Forum: Wirtschaft
30 Prozent Inflation in Argentinien: Die nächste Krise zieht herauf
AFP

Argentinien war einst reicher als Deutschland. Nun ist es Beispiel dafür, wie Populismus ein Land ruiniert. Drei Dinge kann man daraus lernen.

Seite 8 von 9
neurobi 17.09.2018, 10:27
70.

Zitat von bluemetal
Südamerika ist geprägt von Links-Populisten Sozialisten und Kommunisten. Das entscheidende Detail hat der linke Spiegel wohl versehentlich vergessen zu erwähnen.
Verwechseln sie Südamerika nicht mit Venezuela. Bolivien fährt mit seiner Linkleregierung übrigens sehr gut und in Brasilien schützt sich rechte und extrem koruppte Regierung vor der sicheren Abwahl in dem es den sicheren Sieger wegen fragwürdiger Korruptionsvorwürfe inhaftiert.
Die meisten Länder Südamerikas sind rechtsregiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
syracusa 17.09.2018, 11:57
71. leuchtes Beispiel Uruguay

Zitat von neurobi
Verwechseln sie Südamerika nicht mit Venezuela. Bolivien fährt mit seiner Linkleregierung übrigens sehr gut und in Brasilien schützt sich rechte und extrem koruppte Regierung vor der sicheren Abwahl in dem es den sicheren Sieger wegen fragwürdiger Korruptionsvorwürfe inhaftiert. Die meisten Länder Südamerikas sind rechtsregiert.
So ist es. Allerdings fällt immer wieder und auch in diesem Forum auf, dass der einzige Staat Südamerikas mit einer stabilen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und mit einem sehr guten Sozialsystem praktisch nie erwähnt wird. Uruguay ist direkter Nachbar Argentiniens, und da ist der Gegensatz doch recht auffällig. Das Versagens Argentiniens kann weder mit geopolitischer Lage, Klima, oder Bevölkerungszusammensetzung erklärt werden, denn diese Faktoren sind in beiden Staaten praktisch gleich.

Als relevanter Unterschied bleibt nach meiner Meinung nach einfach nur die wohl eher zufälligerweise weitaus besser gestaltete Verfassung Uruguays. Damit bewahrheitet sich das alte Böckenförde-Diktum wieder einmal, demzufolge die Demokratie auf Voraussetzungen angewiesen ist, die sie weder schaffen noch dauerhaft garantieren kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zeitgenosse99 17.09.2018, 16:21
72. Eine verklärte Einstellung von Uruguay

Ich (Schweizer) wohne seit 9 Jahren in Uruguay (und wohnte zeitenweise parallel auch noch in Buenos Aires) und es sicher eines der stabileren Länder in Südamerika, aber bis zum leuchtenden Vorbild fehlt doch einiges.
Die Preise für Lebensmittel sind einiges höher als in Deutschland und der Verdienst einiges tiefer. Dazu kommt die jährliche Inflation von 8-9% und dies schon seit Jahren. Die Renten sind zuviel zum sterben und zuwenig zum leben. Grossen Firmen wie der grössten Zellulosefabrik der Welt werden Steuergeschenke en Masse gemacht, ebenso Firmen in den vielen Freihandelszonen, aber der kleine Tante Emma Laden wird mit teuren kommerziellen Tarifen für Strom und Wasser, jedes Jahr mehr bürokratische Auflagen ziemlich schnell der Garaus gemacht. Ich kenne Dutzende kleine Geschäfte die alles korrekt gemacht haben und dann pleite gingen, wegen der steuerlichen und bürokratischen Ueberbelastung und nicht weil die schlecht gearbeitet haben. Mittlerweile arbeiten immer mehr wieder schwarz mit Lieferdiensten für Empanadas etc.
Die linke Regierung seit 2005 hat es schlichtweg nicht verstanden sich mal in die Situation eines Kleinunternehmers zu setzen und dafür zu sorgen, dass die ein genügend grosses Einkommen zum überleben erzielen können und auch damit Arbeitsplätze erhalten können.
.
Bis vor kurzem war Uruguay noch der Bankenplatz Südamerikas mit einem strengen Bankgeheimnis und attraktiv für Fluchtgelder (v.a. aus Argentinien). Mittlerweile wollen die alles wissen, die Notare sind gehalten ihre Kunden z.b. bei Hauskäufen regelrecht auszuspionieren.
.
So romantisch toll wie Sie Uruguay verklären ist es definitv nicht. Gut die Korruption ist mit weltweit Rang 23 die tiefste in Lateinamerika, das ist sicher positiv.
Aber ansonsten nimmt auch hier die Kriminalität zu und wenn Sie als Deutscher hier mal die Supermarktpreise mit den Löhnen vergleichen würden, dann würden Sie aber schnell mal auf die Welt kommen.
Der Uruguayo liebt keinen Wettbewerb, Benzin kostet im ganzen Land (ausser wenigen Grenzgebieten) gleichviel, die Autos werden nur nach Listenpreis verkauft, die Supermarktbesitzer sprechen ihre Preise oft ab.
Ich warte schon lange drauf, dass Aldi, Lidl, Spar etc nach Uruguay kommen und den Markt mal etwas richtig aufmischen würden. Aber das passiert leider nicht.
Ein Paradies für Oligolpole ist Uruguay und der Konsument muss dafür tief in die Tasche greifen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zeitgenosse99 17.09.2018, 16:39
73. Es gibt eben einen Links- und einen Rechtsperonismus!!

