Forum: Wirtschaft
30 Jahre Sieg des Kapitalismus: Abstieg eines Superstars
REUTERS

Hochmut kam nach dem Mauerfall: 30 Jahre nach dem vermeintlichen Triumph wird offenbar, in welch dramatischer Glaubwürdigkeitskrise der Kapitalismus mittlerweile steckt.

Seite 14 von 47
sok1950 08.11.2019, 17:59
130. DDR hatte nur 8 Milliarden an Kredite die BRD 1.918 Millarden Euro

Zitat von mghi
Ziemlich krude Vermischung von vielen Dingen, ohne genaue Analysen. Die DDR ist nicht untergegangen, weil die Menschen den Sozialismus abgelehnt haben, sondern weil sie ihre Wechsel nicht mehr bedienen konnte. Die Treuhand hat sicher nicht alles richtig gemacht, aber mindestens 95% der DDR Wirtschaft war pleite, weil hoffnungslos veraltet und komplett unwirtschaftlich; Wirtschaftlichkeit bedeutet u.a. auch, dass man schonend mit Recourcen umgeht. Ich hatte eine Zeit die Mär geglaubt, es seien die Ostmärkte weggebrochen, weswegen dann die ganze Industrie zusammenbrach. Die wären auch ohne Grenzöffnung zusammengebrochen; nur dass man hier auf diesem Wege den Sündenbock "Treuhand" gefunden hat. Die Entfesselung der Banken, die zuletzt zu dem Desater 2008 geführt hat, war ja in Deutschland eine Großtat der Schröder Regierung. Natürlich braucht der Kapitalismus Regeln; dies sieht man ja an der Existenz und der Macht des Kartellamtes; die allermeisten Entscheidungen konnte ich begrüßen. Und es gibt Dinge der Daseinsvorsorge, die der Gesetztgeber zwingend vorschreiben muss (jedenfalls solange wir im Konsens einer humanen Gesellschaft leben); die öffentliche Hand muss dies aber nicht selbst machen. Welches Gesellschaftsmodell wir letzten Endes haben, entscheidet immer noch der Souverän bei der Wahl. Da kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich eine Mehrheit findet, den Kapitalismus abzuschaffen. Bestes Beispiel wird die Entwicklung am Berliner Wohnungsmarkt sein, wenn die Mieten per Gesetzt tatsächlich gedeckelt werden. Ursache ist hier nicht der Kapitalismus, sondern die Fehler der Baupolitik bzw. Wohnungspolitik des Berliner Senats. Der kapitalistisch denkende Immobilieneigentümer nutzt nur den Freiraum, den die Politik bietet; das kann man ihm nicht vorwerfen. Man kann natürlich auch die Globalisierung verurteilen, weil einige Dinge sicher negativ sind. In Summe hat die Globalisierung gerade den ärmeren Ländern erheblich geholfen ein wenig mehr Wohlstand, das bedeutet u.a. auch bessere soziale Sicherheit etc., zu bringen.
Verschuldung 23.106 Euro/Kopf in der BRD
500 Euro/Kopf in der DDR
(1989 waren es 16 Millarden D-Mark an Krediten)

Wer kann das als seine "Wechsel" nicht bedienen bezeichnen.
Ohne tägliche neue Kredite wäre die BRD schon längst zahlungsunfähig.
Nur der Glaube hält dieses System am laufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
böseronkel 08.11.2019, 18:00
131.

