Forum: Wirtschaft
100-Tage-Agenda: Trump will Freihandelsabkommen TPP aufkündigen
AFP

Per Video erklärt Donald Trump, was er zu Beginn seiner Präsidentschaft angehen möchte. Erste Amtshandlung: sich von TPP verabschieden. Das Freihandelsabkommen war ein zentrales Anliegen der Obama-Administration.

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bert1966 22.11.2016, 12:53
210.

Zitat von unumvir
Sie wären vermutlich in der Landwirtschaft tätig wie ihre Väter und Grossmütter ... aber in jedem Fall - und darauf kommt es hier an - würden sie genau so viel westliche Technologieprodukte konsumieren, wie sie es heute auch tun. Nämlich gar keine.
Sie müssen die Geschichte weiterschicken: prekär Beschäftigte in Industrieländern konsumieren auch nicht und die soll es ja in Trumpfend entweder wieder haufenweise - oder gar nicht geben, da hat sich der große Mann noch nicht so festgelegt. Das ganze Konzept ist nicht einmal auf Volksschulniveau.

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premstar_pill 22.11.2016, 13:00
211.

Zitat von mostly_harmless
... und damit niedrigere Preise für Güter zu erreichen. Von diesen niedrigeren Preisen profitieren ALLE. .
Wie die Näherin in der deutschen/portugiesischen/türkischen Textilfabrik davon profitieren soll dass ihre T-Shirts nicht mehr konkurrenzfähig sind weil in Bangladesh für einen Stundenlohn von vier Cent in Gebãuden die gerne mal einstürzen genäht wird würde mich brennend interessieren.
Und wie ich als Metallbaubetrieb von Billigmüll der mit gefälschten Prüfzeichen aus China kommt profitieren soll erschließt sich mir noch weniger.

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bert1966 22.11.2016, 13:02
212.

Zitat von tpro
Digitalisierung ist wichtig, aber nicht alles. Und Sie machen den gleichen Fehler, wie Viele hier: die große USA mit dem popeligen Deutschland vergleichen. Die USA sind ein riesiger Markt, der sich selbst versorgen könnte. Wenn die Nachfrage nach US-Produkten in den USA da ist, entsstehen Arbeitsplätze, verdienen die Leute auch besser und können sich auch teuere Produkte leisten.
Es steht außer Frage, daß die USA sich selbst versorgen können. Die USA sind nicht Kolumbien. Im Gegenteil: die USA ist eine Exportwirtschaft und daran hapert es doch, bricht dieser Wirtschaftsanteil ein, dann wird auch die Konjunktur in den USA einbrechen. Besserer Verdienst führt nicht zwangsläufig zu höherem Konsum am Binnenmarkt, der dieses Manko ausgleichen könnte. Es treten Sättigungseffekt ein und die höheren Produktionskosten machen die Waren doch auch teurer und damit weniger erschwinglich für den Inlandskonsumenten, der ja derzeit in den USA schon zu 95% (!) in einem Beschäftigungsverhältnis steht. Wo sollen denn da noch Gewinneffekte für den Binnenmarkt zu erzielen sein?

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anti_g 22.11.2016, 13:04
213.

Zitat von biesi61
Jetzt werden auch die dümmsten Trump-Wähler lernen müssen, dass Freihandel allen Nationen nützt. Wir Europäer wissen das schon seit Adam Smith und David Ricardo und handeln entsprechend.
Freihandel nützt bei weitem nicht allen Nationen, sondern immer und ausschliesslich nur denen, die effizienter produzieren können.In Zeiten von Smith und Ricardo waren es die Europäer. Jetzt sind es die Asiaten.

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kassandra21 22.11.2016, 13:04
214. Finde ich gut

Zitat von ivi007
Deutschland als Exportnation Nr. 1 wird am allermeisten leiden, wenn es keinen freien Handel mehr gibt und überall Strafzölle auf ausländische Produkte erhoben werden... aber um so weit denken zu können, reicht es bei den meisten "Deutschen" leider nicht... traurig, traurig...
Ich finde das prima. Lernen durch Schmerz!
Sie gehören auch zu der Sorte Menschen, die fest davon überzeugt sind, wenn nur alle genauso viel exportieren wie Deutschland, ist der Planet ein Paradies?

Ich finde auch die historische Inkompetenz enorm belustigens hier im Forum. Die USA sind doch im 20. Jahrhundert nicht zur Supermacht aufgestiegen als Verfechter des Freihandels.
Die hatten Schutzzölle für ihre lokale Wirtschaft und haben jede Menge Patente geklaut und sich nicht an Urheberrechte gehalten. Die USA waren im Jahr 1900 quasi China.

Nur mal so für alle, die hier behaupten, ohne den sogenannten "Freihandel" würde sich die Erde sofort in ein Schwarzes Loch verwandeln.
Was ist denn deutsche Exportwirtschaft wert? Die größte und tollste Superindustrie baut Autos mit Verbrennungsmotoren! Und das soll also die ewige Zukunft sein?
Gerade werden 30.000 Arbeitsplätze geplättet bei VW. Nicht weil die Autos schlecht wären, sondern weil das Management und der Vorstand beschissen haben. Woanders werden Milliarden fällig, der deutsche Autofahrer kriegt nichts.

Glaubt hier jemand auch nur eine Sekunde, daß Ford, Chrysler oder GM nicht genauso beschissen haben bei Abgaswerten?
Aber wir haben ja Freihandel, ist schon klar.

