Forum: Wirtschaft
700 Unternehmen: Wasserwirtschaft und Getränkeindustrie fordern Fracking-Verbot
AP

"Der Einsatz der Fracking-Technologie wäre unverantwortlich" - ein Bündnis von 700 deutschen Unternehmen warnt vor der umstrittenen Gas-Fördermethode. Das Bündnis aus Wasserwirtschaft und Getränkeindustrie fordert von Union und SPD ein strenges Gesetz.

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Senf-Dazugeberin 22.11.2013, 21:19
40. Verbissen

Zitat von tempus fugit
Warum eigentlich so verbissen mit dem Fracking? Fehlt irgendwo Gas? Fehlt irgendwo Strom?
Vielleicht verdient Herr oder Frau Spirit ja seine/ihre Brötchen mit dem Gas. Wenn man sich so "verbissen" für etwas einsetzt, bei dem ansonsten so ziemlich jeder Bedenken hat, könnte evtl. ein persönliches Interesse dahinter stecken... (mal so ganz vorsichtig formuliert).

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spiritof81 22.11.2013, 23:37
41.

Zitat von Senf-Dazugeberin
Vielleicht verdient Herr oder Frau Spirit ja seine/ihre Brötchen mit dem Gas. Wenn man sich so "verbissen" für etwas einsetzt, bei dem ansonsten so ziemlich jeder Bedenken hat, könnte evtl. ein persönliches Interesse dahinter stecken... (mal so ganz vorsichtig formuliert).
1) Womit ich mein Geld verdiene, geht niemanden etwas an.

2) Die (vermeintliche) Mehrheit hat nicht immer Recht. Es stellt sich zusätzlich die Frage, woher diese angebliche Mehrheit ihre Erkenntnisse gewonnen hat.

3) Ich beschäftige mich seit Jahren privat mit Bergbautechnik und habe zudem eine geowissenschaftliche Ausbildung genossen. Und ich habe noch nie soviel Unsinn gelesen/gesehen, wie er über ein Standardverfahren der Erdöl-/Erdgasgewinnung verbreitet wird. Wenn das so saugefährlich wäre, wie ständig behauptet, dann müssten schon seit Jahrzehnten ganze Landstriche auch in Deutschland
Man muss sich nur ansehen, was hier im Forum als "Belege" für die Bedenken angeführt werden: "Gasland", ein Film von jemandem, der zugegeben hat, seine Zuschauer getäuscht zu haben, Fernsehberichte und Wikipedia. Nachfragen nach belastbaren Studien, die die Bedenken untermauern bleiben unbeantwortet. Stattdessen wird der Berufsstand der Geowissenschaftler diffamiert, weil u.a. auch Personen aus der Erdöl-/Erdgasindustrie im entsprechenden Berufsverband vertreten sind (was einfach nur logisch ist).

4) Da ja die Fractechnologie angeblich so gefährlich ist, sollten wir vlt. alle gefracten Bohrungen in Deutschland schließen und ab sofort die Gasmengen und Ölmengen aus gefracten Bohrlöchern in Russland oder anderen Staaten nicht mehr einführen. Wir hätten ein gravierendes Versorgungsproblem.

Ein kleiner Blick nach Russland | Erdöl und Erdgas in Deutschland

Das ist mein abschließender dazugegebener Senf dazu.

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aurichter 23.11.2013, 08:07
42. Wenn ich Fracking lese

und die damit verbunden Nachwirkungen betrachte, dann fällt mir ganz spontan der Film "Erin Brokowitsch" ein, der sehr anschaulich beschreibt wie der Normalbürger mit den Folgen dieser sehr radikalen Profitgier umgehen muss. Meistens ist es dann für viele Menschen zu spät und die Gesundheit ist unwiederbringlich verloren. Genau deshalb ist es notwendig dsß hier von Anfang an die nötigen Gesetze und Verordnungen vorliegen. Wir sollten mit aller Macht unseren Luxus Grundwasser schützen, vom Profit durch Fracking wird nur eine Minderheit etwas haben, die Folgen dürfen andere ausbaden. Nein Danke, laß die Texaner u.a. mal machen, eben sehen was dabei wieder rauskommt, sicher nichts Gutes.

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tempus fugit 23.11.2013, 09:17
43. Tatsache ist,....

