Forum: Wirtschaft
2,79 Millionen Erwerbslose: Arbeitsmarkt trotzt der Krisenstimmung

Der deutsche Arbeitsmarkt feiert Rekorde: Die Zahl der Erwerbslosen sinkt im September um 149.000*auf 2,79 Millionen - so wenig waren zuletzt vor 20 Jahren ohne Job. Zugleich gibt es so viele*Beschäftigte wie nie.

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pom_muc 29.09.2011, 15:23
90. .

Zitat von Wayne88
Es fallen raus: - ca 600.000 "stille Reserve", d.h. Leute die sich nicht arbeitslos melden - Leute >58, die mehr als ein Jahr kein Jobangebot kriegen, fallen automatisch aus der STatistik (ca 500.000) - sämtliche Leute in Fördermaßnahmen, Umschulungen, Bewerbungstrainings etc gelten nicht als arbeitslos und werden z.T. kurz vor der Erhebung schnell wieder in eine Maßnahme gesteckt, teils sogar die gleiche wie vorher, um nicht in die Arbeitslosenstatistik zu rutschen (ebenfalls ein paar Hunderttausend) - Ein-Euro-Jobber (ebenfalls ein paar Hunderttausend) - als nicht vermittelbar geltende Personen Und ich hab sicher noch ein paar vergessen. d.h. abzüglich statistischer Tricks haben wir ca 5-6 Mio Arbeitslose, nicht viel weniger als in den schlimmsten Zeiten in den Neunzigern. AUch die BR hat auf kleine Anfrage der FDP bereits 2008 zugegeben, daß die tatsächlichen Zahlen höher sind als die offiziellen Statistiken. So und wo gibt es Jobzuwächse? Vor allem im Bereich der prekären Arbeitsverhältnisse. Zeitarbeit, befristete Stellen, außertarifliche Beschäftigung, Teilzeitarbeit, Aufstockerjobs. Jder vierte Erwerbstätige in Deutschland arbeitet mittlerweile in prekären Arbeitsverhältnissen. Das heißt hier wird einfach dieselbe Menge Arbeit auf mehr Köpfe verteilt, es werden Lohnkosten sozialisiert, Tarife untergraben, der Kündigungsschutz ausgehebelt, es fließt weniger in die Sozialkassen etc. Dabei besteht das Erwerbsprekariat längst nicht mehr nur aus un- oder minderqualifizierten Arbeitskräften, sondern ein deutlicher Anteil hat eine abgeschlosse Berufsausbildung und/ oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Leider wird darüber nur einmal im Jahr berichtet und das möglichst spät nachts.
Tatsächlich würde nur eine Einkommensstatistik aus den Finanzämtern vergleichbare Aussagen erlauben.

Dort ließe sich mit minimalem Aufwand ermitteln wer wie viel verdient und wieviele hunderttausend Jobs in welchen Gehaltsklassen jedes Jahr neu vergeben werden.


Übrigens sagt ein abgeschlossenes Hochschulstudium nicht viel aus. Es gibt in D mehr Absolventen aus dem Bereich Kunst-, Kultur und Geisteswissenschaften als aus dem Bereich Wirtschaft.

Dass nicht jeder 30-jährige Germanist verbeamtet wird soll sich inzwischen herumgesprochen haben.

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Eros1981 29.09.2011, 15:25
91. Hört, Hört :-)

Zitat von citizengun
Hatte vor kurzem ein Gespräch mit einer Arbeitsvermittlerin. Die sind angewiesen worden, jedem, der das Büro verlässt, entweder eine Massnahme oder einen Bildungsgutschein aufzudrücken. Niemand darf ohne gehen.
Also ich verlasse das Büro meiner Arbeitsvermittlerin steht´s ohne Bildungsgutschein. Die Sinnlosmaßnahmen können sie meinetwegen selbst absolvieren, aber ohne mich.

Doch halt, einen Tag bevor ich vor 2 Wochen einen Termin bei ihr gehabt hätte, habe ich ihr eine E-Mail geschrieben, dass ich einen Bildungsgutschein für den Fernlehrgang als Heilpraktiker für Psychotherapie haben möchte.

Das Ende vom Lied war, dass ich 2 Stunden vor dem Termin einen Anruf bekam, dass der Termin ausfällt, da meine Arbeitsvermittlerin krank ist/war.

Seltsam, dass sie immer dann krank ist, wenn ich mal was "besonderes" möchte. So war das letztes Jahr und auch im Jahr davor.

Per E-Mail wurde mir übrigens auch nicht geantwortet, aber vielleicht ist sie ja noch krank.

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Halodri73 29.09.2011, 15:27
92. Keine Aussicht auf Porsche?

Zitat von Haltron
Deswegen gründen ja Arbeitgeber, Zeitarbeitsvertreter, eigene Gewerkschaften, damit man einen sehr guten Tariflohn, von 7,40€ bekommt. Damit kann man sogar als überversorgt gelten. 4,00€ Brutto die Stunde reichen völlig. Wenn sie etwas dagegen tun.....
Warum also sollte jemand das Risiko des Arbeitgeberdaseins auf sich nehmen?
Mal im Ernst, es muss ja nicht der Porsche sein, aber ohne die Aussicht auf finanzielle Freiheit und Selbstbestimmung würde doch nur einige wenige ein Unternehmen gründen.