Zitat von botschinski
Der Artikel strotz ja nur so von falschen Angaben und/oder Auslassungen, Bsp gefällig: Zitat "Als die Peronistin Christina Kirchner vor drei Jahren endlich abgewählt wurde..." Zitat Ende. Die wurde aber nicht abgewählt sondern durfte nach 2 Amtsperioden gar nicht mehr antreten. Die Militärregierungen werden nicht mal erwähnt (1930-1946, 1955-1958, 1966-1973, 1976-1983). Peronismus hat mit faschistischem Gedankengut sympathisiert (gut man kann das auch Populistisch nennen) und zwischen 1989-1999 regierte Menem (Peronist) mit neoliberaler Wirtschaftspolitik. Den Vogel für heute aber schiesst KommentatorIn Jeby ab: Wer von den dreien (Jp, D, It) war bloss auf der Siegerseite im 2ten Weltkrieg?
Dass sich eben Linke und Rechte auf den Uebervater Peron berufen, das übersteigt vermutlich die Vorstellungskraft der meisten in Deutschland.
Noch vor Peron 1938 gab es im Luna Park in Buenos Aires die grössten Nazikundgebungen ausserhalb Deutschlands
http://www.laprensa.com.ar/405257-1938-Festejo-nazi-en-el-Luna-Park.note.aspx
Nun die Nazis waren auch rechts und zugleich links, was das "....sozialistische Arbeiterpartei" ausdrückt.
.
Peron, der 1946 an die Macht kam, liess als eines der wenigen Länder tausende Nazis nach Arg. einreisen.
Andererseits "befreite" er eben auch Mio arg. Landarbeiter aus sklavenähnlichen Verhältnissen bei den Grossgrundbesitzern mit Landreformen, was ihm natürlich den Hass der Oligarchie einbrachte.
Und Evita, selber aus ärmlichsten Verhältnissen stammend, tat sehr viel für die Armen, nur starb sie schon sehr jung und wurde daher fast zu einer Nationalheiligen (zumindest für die Armen). Die Oligarchie hingegen feierte den Krebs der sie tötete und schändeten sogar noch ihre Leiche.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gordito255 17.09.2018, 20:56
74. Einstieg in das Thema

der Artikel ist sachlich geschrieben und liefert eine nachvollziehbare Erklärung für die Schwierigkeiten Argentiniens. Details werden nicht genannt bzw. es wir nur das angegeben was wir vom fernen Deutschland mitbekommen. Die Südamerikanische Presse ist aber leider nicht hilfreicher, da sie wenig objektiv und von einem starken Lagerdenken geprägt ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
escriba74 18.09.2018, 23:03
75.

