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200. Geburtstag von Karl Marx: Der Kapitalismus geht zugrunde
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Was kann uns Karl Marx heute noch sagen? Vor allem dass es sich lohnt, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Denn der Kapitalismus scheint gerade zugrunde zu gehen - ganz ohne Revolution.

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telarien 29.04.2018, 19:28
60. Der Kapitalismus stirbt nicht

Sterben werden wir. Am Ende stehen drei alte Männer mit irrsinnig viel Geld auf einem toten Planeten. Sie werden eigentlich auch kein Geld mehr haben, denn Geld ist, was gilt.
Natürlich ist der Kommunismus auch gescheitert, das kann aber doch nicht heißen, der Kapitalismus sei das reine Gold. Denken wir doch mal neu!

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Thomas McKean 29.04.2018, 19:29
61. Opposite Day?

Wow, was für ein Beitrag. Marx hatte also Recht weil das Gegenteil eingetroffen ist von dem was er prognostizierte?

..und ja wo soll man da beginnen, ich glaube der folgende Satz beschreibt es am besten..
"Der Preis dieses Textes jedoch ist Null; Sie haben keinen Cent dafür bezahlt. Warum? Weil die "Produktion" jeder weiteren Einheit - jeder weitere Abruf - quasi keine Kosten verursacht. Heutige Ökonomen würden sagen: Die Grenzkosten sind Null."

Zunächst mal ist der Text Gratis weil die Einnahmen durch Werbebanner entstehen. Kosten gibt es trotzdem, der Author arbeitet kaum umsonst und all die Server und Strom und IT Leute sind auch nicht Gratis.
...und die Grenzkosten sind nur Null wenn das der letze Artikel war der nun für immer verkauft wird. Ich denke aber nicht das Journalismus so funktioniert.

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vubra 29.04.2018, 19:30
62. Schöne neue Welt,

weitergedacht Kapital ist oder wird etwas das natürlich immer weiter bestehen wird, weil die Gier des Menschen es so verlangt. Das Oberflächliche denken wie es weitergeht wird einige Extreme hervorbringen wie Weltkriege, denn die alte Garde wird natürlich an ihren Milliarden festhalten wollen und sie verfügen über die Möglichkeiten zu sagen dann machen wir eben einen Weltkrieg reduzieren die Gesellschaft und schaffen somit neue Nachfrage in allen Bereichen. Man hat nichts aus dem ersten Börsen Crash gelernt, auch nichts aus dem ersten Weltkrieg. Also wird es erst einmal mit immer so weiter beantwortet. Erst wenn die Zeit anbricht in der man nicht mehr über Werte von Zahlungsmitteln spricht diese keinen Reichtum mehr darstellen und das Streben nach Macht nicht durch das Unterdrücken vieler durch wenige aufgehört haben erst dann sind wir auf einem neuen Weg einem Umbruch. Erst dann werden Raumschiffe zur Bevölkerung fremder Sonnensystem Sinn ergeben. Momentan ergeben solche Projekte keinerlei Sinn, nur Selbstzweck und Angeberei, das Gefühl verdammt wichtig zu sein , ebenso wie viel Milliardäre aber auch Millionäre bis Politiker sich fühlen. Sie alle verbindet nur eines Geld und die Macht darüber zu bestimmen. Das System war schon immer falsch eine Änderung sehe ich noch lange nicht und ein Umdenken erfolgt wenn überhaupt nur aus einem Blickwinkel der ewigen Gier, nicht um gutes für die Menschheit zu bringen nur um sich selbst einmal mehr zu bereichern und Macht zu haben. Leider verstehen die wenigsten was ich schreibe, also fasse ich es kurz zusammen. Die Gier wird immer Größer sein als der Profit es jemals sein könnte, die Mächtigen werden sich immer überlegen welches Druckmittel sie haben um die Massen zu unterdrücken, Geld ist dieses Mittel und sie werden es so schnell nicht aus den Händen geben, nicht ohne vorher die Welt anzuzünden. Warum überhaupt immer Wert geschöpft werden muss liegt auf der Hand, warum es bis heute niemand ändert damit auch. Man sollte sich hierzu mal mehr Gedanken machen. Wie lässt sich die Menschheit auch ohne führen.

