Forum: Treffpunkt
Lyrik

Was hier noch fehlt, ist ein Forum wo man sich vom drögen und harten Alltag des Internet - Surfens erholen kann um sich den Harfenklängen der Poesie hinzugeben. Alles ist erlaubt : sowohl selbstverfaßte Zeilen, wie auch die berühmter Poeten, ob politisch oder unpolitisch, ob satirisch oder ernst, ob Goethe, Schiller, Rilke, Wedler oder Morath: Nur keine Hemmungen!

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Bloomberg 11.06.2014, 16:23
26140.

Zitat von KurtT.
Der Epikur, er hat's gewusst: Gelassenheit kennt keinen Frust! Das Leben ist so, wie es ist, mit Trauer, Glück und öfters Mist - doch wichtig bleibt die Lust!
Der Haar, wild hängend
vorm Augen bedecken
scharfe Blicke, die lächelnd
blicken in die Welt.

Ach, warum gibt die,
wenn nicht darum sie
zu missachten und
andre nur zu Irre fuhr?

Gemacht wurde nun
der Gewünschte rund
um die Uhr. Verbeugung
folgt, kommt der heimliche
-aus der Tiefe der schelmische
Teufels
Freude.

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gantern 11.06.2014, 17:34
26141. Eine gantz neu Schelmweys

Zitat von Bloomberg
Der Haar, wild hängend vorm Augen bedecken scharfe Blicke, die lächelnd blicken in die Welt. Ach, warum gibt die, wenn nicht darum sie zu missachten und andre nur zu Irre fuhr? Gemacht wurde nun der Gewünschte rund um die Uhr. Verbeugung folgt, kommt der heimliche -aus der Tiefe der schelmische Teufels Freude.
Wir Schelmbe sind ein feinen hauff,
da kann kein HErrgott wider auf;
die Welt ist voll von Unsern Preiß,
seit Adam stahl im Paradeys.
Hosianna!
Uns bleibt kein geldt in vnsern sack,
Wir synd ein fürnemb Lumpenpack,
Wir han das Allergrößt gefolg,
kein fuerst vnd Hertzog hat ein solch.
Hurrra!
Zu nie keyn diensten taugen Wir
als für dem Edlen Malwesier.
Dem tun wir fröhnden, nimmer faul:
ein jede Flaschen findt jr maul.
Hoppla!
Wir han nit weib, wir han nit kindt,
Wir sind die rechten Sausewind.
Vnd läßt vns Eine Dirn nit ein,
die ander wird so süsser seyn!
Eia!
Wir schieren umb kein pfaff uns nit,
Wir han unß Eignen segen mit.
Vnd pfeiffen wir am letzten loch:
der TEuffel nimbt in Gnad vns doch!
Sela!

Richard Dehmel

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KurtT. 11.06.2014, 17:54
26142. Verbesserte Fassung:

Nimm's leicht!

Ach ja, Geschenk des Alters ist,
der Jahre schönes Bild -
dass uns ein warmer Winde weht,
der nie wie früher wild …

Der trieb uns gerne vor sich her,
so wie ein weißes Blatt -
auf das das Leben "lebe!" schrieb,
und dieses man nur hat ...

Auch der Humor darf fehlen nie,
das Lächeln er uns gibt -
der Abschied so viel leichter fällt:
Bis ganz zuletzt verliebt …

von Pedroburla – verliebt ...

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eigentlicher_Schwan 11.06.2014, 19:52
26143. Blindschleichen-Streife

Die Blindschleiche kriecht leise über Steine
wie ein Quecksilberband.
Die Blindheit gießt Kreise, über die ich weine:
Denkst, du siehst das Land,
doch siehste nur ne Klecks-Schilderwand.

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Bloomberg 11.06.2014, 21:53
26144.