Es wird ganz dringend Zeit für unser Land, diese lächerliche Gebetsmühle mit der Exportwirtschaft nicht mehr zu drehen, sondern mal nüchtern zu werden und sich die Frage zu stellen, wie denn dieses Land in 30 Jahren aussehen möchte. In einer Zeit schwindender Ressourcen aller Art - auch fossiler Brennstoffe - wollen wir einfach weiter Autos bauen? Oder Maschinen? Was sollen diese Maschinen herstellen? Wer soll die Produkte kaufen? Bereits jetzt dümpelt die Weltwirtschaft vor sich hin, weil sich ein Großteil der Arbeitnehmer viele Produkte nicht leisten kann. WalMart-Mitarbeiter werden so lausig bezahlt, daß sie staatliche Stütze benötigen.
Globalisierung, Stand 2016.

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bert1966 22.11.2016, 13:09
215.

Zitat von wolly21
mal konkrete Beispiele für Waren die Sie notwendigerweise in "Amiland" bestellen müssen - weil Ähnliches hier nicht erhältlich ist - und das mit Strafzöllen belegt ist (Höhe?). Normalerweise werden Strafzölle für Waren erhoben, um entweder lokale Produktionen gleichartiger Waren zu schützen, oder um Umwelt zu schützen, oder auch lokale Gesetze (Waffen, Drogen...).
Jeder Zoll ist eine künstlich aufgebaute Handelshürde und somit ein "Strafzoll" (was für ein dummes Wort). Bestellen Sie einmal im Versandhandel in Spanien und dann beim Versandhandel in den USA (egal was) ... haben Sie sich noch nie gewundert, warum Sie für den USA-Artikel beim Zollamt antanzen oder zumindest dem Postboten viereckiges Geld für die Lieferung in die Hand drücken mussten? Zoll? Bei vielen Waren über 150 Euro Warenwert bezahlen Sie derzeit Zoll bei Einfuhr in die EU (und umgekehrt bei Ausfuhr in die USA). Das fängt beim Laptop an und hört beim Auto noch lange nicht auf. Bestellen "müssen" Sie natürlich nicht - und wenn die Trumpsche Insellösung Realität wird wollen Sie das vielleicht auch gar nicht mehr. Nur: ist das dann ein Erfolg für die US-Wirtschaft, wie Trump es allen vormachen will?

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gruebi01 22.11.2016, 13:09
216. Sie sind mit Sicherheit kein Mittelständler,...

Zitat von demokroete
Das faengt doch schon sehr gut an ! Wenn er TPP abserviert, wird auch TTIP, Merkels 'Herzensangelegenheit', wie sie es selber nannte, nicht stattfinden. Die Verbraucher und Mittelstaendler in Deutschland koennen aufatmen. Der Ausverkauf der deutschen Interessen zu Gusten der internationalen Grosskonzerne und Finanzjongleure findet nicht statt.
...denn alle Mittelständler in Deutschland sehnen sich TTIP schnellstmöglich herbei, denn sie profitierten mehr als Großkonzerne mit starken Compliance-Abteilungen und Niederlassungen vor Ort von diesem Abkommen. Tja, so ist das mit angsterfüllten Nationalisten - sie stellen sich mit großem Engagement gern selbst ein Bein.

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truthseaker 22.11.2016, 13:10
217. Es erscheint hier garnicht die Frage…

welche Lobbyisten hier gemeint sind, doch wohl nicht diejenigen, die die großen Konzerne vertreten, sondern die Interessenvertreter kleiner Gruppen wie die Unterstützer von Obamacare und anderen Sozialverbänden. Das ist die beste Gelegenheit, solche Soziallobbyisten, die sich für Interessen der kleinen Leute einsetzen, garnicht erst als Senatoren oder Volksvertreter aufstellen zu lassen und mundtot zu machen.

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germ 22.11.2016, 13:27
218. Eben

Zitat von MatthiasSchweiz
Hat Trump auch ein Rezept gegen Arbeitsplatzvernichtung durch Automatisierung?
Eben, das wäre meine nächste Frage gewesen? Unternehmen wollen doch möglichst das "Humankapital" loswerden, weil es in ihren Augen zu uneffektiv ist und durch Roboter ersetzen. Die streiken auch nicht. Da kommt noch was auf uns zu. Und ausgerechnet dieser Neocon Trump tut so, als interessierten ihn die Arbeiter. Dabei hat er Firmen in die Pleite getrieben, die nur bezahlt werden wollten für ihre Arbeit. Und diesem Gauner jubeln hier viele Foristen zu. Unglaublich wie dumm Menschen sein können.

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theodtiger 22.11.2016, 13:27
219. Nachhilfe

Zitat von anti_g
Freihandel nützt bei weitem nicht allen Nationen, sondern immer und ausschliesslich nur denen, die effizienter produzieren können.In Zeiten von Smith und Ricardo waren es die Europäer. Jetzt sind es die Asiaten.
Schon David Riccardo hat vor etwa 200 Jahren bewiesen, dass Freihandel selbst dann allen Beteiligten nützt, wenn ein Land bei allen Produkten unterlegen ist (also auch diesem Land). Ein wenig volkswirtschaftliche Kenntnisse könnten ganz hilfreich bei der politischen Meinungsbildung sein. Freihandel ist einer der wesentlichen Gründen für unseren Wohlstand - auch weil er die technologische Entwicklung begünstigt.

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