Zitat von Velbert2
Ich glaube nicht, dass der Kapitalismus in einer Glaubwürdigkeitskrise steckt. Welche andere Wirtschaftsform ist denn besser als der Kapitalismus? Der Sozialismus, ob nun der "wahre Sozialismus" der Anfangsphase in der Sowjetunion bis 1956 und in der DDR bis 1971 oder der "Revisionismus" der darauffolgenden Jahrzehnte haben die in sie gesetzten Erwartungen auch nur annähernd erfüllt. Eine Wirtschaft- und Gesellschaftsform ist dann am besten, wenn sie auch dann funktioniert, wenn relativ wenige Menschen zu ihrem Gelingen und ihrer Weiterentwicklung beitragen (wollen). Andere alternative Systeme leben davon, dass die Bevölkerung sich mehrheitlich für sie einsetzt und tatkräftig mitarbeitet. Auf Dauer wird dies nicht gelingen; bestenfalls in der "euphorischen Anfangshase" nach einem Systemwechsel. Die Beteiligung wird mittelfristig, stück für stück, weniger wenn der graue Alltag mit seinen alltäglichen Problemen wieder einkehrt. Langfristig werden es, auch in alternativen Systemen, wieder nur relativ wenige sein, die den "Betrieb am Laufen halten".
Um den "Betrieb am zu Laufen halten" sind sicher auch die da unten an den Fließbändern notwendig. Ohne von Parteizentralen oder Geldgiganten gesteuerte Führer würde eine Volkswirtschaft sicher mindestens übergangsweise funktionieren. Wer allerdings brutalst möglichen Kapitalismus für das non plus Ultra hält sollte sich "Wohlstand für alle" oder besser "wie viel Bank braucht der Mensch" des Kolumnisten rein ziehen. Deutschland und den Deutschen geht es gut, meint Angela die Große. Dem Millionenheer der Leihsklaven und billigen Reichtumsmehrer für die nicht so ganz großartigen Wirtschaftslenker geht es sicher nicht besonders gut. Die schnell wachsende Kluft zwischen den ganz Reichen und den vielen ganz Armen ist sicher christdemokratisch, christlich ist es sicher nicht und für die in der sozialen Marktwirtschaft erforderlichen Nachfrage eher schädlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aschu0959 08.11.2019, 18:01
132. Der Kapitalismus hat keine Glaubwürdigkeitskrise,

denn er hat niemals etwas versprochen.
Sein Ziel war und ist die Anhäufung von finanzieller (u. politischer) Macht.
Seine Mittel sind Ausbeutung aller Ressourcen deren er sich bemächtigen kann.
Alle bisherigen Versuche ihn zu bekämpfen und auszumerzen sind gescheitert. Seine moderate Erscheinungsform, genannt soziale Marktwirtschaft setzte sich gegen Marxistische Phantasien durch.
Seit dem Beginn der Globalisierung erhebt er sein hässliches Haupt
wieder ungezügelt, bis eine weitere Revolution der Mittellosen eine neue Ordnung zu installieren versucht.
An eine gesellschaftliche Änderung zum Erreichen eines Ausgleiches
zwischen Kapitalismus und Sozialismus vermag ich nicht mehr zu glauben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
antelatis 08.11.2019, 18:02
133.

Zitat von bergführer
Wir leben die soziale Marktwirtschaft. Uns geht es so gut wie kaum einem anderen Land auf der Welt. Warum schreibt das keiner? Uns geht es sogar so gut, dass wir Debatten über ein drittes Geschlecht an öffentlichen Toiletten führen und uns den ganzen Tag damit auseinandersetzen ab wann endlich der Plastikstrohhalm verboten wird. Globalisierung erklären und nicht immer jammern das sollte mal Aufgabe der Medien sein und nicht dem Sozialismus und Kommunismus hinterher trauernder der deutlich mehr Leid den Menschen auch in unserem Land zugefügt hat.
Der Kapitalismus ist dabei, die Umwelt unweigerlich zu zerstören, und nichts kann ihn dabei aufhalten, da hilft es auch nicht, ihn mit dem Kosenamen "soziale Marktwirtschaft" zu verniedlichen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Der_Samuel 08.11.2019, 18:03
134.

Lest mal Doris Lessing, die Shikasta Reihe.
Ohje ist schon 1979 veröffentlicht worden. Denkt mal drüber nach wo wir jetzt stehen. Diese Wut und Energie die wir in den Hass stecken, was hätten wir alles erreichen können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HansHuckebein 08.11.2019, 18:03
135. Grundbedürfnisse vs. Luxus

Die Grundbedürfnisse der Menschen wie saubere Luft, Trinkwasser, gesunde Nahrung, Wohnung und Sicherheit müssen vom Staat kontrolliert werden-

Der Kapitalismus kümmert sich weder um den einzelnen Menschen noch um die Folgen seines Handelns.
Für die Grundbedürfnisse muss also der Staat verantwortlich sein, den Luxus kann der Markt regeln. Ob ein Porsche 100.000 oder Million kostet, ist egal. Nicht wurscht ist aber, wenn sich ein Normalverdiener keine Wohnung mehr leisten kann!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andre_36 08.11.2019, 18:05
136.