Zitat von Umberto
Man sitzt zusammen, trinkt Kaffee. Man spricht von Gott, und von der Welt. Man lobt die Wiesen, und den Klee, und jeden Groschen, wenn er fällt. Man übt sich nicht im Meinungsstreit. Was dazu führt, legt man auf Eis. Man geht nie einen Schritt zu weit. Die Köpfe reden sich nicht heiß. Der Umgangston klingt stets vertraut. Und ein Disput wird nicht entfacht. Ein Paukenschlag wird niemals laut. Vermieden wird, was Kummer macht. Man hält sich meist gepflegt zurück. Nichts Krummes, was dann Kreise zieht. Das Handeln stößt nicht auf Kritik, und was sonst Sorgen macht, entflieht. Die Kaffeetassen sind geleert. Gestärkt ist unser Seelenheil. Der Anstand hat sich nicht beschwert, - im Gegenteil. © Roman Herberth, 2014
Der Reiz ist doch zu groß
Cafe zu trinken genau so,
genießen die Seelenruhe
welche geschenkt wurde.

Und doch mache Bogen
die duften nach Roggen
und Kuchen und haben
der schöne Herbstfarbe.

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Umberto 12.06.2014, 07:07
26145. Frühstück

Ein Schaf in einer Mondnacht lief
weit fort von seiner Herde
tief in den Wald. Dort aber schlief
der Wolf auf reiner Erde.

Der wachte auf und sah das Schaf,
das ihm zur Nacht erschienen.
Und sagte (wohl noch halb im Schlaf):
Dir will ich ewig dienen.

Und diente, bis die Nacht verschied,
der lieblichen Erscheinung.
Bekam dann aber Appetit
und war – ihr kennt das alte Lied –
auf einmal anderer Meinung.

© Andreas Kley

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gantern 12.06.2014, 11:42
26146. Abschweifen

Vorwärts stolpern die Klänge
verzückt applaudiert die Menge
Ein Jazzkonzert im Radio
Duke Ellington oder so

Eine Weile kann ich`s genießen
dabei einen hinter die Binde gießen
Dann such ich was mit Blues
weg vom Harten, hin zum Schmus

Die Melodie tönt weiter als Kulisse
aber ich bin weit von ihr entfernt
Versunken in Gedanken-Anrisse
was war und was ich einst begehrt

ganter

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KurtT. 12.06.2014, 13:33
26147.

Zitat von Umberto
Ein Schaf in einer Mondnacht lief weit fort von seiner Herde tief in den Wald. Dort aber schlief der Wolf auf reiner Erde. Der wachte auf und sah das Schaf, das ihm zur Nacht erschienen. Und sagte (wohl noch halb im Schlaf): Dir will ich ewig dienen. Und diente, bis die Nacht verschied, der lieblichen Erscheinung. Bekam dann aber Appetit und war – ihr kennt das alte Lied – auf einmal anderer Meinung. © Andreas Kley

Kultur versus Natur?

Ein Wolf, des' Magen war fast leer,
streunt auf den Fluren rum -
er fraß zu lang kein Schäflein mehr,
da sah er es, sehr jung.

Das Lämmle doch, wie jedes Schaf,
wollt' dies nicht akzeptieren -
der Wolf, so meint es, sei sehr brav,
er wollt' nur diskutieren.

Und weil das Schaf viel Bücher las,
die da vom Guten schrieben -
es glaubt' gern wie ein Lamm daran,
dass dieses immer siege.

Der Wolf jedoch, wer weiß es nicht,
dem fremd ist Lamm-Kultur -
der kennt nicht Kunst noch Religion,
er folgt dem Hunger nur.

Zur Mittagszeit, man ahnt es schon,
das Schaf war aufgefressen -
und was wohl wär' Kultur denn wert,
falls die Natur vergessen …

von Pedroburla – lämmerlich ...

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HeinzHH 12.06.2014, 14:13
26148.

Grabesstille

Schwebende Nebel, -
modrige Wolkenwelten
über den Toten.

(HHH)

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KurtT. 12.06.2014, 14:51
26149.

Zitat von HeinzHH
Grabesstille Schwebende Nebel, - modrige Wolkenwelten über den Toten. (HHH)

Schönes "Kontrast-Programm", was Du hier reinstellst, Heinz - danke ...


Liebe Grüße! Pedro

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