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frau_m_aus_d_an_der_e 29.04.2018, 19:30
63. Google, Facebook, Spiegel und Co.

Google, Facebook, Spiegel und Co. finanzieren sich nicht durch Daten sondern durch Gelder, die Hersteller und Verkäufer von Dingen ihnen für Werbung bezahlen. Mit anderen Worten: Ohne echte Güter keine virtuellen Güter. Mit noch anderen Worten: Ohne Werbung würde es uns genauso gut gehen, nicht aber den Anbietern virtueller Services. Wenn diese Anbieter meinen, sie hätten die Welt verändert, dann ist das Hochmut. Das Feuilleton fällt aber drauf rein, die meisten plappern nach.

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robr 29.04.2018, 19:30
64. Das Kapital ...

Das Kapital ist in den Händen immer weniger und immer reichere Menschen. Normalverdiener erleben seit ein Vierteljahrhundert ständige Einkommens Verluste, können sich kaum noch eine Wohnung in der Stadt leisten.
Und da schreiben sie vom Ende des Kapitalismus?

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hansw 29.04.2018, 19:32
65. Philosoph?

Karl Marx war ein Theoretiker, der die Welt in Klassen einteilte. Er hat die Gleichschaltung aller Menschen gepredigt und von Menschenrechten nichts gehalten. So findet sich in seinen Schriften z.B. kein Satz zu dem Menschenrecht "Du sollst nicht töten".

Hoffentlich bleibt die Zukunft vor solchen "Weltverbesserenden" verschont. Marx hat mit seinen Protagonisten den Tod von Abermillionen Menschen verursacht. Marx hat nie regelmässig gearbeitet und wäre ohne seinen Freund Engels in London glatt verhungert.

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spmc-12355639674612 29.04.2018, 19:38
66. Marx und neue Ideen

Dass ich von Herrn Müller noch einmal etwas über Marx, den Kapitalismus und neue Ideen lesen würde, verschlägt mir die Sprache - alle Achtung!
Marx ist von den Vertretern des sogenannten "real existierenden Sozialismus" leider vollkommen missverstanden und fehlinterpretiert worden - sie haben seinen Ruf für die nächsten 150 Jahre ruiniert, ohne dass er sich dagegen hätte wehren können. Auch ich bin durchaus der Meinung, dass wir die Ideen von Karl Marx kritisch weiterdenken und daraus Lösungen für die sozialen Probleme unserer und zukünftiger Zeiten ableiten müssen.
Einer Prämisse von Herrn Müller muss ich jedoch entschieden widersprechen: Auch heute gehören zum täglichen Leben jede Menge an produzierten Waren. Wofür brauche ich freies Wissen? Einige große Internetfirmen wie Google und Facebook generieren ihre Einkünfte hauptsächlich durch Werbung. Aber Werbung wofür? Natürlich für materielle Güter! Die Firma Amazon ist durch materielle Güter groß geworden. Sie belieferte uns zu Beginn nur mit Büchern, dann mit allen möglichen anderen Waren, die wir aber wirklich materiell geliefert bekommen.
Der Effekt der Digitalisierung heute ist vergleichbar mit der Erfindung des Buchdrucks: Auch dieser hat Wissen überall verfügbar gemacht und nicht in der Hand weniger Experten belassen.
Es wird trotz Digitalisierung weiterhin darum gehen, uns mit materiellen Gütern zu versorgen. Mein Geld gebe ich hauptsächlich dafür aus, für Wohnen, Essen, Kleidung, elektronische Geräte, sogar Bücher. Der nächste Posten ist Transport, erst dann kommt - weit abgeschlagen - Internet, Telefon, Fernsehen etc. Auch reine Dienstleistungen machen in meinem Budget einen vergleichsweise kleinen Anteil aus: Bankdienstleistungen, Postdienstleistungen, Friseur etc. sind in der Summe finanziell kaum der Rede wert.

