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995 Milliarden Euro in 2018: Bürger machen immer mehr Schulden für Immobilien
DPA

Die niedrigen Zinssätze befeuern die Kreditvergabe: Allein im vergangenen Jahr haben Privatleute fast eine Billion Euro Schulden aufgenommen, um Wohnungen und Häuser zu finanzieren. Ist das ein Zeichen für eine Überhitzung?

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alpha0711 06.09.2019, 09:09
20. Wenn es zur Korrektur kommt

Wird sich bei vielen welche unlängst gekauft haben der einbrachte Eigenanteil (20-30%) theoretisch in Rauch auflösen. Allerdings spielt dies nur für diejenigen eine Rolle welche verkaufen müssen (aus welchem Grund auch immer : Anschlussfinanzierung wird nicht mehr gestemmt , Scheidung, Arbeitsplatzverlust) . Die Bank wird in diesem Fall dann also kein Minus machen. Nur Probleme haben die Immobilie wieder zu verkaufen. Aber ob es zur Korrektur kommt weiss niemand. Die Mieten sind allerdings schon am Anschlag und für viele heute schon eine grosse Last. Ich bezweifle zumindest das die Preise weiter steigen werden (Bestlagen mal ausgenommen)

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Duzend 06.09.2019, 09:12
21. Was passiert eigentlich bei einer Krise?

Ist folgendes möglich? Die Rezession ist wirklich eine geworden und heißt auch so. Die Immobilienblase ebenfalls. DIe Häuser verlieren an Verkehrswert. Die Banken werden unruhig. Mit gutem Grund. Denn an der Faulheit der vergebenen Kredite könnte ein Geldinstitut zugrunde gehen. Ähnlich wie bei der letzten Kirse läßt man gezielt einige Banken pleite gehen. Worauf sich andere Banken melden werden, um im Konkursverfahren die Forderungen der pleitegegangenen Bank aufzukaufen. Jetzt liegen die Kredite bei einer neuen Bank. Neue Karten, neues Spiel. Die neue Bank schickt den Häuslebauern einen Brief: "Sie sind in unseren Augen zu den ehemaligen Konditionen nicht kreditwürdig. Sie schulden uns Geld. Wir setzen, wenn Sie wollen, Ihren Kredit neu auf - zu einem völlig andern Zins." Das ist zuviel der Belastung? OK, her mit dem Haus! Und wieder ist ein Bürger, der ehemals etwas Erspartes hatte und dachte, er könne zum Wohneigentumbesitzer werden, in der kompletten Enteignung und Besitzlosigkeit gelandet. Der Mittelstand ist ärmer, die Banken (die's überlebt haben) reicher als je zuvor. Setzt wahrscheinlich eine massive Aushebelung bisher gültiger Regulierungen für Banken voraus, aber Deregulierungen und zugedrückte Hühneraugen haben wir ja schon viele gesehen.
Letztlich könnte es sogar sein, daß die Regierung im Zuge einer Währungsreform als Kreditgeber einspringt. Die Bürger können sich dann aussuchen, von wem sie lieber abhängig sind. Im Ergebnis wird es nach der Flurbereinigung bei den Krediten und Immobilien deutlich weniger zivilen Ungehorsam geben als heute - weil sich ihn viele einfach nicht mehr leisten können - ja, außer denjenigen von einem Cum-Ex-Kaliber. Aber dort heißt ein Umgehen staatlicher Lenkung ja auch nur "Kavaliersdelikt", "Geschäftstüchtigkeit" oder "unternehmerische Kreativität".
Fazit: Dauerniedrigzinsen? Jeder kann sich alles leisten? Achtung , Falle! Und zwar eine mit Bedacht aufgestellte.

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rudi_ralala 06.09.2019, 09:15
22.

