Forum: Wirtschaft
8,50 Euro nach 6 Wochen: Mindestlohn bedroht Betriebspraktika
DPA

Die Bundesregierung feiert den Mindestlohn - doch für längere, freiwillige Betriebspraktika könnte er das Aus bedeuten. Denn auch Praktikanten, die länger als sechs Wochen im Unternehmen sind, müssen künftig im Regelfall 8,50 Euro pro Stunde erhalten.

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pimposse 04.04.2014, 13:18
340. wer in sechs Wochen nicht weiß, was in einem Job ...

... wie gemacht wird, hat an einer solchen Arbeitsstelle nichts verloren. Praktika für 6 Wochen sind völlig ausreichend, danach profitiert jedes Unternehmen netto von der Arbeitskraft und soll auch dafür zahlen. Bislang wurden ungeeignete oder eben ausbeutungswillige Praktikanten einfach länger beschäftigt als sinnvoll. Bravo für diese Regelung - jetzt noch die unsäglichen Bevorzugung von Mini-Zweitjobs auf 450€-Basis abschaffen und schärfer die tatsächlich geleisteten Stunden und Zahlungen kontrollieren und das Jobwunder wird sich automatisch einstellen. Allerdings: Wetten dass jetzt Kettenpraktika nach dem Motto 6 Wochen offizielles Praktikum 1 Wochen "offizielles" pausieren und dann wieder von Neuem 6 Wochen offizielles Praktikum und so weiter entstehen werden? Unternehmer sind Unternehmer weil sie clever, flexibel und gewieft sind!

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rotertraktor 04.04.2014, 13:19
341. alt

Zitat von katzenheld1
Also für mich fängt die Praxistauglichkeit bereits bei der erfolgreich umgesetzten Groß- und Kleinschreibung und dem zielsicheren Einsatz der Zeichensetzungsregeln an. Sie glauben gar nicht, wie wichtig das ist!
Wo wir gerade schon beim Thema sind...

Zitat von hobbyleser
Wenn sie wegen ihrem Alter abgelehnt wurden...
Das lautet korrekt "wegen Ihrer Alten" oder "wegen Ihres Alten", oder aber "wegen Ihres Alters", falls Sie das gemeint haben.

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Wissensarbeiter 04.04.2014, 13:28
342. Konsequenzen eines Praktikumsgebers

Damit hier nicht nur Beiträge von Leuten mit Milchmädchen-Wirtschaftskenntnissen erscheinen, will euch Papa einmal etwas aus der Perspektive eines Praktikumsgebers erzählen: Wir bieten in einem kleinen Büro (3 Festangestellte) fortlaufend eine Praktikantenstelle für Studenten und Absolventen an. Eine der Angestellten ist eine ehemalige Praktikantin. Andere ehemalige Praktikanten werden bei Bedarf als freie Mitarbeiter beschäftigt. Durch den künftig ab 6 Wochen zu zahlenden Praktikanten-Mindestlohn wird bei uns wie folgt umdisponiert: (1) Vier- bis sechswöchige Praktika: Bisher 450 Euro pro Monat. Künftig 0,00 Euro pro Monat. Wir wollen bei den Kurzzeitpraktika das einsparen, was wir bei den mehrmonatigen Praktika künftig draufzahlen müssen. (2) Mehrmonatige Praktika (1-6 Monate): Bisher 1.000 Euro pro Monat bei 40 Wochenstunden. Künftig ebenfalls 1.000 Euro, aber bei halbierter Wochenstundenzahl, damit das Budget von 1.000 Euro nicht überschritten wird. Das läuft dann auf 5 Stunden pro Tag hinaus. Wird sich die Situation für die Praktikanten durch den Mindestlohn verbessern? Ich glaube nicht. Es werden zwar viele ausbeuterische Praktika wegfallen, aber ebenso viele erstklassig betreute Praktika in Kleinbetrieben. Bei den Stellen, die übrigbleiben, werden die Arbeitgeber mit Stundenzahl und Lohn jonglieren und experimentieren müssen, um mit ihrem Budget auszukommen.

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l.augenstein 04.04.2014, 13:42
343.