Herr Müller,
es ist unglaublich, dass ein „Professor“ im Spiegel online auf die gleiche Art spricht, wie man es beim Stammtisch macht.
“aber vor gar nicht so langer Zeit war Argentinien eines der reichsten Länder der Erde“. Können Sie mir bitte sagen, wann das war? Was verstehen Sie unter „reich“? Bedeutet reich für Sie, dass das Land viel Geld auf der Bank hat oder dass die Bevölkerung Sozialleistungen bekommt?
„Noch in den Fünfzigerjahren lagen die durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen deutlich höher als in Deutschland…“ wissen Sie, dass Peron Präsident diesen Landes bis 1955 war? Also er war nicht so schlecht… „Präsident Macri hat versucht, diesen Zirkel zu durchbrechen. Mit graduellen Reformen und dosierten Sozialausgaben ..“ Welche graduellen Reformen meinen Sie, Herr Müller? Dass der Export aus Landwirtschaft und Bergbau steuerbefreit ist, dass der CONICET (das Forscherzentrum Argentinies) 65% ihrer Forscher entlassen hat, dass die Polizei Leute mit Gummigeschossen angeht und verletzt, dass die Rente und Behindertenhilfe gekürzt wurde, dass der Import von Produkten eröffnet wurde auf Kosten der Arbeitsplätze, dass circa 200.000 Arbeiter im Staatsdienst ohne Frist und Grund gekündigt wurden? Dass ein Teil des Bildungsbudgets an den Sicherheitsdienst übertragen wurde oder dass Gas, Strom, Wasser fast 1000% und Transport 230% teurer geworden sind?
Meinen Sie das mit „graduellen Reformen“?
„Wer zu viel Geld ausgibt, muss immer mehr Schulden machen; wer zu viel Geld drucken lässt, erntet irgendwann Inflation.“ Wussten Sie, dass seit Macri im Amt ist, die Schulden im In- und Ausland auf 90.000.000 gestiegen sind und ein Kredit mit 8% Zinsen für 100 Jahre genommen wurde oder dass der Peso innerhalb von zwei Jahren 50% seines Werts verliert?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
escriba74 18.09.2018, 07:59
76.

Herr Müller,
es ist unglaublich, dass ein „Professor“ im Spiegel online auf die gleiche Art spricht, wie man es beim Stammtisch macht.
“aber vor gar nicht so langer Zeit war Argentinien eines der reichsten Länder der Erde“. Können Sie mir bitte sagen, wann das war? Was verstehen Sie unter „reich“? Bedeutet reich für Sie, dass das Land viel Geld auf der Bank hat oder dass die Bevölkerung Sozialleistungen bekommt?
„Noch in den Fünfzigerjahren lagen die durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen deutlich höher als in Deutschland…“ wissen Sie, dass Peron Präsident diesen Landes bis 1955 war? „Präsident Macri hat versucht, diesen Zirkel zu durchbrechen. Mit graduellen Reformen und dosierten Sozialausgaben ..“ Welche graduellen Reformen meinen Sie, Herr Müller? Dass der Export aus Landwirtschaft und Bergbau steuerbefreit ist, dass der CONICET (das Forscherzentrum Argentinies) 65% ihrer Forscher entlassen hat, dass die Polizei Leute mit Gummigeschossen angeht und verletzt, dass die Rente und Behindertenhilfe gekürzt wurde, dass der Import von Produkten eröffnet wurde auf Kosten der Arbeitsplätze, dass circa 200.000 Arbeiter im Staatsdienst ohne Frist und Grund gekündigt wurden? Dass ein Teil des Bildungsbudgets an den Sicherheitsdienst übertragen wurde oder dass Gas, Strom, Wasser fast 1000% und Transport 230% teurer geworden sind?
Meinen Sie das mit „graduellen Reformen“?
„Wer zu viel Geld ausgibt, muss immer mehr Schulden machen; wer zu viel Geld drucken lässt, erntet irgendwann Inflation.“ Wussten Sie, dass seit Macri im Amt ist, die Schulden im In- und Ausland auf 90.000.000 gestiegen sind und ein Kredit mit 8% Zinsen für 100 Jahre genommen wurde oder dass der Peso innerhalb von zwei Jahren 50% seines Werts verliert?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
micnolde 18.09.2018, 08:47
77. Wellenreiter

So ein Quatsch, Hauptsache seine Ideologie auf Alles aufzwingen.