Zitat von SeanFold
Die Kreditnahme ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass die Banken immer weniger Kredite ausgeben weil nur noch wenige Leute sich diese leisten können. Andersrum ausgedrückt: Man muss reich sein, um sich Kredite leisten zu können. Und das heißt zu gleich: selbst reiche können sich ohne Kredit nichts mehr leisten.
Banken vergeben weniger Krediten, weil wenig Bedarf besteht.
Theoretische kann sich jeder eine eigene Immobilie leisten, wie in den USA vor der subprime Krise.
Immobilien werden auch hierzulande mittlerweile zu 100 % finanziert, dazu braucht es nur einen trickreichen Finanzberater und die Zinesn sind so niedrig wie noch nie.
In der Schweiz gibt es schon Negativzinsen auf Hypothekarkredite.
Wenn trotzdem nicht jeder finanziell Minderbemittelte eine Immoilie kauft, liegt es wohl eher an den Unterschieden in der Mentalität zwischen den Deutsnen und den US - Bürgern.

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katja78 06.09.2019, 09:17
23. Auf die Zinswende

und die dann so billig auf den Markt kommenden Immos der die höheren Raten nicht tragen Könnenden warte ich nun schon seit 15 Jahren. Wenn ich nochmal 10 Jahre warte, kann ich mir dann auch gleich eine Immobilie im Altenheim aussuchen. Die Idee, sich ein Schnäppchen zu suchen, wenn Geld leihen wieder teurer wird, ist zwar prinzipiell gut, aber die Wartezeiten passen nicht zu einer mitteleuropäischen Lebensspanne.

An ein amerikanisches Szenario glaube ich auch nicht, da hier einerseits deutlich solider finanziert wird (daher auch die Beschwerden weiter oben, dass die Banken angeblich nichts rausrücken), also mit höherem Eigenkapital und es ist eher unüblich den gestiegenen Wert dann auch noch zu beleihen um eine neues Auto zu finanzieren, andererseits ist es viel schwieriger, den Kredit von den Füßen zu bekommen, da man eben nicht wie in den USA den Schlüssel einfach in den Briefkasten der Bank werfen kann und die Verpflichtung los ist.

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Aberlour A ' Bunadh 06.09.2019, 09:18
24. Es gibt keine Probleme bei niedrigen Zinsen

Wenn es sich um ein Eigenheim handelt, das die Leute selbst nutzen wollen, ist die zeitliche Streckung des Konsums bei niedrigen Zinsen überhaupt kein Problem. Ich verstehe auch nicht, warum so viele immer noch im Moloch der Innenstädte sich bei horrenden Mieten das Geld aus der Tasche ziehen lassen. Natürlich ist das für die Grünen ein Gräuel, weil sie Angst haben, dass die Leute dann mit einem SUV (den sie sich von den gesparten Mietabgaben dann leisten können) wieder vom Eigenheim im Grünen in die Stadt fahren. Dennoch kein Grund, gegen eine angeblich zu lockere Kreditvergabe zu polemisieren. Das sollte man den Banken selbst überlassen. Denn die wissen am besten, wie das Verhältnis besserer und schlechterer Risiken im Kundenstamm zu managen ist. Hier geht es nicht um gehebelte Finanzprodukte, deren Risiko verschleiert ist, sondern um Face to Face-Kredite. Viel entscheidender ist, dass die Hausverkäufer in der Lage sind, die Leute zur Vernunft zu bringen. Sprich: die vielen Extrawünsche bei den Bauvorhaben und andere Flausen zu vertreiben. Denn Bauen in der Standardvariante ist bei dem harten Wettbewerb in der Branche viel günstiger, als viele vermuten.

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Zuspitze 06.09.2019, 09:18
25. @ spiegelleser987 Nr. 12

War so bei der Vermögenssteuer und würde wieder so sein: Wert des gekauften/gebauten Objekts (Nehmen wir beim Kauf mal an, es wäre wie heute üblich der tatsächliche Wert nicht nur 70% des Kaufpreises) 300.000 Euro. Abzüglich Darlehensschulden 300.000 Euro verbleiben Bemessungsgrundlage für die Vermögenssteuer 0 Euro. Steuer 0. Im übrigen sind hohe (manche meinen 1.000.000 Euro) Freibeträge geplant. Also für den Betrag, der nach Abzug von Schulden verbleibt. Machen Sie sich also bitte keine Gedanken...