Zitat von spiritof81
1) Womit ich mein Geld verdiene, geht niemanden etwas an. 2) Die (vermeintliche) Mehrheit hat nicht immer Recht. Es stellt sich zusätzlich die Frage, woher diese angebliche Mehrheit ihre Erkenntnisse gewonnen hat. 3) Ich beschäftige mich seit Jahren privat mit Bergbautechnik und habe zudem eine geowissenschaftliche Ausbildung genossen. Und ich habe noch nie soviel Unsinn gelesen/gesehen, wie er über ein Standardverfahren der Erdöl-/Erdgasgewinnung verbreitet wird. Wenn das so saugefährlich wäre, wie ständig behauptet, dann müssten schon seit Jahrzehnten ganze Landstriche auch in Deutschland Man muss sich nur ansehen, was hier im Forum als "Belege" für die Bedenken angeführt werden: "Gasland", ein Film von jemandem, der zugegeben hat, seine Zuschauer getäuscht zu haben, Fernsehberichte und Wikipedia. Nachfragen nach belastbaren Studien, die die Bedenken untermauern bleiben unbeantwortet. Stattdessen wird der Berufsstand der Geowissenschaftler diffamiert, weil u.a. auch Personen aus der Erdöl-/Erdgasindustrie im entsprechenden Berufsverband vertreten sind (was einfach nur logisch ist). 4) Da ja die Fractechnologie angeblich so gefährlich ist, sollten wir vlt. alle gefracten Bohrungen in Deutschland schließen und ab sofort die Gasmengen und Ölmengen aus gefracten Bohrlöchern in Russland oder anderen Staaten nicht mehr einführen. Wir hätten ein gravierendes Versorgungsproblem. Das ist mein abschließender dazugegebener Senf dazu.



...bei vielen Bohrungen werden wasserführende Schichten durchbrochen.

Gerät dort was rein, und sei es nur das 'gesuchte' Öl, dann führt das zu Verseuchung der damit in Kontakt gekommenen wasserführenden
Schichten.
Und dies ist nachweislich auch vorgekommen...

Was 1 Ltr. Öl in Oberflächenwasser anrichten kann, ist Ihnen sicher bekannt und deshalb werden zu Recht entsprechende Strafen ausgesprochen.

Wenn nun auch noch Chemiemix eingeführt wird - zur Exploration, nicht mal zur Gewinnung, dann ist die Sauerei programmiert!

Mein letzter Senf: Es mag sein, dass dieses Gas vorhanden ist, mag sogar gut sein, dass man es weiss.

Dass man es nun auch gleich fördern muss nur um mammons Willen,
das können nur paar Giergeier nachvollziehen!

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rambo-1950 23.11.2013, 18:15
44. Wer Fracking erlaubt MUSS

Folgen persönlich zu spüren bekommen!
Vor Wochen kam dazu Bericht in TV aus den USA.
Rancher wollte schnelle Kohle machen, hat dazu einen Teil seiner Ländereien an Betreibergesellschaft verpachtet.
Nachdem die Ausbeute zu gering war haben die amerikanischen "Gas-Gerd's" ihre Bohrungen abgebrochen.
Hinterlassen haben sie Mondlandschaften und ungeniesbares Wasser für Mensch und Tier.
Die Quellen der Ranch sind durch Chemikalien etc. derart "verseucht," dass das stinkige Wasser unbrauchbar.
Rancher musste aufgeben, das Vieh verkaufen. Die Verursacher interessiert's nicht im Geringsten.
NOCHMALS wer Fracking erlaubt soll die Folgen an eigenem Leib und Leben verspüren.......!"

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gunnerson 24.11.2013, 19:43
45.

Zitat von spiritof81
Zu den "Berichten" aus den USA auf die verwiesen wir: Was die Flussverunreinigung betrifft, sind ganz offensichtlich Produktionswässer in den Fluss gelangt, was mit der Fractechnologie nichts zu tun hat. Nachgewiesene Metalle und hoher Salzgehalt deuten darauf hin.
Oder durchs Einpressen vom Ursprungsort verdrängt worden...
Diverse Frac-Additive enthalten zudem auch lustige Metall-und Halogen-Ionen.

