Forum: Treffpunkt
Gibt es Gott? IV

Es gibt aus aktuellem Anlass der Papst-Wallfahrt eine weitere Fortsetzung der längsten, schwierigsten, komplexesten Debatte.

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SeaBug 03.04.2006, 04:02
130.

Zitat von JuK
G - Gott ist Mensch geworden, um uns als Person zu begegnen: Jesus - dass er existiert hat, ist historisch belegt, da bleibt die Frage mit der Auferstehung (aber wer hat das schon durchgedacht, wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich die ist?)
Da es in den letzten 2000 Jahren nicht wieder zu einem Fall von "jungraeulicher Empfaengis" gekommen ist, jedoch viele Millionen mal, das Unverheiratete Frauen bei ungeschuetztem, vorehelichem Sex schwanger werden, ist es mir unmoeglich zu glauben, das Gott Maria geschwaengert hat. Eine etwas mehr biologische Erklaehrung liegt doch da viel naeher, oder ?

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SeaBug 03.04.2006, 04:04
131.

Zitat von thies
Theoretisch wäre es denkbar, dass ein Sturm über einen Schrottplatz hinweg fegt, und dabei die Schrottteile zu einer funktionierenden Boing 747 zusammen setzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies passiert, ist jedoch so klein, dass wohl kaum jemand glaubt, dass es wirklich passiert. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Universum und das Leben nur zufällig entstanden ist, ist deutlich kleiner.
Da alles Materielle auf dieser Welt nach maximaler Entropie strebt, ist auch theoretisch nicht mit der 747 zu rechnen, noch nicht mal mit, sagen wir, einer kleinen Cessna. Allerdings hat es schon erfolgreiche Versuche gegeben, bei denen sich Eiweissverbindungen gebildet haben, die als Grundlage fuer die Entstehung von Leben gebraucht werden.
Wer kann eigentlich genau sagen, dass alle Einzeller, die heute so existieren, alle von einer Urform abstammen oder sich dieses "Wunder" vielleicht schon mehrfach auf dieser Erde abgespielt hat?

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SeaBug 03.04.2006, 04:24
132.

Zitat von EdD
Oben bei XXXX nach Wahl ausfüllen, sonstiger Text passt immer: -Bhudda (Bhuddismus)
Buddha Siddharta Gotama war ein Mensch, der vor ca.2500 Jahren gelebt hat. Buddhismus ist eine Philosophie, keine Religion. Man sollte das nicht in einen Topf werfen, da sich der Buddhismus nicht fuer Goetter interessiert.

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kira-2 03.04.2006, 04:30
133. Toleranz

Ich halte jeden Glauben, der das Heil des Menschen und die Bewahrung der Umwelt zum Ziel hat, für vollkommen in Ordnung, ohne den einen Glauben über den anderen zu setzen. Für mich persönlich ist der katholische Glauben der richtige - da ich mich dort am sichersten aufgehoben fühle, zumal ich mit diesem groß geworden bin.
Ich kann aber nicht erwarten, dass jeder die gleichen Erfahrungen im Leben gemacht hat, wie ich. Nicht jeder ist schon im Kleinkindalter mit einem Glauben an Gott konfrontiert worden. Nicht jeder hat eine intakte Familie erlebt. Nicht jeder hat von seinen Mitmenschen erfahren, dass er geliebt wird. Somit fällt es den einen leichter zu Gott zu finden, den anderen schwerer.

Ich persönlich kann jede Entscheidung akzeptieren. Ob jemand an Gott glaubt oder nicht - oder ob jemand christlich, jüdisch, buddhistisch, islamistisch oder sonst einer Glaubensrichtung angehört, ist letztendlich auch egal. Ich denke, das wichtigste ist, dass der Mensch sich für andere Menschen und für die Umwelt einsetzt. Die einen finden eben im Glauben Stärke, dies zu tun (zu denen zähle ich mich), die anderen tun es, weil sie einen inneren Drang dazu fühlen.

Ich finde es schade, dass sowohl die einen als auch die anderen oftmals mit einem geringschätzigen Lächeln auf die anders-Eingestellten herunterblicken.

Da Glauben eine ganz persönliche Angelegenheit ist, sollte man jedwede Entscheidung akzeptieren - von beiden Seiten!

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Byron 03.04.2006, 06:14
134.

Zitat von Fabian1976
Gibt es Gott? Ich glaube ja. Ich muss dazu sagen, daß ich ihn wie ein Kind einen liebenden Vater erlebt, erlebt habe.
Dieses Statement konterkarierend moechte ich die Frage stellen, ob, wenn also die gestalterische, folglich schoepferische und zerstoererische Kraft im Universum Gott genannt werden kann, dieser ueberhaupt von der Existenz des Menschen weiss?