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alpha0711 06.09.2019, 09:18
26. Aktuell und Morgen

Zitat von Zuspitze
??? Bei aktuell 0,74% bei 10 Jahren Laufzeit eines Hypothekendarlehens kann sich niemand einen Kredit leisten? Nur noch Reiche? Das hätte ich gerne mal näher erläutert. Aber nur mal so ein Rechenbeispiel: 300.000 Darlehen bei 0,74% Zins, 3% Tilgung sind jährliche Gesamtbelastung von 11.220 Euro, monatlich 935 Euro. Bei 1% Tilgung übrigens 435 Euro monatlich...
1. Sind über 20 Jahre eine lange Zeit zum abbezahlen.(Sonderzahlungen mal ausgenommen)

2. Wie wird die Anschussfinanzierung in zehn Jahren ausehen ? Was wenn der Zins dann plötzlich 3 % ist ? Ist immer noch tief aber für viele der Traum dann schon beendet. Wenn der Zins steigt fallen auch die Preise wieder. Ungünstig wer dann verkaufen muss.

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insigma 06.09.2019, 09:20
27.

Zitat von karlo1952
Wer jetzt Schulden für Wohneigentum macht, hat die günstigsten Zinsen, die es jemals gab. Die gesparten Zinsen kann man zur Tilgung nehmen. Dann ist das Haus in 15 Jahren, wenn die Festschreibung ausläuft, zur Hälfte abbezahlt. Nicht zu vergessen, wer jetzt ein Mehrfamilienhaus baut, der kann mit den Mieteinnahmen locker die Zinsen und Tilgung stemmen, ohne Wuchermiete, und hat Wohnraum geschaffen. Die meisten Deutschen sind keine Amerikaner, die sich sinnlos und ohne zu Überlegen verschulden.
Und nun rechnen sie mal: 300000€ zu 8% Zinsen und 1% Tilgung und 600000€ zu 0,5% Zinsen und 3% Tilgung . Bei beiden ein EK von 100000€ und 10 Jahre zinsbindung. Bei beiden haben sie etwa die selbe Rate, rund 1500€. Bei den 300k haben sie noch 170k€ nach 10 Jahren über, bei den 600k noch 346k€. Und wissen Sie denn, wie hoch die Zinsen in 10 Jahren sind?

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katja78 06.09.2019, 09:21
28.

Zitat von karlo1952
Wer jetzt Schulden für Wohneigentum macht, hat die günstigsten Zinsen, die es jemals gab. Die gesparten Zinsen kann man zur Tilgung nehmen.
Diese Rechnung geht nur auf, wenn Sie anteilig viel finanzieren. Unser Haus war beim Kauf ca. 200.000 teurer als 10 Jahre zuvor, an Zinsen haben wir jedoch trotz top Konditionen über die Laufzeit höchstens 20.000 gespart, da wir wenig leihen mussten. Diejenigen, die erst gespart haben um spät zu kaufen, haben Pech gehabt.

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rudi_ralala 06.09.2019, 09:21
29.

Zitat von karlo1952
Wer jetzt Schulden für Wohneigentum macht, hat die günstigsten Zinsen, die es jemals gab. Die gesparten Zinsen kann man zur Tilgung nehmen. Dann ist das Haus in 15 Jahren, wenn die Festschreibung ausläuft, zur Hälfte abbezahlt. Nicht zu vergessen, wer jetzt ein Mehrfamilienhaus baut, der kann mit den Mieteinnahmen locker die Zinsen und Tilgung stemmen, ohne Wuchermiete, und hat Wohnraum geschaffen. Die meisten Deutschen sind keine Amerikaner, die sich sinnlos und ohne zu Überlegen verschulden.
Schlichter geht es nicht mehr.
Nicht die Zinsen verleiten zu einem Immobilenkauf sondern der Kaufpreis und die Aussicht auf die zukünftige Kauf- und Mietentwicklung. Es sei denn man bewohnt die Immobilie selbst.

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