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spon-facebook-1393188940 29.04.2018, 19:40
67. Kapitalismusabgesang aus Dortmund

dem blühenden Zentrum ökonomischer Forschung, gewissermassen auf Augenhöhe mit Chicago. Lächerlich.
In Dortmund hat man Vieles nicht verstanden: z.B. warum es sich nicht mehr lohnt Hochöfen am Kochen zu halten, oder Kohle aus der Erde zu kratzen, oder woran es liegen mag, dass man den Bayern nicht das Wasser reichen kann. Das Missverständnis war bei Marx schon angelegt: der hat einfach nicht begriffen, dass es auch andere Formen von Arbeit als Produktionsmittel gibt als manuelle. Marx kann man das nachsehen, auch wenn dieser Fehler grosse Teile seiner ökonomischen Analyse schlicht und ergreifend irrelevant macht. Mueller nicht, denn er müsste, 200 Jahre nach der Geburt von Karl Marx, eigentlich wissen wie der Hase läuft.

Nichts ist umsonst, auch Kapital und geistige Arbeit nicht. Wenn Kapital billig wird, dank massiver staatlicher Eingriffe, dann ist es vielleicht endlich an der Zeit, die Begrenzung staatlicher Eingriffe zu fordern, und nicht deren Ausweitung. Aber so sieht man halt die Ökonomie, wenn man in Dortmund sitzt: wenn keiner mehr den einst in Hoerde gekochten Stahl haben will, wenn man den Strukturwandel ueber Jahrzehnte nicht gebacken kriegt, und man auf absehbare Zeit die deutsche Meisterschaft abschreiben kann, dann braucht man eben zusätzliche staatliche Eingriffe.

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conocedor 29.04.2018, 19:44
68. Was Marx uns heute sagen soll? Besser nichts.

Der Kapitalismus geht zugrunde

Hatten Marx und Engels vor hundertsechzig Jahren auch schon behauptet.
Damals gaben Sie ihrer Voraussage noch den Anstrich wissenschaftlicher Erkenntnis und einer dadurch quasi naturgesetzlich gegebenen Zwangsläufigkeit.

Zugrunde gegangen ist allerdings nur das Modell, das laut Marx dem Kapitalismus auf dem Weg ins irdische Paradies nachfolgen sollte: der Sozialismus.
Der mit Gewalt auf die Welt kam, dem Gewalt, Unterdrückung, wirtschaftlicher Niedergang und Hungersnöte systemimmanent waren und dessen Existenz von seinen Geburtswehen in Petrograd 1917 bis zum finalen Abflaggen im Dezember 1991 weltweit über 100 Millionen Menschen mit ihrem Leben bezahlen mussten. Oder in seinen nordkoreanischen Ruinen noch heute bezahlen.

Haben Marx und Engels so ganz sicher nicht gewollt und vorausgesehen. Den Keim für die spätere praktische Umsetzung dieser maßgeblich von ihnen selbst geprägten und popularisierten Ideologie haben sie aber sehr wohl gelegt.

Feiern muss man Marxens 200. Geburtstag nicht. Eher sollte das Datum Erinnerung sein, was in seinem Namen im zwanzigsten Jahrhundert in dieser Welt angerichtet wurde.

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Aberlour A ' Bunadh 29.04.2018, 19:46
69. Kapitalismus stirbt schon wieder?

Zitat von WolfThieme
Was denn, der Kapitalismus stirbt schon wieder? Ich bin jetzt 81 und höre diese Unkenrufe schon seit Jahrzehnten, während andere -mus längst untergegangen sind, Nationssozialismus, Sozialismus. Nur der Kapitalismus west vor sich hin. Auch Apfel-mus und Pflaumen-mus sind nicht unterzukriegen. Ein Glück.
Das liegt daran, dass der Kapitalismus in so vielen Gesichtern und Variationen daherkommt, dass man gar nicht weiß, ob man das noch Kapitalismus nennen sollte. Für die Urväter der Sozialen Marktwirtschaft jedenfalls sollte ihr WirtschaftsSTIL jedenfalls eine Überwindung des Kapitalismus sein. Wenn 50% des Sozialprodukts durch staatliche Hände gehen, ist das noch Kapitalismus? Oder ist es "staatsmonopolistischer Kapitalismus"? Oder schon Sozialismus? Jedenfalls war der Betriebswirtschaftler Eugen Schmalenbach schon 1927 der Meinung, die Prophezeiungen von Marx hätten sich erfüllt. Die Wirtschaft sei als solche in eine Wirtschaft in "gebundener Form" evolutorisch überführt, die man nicht mehr Kapitalismus nennen könnte. Wie man sieht: alle Fragen offen

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