Ist Gott nicht wie ein spielendes Kind, den Beduerfnissen und Aengsten der Menschen gegenueber voellig gleichgueltig?

Wenn wir also die Existenz Gottes als hoeheres Wesen annehmen, weshalb impliziert dies seine Anbetungswuerdigkeit?

Dieses ist nicht die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes, sondern vielmehr die Frage nach "seiner", mit menschlich-moralischen Massstaeben nicht bewertbaren Indifferenz.

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arte de la comedia 03.04.2006, 06:19
135. JaDuLiabsHerrgöttleVonBiberach :-)

Zitat von Eliza
Auf Grund der Logik. Wenn das Leben aus ist, dann war's das dann. Zu hoffen ist dann nichts mehr. Ausgleich, Trost, nichts von alledem kann folgen. Sie wissen gut, wieviel in einem Leben unausgeglichen und ungerecht in der Luft hängen bleiben kann. Wieviel Unrecht einem Menschen angetan worden sein kann, das dann nie gesühnt wird. Wie Sylvia Plath sagte: "What's the use of living if you only have to die?"
Das ist ja vielleicht eine lustige Begründung :-)))

Sozusagen die SPD für's Jenseits? Wenn es -hier- nicht mehr klappt, dann wenigstens im Jenseits?

Selbst Kindergartenkinder erscheinen mir da gläubiger...

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Peter Königsdorfer 03.04.2006, 08:21
136.

Zitat von Eliza
Ferner ignorieren Sie den erheblichen intellektuellen Aufwand, der von christlichen Denkern in die Gottesbeweise gesteckt worden ist (von Augustinus, Thomas von Aquin, Anselm von Canterbury, René Descartes, Blaise Pascal, Gotthold E. Leibniz). Diese Beweisführungen sind nicht so schlecht, wie sie seit Kant gemacht worden sind, dessen Darstellung der Gottesbeweise mir unfair erscheint.
Wahrheit ist keine Frage der Menge der intellektuellen Energie, die in sie herein gesteckt wird. Vieleicht wäre sogar das ehrlichste Zugeständnis an die Wahrheit: "ich habe keine Ahnung" oder auch "Zu wenig Daten".

Auf jeden Fall müssen solche Gedankengänge wie "ich bin, also gibt es Gott", "alles ist so schön zweckmässig, also gibt es Gott", "es gibt das Wort Gott, also gibt es Gott", "es steht in der Bibel, also gibt es Gott", "es muss eine erste Ursache geben, die kann nur Gott sein" grandios scheitern, können gar nur in einem völlig voreingenommenen Geist wurzeln.

mfG
Peter

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adsum 03.04.2006, 09:06
137.

Zitat von Lewi
Tja, den einen machen „Wortkaskaden“ nicht satt, der andere hungert selbst nach den deftigsten „Glaubenssätzen“ noch. Von gläubigen Mitmenschen hört man oft die Forderung: „Dann erklärt doch mal, wie die Welt funktioniert. Dann rückt doch mal raus mit der Weltformel!“ Wissenschaft ist eben nicht absolut, (jeder der arbeitet macht Fehler), sondern kommt nur langsam vorwärts. Das ist chirurgische Millimeterarbeit, ist Sezierung der Welt im Großen wie im Kleinen, ist Rückschluss auf Vergangenes, Analyse....
Richtig!

Mein Enkel kam eines Tages an mit der Behauptung, dass die Pilze sich aus Maden zusammensetzen, nachdem ich ihm als Chemiker einmal erklärte, dass Zucker eine Kohlenhydrat sei, das nur aus Wasser und Kohlenstoff bestehe, nachdem ich ihm in einem Versuch (Erhitzen von Zucker mit einem Bunsenbrenner)dies nachwies.
Sein Schulfreund hatte einen Pilz in einem geschlossenen Glasgefäß aufbewahrt. Nach einiger Zeit krabbelten nur noch Maden in dem Gefäß herum. Vom Pilzkörper war kaum noch etwas zu sehen.

Seine Schlussfolgerung: "Pilze bestehen aus Maden! Ich werde nie mehr Pilze essen!"
Erst als ich ihm erklärte, dass Insekten z. B. Pilzmücken vorher unsichtbare Eier in dem Pilzkörper abgelegt hatten, die nachher ausgeschlüpft sind, konnte ich ihn von seiner Behauptung abbringen.