Ist das nicht auch schon Populismus!?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lkarmann 18.09.2018, 19:43
78. Brilliante Analyse

Selten in den letzten Jahren habe ich eine so scharfsichtige Analyse gelesen. Ein Ausdruck diese Artikels wird Teil einer Zeitkapsel, die ich gerade zusammenstelle: mal sehen, was in 100 Jahren jemand dazu sagt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frenchcurry 19.09.2018, 00:24
79. kann ich nur bestätigen

Zitat von zeitgenosse99
Ich (Schweizer) wohne seit 9 Jahren in Uruguay (und wohnte zeitenweise parallel auch noch in Buenos Aires) und es sicher eines der stabileren Länder in Südamerika, aber bis zum leuchtenden Vorbild fehlt doch einiges. Die Preise für Lebensmittel sind einiges höher als in Deutschland und der Verdienst einiges tiefer. Dazu kommt die jährliche Inflation von 8-9% und dies schon seit Jahren. Die Renten sind zuviel zum sterben und zuwenig zum leben. Grossen Firmen wie der grössten Zellulosefabrik der Welt werden Steuergeschenke en Masse gemacht, ebenso Firmen in den vielen Freihandelszonen, aber der kleine Tante Emma Laden wird mit teuren kommerziellen Tarifen für Strom und Wasser, jedes Jahr mehr bürokratische Auflagen ziemlich schnell der Garaus gemacht. Ich kenne Dutzende kleine Geschäfte die alles korrekt gemacht haben und dann pleite gingen, wegen der steuerlichen und bürokratischen Ueberbelastung und nicht weil die schlecht gearbeitet haben. Mittlerweile arbeiten immer mehr wieder schwarz mit Lieferdiensten für Empanadas etc. Die linke Regierung seit 2005 hat es schlichtweg nicht verstanden sich mal in die Situation eines Kleinunternehmers zu setzen und dafür zu sorgen, dass die ein genügend grosses Einkommen zum überleben erzielen können und auch damit Arbeitsplätze erhalten können. . Bis vor kurzem war Uruguay noch der Bankenplatz Südamerikas mit einem strengen Bankgeheimnis und attraktiv für Fluchtgelder (v.a. aus Argentinien). Mittlerweile wollen die alles wissen, die Notare sind gehalten ihre Kunden z.b. bei Hauskäufen regelrecht auszuspionieren. . So romantisch toll wie Sie Uruguay verklären ist es definitv nicht. Gut die Korruption ist mit weltweit Rang 23 die tiefste in Lateinamerika, das ist sicher positiv. Aber ansonsten nimmt auch hier die Kriminalität zu und wenn Sie als Deutscher hier mal die Supermarktpreise mit den Löhnen vergleichen würden, dann würden Sie aber schnell mal auf die Welt kommen. Der Uruguayo liebt keinen Wettbewerb, Benzin kostet im ganzen Land (ausser wenigen Grenzgebieten) gleichviel, die Autos werden nur nach Listenpreis verkauft, die Supermarktbesitzer sprechen ihre Preise oft ab. Ich warte schon lange drauf, dass Aldi, Lidl, Spar etc nach Uruguay kommen und den Markt mal etwas richtig aufmischen würden. Aber das passiert leider nicht. Ein Paradies für Oligolpole ist Uruguay und der Konsument muss dafür tief in die Tasche greifen.
Hinzufügen möchte ich noch die explodierende Kriminalität, fehlendendes Qualitätsbewusstsein bei den Handwerkern und das immer mieser werdende Schul/Bildungssystem. Zudem wird man hier bis ins Kleinste überwacht und kontrolliert.
Auch Schweizerin und etliche Jahre in UY wohnhaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 9