Wirklich erfolgreich ist natürlich nur der Unternehmer, der gut Löhne zahlt - nur dafür kommen die besten Arbeitnehmer.

Aber Ihr Umkehrschluss bzgl des Mindestlohns ist ein Logikfehler.

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hallalie 29.09.2011, 15:28
93. Genau!

Zitat von Andreas Rolfes
Immerhin schon mal ein Anfang in der Berichterstattung.
Man muss auch mal loben! Kaum beschwert man sich 2 Jahre beim Spon ... schwuubs ... kapieren sie es ;) Gut gemacht!

Ich hoffe aber das war keine Eintagsfliege!

Warum jetzt aber irgend ein Hansel von der DeKaBank jetzt Prognosen für die Zukunft macht??? - Verstehe ich nicht! -
Aber wahrscheinlich ist das auch gut so, denn die "Elite" der deutschen Politik hat sich ja heute selbst abgeschafft. Da müssen halt wieder "die Märkte" mit Man-Power unter die Arme greifen. Die sollten doch am besten gleich ALLES bestimmen. Aber in diesem Punkt sind wir heute ja ein gutes Stück voran gekommen!!

Weiter so!!

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Halodri73 29.09.2011, 15:29
94. Wenn Sie so gut sind...

Zitat von Haltron
Ja man kommt über die Runden. Ist mit 60 am Ende und bekommt eine extrem geringe Rente. Mann konnte nicht richtig privat vorsorgen. Ist also im Alter unter Umständen auf Grundsicherung angewiesen. Oder man bekommt wie ich ........
Dann machen Sie sich doch selbständig!
:-)

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Direwolf 29.09.2011, 15:30
95. .

Zitat von gallstone
über die runden kommen, da haben wir es. darum geht es doch den meisten AG. der MA soll über die runden kommen. mehr erreicht ein angestellter bei ihnen aber nicht. miete, auto, essen und schwubs ist das geld alle. kein sparen fürs alter oder urlaub. überlegen sie doch einfach mal von 1.800€ brutto zu leben. . . das ist aber standard in deutschland, leider.
Ich würd mal neu rechnen, die genannten 18€ Netto pro Stunde ergeben selbst bei 35 Stundenwoche bereits über 2.500 Netto, das sind bei Steuerklasse 1 in etwa 4.000€ Brutto.

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jueltje 29.09.2011, 15:31
96. Nachgelesen im Monatsbericht der Arbeitsagentur

Hallo,
ich verstehe nicht, warum einige Forumsteilnehmer so tut als gäbe es keine positiven Entwicklungen, nur weil sie mit der Definition von Arbeitslosigkeit nicht einverstanden sind. Arbeitslosenstatistik ist bei der Arbeitsagentur nicht die Statistik der soziale Sicherung. Diese findet sich aber ebenso im Monatsbericht der Arbeitsagentur. Ich habe mir die Mühe gemacht und nachgelesen:

Demnach erhielten im September 2011 5,18 Mio Menschen im Alter von 15 bis 65 Leistungen nach SGB II oder SGB III, also ALG I oder ALG II. Dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 7 %, was 406.000 Personen entspricht!
Von den erwerbsfähigen Leistungsbeziehern ist nur etwa die Hälfte arbeitslos und zählt dann auch in der Statistik als arbeitslos. Die restlichen gelten nicht als Arbeitslos gemeldet weil:
a. ...sie einer Erwerbstätigkeit von weniger als 15 Wochenstunden nachgehen (14 %)
b. ...für sie Arbeit nicht zumutbar ist da sie alte Leute pflegen, Kinder zuhause haben, oder selbst zur Schule gehen oder Studieren (14%)
c. ...an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnimmt (11%)
d. ...arbeitsunfähig gemeldet sind (5%)
e. ...oder aus sonstigen Gründen (7%)

Hinzu kommen übrigens auch noch 1,7 Mio Menschen unter 15 oder über 65 Jahren, die ebenfalls solche Leistungen beziehen. Sie kann man aber nun wirklich nicht in die Arbeitslosenstatistik einrechnen. Aber auch deren Zahl ist gegenüber dem Vorjahr um 4,36% zurückgegangen.

Die Zahlen liegen aber auf dem Tisch und rückläuf sind alle Indikatore! Somit ist die Meldung von SPON auch keine Schönrechnerei. Ich frage mich einzig und allein, warum nicht mal über die Zahl der Personen in der sozialen Sicherung berichtet wird. Es ist doch mal eine schöne Nachricht wert, dass hier die Zahlen ebenfalls rückläufig sind!!!

