Forum: Wirtschaft
28 Jahre Wiedervereinigung: Deutschland droht die Ausländer-Lücke
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Während die westdeutsche Wirtschaft enorm von Zuwanderung profitiert, geht der Zuzug an Ostdeutschland zum großen Teil vorbei. Das ist ein Problem - und zwar für die gesamte Bundesrepublik.

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uglyripper 01.10.2018, 09:19
140.

Zitat von derboesewolfzdf
In dieser Diskussion wird aber immer wieder vergessen..... die Mieten sind ebenfalls um 30-40 % günstiger als in einer vergleichbaren Stadt im Westen.
Das mag zwar im statistischen Mittel stimmen, zeigt aber sehr anschaulich, dass dieses für die Betrachtung mancher Situation auch ziemlich untauglich ist.
Das geht schon bei der Struktur ostdeutscher Städte los, die im Vergleich einen massiven Überhang an unattraktiven Wohnungen in ebenso unattraktiven Wohngebieten haben (Plattenbau).
Diese haben einen signifikanten Anteil am Gesamtwohnungsmarkt und drücken die statistischen Mietpreise in den Keller. Zudem ist der Anteil überdurchschnittlich ausgestatteter und somit teurerer Wohnungen deutlich geringer als im Westen.
Wenn sie sich dann anschicken, tatsächlich vergleichbaren Wohnraum in vergleichbaren Lagen vergleichbarer Städte zur Betrachtung heranzuziehen (nix München), wären sie vielleicht erstaunt, wie wenig von ihren kolportierten 30-40% dann übrig bleibt.

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cgmp.camp 01.10.2018, 09:53
141. Wachstum und Zuzug ...

vs. Stagnation und Bildung. Der Beitrag beschäftigt sich mit einer Seite der Medaille, nämlich mit den fehlenden (qualifizierten) Arbeitskräften. Wie wäre es denn mit einer Angleichung der Reallöhne, geringere Mieten und vorallem mehr finanzierte Bildung? Davon würde der gebürtige Deutsche mit deutschem Pass (Ich verwende hier nur analog die Passphrase vom Autor) profitieren und langfristig zum Wirtschaftswachstum beitragen. Im Übrigen ist Bevölkerungswachstum ungleich Wirtschaftswachstum ;) ... Aber diese Diskussion erspare ich uns.

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bauklotzstauner 01.10.2018, 10:17
142.

Zitat von kpkuenkele
Aufgrund der Gier des Staates zahlt inzwischen das Gros der Arbeitnehmer den Spitzensteuersatz, der bereit beim 1,5 fachen des Durschschnittseinkommens beginnt.
DEN Fehler entdecken Sie aber hoffentlich selber?

Kleiner Tip: Wenn man zum Zahlen des Spitzensteuersatzes das 1,5fache des Medianeinkommens beziehen muß, das bekanntlich die Erwerbstätigen nach Einkommen in genau zwei Hälften teilt, von dem die untere weniger bekommt...

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wahrscheinlichwahr3 01.10.2018, 10:27
143. Ist Einwanderung notwendig?

Ist denn Einwanderung wirklich notwendig? Vielleicht sollte man in dieser Frage umdenken. Es wird und wurde seit Jahren nur herumgejammert, dass die Deutsche Bevölkerung ja kaum noch selber Fachkräfte hervorbringt. Deutschland hat eher ein Bildungs- und Ausbildungsproblem, das grün-rote Landesregierungen verursachten. Reformiert das Schulsystem und führt wirklich sinnvolle Niveauabstufungen der Schulformen wieder ein. Wenn jeder aufs Gymnasium will, erhofft sich jeder dort ein Studium und fällt nachher ins Leere. Andersherum haben Realschule und Hauptschule einen schlechten Ruf, denn dort gehen ja nur die Nichtskönner hin. Dieses Denken ist falsch. Wir brauchen grundlegende Reformen. Das sollte man auch der Industrie vermitteln, die nur immer nach fertigen Fachkräften ruft. Mit solch einer zutiefst für die Deutsche Bevölkerung und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ungesunden Zuwanderung, wie sie momentan läuft, fügen wir den nachfolgenden Generationen und auch der jüngeren Generation einen vielleicht irreparablen Schaden zu. Zudem: Es gibt auch noch einige andere wichtige Dinge als ständiges Wirtschaftswachstum, wie zum Beispiel nationale Identität und gesellschaftlicher Zusammenhalt.

