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26 Millionen Euro für Insolvenzverwalter: Air-Berlin-Gläubiger legt Beschwerde ein
DPA

Die Pleite von Air Berlin gehörte zu den spektakulärsten der vergangenen Jahre. Spektakulär war auch das Honorar für den Insolvenzverwalter. Dagegen gibt es nach SPIEGEL-Informationen nun Widerstand.

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jomai 23.03.2019, 12:59
20. Topbonus Meilen...

... ist das Zauberwort. Denn ich bin auch einer der 700.000 Gläubiger, nicht weil ich ein Ticket hatte sondern weil ich noch ein paar Hundert Meilen auf meinem Topbonus Konto rumliegen hatte. Wert für mich im Cent-Bereich, Wert für Herrn ca. € 37.-
Seine "erhebliche Befassung" mit mir bestand darin meine e-Mail Adresse zu kopieren und mir eine E-Mail mit Standardtext zuzusenden.
Dadurch ist für mich der Beschluss des Amtsgerichtes Charlottenburg fehlerbehaftet, da eine wesentliche Aussage zur Begründung der Entschädigung falsch ist.

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brooklyner 23.03.2019, 13:14
21.

Zitat von three-horses
"Ticketzahlern Gläubiger"...will ich nicht behaupten. Von der Sache schon. Nicht erbrachte Leistung. Und wenn man uber die Glücklichen die über ihre Bank zurück gebucht haben und der Verwalter dann das Geld wieder zurückholte so wie man nachlesen kann, weil man in der Pleite Masse nicht fischen darf. So kann man dann der sich nicht "zu retende" Rest auch noch abrechnen/anrechnen.
Ich glaube, das haben die Kreditkartenfirmen aus eigener Tasche gezahlt (es gab ein internes Memo dazu bei Visa, das Geld problemlos zurückzuzahlen, wie man in Vielfliegerforen erfahren konnte), um die Kunden nicht zu verlieren. Ich selbst hatte erst ein halbes Jahr nach der Pleite von der Möglichkeit erfahren, weil ich zuerst auch von den Drohbriefen des Flötenheinis gelesen hatte. Dann habe ich Rückzahlung bei der LBB (airberlin Kreditkarte) beantragt und 5 Stunden später hatte ich den Betrag zurückerhalten.
Aber meine verlorenen 100.000 Meilen (genug für 4 Business Class upgrades oneway von TXL nach New York oder zurück, was bei Zahlung am Check in je 800€, also für 4 Flüge 3200€ gekostet hätte) mussten beim Insolvenzverfahren von Topbonus angemeldet werden, das ist ein separates Ding und wird wohl niemals etwas abwerfen. Ich habe das dann durch den billigen Aufkauf von 10 airberlin Trolleys, deren Restauration und Weiterverkauf für 700 - 1000 € pro Stück auf meine Weise kompensiert und kam noch mit einem Gewinn raus. Sehr schade drum, die Airline war auf Langstrecke in der C wirklich super - und das nette Personal (wie auch die umlackierten Flieger) trifft man heute noch z.B. auf easyjetflügen nach Helsinki.

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zwietracht 23.03.2019, 13:29
22. Vielfliegerprogramm TopBonus

Vermutlich kommt die hohe Zahl von 700.000 zustande, indem die Mitglieder des Vielfliegerprogramms TopBonus von Air Berlin als Gläubiger mitgezählt wurden, auch wenn nur ein kleiner Bruchteil von denen tatsächlich Ansprüche angemeldet haben dürfte. Aber es wurden alle angeschrieben, doch bitte ihre Ansprüche geltend zu machen. Das hat mich seinerzeit verwundert.
Jetzt erkenne ich den Sinn...

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alice-b 23.03.2019, 13:37
23. Nicht so ganz

Zitat von BruceWayne
Das liest sich wahrlich wie ein kräftiger Schluck aus der Pulle. Jetzt kenne ich natürlich nicht die Details, aber fest steht, dass ein Insolvenzverwalter nach festen Vergütungsregeln abrechnen kann, die allerdings auf verschiedenen Größen beruhen. Hier scheint mir die "Ungenauigkeit" in der Auslegung und Auszählung der Gläubiger zu liegen. 700.000 ist eine stattliche Zahl - und eigentlich nicht nachvollziehbar. Sie wird dann "greifbar" wenn der Insolvenzverwalter sämtliche Ticketinhaber der Air Berlin - also Fluggäste - mit einberechnet. Hier dürfte der Hund begraben sein. Denn wegen dieser Art von Gläubigern macht man einen Laden nicht dicht. Die zahlen ja. Man macht einen Laden dicht, wenn man Rechnungen nicht zahlen kann. Dann stellt sich die Frage, ob aus den Ticketzahlern Gläubiger werden, bzw. wurden. Knifflig :-)))
Die Ticketinhaber sind erstmal Gläubiger , ob sie später zahlen oder nicht. Der Stichtag zählt

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neoleo99 23.03.2019, 13:39
24.

