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Lyrik

Was hier noch fehlt, ist ein Forum wo man sich vom drögen und harten Alltag des Internet - Surfens erholen kann um sich den Harfenklängen der Poesie hinzugeben. Alles ist erlaubt : sowohl selbstverfaßte Zeilen, wie auch die berühmter Poeten, ob politisch oder unpolitisch, ob satirisch oder ernst, ob Goethe, Schiller, Rilke, Wedler oder Morath: Nur keine Hemmungen!

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Parzival v. d. Dräuen 03.12.2011, 22:31
14320.

Zitat von Das_Leben_ist-schön
Doe Lyrikmonster sind unterwegs.
Die Bärbel-Moritat

Ganz weit oben am Firmament
stand in den Wolkenstaub geschrieben
Bärbel, ollet Supplement
wir treffen uns um sieben
.
Eine Bärbel starrte himmelwärts
in den Augen eine Zähre
darunter klopfte wild ihr Herz
ob sie die Bärbel wäre.
Drum fragte sie im Meldeamt
bin ich die Beste unter Bärbeln
oder doch dazu verdammt
ganz einsam zu versterbeln?

Worauf ihr keiner Antwort gab
so lief sie früh um sieben
die Straßen auf, die Straßen ab
und dort ist sie auch geblieben.

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Parzival v. d. Dräuen 04.12.2011, 11:48
14321.

wie könnt ihr nur, es ist advent
da soll man nicht mit eiern schmeissen
der mann ist alt und parlament
kann nicht einmal ein gräslein beißen.
ach, liebes gras, wenn du mich hörst
quält dich vielleicht die langeweile?
beiß du doch mal ganz forsch zuerst
ich schreib dir auch ne dankeszeile.

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GinaBe 04.12.2011, 14:45
14322.

Der Grashalm,

ganz müde bin ich, welk und fahl,
kein Grün ist mehr in meinem Halm,
kein Ochse geht auf meiner Alm,
alles droben ist gelb und kahl.

Bald kommt der Schnee und deckt mich zu
dann hab ich lange vor allem Ruh
und wachse wieder voller Wonne,
wenn zurückkommt unsere liebe Sonne.

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tinosaurus 04.12.2011, 17:34
14323. es ist nacht

es ist nacht
und das dunkel des himmels
zeigt schweigen
es gibt keine sterne
da sind die beobachter
sicher
aber ich sehe
funkelnde lichtblitze wohin ich auch
blicke nach süden
nach osten und westen
selbst im norden
fügen die sternbilder sich zusammen
ich atme die kälte der nacht
hinein in die lungen
mein herz schlägt langsam
ich bin ein reiter
die zügel gelockert
jage ich über die steinigen wege
unter dem großen wagen
wenn ich die augen schließe
ändert sich die geschwindigkeit
unter dem fordernden licht

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Jörn Bünning 04.12.2011, 19:29
14324. Der Abschied

Zitat von Marbot
..und das Wiederentdecken nach fast 20 Jahren, so lange ist es her, daß ich das ‚Lied von der Jugend’, adaptiert und vertont von Gustav Mahler, zum ersten Mal bewusst gehört habe, und zwar in dem [...]
Bei Mahler bin ich oft hin und her gerissen: einiges erscheint mit 'genial' vertont, anderes maniristisch und manches gar lächerlich operettenhaft. So leider auch das 'Lied von der Jugend', das sich für mich geradezu wie eine Schubert Parodie anhört.

Nun ja, Spätromantik: Zeit des Zerfalls in die Moderne, Todessehnsucht und religionsfreier Naturglaube markieren ja die Zerissenheit um die Jahrhundertwende. Hierzu passt m.E. der 'Der Abschied' aus demselben Zyklus ganz vortrefflich. Doch die Musik bleibt mit allen Erweiterungen den abendländischen Traditionen verbunden.

Dabei war die große europäische Asia-Begeisterung zur Jahrundertwende keineswegs nur auf Malerei und Dichtung beschränkt. Claude Debussy und Pierre Boulez ließen sich in ihren Werke auch von der fernöstlichen Tonalität inspirieren. Nur wenige Jahre vor den erwähnten Kompositionen Mahlers erschienen die "Estampes" Debussys. Daraus hier seine 'Pagodes'.

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Jörn Bünning 04.12.2011, 19:46
14325. Resonanzphänomen

Zitat von tinosaurus
Töne schwingen sich empor suchen einen Raum zum Leben Gedankenfäden versperren den Weg und die Suche verliert sich im Dunkel der Zeit nur die Erinnerung verirrt sich ab und zu ab und zu erinnerst du dich und dann ist es als hörtest du einen Ton in deiner Seele.
Ich weiß schon, es ist eine schreckliche Unart von mir, sich über das Material anderer herzumachen. Doch ensteht dies nicht aus Kritik oder vermeintlicher Besserwisserei, sondern ist ale eine Art von Resonanz zu verstehen. Denn wenn Menschen beginnen zu räsonieren, so liegen dem stets einige fremde Töne zugrunde.


Töne

Töne schwingen sich empor
suchen ihren Weg ins Leben.
Gedankenfäden hängen sich an
und die Suche verliert sich
ins Dunkel der Zeit.

Doch ab und zu
verirrt sich hierhin
die Erinnerung
und dann ist es
als klänge ein Ton
aus Deiner Seele.

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Meerjungfrau, später 04.12.2011, 21:28
14326.

Heute mal ein Aphorismus aus der heimischen Werkstatt: Die schönste Art, die Zeit zu ehren, besteht darin, sie zu verschwenden.

In diesem Sinne habe ich das Wochenende konsequent mit Nichtstun verbracht.

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Meerjungfrau, später 04.12.2011, 23:40
14327.

Zitat von tinosaurus
Lass ruhig Asche zu Asche, Staub zu Staub werden Du lebst noch lange weiter in der Erinnerung.
Nur mal so aus Interesse: Warum muß da hinter dem zweiten "Staub" ein Zeilenumbruch zu "werden"? Das ist doch bloße Aufbläherei und Effekthascherei, tino, da hab ich von Dir schon Besseres gelesen.

Ich erinnere mich an eine Diskussion,
-- die wir
hatten --
über Charles
Bukowski,
der dann auch
irgendwann
anfing
,
so zu schreiben,
als wäre
er
plötzlich ein
Dichter
Punkt

Nein,
ein
Dichter
war
er
nie,
aber
ein
guter Romancier.

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HeinrichMatten 05.12.2011, 02:40
14328. Schauspiel

Wenn wir das Dasein kunstvoll spielen
und den Erfolg als Gunst erfühlen,
dann ist die geistige Gestaltung
höchstallermeist nur Unterhaltung.

HM 5.12.11

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tinosaurus 05.12.2011, 17:56
14329.

Zitat von Jörn Bünning
Ich weiß schon, es ist eine schreckliche Unart von mir, sich über das Material anderer herzumachen. Doch ensteht dies nicht aus Kritik oder vermeintlicher Besserwisserei, sondern ist ale eine Art von Resonanz zu verstehen. Denn wenn Menschen beginnen zu räsonieren, so liegen dem stets einige fremde Töne zugrunde. Töne Töne schwingen sich empor suchen ihren Weg ins Leben. Gedankenfäden hängen sich an und die Suche verliert sich ins Dunkel der Zeit. Doch ab und zu verirrt sich hierhin die Erinnerung und dann ist es als klänge ein Ton aus Deiner Seele.

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