Was mögen sich in früheren Zeiten wohl die Menschen alles ausgedacht haben, wie Maden, Würmer, Insekten, Tiere etc. entstanden sein konnten, ganz zu schweigen, dass sie von Mikroorganismen etc. Bakterien, Viren etc. noch gar nichts wussten.
Solche Menschen haben die Bibel, den Koran und andere religiöse Schriften verfasst und da gibt es immer noch Menschen in Amerika und anderswo, die die Bibel wortwörtlich auslegen wollen.
Klar die Bibel ist Gottes Wort, Gott kann sich nicht irren, deshalb muss alles absolut wahr sein. Wer daran zweifelt, hält sich für klüger als Gott. Das ist aber eine Gotteslästerung.
Wäre irgendwo in solchen Schriften gestanden, dass die Erde eine Scheibe sei, dann hätte man halt gesagt. "Die Erde ist eine Scheibe, aber eben eine Scheibe, die sich zu einer Kugel verformt hat und damit hätten sie wieder Recht behalten.
Gruß
adsum

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IoP 03.04.2006, 09:24
138.

Zitat von Thomas List
Huch, ich dachte ich hätte den Text hier eingestellt? ;-)
Hier sind die kursiv, von Ihnen hervorgehobenen Stellen

Zitat von
, .
Also, nach meiner Deutung, beschreibt hier Goethe eine Szenerie, die bei ihm diese kursiv hervorgehobenen Gefühle auslöst, nämlich, daß er nicht zeichnen könnte, nicht ausdrücken könnte und der Gewalt erliegt.

Der Effekt solcher Texte ist dann genau der, daß der Leser hineindeutet und sich ausmalt. Soll er ja auch, ist ja beabsichtigt.

Zitat von
Ich denke es geht hier nicht um fehlende Worte, sondern darum, daß Goethe eine Szenerie umreißt, die sich jeder Beschreibung entzieht, weil sie nicht nur diesen umrissenen Mikrokosmos sondern auch Goethes Gefühle hierüber beinhaltet; eine Szenerie, die ihr warmes Leben ähnlich einem Prägestempel in Goethes Leben drückt.
Das geheimsen Sie da jetzt in Goethes Leben hinein. Aber, na klar, Goethe drückt aus, daß er nicht ausdrücken kann, was er empfindet, erfährt, wie auch immer.

Jetzt frag' ich mal, wo da steht, das sei Gott? Leiten wir nicht wiederum aus solcher Erfahrung, die wir nicht beschreiben können, es sei "Gott"?

Zitat von
Ob jemand sich für oder gegen ein Leben mit Gott entscheidet ist für das Ganze unerheblich. Wichtig ist es nur für die Person selbst, leider aber auch für Diejenigen, die der Fürsorge des Entscheidenden obliegen.
Ich weiß jetzt nicht, ob Sie sich für ein Leben mit Gott entschieden haben, aber meiner Ansicht nach, ist das sehr wohl für das "Ganze" entscheidend. Die Person kann ja nicht getrennt werden von ihrer Mitwelt, sondern bildet ja damit eine Einheit. ( Andernfalls hätte Goethe - Person - hier überhaupt nichts von seiner Mitwelt erfahren können ). Das hängt natürlich vom Begriff der Person ab.

Sie unterstellen aber nun, daß Menschen, die ihr Leben ohne Gott leben, anderen weniger Fürsorge entgegen bringen. Da muß ich aber vehement widersprechen. Gibt es da nicht die Mißbrauchsfälle in katholischen Kinderheimen, wie gewalttätig die fürsorglichen Nonnen mit ihren Schützlingen umgegangen sind?

Zitat von
Gott ist; wie er erscheint, das bestimmen nur die Menschen.
Nach christlichem Glauben ist Gott als Mensch (Christus) erschienen, in welcher Weise das Menschen, nämlich Maria, Josef, Elisabeth, Johannes, Petrus, Judas, Paulus, mit bestimmt haben, ist eine sehr interessante Frage.

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Peter Königsdorfer 03.04.2006, 09:25
139.

Zitat von hans-werner degen
Habe ich nie behauptet.... aber wir können Aspekte erkennen und uns erkenntnistheoret, annähern....... und einer dieser Aspekte ist halt, das eine materielle Erstursache wirken müsste eh sie existiert- andernfalls hätte sie selber eine Ursache und wäre nicht Erstursache
Wieso nehmen sie dann Gott davon aus? Auch für ihn muss es eine Erstursache gegeben haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Gott irgend wann mal materialisiert ist, oder auch ewig ist, ist gleich gross, wie die Behauptung, dass das Universum irgend wann mal materialisiert ist oder auch ewig ist. Es fehlen uns da schlichweg Daten.
Meine Meinung dazu ist natürlich: die Erstursache für Gott war das Gehirn eines Jägers und Sammlers.

mfG
Peter

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