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jueltje 29.09.2011, 15:32
97. Nachgelesen im Monatsbericht der Arbeitsagentur

Hallo,

ich verstehe nicht, warum einige Forumsteilnehmer so tut als gäbe es keine positiven Entwicklungen, nur weil sie mit der Definition von Arbeitslosigkeit nicht einverstanden sind. Arbeitslosenstatistik ist bei der Arbeitsagentur nicht die Statistik der soziale Sicherung. Diese findet sich aber ebenso im Monatsbericht der Arbeitsagentur. Ich habe mir die Mühe gemacht und nachgelesen:

Demnach erhielten im September 2011 5,18 Mio Menschen im Alter von 15 bis 65 Leistungen nach SGB II oder SGB III, also ALG I oder ALG II. Dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 7 %, was 406.000 Personen entspricht!!

Von den erwerbsfähigen Leistungsbeziehern ist nur etwa die Hälfte arbeitslos und zählt dann auch in der Statistik als arbeitslos. Die restlichen gelten nicht als Arbeitslos gemeldet weil:
a. ...sie einer Erwerbstätigkeit von weniger als 15 Wochenstunden nachgehen (14 %)
b. ...für sie Arbeit nicht zumutbar ist da sie alte Leute pflegen, Kinder zuhause haben, oder selbst zur Schule gehen oder Studieren (14%)
c. ...an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnimmt (11%)
d. ...arbeitsunfähig gemeldet sind (5%)
e. ...oder aus sonstigen Gründen (7%)

Hinzu kommen übrigens auch noch 1,7 Mio Menschen unter 15 oder über 65 Jahren, die ebenfalls solche Leistungen beziehen. Sie kann man aber nun wirklich nicht in die Arbeitslosenstatistik einrechnen. Aber auch deren Zahl ist gegenüber dem Vorjahr um 4,36% zurückgegangen.

Die Zahlen liegen aber auf dem Tisch und rückläuf sind alle Indikatore! Somit ist die Meldung von SPON auch keine Schönrechnerei. Ich frage mich einzig und allein, warum nicht mal über die Zahl der Personen in der sozialen Sicherung berichtet wird. Es ist doch mal eine schöne Nachricht wert, dass hier die Zahlen ebenfalls rückläufig sind!!!

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sharook 29.09.2011, 15:40
98. arbeitslos arbeitsschmos

Zitat von future-trunks
es vollkommen unwichtig, ob ein job sicher oder unsicher ist. und ob jemand abm oder 1-euro job macht. klar wird der noch zusätzlich finanziert, aber er tut etwas. arbeitet also. warumm soll man denn leute, die arbeiten und geld dafür kriegen als arbeitslos zählen nur weil sie wenig verdienen oder schnell kündbar sind oder noch quer finanziert werden von der ARGE.
weil es bescheuert ist und keine aussagekraft hat?
wenn das ganze land vollzeit arbeitet aber nur für 1€/h und dann auf h4 aufstockt, dann haben wir auf dem papier zwar vollbeschäftigung und die BLÖD-Zeitung würde sich einen abjubeln, aber der Bundesladen als ganzes wär trotzdem pleite.

die derzeitige lage erscheint nur dadurch so rosig, weil gerade geburtenstarke jahrgänge in rente gehen. aber eben IN RENTE und nicht IN DEN HADES. die wollen also weiter geld haben ohne zu arbeiten, und wo kommt dieses geld her? von den paar neuen leihsklaven die minimal in die sozialkassen einzahlen jedenfalls nicht.

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Shayman 29.09.2011, 15:41
99. ...

Zitat von Phil2302
Genau, lieber arbeitslos als befristeter Arbeitsplatz. Oh wait!
Ja!
Bei den meisten Zeitarbeitsverträgen ist mir das aus Volkswirtschaftlicher Sicht lieber.
Nämlich bei Zeitarbeitsverträgen, die sowenig abwerfen, das derjenige H4 aufstocken muss.
Warum? Werden sie sicherlich fragen.

Ganz einfach, wenn jemand für ein Gehalt arbeiten muss von dem er nicht leben kann und deswegen Aufstockung beantragen muss, dann arbeitet er offenbar in einem Job der sich für unsere Volkswirtschaft nicht rechnet. Anonsten würde er soviel verdienen das er nicht aufstocken müsste.

Damit subventionieren wir Jobs die sich sonst nicht rechnen würden, oder für ein höheres Gehalt besetzt werden müssten.

Daraus resultiernd subventionieren wir unrentable Jobs und Unternhemergewinne aus diesen unretablen Jobs.

Wir geben das Geld dadurch nicht dem Arbeiter, sondern jemandem der an dem zu geringen Lohn verdient. Der günstiger anbieten kann, weil er seine Mitrbeiter schlecht bezahlt und dadurch Konkurrenz ausschalten kann. Er kann ja viel günstiger anbieten, da er sich um das Wohl der Arbeiter niocht kümmern muss. Das was de Arbeiter fehlt zahlt ja der Staat.

Bevor ich also Steuern in die Hände von Billigjobanbietern gebe, gebe ich es doch lieber den Leuten direkt. Ich möchte mit meinen Steuern nämlich die Ärmeren unterstützen und keine Unternhehmer bereichern, die in volkswirtschaftlich Unrentablen Geschäftszweigen Profite generieren.

War jetzt kompliziert, aber macht nix wenn sie vermeintlich einfache Lösungen suchen, dann wird ihnen die FDP diese sicherlich versprechen.

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