Ja, da wird so mancher Daxvorstand vor Neid erblassen. Oder anders: warum regen wir uns immer über die par Millionen für Industrievorstände /Bankenvorstände auf, wenn es in der Wirtschaft noch ganz andere Größenordnungen gibt, siehe oben.

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Berliner42 23.03.2019, 14:03
25.

Rechnen wir mal: 15 Monate seit Insolvenzantrag, 100 Mitarbeiter, 120.000 Euro pro Mitarbeiter pro Jahr macht 18 Mio, also 8 Mio Überschuß. Viel zu viel.

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Ein_denkender_Querulant 23.03.2019, 14:17
26. Gebührenordnung

Es ist an der Zeit, die Gebührenordnungen bestimmter Gruppen zu hinterfragen und zu überarbeiten. Ich habe Notare im Blick und auch Konkursverwalter. Eine öffentliche Ausschreibung eines solchen Jobs und ein Bewerbungsverfahren auch unter Nennung der Bezüge, wäre hilfreich. Es würde sich sicherhich jemand kompetentes finden, der auch für nur 5 Millionen im Jahr, oder gar noch weniger, gute Arbeit macht.

So verdichten sich in vielen Regionen Hinweise auf Seilschaften zwischen Richtern und Konkursverwaltern, die gemeinsam wie Heuschrecken Unternehmen ausbeuten. Das ist aber ein altes Problem und nichts neues. Lösungen wären trotzdem sinnvoll.

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loncaros 23.03.2019, 14:23
27.

Zitat von Winston5
Schließlich die Beschäftigung von mehr als hundert Mitarbeitern, diese machen bei einer Insolvenz dieser Größenordnung nichts anderes. Auch aufgrund der Auslandsbezüge handelte es sich sicherlich um eine der komplexesten Insolvenzen der letzten Jahre.. Die Aufgabe ist aufwendigst, erfordert hohe Spezialiserung und ist haftungsträchtig. Würden Sie einen Paketzusteller eine Hirn-OP durchführen lassen ?
Was dieses Fachwissen in diesem Gewerbe üblicherweise wert ist habe ich bereits auf Seite 1 geschrieben. 400€ Stundensatz. hier wurde allerdings ein vielfaches davon bezahlt, weil zwei Minuten Akkordarbeit der Fachangestellten hier noch höher abgerechnet werden dürfen. 20€ pro Gläubiger, macht 30 Gläubiger in der Stunde, macht also 600€ Stundensatz für einen Rechtsanwaltsfachangestellten.

Und ja, die guten unter denen arbeiten diese Masseninfobriefe in diesem Tempo durch. Selbst wenn sie fünf Minuten brauchen (was schon echte Trödelei wäre) wären sie immer noch deutlich teurer in der Abrechnung als "normale" Arbeit.

Diese Kanzleien finanzieren sich ganz hervorragend mit den üblichen Stundensätzen. Das, was hier abläuft ist mit beiden Händen das Geld aus dem insolventen Unternehmen raustragen, und so den Gläubigern zu entziehen.

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edsize 23.03.2019, 14:35
28.

Zitat von Berliner42
Rechnen wir mal: 15 Monate seit Insolvenzantrag, 100 Mitarbeiter, 120.000 Euro pro Mitarbeiter pro Jahr macht 18 Mio, also 8 Mio Überschuß. Viel zu viel.
Das ist nur das Honorar für die ersten 6 Monate. Man wird erst wissen wie viel der Insolvenzverwalter bekommt wenn das Verfahren abgeschlossen ist. Erinnern wir uns der deutsche insolvenzverwalter der Lehman Brothers hat ein Honorar von über 800 Millionen € bekommen.

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Hans-Hermann K. 23.03.2019, 14:48
29. Es ist

unvorstellbar wo dieses Land und einige Menschen hier hingekommen sind! Es herrscht eine Gier und Masslosig-keit, die ist nicht mehr hinnehmbar. Ganz zu schweigen von Ethik, Moral und Anstand; ist alles im "Eimer"! Ein einzelnes Anwaltsbuero erhaelt fuer die Abwicklung einer Insolvenz 26 Mill. EURO! Das ist doch nicht mehr nachzuvollziehen! Haben diese Leute Tag-und Nachtzuschlaege bekommen fuer wieviel Arbeitsstunden? Und dann angebliche 700.000 Glaeubige! Hat AIR Berlin denn ueberhaupt keine Rechnungen mehr bezahlt? Wo kommen denn die Glaeubiger alle her? Kommen die 26Mill. Euro aus der Insolvenzmasse und damit aus der Steuerkasse? Hat AIR Berlin nicht doch einen Finanzzuschuss aus Bundesmitteln und damit aus der Steuerkasse erhalten? Wenn ja, wieso erhaelt der Insolvenzverwalter dann solche Summe, die ja wohl aus oeffentlichen Geldern stammt! Ich glaube, dass es generell bei der AIR Berlin Abwicklung ganz gewaltig gestunken hat bzw. noch stinkt!

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