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bauklotzstauner 01.10.2018, 10:32
144.

Zitat von claus7447
Sicher ist nicht alles Gold was glänzt. Es ist entscheiden wo sie wohnen und Arbeitsplätze sind. Bzgl. Thüringen gehen sie bei SPON in die suchleiste und geben ein "Thüringen sucht Arbeitskräfte" der Artikel ist vom 28.1.18.
Die Statistik ist aber unvollständig. Thüringen hat ein massives Problem: Es liegt im neuen "Zonenrandgebiet". Die Bewohner weiter Teile des Landes brauchen oft keine Stunde mit dem Auto, um im Hochlohnland Bayern oder Hessen oder Niedersachsen arbeiten zu können. Was sagt die Statistik denn über jene Thüringer, die das tun? Und warum arbeiten DIE nicht in Thüringen, wenn doch dort soviele Leute gesucht werden?

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ditor 01.10.2018, 10:38
145. Linke Prinzipien

Zitat von Steini
Juhu, die gutbürgerliche Linke hat gar nicht gemerkt das sie eine Koalition mit den Kapitalisten eingegangen ist um unendliches Wachstum und ungleich höhere Gewinnmöglichkeiten anzustreben. Grenzen stören die guten Geschäfte, sind unmenschlich, aber nötig um sich zum Beispiel vor der Steuer zu retten.
Es gab auch mal Linke die gegen den Abzug von Fachkräften aus weniger entwickelten Ländern waren oder dagegen dass die Selbstbereicherer aus Problemländern das Geld in die reichen Ländern bringen. (siehe Immobilienmärkte der europäischen Metropolen)

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andere Hobbys 01.10.2018, 11:31
146. Warum muss Wachstum immer

über ein Bevölkerungswachstum generiert werden ?
Und ob diese ungebremste Einwanderung wirklich zu einem nachhaltigen Wachstum führt, mag bei den gegenwärtigen Kosten und Folgekosten für den Sozialstaat dahin gestellt sein. In den letzten Jahren wird mit Steuergeld Wachstum erzeugt.
Das Ostdeutschland eine " Ausländer-Lücke" hat, ist nichts negatives . Obwohl hier fleißig angesiedelt wird. Die Platte in den mittleren und grösseren Städten erinnert schon lange nicht mehr an die ehemals ostdeutsche Idylle.
Und EU -Ausländer hatten in Ostdeutschland noch nie ein Problem.

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markus_wienken 01.10.2018, 11:39
147.

Zitat von Harald Schmitt
Es gibt keinen Aldi-Ost also die preise sind die gleichen wie im Westen! Die Mieten in den BAllungsräumen explodieren, siehe Berlin und dank der unfähigen Politik sind Abgaben wie Abwasser und alles zum Teil andere teurer als im Westen! Kinos gibts auf dem LAnd fast nicht mehr und wenn ich da erst mal 100km ins nächste Kino fahren muss nutzen mir 10 cent Ersparnis bei der Karte rein gar nichts! Bei der dünnen Besiedlung muss man auch alles mit dem Auto fahren und die Spritpreise sind auch höher als im Westen, da kaum Konkurrenz. Der Westen hat die ganzen Fachkräfte aufgesaugt und dann kommen die Besserwessis, die nur dem Osten die Schuld an allem geben! Bayern hat man auch durch Zuschüsse vom Bauernland in die Moderne gepuscht.
Tja, Bayern scheint mit den Zuschüssen etwas richtig gemacht zu haben. Und sie haben das Geld durch den Länderfinanzausgleich vielfach zurück gezahlt.
Wird Zeit, dass die jahrzehntelangen Nehmerländer auch mal in die "Puschen" kommen.

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mahrud 01.10.2018, 11:39
148. Interessante Thesen, aber doch sehr lückenhaft...

