Forum: Wirtschaft
995 Milliarden Euro in 2018: Bürger machen immer mehr Schulden für Immobilien
DPA

Die niedrigen Zinssätze befeuern die Kreditvergabe: Allein im vergangenen Jahr haben Privatleute fast eine Billion Euro Schulden aufgenommen, um Wohnungen und Häuser zu finanzieren. Ist das ein Zeichen für eine Überhitzung?

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SeanFold 06.09.2019, 08:19
1.

Die Kreditnahme ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass die Banken immer weniger Kredite ausgeben weil nur noch wenige Leute sich diese leisten können. Andersrum ausgedrückt: Man muss reich sein, um sich Kredite leisten zu können. Und das heißt zu gleich: selbst reiche können sich ohne Kredit nichts mehr leisten.

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echobravo 06.09.2019, 08:23
2. Immobilien

Ich würde zehn Jahre warten, bis die Zinsbindungen auslaufen. Dann kann man große schöne, fast neue Häuser zum Schnäppchenpreis kaufen. Wärmepumpen, teure Fussböden, große Grundstücke...all das wird bei einem neuen Zins von +5% für viele unbezahlbar, nach dem Auslauf der Zinsbindung.

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Hans-Dampf 06.09.2019, 08:27
3.

Mit anderen Worten: Immobilienkäufer mit hohen Darlehenssummen müssen zwar in Zukunft mehr an die Banken zurückzahlen. Viele können sich das aber deshalb leisten, weil zugleich die dafür nötigen regelmäßigen Zinszahlungen gering sind.
Zuerst gilt erst einmal zu prüfen, ob die/der Käufer/in überhaupt in der Lage ist, einen Kredit zu bedienen. Wer bspw. 1/3 seines Nettoeinkommens für die Miete bezahlt, wird für dasselbe Geld kein Eigentum erwerben können, da Zins+Tilgung in der Regel höher sind als die Kaltmiete - vor allem dann, wenn man schon viele Jahre zur Miete wohnt und diese nur minimal gestiegen sei. Bei Neuvermietungen mag die Rechnung anders aussehen. Fingerzeig: kein seriöser Kreditgeber würde jemandem eine Finanzierung anbieten, bei der mehr als 1/3 des Nettoeinkommens für die Kreditrückzahlung draufgeht.
.
Was mich stutzig macht: trotz stagnierender Eigentumsquote in D (s. Handelsblatt - Artikel "Trotz Niedrigzinsen: Hausbesitzer bleiben immer noch in der Minderheit" von 16.04.2019) scheinen sich die Deutschen immer mehr fürs Wohneigentum zu verschulden. Das passt irgendwie nicht ganz zusammen - die Quote sollte dann doch steigen bzw. dies könnte tatsächlich ein Indiz sein, dass die Preise für Immobilien zu hoch sind.

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einervondenen 06.09.2019, 08:36
4. Risiko

Falls Deutschland in eine Krise gerät, was nicht unwahrscheinlich ist, werden die Immobilienpreise sinken. Einher geht damit eine steigende Zahlungsunfähigkeit und die Banken sitzen dann auf vielen inzwischen faulen Krediten, da die Gebäudewerte nicht mehr ihren Wert haben. Das ist nur ein mögliches Szenario, aber ein schönes Beispiel für Probleme durch niedrige Zinsen.

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karlo1952 06.09.2019, 08:41
5. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Wer jetzt Schulden für Wohneigentum macht, hat die günstigsten Zinsen, die es jemals gab. Die gesparten Zinsen kann man zur Tilgung nehmen. Dann ist das Haus in 15 Jahren, wenn die Festschreibung ausläuft, zur Hälfte abbezahlt. Nicht zu vergessen, wer jetzt ein Mehrfamilienhaus baut, der kann mit den Mieteinnahmen locker die Zinsen und Tilgung stemmen, ohne Wuchermiete, und hat Wohnraum geschaffen. Die meisten Deutschen sind keine Amerikaner, die sich sinnlos und ohne zu Überlegen verschulden.

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mescal1 06.09.2019, 08:43
6. Solange die Wirtschaft läuft und

die Darlehen bedient werden, solange wird es schon gut gehen.
Aber was passiert wenn eine Rezession D "überrascht"?
Wenn viele Darlehen nicht mehr bedient werden können? Wenn selbst ein Verkauf dann die Darlehenssumme nicht mehr einbringt?
Denn wer soll dann kaufen? Dann werden viele sehr stille halten und auf einen weiteren Preisrückgang warten.
Dann wird es "lustig".
Und über kurz oder lang wird eine Rezession kommen. Die polititschen Parteien arbeiten daran - unsere industrielle Basis wird zusehends stranguliert und die Ökos arbeite daran, zu einem Bauernstaat zurück zu kehren.
Viel Spass dann.

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gluonball 06.09.2019, 08:43
7. Amüsant

Amüsant wäre wenn wenn in Berlin die Obergrenze kommt und dann in dann in Berlin die nächste subprime Krise startet und Deutschland in eine Wirtschaftskrise stürzt.

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CobCom 06.09.2019, 08:45
8.

Haben die Grünen auch netterweise ausgewiesen, welcher Anteil auf den gestiegenen Aufwand bei der Errichtung geht, der durch immer höher werdende Auflagen verursacht wird.
Oder geht es nur wieder darum, per "Haltet den Dieb!" mit einfachen Schuldzuweisungen abzulenken?
Das freie Geld kommt übrigens auch wegen der Politik, das "pöse, pöse" Spekulantentum sucht Auswege aus den Minusrenditen. Gefragte Güter werden dann teurer, das ist im Grundsatz völlig normal.
Btw.: Zeigt man mit einem Finger auf andere, zeigen meist drei Finger zurück ...

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bluestar2000 06.09.2019, 08:47
9. Zinswette

Zitat von echobravo
Ich würde zehn Jahre warten, bis die Zinsbindungen auslaufen. Dann kann man große schöne, fast neue Häuser zum Schnäppchenpreis kaufen. Wärmepumpen, teure Fussböden, große Grundstücke...all das wird bei einem neuen Zins von +5% für viele unbezahlbar, nach dem Auslauf der Zinsbindung.
Würden Sie mir bitte 1 Mio. Euro leihen, damit ich auf die von Ihnen so sicher geglaubte Zinswende wetten kann? Woher nehmen Sie diese Gewissheit???
Ihre Schlüssen, was passiert WENN, die sind ja korrekt. Aber das WENN ist ja alles andere als sicher ... und sollte es so kommen, haben wir ganz andere andere Probleme als die "drei" bankrotten Häuslebauer ... dann fliegt uns nämlich das gesamte europäische Finanzierungssystem wegen Überschuldung von mind. 4 Staaten um die Ohren. Und dann haben wir eine europäische Krise, in der es um viele, viele Arbeitsplätze geht. Und dann sind nicht die nicht zahlbaren Zinsen das Problem sondern der schiere Verlust des eigenen Arbeitsplatzes! Ich sehe nämlich gerade noch nicht, wie Europa aus der Zinskrise rauskommt, ohne die Staatshaushalte zu schrotten!

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