Zitat von Wissensarbeiter
Damit hier nicht nur Beiträge von Leuten mit Milchmädchen-Wirtschaftskenntnissen erscheinen, will euch Papa einmal etwas aus der Perspektive eines Praktikumsgebers erzählen: Wir bieten in einem kleinen Büro (3 Festangestellte) fortlaufend eine Praktikantenstelle für Studenten und Absolventen an. Eine der Angestellten ist eine ehemalige Praktikantin. Andere ehemalige Praktikanten werden bei Bedarf als freie Mitarbeiter beschäftigt. Durch den künftig ab 6 Wochen zu zahlenden Praktikanten-Mindestlohn wird bei uns wie folgt umdisponiert: (1) Vier- bis sechswöchige Praktika: Bisher 450 Euro pro Monat. Künftig 0,00 Euro pro Monat. Wir wollen bei den Kurzzeitpraktika das einsparen, was wir bei den mehrmonatigen Praktika künftig draufzahlen müssen. (2) Mehrmonatige Praktika (1-6 Monate): Bisher 1.000 Euro pro Monat bei 40 Wochenstunden. Künftig ebenfalls 1.000 Euro, aber bei halbierter Wochenstundenzahl, damit das Budget von 1.000 Euro nicht überschritten wird. Das läuft dann auf 5 Stunden pro Tag hinaus. Wird sich die Situation für die Praktikanten durch den Mindestlohn verbessern? Ich glaube nicht. Es werden zwar viele ausbeuterische Praktika wegfallen, aber ebenso viele erstklassig betreute Praktika in Kleinbetrieben. Bei den Stellen, die übrigbleiben, werden die Arbeitgeber mit Stundenzahl und Lohn jonglieren und experimentieren müssen, um mit ihrem Budget auszukommen.
Ja, so ähnlich werden wir das in Zukunft wohl auch handhaben.

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Georg_Alexander 04.04.2014, 13:55
344. Kleine Frage

Zitat von Isabel_Archi
Das wird die Architekturbüros z. B. in arge Bedrängnis bringen. Hier sitzen studierte Leute, die deutlich weniger als 8,50 € bekommen, oder sogar gar nichts.
Nachdem die Pseudo-"Praktikanten" nun nicht mehr beschäftigt werden, da sie "unverschämterweise" den Mindestlohn bekommen sollen:
Wer macht jetzt die Arbeit? (Und für welches Geld?)

Mir schwant, es wird nicht wesentlich besser mit dem Mindestlohn, da jetzt die vollausgebildeten Akademiker statt garnichts den Mindestlohn bekommen. Das dürfte für die meisten Absolventen aber immer noch Lohndumping sein.

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balou18 04.04.2014, 14:07
345. Konsequenzen...

An die Praktikumsgeber wie "Wissensarbeiter", die jetzt beleidigt meinen, dann eben keine Praktikanten mehr: Was machen denn die Praktikanten bei Ihnen? Bei einem Unternehmen mit 3 Angestellten werden diese Mitarbeiter ja wohl entsprechend ausgelastet sein, sodass sie sich nicht permanent um einen Praktikanten kümmern und ihnen Dinge beibringen können, ergo kann man davon ausgehen, dass der Praktikant durch seine Mitarbeit Ihre MA entlastet und zum Erfolg des Unternehmens beiträgt, oder? Und dafür wollen/können Sie nicht bezahlen? Dann müssen Sie die Arbeit wohl selber machen... Das Praktikum ist nicht als kostenlose Einarbeitungszeit gedacht, wie manche Arbeitgeber das hier anscheinend sehen, sondern dafür, dass Praktikanten das Berufsleben kennenlernen! Das, was Sie da beschreiben, wäre in meinen Augen ein Nebenjob als Werkstudent, und auch der sollte entsprechend vergütet werden.
In Dänemark ist schon länger geregelt, dass auch Praktikanten einen adäquaten Lohn enthalten und hinzu kommt, dass sie dort nicht das Tagesgeschäft erledigen dürfen, sondern nur bestimmte Projekte bearbeiten dürfen, die sonst niemand bearbeitet, also z.B. Projekte für Bachelor-/Masterarbeit. Damit schützt man die Praktikanten vor Ausbeutung und die Mitarbeiter davor, dass sie durch Praktikanten ersetzt werden. Im Rahmen meines Masterprojekts habe ich innerhalb von 2 Monaten ein Ergebnis erreicht, durch das das Unternehmen ca. 80.000 € p.a. einsparen kann. Da soll mir keiner sagen, dass man nicht innerhalb von 6-8 Wochen produktiv sein kann.

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52er 04.04.2014, 14:11
346.

