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995 Milliarden Euro in 2018: Bürger machen immer mehr Schulden für Immobilien
DPA

Die niedrigen Zinssätze befeuern die Kreditvergabe: Allein im vergangenen Jahr haben Privatleute fast eine Billion Euro Schulden aufgenommen, um Wohnungen und Häuser zu finanzieren. Ist das ein Zeichen für eine Überhitzung?

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helmipeters 06.09.2019, 11:24
110. alles schon mal dagewesen

Zitat von echobravo
Ich würde zehn Jahre warten, bis die Zinsbindungen auslaufen. Dann kann man große schöne, fast neue Häuser zum Schnäppchenpreis kaufen. Wärmepumpen, teure Fussböden, große Grundstücke...all das wird bei einem neuen Zins von +5% für viele unbezahlbar, nach dem Auslauf der Zinsbindung.
Ende der 70er gab es auch ein Immobilienboom weil die Zinsen relativ niedrig waren. Dann stiegen die ZInsen 79/80 um vier, fünf Prozent und viele konnte ihre Anschlussfinanzierung nicht mehr bezahlen. Die Folge : Verkauf der Immobilie weit unter eigenen Kaufpreis da der Immobilienmarkt zusammen gebrochen war. Das gleiche wird in ein paar Jahren passieren sobald die Zinsen wieder steigen.

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alpha0711 06.09.2019, 11:24
111. Solange nicht verkauft werden muss

Zitat von ohjeee
Wer heute ein Haus für 500.000 Euro kauft, hätte das Haus im Jahr 2000 für etwa 365.000 Euro kaufen können. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/70265/umfrage/haeuserpreisindex-in-deutschland-seit-2000/ Ausgegangen wird von einer Volltilgung innerhalb von 25 Jahren. Als Zinsen gehe ich von den folgenden Zahlen aus: https://www.zinsentwicklung.de/zinscharts.html Für die Finanzierung der 365.000 Euro bei einem Zinssatz von ca. 5,5% (wenn nicht sogar noch mehr) im Jahr 2000 und innerhalb von 25 Jahren komplett abbezahlt, müsste ich laut Annuitätenrechner monatlich 2.241,42 Euro zurückzahlen und habe am Ende einen Gesamtaufwand von 672.425,80 Euro an die Bank geleistet. Für die 500.000 Euro bei heute etwa 2,0% habe ich eine Rückzahlungsrate von 2.119,27 Euro und einen Gesamtaufwand von 635.781,51 Euro. Auch wenn der Kaufpreis für das Haus seit 2000 um etwa die Hälfte teurer ist, spare ich aufgrund der niedrigen Zinsen und dem Zinseszinseffekt immer noch gegenüber einem Kauf im Jahr 2000. Oder übersehe ich etwas?
Gründe dafür kommen vor. Das die Preise weiter steigen ist eher Utopie. Die Gefahr ist höher das die Preise deutlich nachgeben. Im schlimmsten Fall ist der Eigenanteil futsch. Man zahlt momentan einfach Mondpreise für Immobilien und muss sich halt bewusst sein das die Wahrscheinlchkeit gross ist ein Minusgeschäft zu machen wenn man gezwungen ist mal zu verkaufen. Im schlimmsten Fall sind alle Rücklagen plus Immobilie futsch.

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Crom 06.09.2019, 11:26
112.

Zitat von frankfurtbeat
das Kleingedruckte in jedem Kreditvertrag lesen max. 10%, der Bankangstellte weist nicht darauf hin denn sollte sich der Markt drehen, Immobilienpreise extrem fallen wirkt sich das auf den Wert der Sicherheiten der Bank aus (einer wesentlichen Verschlechterung der Werthaltigkeit von Sicherheiten). Das bewirkt ein Sonderkündigungsrecht der Bank und letztendlich wird die Bank den Kredit nicht mehr zu den zuvor gebotenen Zinsen anbieten. Das steht in jedem Vertrag und könnte im Falle eines Preisverfalls zum Zuge kommen ...
Das ist falsch, denn Sie vergessen die 2. Bedingung, welche § 490 Abs. 1 BGB (darauf scheinen Sie sich zu berufen) stellt. Neben der Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Schuldners muss auch die Rückzahlung des Darlehens gefährdet sein. Dies wird eine Bank kaum glaubhaft machen, wenn der Darlehensnehmer immer brav seine Raten zahlt und es auch nicht absehbar ist, dass dies zukünftig nicht mehr der Fall ist.

Fazit: Panikmache

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echobravo 06.09.2019, 11:28
113. Südländer?

Zitat von ohjeee
jaja, blablubb. Das hieß es zur Griechenlandkrise auch. Heute, 10 Jahre später haben Sie kein Haus zwangsersteigert, richtig? Abgesehen davon, war hier zu Lagardes Übernahme ein Chart abgedruckt, auf dem die zu erwartende Zinsen bis 2023 aufgezeigt wurden. Und die blieben auf dem Stand von heute. Ich gehe nicht davon aus, dass die Zinsen innerhalb von dann 5 Jahren jährlich über 1% steigen. Abgesehen davon, wären dann sämtliche europ. Südländer Pleite. Das kann sich die EZB und der Euroraum nicht leisten.
Also bitte, als ob Iitalien oder Griechenland jetzt in Büttenwarder oder Klingensiehl Häuser käufen würden. Der kausale Zusammenhang, den Sie hier zeichnen, scheint mir nicht zu greifen.
Nutzen Sie die Gelegenheit, schauen Sie sich einmal auf den einschlägigen Immobilienportalen um, da werden fast nur schöne neue Häuser verkauft, auf deren Bildern man auf eine Bewohnung schließen kann, ergo es muss sich jemand von seinem Besitz trennen. Sobald der Kreditmarkt wieder ein Anbietermarkt ist, wird die erste Bank kräftig die Zinsen erhöhen, und alle anderen werden in kürzester Zeit nachziehen. Merke: Markt ist nicht nur eine Sendung auf dem NDR!

