Forum: Wirtschaft
700-Euro-Pille von Sovaldi: "Unmoralische Gewinnzahlen"
AP/Gilead Sciences

Eine Pille des Hepatitis-C-Präparats kostet 700 Euro. Kassen warnen vor Milliardenkosten, Experten kritisieren das "unmoralische" Gewinnstreben der Pharmakonzerne. Doch wie kommt der hohe Preis eigentlich zustande?

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marienkäfer 06.08.2014, 21:53
20.

Zitat von Zhukov45
Wenn es jemandem nicht passt, kann er ja sein eigenes Mittles erfinden und es dann für 5 Euro verscherbeln. Nur werden damit leider nicht die Entwicklungskosten gedeckt - weder für das wichtige Heilmittel, noch die anderen Versuche aus denen nichts geworden ist. Wenn man den Profit als "unmoralisch" verbietet, werden halt weniger neue Medikamente auf den Markt kommen und dementsprechend mehr Leute nicht geheilt werden und vielleicht sterben. Also bitte Vorsicht, bevor man ein Profitverbot erwägt.
Ein guter Sprücheklopfer sind Sie ja. Soso, es sind also die Entwicklungskosten? Ihnen kann man ganz offensichtlich jeden Unsinn erzählen. Das ist nichts weiter als eine Standardfloskel der BWL-Honks.

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sbaatfast 06.08.2014, 21:56
21. Gamification...

...so ist nunmal der Markt. Warum soll eine Metal-Band Kohle fuer ihre Musik bekommen, nur weil sie meinem Wohlbefinden dient?

Innerhalb der Patentperiode muss sich das Medikament bezahlt machen um neue Forschngen zu finanzieren, davon abgesehen steht es doch jeder Krankenkasse frei ihre Beitraege anzupassen. Wenn ich einen solchen vergesse zu ueberweisen bekomm ich Drohbriefe, wenn Medikamente mal Geld kosten soll ich das Gejammer der Versicherer lesen?

Die AOK kann ja ihre Patienten preiswert nach China fliegen und dort mit Generika behandeln lassen, zu preiswerten Schwarzmarktpreisen.

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toastrunner 06.08.2014, 21:58
22. Natürlich..........

...... ist Sovaldi ein tolles Medikament. Aber mir kommt das vor wie ein Wettlauf um den größten Reibach. Sollten ähnlich gute Wirkstoffe zukünftig auf den Markt kommen, werden sie entweder für die breite Masse unbezahlbar oder nur durch horrende Erhöhung der Krankenkassenbeiträge finanzierbar. Dann ist der Patient zwar gesund, aber das Gesundheitssystem todkrank.

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querollo 06.08.2014, 22:04
23. Super!

Zitat von wetzer123
Arzneimitelpatente abschaffen und die Forschung öffentlich finanziert von öffentlichen Institutionen führen lassen. Dann können die Medikamente zum Produktionspreis verkauft werden. Die Summe der Kosten aus Produktionspreisen und Forschungsausgaben sind garantiert niedrier als die Kosten jetzt und so könnten die Versicherungsbeiträge gesenkt werden.
Das ist ja eine brillante Idee!

Schließlich haben öffentlich finanzierte Institutionen ja schon mehrfach bewiesen, dass ihre Kompetenz zu effektivem Arbeit weit über dem der der freien Wirtschaft liegt. Ich denke da z.B. an die Bauwirtschaft, etwa bei der Elbphilharmonie oder dem Flughafen Berlin. Auch da hat man sich ja aus Kostengründen dafür entschieden, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Wenn das in der Pharmaforschung zu ähnlichen Erfolgen führt, dürfe das Rentenproblem bald gelöst sein.

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johnny_b 06.08.2014, 22:11
24.

Man kann nicht die Forschung und Entwicklung von Medikamenten der Industrie überlassen und sich dann darüber aufregen, dass die damit auch noch Gewinn machen wollen. Das ist ungefähr so sinnhaft wie sich über Mautgebühren zu beschweren, nachdem man die Autobahnen privatisiert hat.