Zitat von Wissensarbeiter
Damit hier nicht nur Beiträge von Leuten mit Milchmädchen-Wirtschaftskenntnissen erscheinen, will euch Papa einmal etwas aus der Perspektive eines Praktikumsgebers erzählen: Wir bieten in einem kleinen Büro (3 Festangestellte) fortlaufend eine Praktikantenstelle für Studenten und Absolventen an. Eine der Angestellten ist eine ehemalige Praktikantin. Andere ehemalige Praktikanten werden bei Bedarf als freie Mitarbeiter beschäftigt. Durch den künftig ab 6 Wochen zu zahlenden Praktikanten-Mindestlohn wird bei uns wie folgt umdisponiert: (1) Vier- bis sechswöchige Praktika: Bisher 450 Euro pro Monat. Künftig 0,00 Euro pro Monat. Wir wollen bei den Kurzzeitpraktika das einsparen, was wir bei den mehrmonatigen Praktika künftig draufzahlen müssen. (2) Mehrmonatige Praktika (1-6 Monate): Bisher 1.000 Euro pro Monat bei 40 Wochenstunden. Künftig ebenfalls 1.000 Euro, aber bei halbierter Wochenstundenzahl, damit das Budget von 1.000 Euro nicht überschritten wird. Das läuft dann auf 5 Stunden pro Tag hinaus. Wird sich die Situation für die Praktikanten durch den Mindestlohn verbessern? Ich glaube nicht. Es werden zwar viele ausbeuterische Praktika wegfallen, aber ebenso viele erstklassig betreute Praktika in Kleinbetrieben. Bei den Stellen, die übrigbleiben, werden die Arbeitgeber mit Stundenzahl und Lohn jonglieren und experimentieren müssen, um mit ihrem Budget auszukommen.
Hallo Papa, ich glaube kaum, dass Ihre Wirtschaftskenntnisse weiterreichen als bei vielen Anderen hier im Forum. Das kleine Büro, ich gehe mal von einer Steuerberatung oder Ähnlichem aus, ist bei Ihrer Einstellung sicherlich kein gefragter Anbieter von Praktikantenstellen. Offensichtlich sehen Sie ein Praktikum als einseitige Veranstaltung. Somit ist für Sie natürlich jeder Cent zuviel, der dafür notwendig ist. Ich glaube aber kaum dass in Ihrem kleinen Büro der Praktikant nur zum Kennenlernen der betrieblichen Praxis da ist. Wer springt ein, wenn eine Ihrer Festangestellten krank oder in Urlaub ist, etwa Sie? In gewisser Weise kann ich Ihre "egoistisch-unternehmerische" Denkweise verstehen. Es ist nicht einfach mit einem kleinen Büro große Gewinne zu machen. Aber manchmal hilft ein bisschen Bescheidenheit, weniger Egoismus und ein langer Atem zu einem größeren Büro und entsprechend höheren Gewinnen. Also Papa,
denk mal drüber nach.

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Georg_Alexander 04.04.2014, 14:23
347. Ist es denn so schwer zu verstehen?

Zitat von katzenheld1
Geht es noch? Bei uns haben einige junge Leute ihr Vorpraktikum absolviert, und dabei waren die vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte einzuhalten. Das hat die teure Arbeitszeit der Meister gebunden, war rundherum aufwendig und somit kostenintensiv. Unersetzliche Arbeit hat kein einziger geleistet, und er hat bares Geld gekostet statt gebracht. Das ist eine Tatsache. Ich schätze mal, war für so einige Firmen eine Tatsache.
Niemand bestreitet, dass ein reguläres Praktikum (Vorpraktikum, Grundpraktikum, ...), das vor oder während der Ausbildung absolviert wird, den AG Geld kostet. Manche AG zahlen sogar für diese Praktika freiwillig noch eine Art Aufwandsentschädigung.

Bei der Mindestlohndebatte geht es ausschließlich um die fertig ausgebildeten "Scheinpraktikanten", die eigentlich eine Probezeit verdienen! Das ist nichts anderes als Ausbeutung.

Wenn allerdings das Image bestimmter Berufe auf Grund dieser Scheinpraktika deutlich sinkt, dann höre ich jetzt schon das Geschrei: Uns fehlen die Fachkräfte!

Studenten, geht doch einfach nicht mehr in die Medienberufe (u. a.), die sind nicht so attraktiv wie ihr denkt.

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Georg_Alexander 04.04.2014, 14:28
348. Ist das logisch?

Zitat von warndtbewohner
sagen Sie das mal jemandem der um seine wirtschaftliche Existenz kämpft............
Sie kämpfen um Ihre Existenz und fürchten, dass Sie bezahlt werden für Ihre Arbeit.

Ihr AG kennt Ihre Einstellung zu unbezahlten Praktika - und freut sich, dass er Sie noch länger beschäftigen darf!

So werden Sie da nicht herauskommen...

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Georg_Alexander 04.04.2014, 14:34
349. Es ist doch nicht zu fassen

Zitat von warndtbewohner
aber ich habe etwas Geld in der Tasche und das ist entscheidend. Arbeit macht Freude für jemanden der langzeitarbeitslos ist......
Wollen Sie nur provozieren? Eben noch "existenzbedroht" und jetzt "Geld auf Tasche"?
Drollig. Trollig.

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