Zitat von spiritof81
Produktionswässer fallen aber bei jeder Erdgasförderung an, egal ob gefract wird oder nicht.
Schimm genug, dass man bei näherer Betachtung ja nicht einmal die konventionelle Förderung hierzulande im Griff hat. Hinterlässt zwar weniger offensichtliche Spuren als ein Ölunfall, doch nur weil man die Folgen nicht unmitelbar sieht ist's noch lange kein sauberes Geschäft.

Zitat von spiritof81
Was die erhöhten Gehalte an niederen Alkanen betrifft: Hier ist der Studie zu entnehmen, dass die Forscher undichte Bohrlochummantelungen als Ursache vermuten aber eben nicht die Frac-Technologie.
Praktischerweise nennt sogar Werbung direkt von Halliburton Frac-Behandlungen als eine der großen Risikofaktoren für die Dauerhaftigkeit der Zementierung.
Und natürlich stellt jede Bohrung schon unabhängig vom Fracking ein Umweltrisiko dar. Kombiniert mit der äußerst geringen Ausbeute pro Bohrung beim Schiefergas und somit iesigen Meng an Bohrungen (Trombitas progostizierte auf der Celle Drilling 2012 mal eben 8 Mio Bohrungen für die US-Vorkommen. Deutschland sagt man etwa ein Zehntel der Vorkommen nach) explodiert das Gesamtrisiko für die Menge X an Gas jedoch gerade zu im Vergleich zu konventioneller Förderung.


Zitat von spiritof81
In anderen Fördergebieten sind diese Probleme nicht aufgetreten Auch das wird in der Studie klargestellt.
Tja, wenn es um dieExistenz von Risiken geht reicht praktischerweise ein erwiesenes Schadens-Beispiel. Schaut man sich die einschlägigen Veröffentlichungen an, landet man bei 1:300 -1:5000 Risiko eines gravierend missglückten Fracs. Da ist es schon eine abenteurliche Idee, hierzulande mit einer handvoll Bohrungen die vermeintliche Sicherheit beweisen zu wollen. Praktischerweise nach neuester Vorstellung der Branche (siehe Hannover-Erklärung) auch noch zum Foschungsprojekt umdeklariert auf Kosten der Steuerzahler.

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gunnerson 24.11.2013, 19:47
46.

Zitat von Pixopax
"Die Belastung von Methan und Ethan lag demnach bei Brunnen im Umkreis von einem Kilometer um Fracking-Anlagen sechsmal beziehungsweise 23 Mal höher als in anderen Brunnen." Was aber nicht am Fracking lag sondern an einer unzureichenden Abdichtung des Bohrlochs, ein Problem, dass auch bei herkömmlicher Förderung auftreten kann.
Nur blöd, dass der Zement unter dem Stress des Einpessdrucks und der Raschen Temperaturwechsel besonders gerne zerbröselt

Zitat von Pixopax
Bitte solche Dinge dann auch nennen, und nicht nur den Effektbeladenen Teil! Viele Menschen, die gegen Fracking sind kennen nur diese Panikmeldungen, nicht die Hintergründe.
Vorher Wasser sauber, hinterher nicht mehr. Durch welchen Mechanismus genau ist da für den Betroffenen völlig egal.

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gunnerson 24.11.2013, 20:08
47.

Zitat von spiritof81
Nicht definierbare Verschmutzungsgefahr von Trinkwasser? Dazu der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler:
Tja,die NRW-Gutachter wurden noch dreist vom LBEG angelogen. Man könne gerade keine Umweltdaten bereitstellen, weil man sie gerade in eine Datenbank zusammenführe.
Zwischenzeotlich räumte man kleinlaut ein, dass es noch nie begleitende systematische Monitorings gegeben habe.
Wenn eine Aufsichtsbehörde für ihr Branchenklientel gezielt die restliche Verwaltung und Politik belügt, kann es mit dem Aufsichtsinteresse wohl nicht soweit her sein.


Zitat von spiritof81
Oder Brian Horsfield, GFZ Potsdam:
...möchte der gute Herrn hier gerade seine völlige Unwissenheit zur Schau stellen oder sich als Mietmaul empfehlen? Oder meint dieses hochspezifische Dementi, dass Austritt aus dem Bohrstrang ins Grundwasser ja nicht aus dem Boden ins Grundwasser sei und wir deshalb diverse Vorfälle geschickt ausblenden wärend wir das Gegenteil suggerieren?