Die Beschreibung der Entwicklung im Osten Deutschlands greift viel zu kurz. Allein im Raum Leipzig gab es zur Wende rund 150.000 Industriearbeitsplätze, von denen nicht einmal 10% nach den Kaputtsanierungen via Treunhandanstalt übrig geblieben sind. Politisch war die Wiedervereinigung ein sensationeller Erfolg, wirtschafts- und sozialpolitisch eher ein Desaster.
In den ersten Jahren der Wiedervereinigung wurde der Osten vor allem als Absatzmarkt für Westprodukte gesehen, es gab Standortschließungen von Ostbetrieben zur Sanierung von Westbetrieben (z.B. Kali&Salz), oder um potenzielle Konkurrenz in manchen Branchen auszuschalten (z.B. Interflug).
Statt der von Kohl versprochenen "blühenden Landschaften" gab es die befürchteten Massenentlassungen und die Empfehlung der Regierungen, doch bitte gefälligst in die westlichen Bundesländer auszuwandern, wenn es in der Heimat nichts zu arbeiten gibt.
Die flächendeckende Kinderbetreuung wurde ebenso abgebaut, wie fast alle Jugendclubs geschlossen wurden.
Dass in solchen Umständen nationalistische Tendenzen entstehen, ist zwar unschön, sollte aber niemanden ernsthaft verwundern. Sie sind eine direkte Folge des sich zu lange nicht ausreichend Kümmerns um diese Regionen, und die katastrophale Abschlussbilanz der Treuhandanstalt belegt dies eindrucksvoll.
Den Menschen in Eisenhüttenstadt ist dadurch schwer zu vermitteln, warum angesichts der lokal hohen Arbeitslosigkeit Zuwanderung ein wahrer Segen sein und der Osten sich endlich Mühe geben soll, für Zuwanderer attraktiv zu werden.
Überhaupt wird in dem Artikel nicht mit Zahlen belegt, inwiefern der Westen angeblich so "enorm" von der Zuwanderung profitiert hat, außer vor allem im Niedriglohnsegment.
Das ist solange spekulativ, wie wir nicht wissen, welche Wirkung die Milliardeninvestitionen in die Integration von ausländischen Werktätigen gehabt hätte, wenn das Geld eher in die Qualifizierung hiesiger Arbeitnehmer geflossen wäre und in eine flächendeckende, an die modernen Arbeitszeiten angepasste Kinderbetreuung.
Es gibt auch keinen Mangel an Fachkräften, sondern nur an solchen, die bereit sind, deutlich unter den üblichen Tarifen zu arbeiten, weswegen die Politik so gern Tagelöhner aus Südost- und Osteuropa für den hiesigen Arbeitsmarkt gewinnen möchte.
Die steilste und gewagteste These ist jedoch, dass die bis heute andauernde Alimentierung der östlichen Bundesländer in der Form ohne das Heer der Zuwanderer gar nicht möglich gewesen wäre, der Osten also froh und dankbar sein sollte, dass zumindest im Westen die Zuwanderer zum Aufschwung Ost beigetragen hätten.
Blanker Zynismus, elegant vorgetragen, aber dennoch Zynismus.

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distel-neu 01.10.2018, 11:40
149. Zuwanderung oder Einwanderung?

Braucht man nicht - wenn überhaupt - Einwanderung statt Zuwanderung? Und der ewige Ost-West-Vergleich bringt uns auch nicht weiter. Hätte man damals den Osten nicht nur als Absatzmarkt gesehen und richtige Industrie aufgebaut, gäbe es viele Probleme heute gar nicht. Aber es geht immer so weiter: Große Konzerne investieren lieber in anderen Ländern als im Osten. Und das nicht erst seid AfD und Pegida. Die eigenen deutschen Arbeitskräfte und deutschen Standorte sind ihnen zu teuer. Wozu braucht man also Zuwanderung, wenn nicht mal für die vorhandene Bevölkerung genügend Arbeit und Wohnraum vorhanden ist? Und warum Zuwanderung und nicht Einwanderung?

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