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Ökofred 06.09.2019, 11:28
114. aha...

Zitat von SeanFold
Die Kreditnahme ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass die Banken immer weniger Kredite ausgeben weil nur noch wenige Leute sich diese leisten können. Andersrum ausgedrückt: Man muss reich sein, um sich Kredite leisten zu können. Und das heißt zu gleich: selbst reiche können sich ohne Kredit nichts mehr leisten.
Dann zeigt diese Entwicklung, dass mehr Leute reich sind. Oder wie erklären Sie sich sonst die Tendenz zu mehr Kreditaufnahme??

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freefox 06.09.2019, 11:29
115. Der Zeitpunkt

..wird kommen, das Käufer wieder Zinsen bezahlen müßen und die Nachfrage sich ggf. dramatisch senken wird. Die billigen Kredite von heute kommen uns letztendlich teuer zu stehen, weil die Banken dann wieder mal über weniger Pfand verfügen und die EZB dann aber nicht mehr helfen kann - die Mittel dazu sind bereits heute ausgeschöpft; verglichen mit der letzten Krise wird die Neue verheerender sein. Um dieses Szenario in die weiteren Zukunft zu verschieben hat Frau Lagarde schon jetzt angekündigt mit dem Pumpen weitermachen müßen zu wollen.

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Vallecas 06.09.2019, 11:30
116. Tja, wer nicht lernen will...

Genau dasselbe ist vor 10 Jahren in den USA, Irland, Spanien, etc. hochgegangen, aber was haben wir in Deutschland gelernt? Richtig, gar nichts! Nur, daß immer gemeint wird, so etwas könnte in Deutschland ja nie passieren. Vor allem, da die Laufzeiten beim Immobilienkauf naturgemäß sehr langen sind, d.h. die Wahrscheinlichkeit eine Rezession zu erleben ist sehr hoch! Das heißt, es wird sehr viele geben, die zuerst den Job verlieren und ein Jahr später das Eigenheim/Wohnung! Wenn man die dann nicht weiterverkaufen kann, wie sieht das dann eigentlich mit der Restschuld aus? Selbst wenn auf der die Banken sitzenbleiben würden, was machen die dann? Ach ja, die werden dann wieder vom Steuerzahler gerettet! Das einzig Gute daran ist, daß die leeren Wohnungen dan eventuell in Sozialwohnungen umgewandelt werden können. Auf jeden Fall ein weiteres Indiz dafür, daß wir eine Regierung, die schon immer Merkel gar nichts tut und nur abwartet, daß jemand kommt und die Arbeit für sie macht. Ein Skandal!

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muellerthomas 06.09.2019, 11:32
117.

Zitat von helmipeters
Ende der 70er gab es auch ein Immobilienboom weil die Zinsen relativ niedrig waren. Dann stiegen die ZInsen 79/80 um vier, fünf Prozent und viele konnte ihre Anschlussfinanzierung nicht mehr bezahlen. Die Folge : Verkauf der Immobilie weit unter eigenen Kaufpreis da der Immobilienmarkt zusammen gebrochen war. Das gleiche wird in ein paar Jahren passieren sobald die Zinsen wieder steigen.
Aha, Ende der 1970er gab es einen Boom und die Anschlußfinanzierung - ebenfalls Ende der 1970er - konnte dann nicht mehr bezahlt werden? Irgendwie passen Ihre Angaben nicht zusammen. Wenn ich Ende der 1970er einen Kredit aufgenommen habe, stand die Anschlußfinanzierung Ende der 1980er Jahre an. Ende der 1980er lagen die Zinsen aber neidriger als Ende der 1970er...

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rurei 06.09.2019, 11:33
118. Dahinter steckt eine Katastrophe:

@"Immer mehr Geld fließe in den Immobilienmarkt, dabei seien die Kaufpreise noch stärker gestiegen als die Mieten."
Draghis Geld geht nicht dahin, wo Draghi meinte! Draghi funktioniert nicht, mal abgesehen, dass der Staatsbankrott der Schuldenpolitiker durch Null-Zinsen Staatsanleihen vermieden werden soll. Die andere Folge ist verheerend, denn Draghis Geld kommt bei den Leuten durch gute Löhne nicht an, da es durch Ängste vor der Politik nicht investiert wird sondern von den Banken weggeht (!) zu vermeintlich sicheren Anlagen wie Immobilien, auch wenn die Verzinsung sinkt ("dabei seien die Kaufpreise noch stärker gestiegen als die Mieten"), denn es ist nicht mehr der Profit der zählt, nur mehr die Sicherheit. Trotzdem bezahlen die Mieter für Machterhalt auf Pump der Schuldenpolitiker, wie auch mit der Vernichtung ihrer Altersrücklagen. Die Politiker werden ihre Schuld nicht eingestehen, sie werden die Schrauben weiter anziehen, es wird im Totalitarismus enden.

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alpha0711 06.09.2019, 11:34
119. Aber warum sollten die Zinsen steigen ?

Zitat von helmipeters
Ende der 70er gab es auch ein Immobilienboom weil die Zinsen relativ niedrig waren. Dann stiegen die ZInsen 79/80 um vier, fünf Prozent und viele konnte ihre Anschlussfinanzierung nicht mehr bezahlen. Die Folge : Verkauf der Immobilie weit unter eigenen Kaufpreis da der Immobilienmarkt zusammen gebrochen war. Das gleiche wird in ein paar Jahren passieren sobald die Zinsen wieder steigen.
Sehen Sie Gründe dafür ?

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