Zitat von spiritof81
Diese "10 Jahre" sind ein theoretischer Wert. Die geschätzten Vorkommen entsprechen dem gegenwärtigen Verbrauch von 10 Jahren. Das heißt aber nicht, dass Deutschland 10 Jahre autark wäre. Vielmehr wäre es evtl. möglich, sich zu 20 % selbst versorgen und somit die Auslandsabhängigkeit zu verringern. Und das dann über Jahrzehnte hinweg, so wie es bis vor 10 Jahren bereits der Fall war. Seitdem ist die Eigenversorgungsrate auf aktuell 10 % gesunken, Tendenz weiter fallend.
Derzeit rechnet die Branche selbst mit bestenfalls einem Halten der aktuellen Förderung. Wenn überhaupt. Das vorgebliche Shalegas-Paradies Polen zeigt hingegen 40 Bohrungen von denen keine einzige wirtschaftlich fördert...


Zudem ist die vielzitierte BGR-Schätzung lediglich eine Einzelmeinung einer Einichung, in deren Kuratorium es von Förderunternehmen nur so wimmelt und die sich in de Vergangenheit bereits mit Maulkörben für die "richtige" Ausrichtung hervortat. Siehe Spiegel anno 2006:
Erdbeben durch Gasförderung: Behörde legt sich mit Forschern an - SPIEGEL ONLINE

Während so die BGR im letzten Jahr noch 2/3 der Vorkommen im Unterkarbon verortete, bezeichnete die EIA eben diese zwischenzeitlich im Juni 2013 als völlig irrelevant.

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gunnerson 24.11.2013, 20:13
48.

[QUOTE=spiritof81;14285170][QUOTE=gultimore;14285071]Und jetzt vergleichen sie mal, wieviele Bohrlöcher man beim Fracking braucht mit der Anzahl an Bohrlöchern bei konventiellen Förderungen. Zitat von Now Rob
Auch in konventionellen Bohrungen wird das Fracverfahren angewendet. "Fracking" ist kein Synonym für Schiefergasgewinnung.

Tja, dank Schiefergas-Debatte hat man jetzt mal im MU Nds näher nachgeschaut und dummerweise festgestellt, dass der Antrag zu Düste Z10 mangels REACH-Registrierung nach europäischem Chemikalienrecht überhaupt nicht genehmigungsfähig ist. Und auch die letzten Fracs wie Buchhorst T12 hätten weder genehmigt noch vom Betreiber durchgeführt werden dürfen...

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gunnerson 24.11.2013, 20:23
49.

Zitat von step75
"Laut Studien könnte Deutschland mit den Schiefergasvorkommen in tiefen Gesteinsschichten über zehn Jahre seinen Gasbedarf decken." Zehn ganze Jahre billig heizen! Dafür sollte man doch auf jeden Fall gründlich das Grundwasser für die Nachwelt verseuchen! Das lohnt sich!
Äh, heizen, aber sicher nicht billig. Derzet prognostizierte Rentabilität deutsche Vorkommen erst bei Verdoppelung des Preises zu erwarten.

In den USA hat man 2011 für 42 Mrd gebohrt aber nur 32 Mrd erlöst - ohne dass die Produktionssteigerung dem Investitionsüberhang folgte.
Die ersten Schiefergasförderer sind entsprechend auch Pleite,sozum beispiel GMX Ressources. und Chesapeak als einer großen Vorreiter wurde Managemagazin vor einigen Monaten als "Enron mit Bohrtürmen" betitelt. Nachdem zunächst eher Newcomer das Fracking vorantrieben, haben inzwischen die etabierten Platzhirsche jeweils das knowhow einzelner kleinere Schiefergasklitschen einverleibt. Der Rest wird nun in einem unterbietungswettbewerb plattgemacht, bis das Oligopol wiederhergestellt ist. Exxon und Co können das eine Weile aus dem Rest des weltweiten Geschäfts quersubventionieren, während jene lokale Firmen vor Ort, die sich nicht schon in lukrativere Fracken von Öl gerettet haben in die Pleite rutschen. Bis die verbleibenden dann wieder die Peise auffü sie bequeme Höhe heben. Wie sagte noch Eon-Cheffe Rex Tillerson vo nicht allzuane Zeit? Warum sollten wir Energie für weniger als die Schmerzgenze unserer Kunden verkaufen?

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