Zitat von adal_
Diese ewige Idealisierung der Begriffe Sozialismus und Kommunismus nervt sogar schon spätestens seit anno Lenin, also seit mehr als hundert Jahren.
Falls Sie sich über die theoretischen Unterbau des Kommunismus informieren, wird Ihnen sicher klar, dass das sowjetische Modell von Anfang an in entscheidenden Punkten modifiziert wurde. Daher ist es durchaus berechtigt, die Begriffe Kommunismus und Sozialismus in Bezug auf die Diktaturen des 20 Jh. abzulehnen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
melnibone 08.11.2019, 18:05
137. Um sie zu informieren ...

Zitat von bergführer
Wir leben die soziale Marktwirtschaft. Uns geht es so gut wie kaum einem anderen Land auf der Welt. Warum schreibt das keiner? Uns geht es sogar so gut, dass wir Debatten über ein drittes Geschlecht an öffentlichen Toiletten führen und uns den ganzen Tag damit auseinandersetzen ab wann endlich der Plastikstrohhalm verboten wird. Globalisierung erklären und nicht immer jammern das sollte mal Aufgabe der Medien sein und nicht dem Sozialismus und Kommunismus hinterher trauernder der deutlich mehr Leid den Menschen auch in unserem Land zugefügt hat.
die soziale Marktwirtschaft gibt es schon eine Weile nicht mehr.
Die vorgeblich Weisen und Entscheider dieser Republik meinten schon vor geraumer Zeit: ... diese Republik sei in einer freien Marktwirtschaft unterwegs.
Aber dem Kapitalismus zu trauen ist fuck, ist wirklich auf gar keinen Fall, die treffliche Variante unseres Miteinanders.
Und die Ergebnisse dieses Weges sehen wir am unteren Ende unserer Gesellschaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wolfangang 08.11.2019, 18:06
138. Der reale Kapitalismus ist leider mehr als nur ein Wurtschaftssystem!

Zitat von Velbert2
Ich glaube nicht, dass der Kapitalismus in einer Glaubwürdigkeitskrise steckt. Welche andere Wirtschaftsform ist denn besser als der Kapitalismus?
Die soziale Marktwirtschaft war ein Wirtschaftssystem, dass unter politischer Kontrolle stand. Der heutige Kapitalismus ist ein System, dass sich die Politik weitgehend unterworfen hat. Viele unsere Politiker haben dabei übrigens fleißig mitgeholfen.

Inzwischen hat die Unterwerfung der Politik unter den globalen Freihandel (insbesondere auch in Deutschland) dazu geführt, dass nahezu die ganze Politik unter dem Vorbehalt steht, dass der Wirtschaft keine Vorgaben gemacht werden dürfen, die Produktion teurer macht, als sie es in Systemen ist, die auf Sozial- und Umweltstandards pfeifen. Dass Deutschland z. B. alle Umweltziele verfehlt liegt doch in erheblichem Umfang daran, dass die Bundesregierung für die Industrie nur Placebos als Vorschriften erlässt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andre_36 08.11.2019, 18:07
139.

Zitat von philosophus
Da der Mensch das Mass aller Dinge ist, muss jedes Wirtschaftssystem der Mehrhait dienen. Das Wirtschaftssystem also, welches der mehrheit der Menschen Wohlstand und soziale Sicherheit garantiert, gilt als Ideal. Danach kann Kapitalismus nur dann gut sein, wenn er der Mehrheit dient und nicht ein Handvoll Kapitalisten. Denkbar wäre also, so eine art kommunistischer Kapitalismus. Ich weiß, ...ich träume !...
Bereits der Begriff Kapitalismus erklärt eindeutig, was das Maß aller Dinge zu sein hat. Humanismus wird nur toleriert, so lange er der ersten Maxime nicht widerspricht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 14 von 47