Die konsequente Maßnahme wäre die Arzneimittelforschung in öffentlich finanzierten Institutionen durchführen zu lassen, da hätten wahrscheinlich alle mehr von. Das kostet natürlich auch ne Menge Geld, insbesondere dann wenn man die Arzneimittel danach zum Selbstkostenpreis abgibt. Wäre im Endeffekt aber mit Sicherheit günstiger und zusätzlich könnte man auch an Mitteln forschen, die "nicht wirkschaftlich sind", da es nicht genug Patienten gibt, dass es sich lohnen würde.

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Zensi Erter 06.08.2014, 22:13
25. Medikamentpreisdeckel

Zitat von Theo!
keine Obergrenze bei den Medikamentenpreisen? Die Dummen sind wieder die Bürger mit schmalen Einkommen...ist aber nix neues
Ein Medikamentpreisdeckel wuerde dazu fuehren, dass noch weniger Medikamente fuer seltene Krankheiten entwickelt werden als ohnehin schon. Um in solchen Maerkten wirtschaftlich zu arbeiten, muessen die Dosen of recht teuer verkauft werden, damit sich der Aufwand an Forschung und Entwicklung lohnt. Deckelt man den Medikamentenpreis, wird sich die Pharmaindustrie auf die "low hanging fruits" beschraenken. Gut fuer Sie, wenn Sie dann eine Krankheit haben, die haefig vorkommt. Alle anderen haben dann eben Pech gehabt. Ein sehr zynischer Ansatz, finden Sie nicht?

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chalchiuhtlicue 06.08.2014, 22:18
26.

Der gute AOK-Chef in seiner (politisch opportunen) Einfältigkeit übersieht, dass die reinen Herstellungskosten eines Medikamentes nicht den Preis alleine ausmachen. Es kommen Entwicklungskosten in Höhe von 0,7 - 1,5 Mrd. Euro dazu, die auch irgendwann wieder reingeholt werden müssen. Das gibt Pharmaherstellern sicher keinen Freibrief bei der Preisgestaltung, aber was soll man machen? Planwirtschaft funktioniert nun mal nicht. In einer Planwirtschaft geht Innovation als erstes drauf. Und gerade innovative Therapien braucht die Medizin und nicht den 724. ACE-Hemmer.

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JKStiller 06.08.2014, 22:19
27. Denkfehler zum Quadrat

nimmt man den Anspruch der Bundesrepublik, seine Bürger und deren Leib und Leben schützen zu wollen. Unternehmen wie Post, Telekom, DB, ja selbst der Frankfurter Flughafen werden staatlich kontrolliert, aber die Pharmariesen dürfen mit dem Leben der Menschen spekulieren. Wenn überhaupt etwas staatlich reguliert werden sollte, dann diese Branche. Aus moralischen, ethischen und sozialen Gründen. Wenn man das Geschäftsprinzip der Konzerne zusammenfassen wollte, könnte man es simpel wie folgt darlegen: Du bist krank, hast kein Geld, dann leide oder besser sterbe doch, denn es gibt genug andere, die zahlen können. So viel zum anthropologischen Fortschritt im Jahre 2014.

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desaint 06.08.2014, 22:21
28. mit Tecfidera ein ähnliches Spiel

kostet pro Patient 30.000,-- p.a. / Wert des altbekannten Wirkstoffs DMF keine 100,-- Euro.
Lachhaft wie die Kassen geplündert werden.

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herd1958 06.08.2014, 22:25
29. Ein Segen

Also meine Frau hat es 12 Wochen genommen und ist geheilt - Null Nebenwirkungen! In Kombination mit einem anderen Medikament. Und sie hat, da privat versichert mit einem Eigenanteil von 10%. monatlich € 2000,00 aus eigener Tasche beigesteuert. Summa summarum sehr zufrieden. Wären wir bei einer Kasse hätten wir wahrscheinlich nicht zubezahlt, aber ewig auf die Genehmigung gewartet. Wir sind begeistert.

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