das seit 2.000 Jahren die christliche Weisheit (und nein, ich meine nicht die Kirchen).

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dasfred 27.11.2019, 18:39
3. Ich bin irritiert

Was ist ein Schild mit Muschelpatt. Mir ist Schildpatt geläufig und Perlmutt aus Muscheln. Ansonsten hat mir der Artikel sehr gefallen. Anmerken möchte ich, dass auch im letzten Jahrhundert noch viel Geschmeide in schlechten Zeiten nach den Kriegen, oder bei den Verfolgten der Nazis zum Zahlungsmittel wurden und oft zu Überleben halfen. Wenn ich mir allerdings heute Bares für Rares ansehe, dann wundert mich, wie viele Leute sich gedankenlos von Erbstücken ihrer Ureltern trennen, um sich einen Kurzurlaub zu gönnen. Eine Brosche gilt nur noch als Accessoire und wenn es nicht der Mode entspricht, dann weg damit. Einschließlich der Familiengeschichte. Da zählt nur noch der Materialwert.

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upalatus 27.11.2019, 19:18
4.

Auch solche hochwertigen Stücke haben natürlich eine innewohnende Kunstfertigkeit und Bedeutung.

Mein persönlicher Eindruck der geklauten Stücke war: vom Untertanen abgepresster extrem kalter Edelsteinprotz, der die händische Kunstfertigkeit, möglichst jeden Quadratmillimeter mit Stein zu besetzen, geradezu wegscheixxt. Prominent durch Getragenwordensein durch irgendeine von Geburt über andere gestellte Person. Auf gut deutsch, diese Teile lassen einen recht kalt. Genausogut hätte man den Dieben jeweils ein Säckchen Diamanten hinstellen können.

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Filsbachlerche 27.11.2019, 20:04
5. Zu Nr.4 upalatus Herzlichen Glückwunsch!

Zitat von upalatus
Auch solche hochwertigen Stücke haben natürlich eine innewohnende Kunstfertigkeit und Bedeutung. Mein persönlicher Eindruck der geklauten Stücke war: vom Untertanen abgepresster extrem kalter Edelsteinprotz, der die händische Kunstfertigkeit, möglichst jeden Quadratmillimeter mit Stein zu besetzen, geradezu wegscheixxt. Prominent durch Getragenwordensein durch irgendeine von Geburt über andere gestellte Person. Auf gut deutsch, diese Teile lassen einen recht kalt. Genausogut hätte man den Dieben jeweils ein Säckchen Diamanten hinstellen können.
Gerade wollte ich ähnliches schreiben. Sie kamen mir zuvor.
Zutreffender als Sie hätte ich das auch nicht ausdrücken können.

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kumi-ori 27.11.2019, 20:20
6.

Ein funkelndes Schmuckstück hat durchaus etwas Hübsches, wenn es nicht zu groß ist. Man bekommt das natürlich auch mit Strass hin. Aber der minimale Fehler im Naturprodukt gibt dem Ganzen erst "den richtigen Schliff". Ich möchte mich aber den beiden Vorpostern anschließen: die gestohlenen Preziosen aus Dresden haben sicher einen hohen Materialwert und vielleicht auch einen gewissen historischen Wert, weil sie mal irgendeinem Adeligen gehört haben, aber vom ästhetischen Standpunkt sind sie hässlicher, protziger Kitsch.

Wenn ich sie geklaut hätte, würde ich auch die Steine rauspopeln und verkaufen und den Rest wegschmeißen. Gut, dass sie weg sind.

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Gwylim 27.11.2019, 21:03
7. Blutsteine

Zitat von Filsbachlerche
Gerade wollte ich ähnliches schreiben. Sie kamen mir zuvor. Zutreffender als Sie hätte ich das auch nicht ausdrücken können.
Auch ich kann dem nur zustimmen. Dieser "Staatsschatz" besteht aus dem was man heute als z.B. Blutdiamanten bezeichnet.

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zvonimir 27.11.2019, 21:36
8. bei allem

Respekt vor der Einmaligkeit,den verwendeten Materialien und deren Wert, diese Dinger sind potthässlich.

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ulrich.opf 28.11.2019, 00:07
9. Kunstbanausen

Die hier zu lesenden Kommentare sind mal wieder typisch für unsere materialistische Zeit und zeugen von null Kunstverständnis der Verfasser.Die gestohlenen Objekte sind Spitzenkreationen der besten Goldschmiede des 18.Jahrhunderts und daher wertmäßig gar nicht zu beziffern,natürlich Repräsentationsschmuck eines Monarchen des 18. Jahrhunderts.Wer das nicht sehen will und das ganze als Kitsch betrachtet hat überhaupt nichts kapiert und ist Kunstbanause.Was uns die proletarische Klasse an sozialistischen vergoldetem Büstenschrott hinterlassen hat,darauf verzichte ich gerne,da schaue ich mir lieber die Adelspretiosen an.

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