Forum: Wirtschaft
30-Jahres-Vertrag mit China: Was Putins Gasdeal für Europa bedeutet
AFP

Der milliardenschwere Gasvertrag zwischen Russland und China alarmiert den Westen. Doch Energieexperten sehen keinen Grund zur Panik: Der EU bleiben noch einige Jahre, um sich unabhängiger von Gazprom zu machen.

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NeoTiger 21.05.2014, 20:43
20. Das

Russland ist jetzt wirklich nicht gerade bekannt dafür langfristige Zusagen einzuhalten - die Ukraine wurde auch schon zu höheren Gaspreisen erpresst und zahlreiche internationale Ölmultis die noch zur Jelzin-Ära gedacht haben, dass sie die Russen bei den Förderrechten übers Ohr gehauen haben wurden unter Putin dann enteignet.

Wenn die Pipelines zu China erst mal stehen, werden auch die Chinesen lernen, wie schnell der Wind sich drehen wird :)

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dibexxx 21.05.2014, 20:44
21. Hat der Autor Schaum vorm Mund?

Russen und CHinesen schachern, während in der EU wohl in Geldangelegenheiten nur serös verhandelt wird. Und was fällt dem Russen ein, einfach unser Gas an den Chinesen zu verhökern und zu versuchen, seine Abhängigkeit von westlichen Abnehmern zu verringern. NA wenigstens macht er ein schlechtes Geschäft dabei, geschieht ihm Recht. Das verschaftt uns Westlern dann doch noch etwas Genugtuung.

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Gorge11 21.05.2014, 20:49
22. Tropfen auf dem heissen Stein

Zitat von sysop
Der milliardenschwere Gasvertrag zwischen Russland und China alarmiert den Westen. Doch Energieexperten sehen keinen Grund zur Panik: Der EU bleiben noch einige Jahre, um sich unabhängiger von Gazprom zu machen.
ein Liter Öl entspricht einem QM3 gas.
40 Mio Autos gibt es in Deutschland,
die im Jahr genausoviel Verbrauchen.
Es entspricht einem Viertel des Deutschen
Stromverbrauchs, und einem 8tel der
Deutschen Heizenergie.
eigentlich ist es nicht mehr, als das was
Garzweiler II und die Lausitz so für die nächsten 30 Jahre leisten werden.

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vogelsberg 21.05.2014, 20:50
23. Schön locker bleiben

das Gas was dorthin geht, wäre nie nach Europa gekommen. Selbsternannte Experten-Journalisten machen Panik. Die 34 Mrd. m³ sind Peanuts im vergleich, was so an Steinkohle und Braunkohle in Europa verfeuert wird. Russland verkauft seinen Reichtum an die Chinesen. Das ist keine kluge Entscheidung, denn die fehlen vielleicht in 100 Jahren.
Strategisch wäre eine Allianz Deutschland mit Russland anzustreben, aber hier spielen soviel Stolz und Ressentiments auf beiden Seiten mit, dass es leider nichts wird.
China macht seinen Weg - Konfutius läßt grüßen.

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Jean P. v. Freyhein 21.05.2014, 20:54
24.

Zitat von klugscheißer2011
Na das haben Steinmeier und seine neuen Freunde in Kiew ja gefickt eingeschädelt. Russland sucht sich kurzerhand neue Handelspartner, erschließt sich damit ungeahnte Möglichkeiten und die EU zieht den Kürzeren aufgrund einer fragwürdigen Ukraine-Politik.
Also sollte man alle Bedenken wegen der Folgen der fragwürdigen Politik Putins vergessen, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht?
Ist Moral wirklich kaufbar?

Wie im Artikel geschrieben, kann Russland frühstens in 4 Jahren nach China liefern, also genug Zeit sich von der russischen Erdgasabhängigkeit zu lösen und Wind- und Solarenergie in Osteuropa mit Subventionen zu fördern - und kurzfristig ukrainischen Weizen zu Bioethanol zu verarbeiten. Der Euro ist derzeit massiv überbewertet und Zinsen im Keller, also eigentlich der ideale Zeitpunkt um mit Krediten der EZB die Europäische Energie Union ohne russisches Erdgas zu begründen.

Europa ist von Russland nicht so abhängig, dass man nicht ohne Russland leben könnte. Letztlich braucht Russland die Devisen Europas mehr wir das Erdgas.

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acre 21.05.2014, 20:59
25. Ich verschenke das Auto meines Nachbarn!

Zitat von Spirit in Black
...enau das scheinen aber die EU-Politiker nicht zu verstehen und "verschenken" Russland geradezu an China und verspielen damit auch die eigene Zukunft. Manch einen wird das (vieleicht zurecht) freuen...

Man kann nur etwas verschenken, das einem gehört!

Russland und China haben im Gegensatz zu Europa ein anderes, aber ähnlicheres politisches System. Wie weit dieses auf Dauer funktioniert, wird die Zukunft zeigen.
Es war zu erwarten, dass W. Putin auf Grund der Aussicht auf weitere Sanktion nicht die Hände in den Schoß legt. Der Westen musste und muss mit Gegenmaßnahmen rechnen. Die Frage ist, wer sie am Ende besser verkraftet und wo sie wirkunsvoller sind.

Andererseits ist auch klar, dass zumindest Deutschland durch den Ausbau der erneuerbaren Energien etwas unabhängiger wird. Russland muss statt mit steigendem Absatzes für Öl und Gas mit einer Verringerung rechnen. Auch ohne Sanktionen muss Russland neue Absatzmärkte finden.

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maikalex 21.05.2014, 20:59
26. Perspektiven

An sich hatte die Idee eines Wirtschaftsraums vom Atlantik bis zum Pazifik, also EU plus Russland, phantastische Perspektiven: Die größten Rohstoffvorräte der Erde in einem Wirtschaftsraum mit der größten Industriedichte. Dies hätte sowohl die USA als auch China wirtschaftlich weit abgeschlagen. Es ist klar, dass dort diese Aussichten nicht mit allzu viel Wohlwollen betrachtet wurden.

Die europäische Politik hat in ihrer Kurzsichtigkeit die Vorteile des von Putin vorgeschlagenen Wirtschaftsraums nicht aufgegriffen, ob nun erzwungen von mächtigeren Instanzen oder nicht. Nach der Ukraine-Krise und dem ungemein ungeschickten Verhalten der westlichen Politiker ist das alles perdu.

Was sich jetzt anbahnt mit dem russisch-chinesischen Gas-Abkommen, und was auch nahe liegt, wenn man auf die Landkarte schaut, dann kommt es zu einem Wirtschaftsraum mit den weltgrößten Rohstoffvorräten und der weltgrößten Industriebreite (also jetzt Russland plus China), was ein enormes Entwicklungspotential bedeutet. Dagegen kommt Europa (oder auch Europa plus USA) nicht mehr an!

Bisher war die Entwicklung Chinas immer abhängig von einer prekären Energie- und Rohstoffversorgung, man denke nur an das Engagement Chinas z.B. in Afrika. Ich habe das dumme Gefühl, dass wir Europäer in ein paar Jahren die ehemalige Position Chinas einnehmen werden: Erpressbar durch eine mangelhafte Energie- und Rohstoffversorgung, überall auf der Welt auf der Jagd nach den letzten von unserer Industrie dringend benötigten Rohstoffen. Aber dann sind die Herrschaften, die uns mit ihrer Ukraine-Politik und ihrem beleidigenden Sanktions-Verhalten gegenüber Russland in diese Lage gebracht haben, längst im hochdotierten Ruhestand.

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Prowler 21.05.2014, 21:00
27. Gelächter

Putin verschleudert sein Gas zu Dumpingpreisen. Die Chinesen lachen sich in Fäustchen. Putin kann mit diesem Deal niemals den drohenden Verlust durch das komplette Wegbrechen der EU-Gaskunden kompensieren. Das lässt mich völlig kalt. Das ist purer Aktionismus Putins, mit dem er sich mittelfristig nur selbst schadet.

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deadhorse 21.05.2014, 21:00
28. Nur vier (4) Prozent

des Gesamtenergieverbrauchs Chinas war 2011 "natural gaz". Daran wird sich, sollte Russland nach 2018 tatsächlich Gas an China liefern, auch nicht viel ändern. Weder ist das Gas für China schon erschlossen noch gibt's für den Transport eine Pipeline. Wasserkraft spielt in China eine wesentlich größere Rolle, die weiter ausgebaut wird. Europa verspielt seine Zukunft nicht, wenn nach 10 Jahren Verhandeln die Chinesen die Notlage Putins clever ausgenützt haben und in weiteren knapp 10 Jahren dann für einen Spottpreis russisches Gas beziehen.
Europa ist bis auf weiteres Russlands größter Gaskunde, auf den Putin angewiesen ist. Und umgekehrt, weil die EU wie immer die Entwicklung verschlafen hat.

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KingTut 21.05.2014, 21:01
29. Mehr scheinen als sein

Zitat von Spirit in Black
Jeder, der sich einigermaßen geographisch auskennt, sollte eigentlich wissen, dass Europa mit Russland zwar recht groß, ohne Russland eher klein und im Vergleich zu China mit Russland sogar richtig winzig ist. Nun sagt so ein solcher globaler Blick natürlich nur bedingt etwas aus, aber Größe hat ja immer etwas auch mit Rohstoffen, Landwirtschaftsfläche, etc, kurz mit dem künftigen Potential einer Region zu tun. Oder gibt es irgendwo eine Großmacht im Stadtformat? Genau das scheinen aber die EU-Politiker nicht zu verstehen und "verschenken" Russland geradezu an China und verspielen damit auch die eigene Zukunft. Manch einen wird das (vieleicht zurecht) freuen...
Wenn ich Ihren Post so durchlese drängt sich mir der Eindruck auf, dass Diktaturen und repressive Regimes es Ihnen angetan haben. Schon zu Sowjetzeiten galt der Grundsatz, mehr zu scheinen als zu sein und dieses Prinzip gilt heute wie damals für Russland und China. Leichtgläubige wie Sie fallen darauf wiederholt herein. Russland hat außer seinen Rohstoffen nichts zu bieten und ob die landwirtschaftlichen Nutzflächen Chinas angesichts der weit verbreiteten Verseuchung der Böden, wie wir hier in Spiegel Online wiederholt lesen konnten, ein Aktivposten sind, wage ich zu bezweifeln. Europa ist ein Wirtschaftsgigant, vor allem dank Deutschland und eine militärische Supermacht dank dem Schutz der USA. Diesem Schutz haben Sie es im Übrigen zu verdanken, dass Sie auch heute noch unbehelligt gegen unser System wettern dürfen. Mit regierungskritischen Leuten in Russland wird in solchen Fällen leider kurzer Prozess gemacht. Nur mal so als Denkanstoß für Sie.

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