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995 Milliarden Euro in 2018: Bürger machen immer mehr Schulden für Immobilien
DPA

Die niedrigen Zinssätze befeuern die Kreditvergabe: Allein im vergangenen Jahr haben Privatleute fast eine Billion Euro Schulden aufgenommen, um Wohnungen und Häuser zu finanzieren. Ist das ein Zeichen für eine Überhitzung?

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Hanz Gruber 06.09.2019, 09:36
40. Nicht wirklich

Zitat von Hans-Dampf
Zuerst gilt erst einmal zu prüfen, ob die/der Käufer/in überhaupt in der Lage ist, einen Kredit zu bedienen. Wer bspw. 1/3 seines Nettoeinkommens für die Miete bezahlt, wird für dasselbe Geld kein Eigentum erwerben können, da Zins+Tilgung in der Regel höher sind als die Kaltmiete - vor allem dann, wenn man schon viele Jahre zur Miete wohnt und diese nur minimal gestiegen sei. Bei Neuvermietungen mag die Rechnung anders aussehen. Fingerzeig: kein seriöser Kreditgeber würde jemandem eine Finanzierung anbieten, bei der mehr als 1/3 des Nettoeinkommens für die Kreditrückzahlung draufgeht.
Man kann nicht einfach von seiner eigenen finanziellen Situation auf derer der ganzen Nation schließen. Nur gut das Bänker sich nicht auf fiktive Werte wie 1/3 des Nettoeinkommens versteifen und alle anderen Variablen ausblenden. Man kann selbst mit 2/4 des Nettoeinkommens locker einen Kredit bedienen, wenn andere Variablen passen. Eine Laufzeit von 30-40 Jahren ist dabei natürlich ein großes Risiko, aber bei diesen Laufzeiten sind die Augen eh größer als der Verstand. Ansonsten gilt, wer nicht den Großteil seines Einkommens für Dinge ohne Langzeit Wert herauswirft, kann dieses Gelt auch mit gutem Gewissen in echte Werte stecken. Wenn man sein Geld lieber dafür ausgibt jedes Jahr ein neues Handy zu kaufen, oder für den neusten Technik Spielkram ohne wirklichen Mehrwert, oder 5 Streaming Dienste, aber man den Wert von gutem Werkzeug (das ein Leben lang hält) nicht sieht und sich lieber für den günstigeren China Import entscheidet, für den sind Investitionen in Werte nicht wirklich erfüllend.

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alpha0711 06.09.2019, 09:37
41. Wenn man die Miete nicht mehr bezahlen kann

Zitat von Pfaffenwinkel
Kann man machen, ist aber nicht klug. Denn wenn die Kreditrate mal nicht bezahlt werden kann, ist die Bank (als eigentlicher Eigentümer) der lachende Dritte.
Ist man aber auch "raus". Wenn die monatliche Belastung im Rahmen ist (in etwa gleich einer Miete) passt es. Aber im beruflichen Umfeld ist heute Flexibilität gefordert und da will nicht jeder eine eigene Immobilie am Bein haben , geschweige den über Jahrzehnte Schulden haben. Auch wäre eine Wegezeit zum Arbeitsplatz von mehr als 30 Minuten nicht mein Fall (unter Umständen sogar noch täglich im Stau) .

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zausi 06.09.2019, 09:38
42. Baut nur...

Die Insolvenz Verwalter reiben sich schon die Hände und die betuchten Immobilien Jäger haben ein fettes Grinsen im Gesicht, da Fette Gewinne warten bei minimaler Investition, denn gut für sie dass es denn Verfall der Zinsbindung giebt....

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karlo1952 06.09.2019, 09:38
43. @ cabeza_cuadrada - Locker zu finanzieren

Von nicht mehr arbeiten habe ich nicht geredet. Aber mich habe nachgerechnet, bei einem 8-Familienhaus, in dem ich selbst eine Wohnung bewohne, müsst ich tatsächlich nicht mehr arbeiten. Aber die wenigsten trauen sich eben, sondern jammern nur.

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Stäffelesrutscher 06.09.2019, 09:39
44.

»Im Jahr 2018 nahmen private Haushalte demnach rund 995 Milliarden Euro zur Finanzierung von Wohnimmobilien auf.«
Wie viel davon entfallen auf Haushalte in Württemberg, also auf schaffende Ehemänner und schwäbische Hausfrauen?

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alpha0711 06.09.2019, 09:41
45. Darlehenssumme plus Eigenanteil

Zitat von insigma
Dann suchen sie mal im Süddeutschen Raum ein Objekt mit 300k€...
Also ca. 450000 Euro. Dafür gibt es schon etwas. (eine Wohnung wohl kein Haus) Allerdings muss man sich die Summe vor Augen führen und was man letztendlich dafür bekommt. Ob man diese Summe für eine Wohnung ausgeben will muss jeder für sich selbst beantworten. Aus meiner Sicht ist das der pure Wahnsinn .......

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rleu 06.09.2019, 09:43
46.

Zitat von spiegelleser987
"Bürger machen immer mehr Schulden für Immobilien" Wieso Schulden? Die Immobilien gelten doch als Vermögen und sollen zusätzlich versteuert werden.
Allerdings sind die Kosten einer Immobilie höher als ihr Wert. Nebenkosten und Zinsen werden kein Vermögen. Zumindest nicht beim Käufer.

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almeo 06.09.2019, 09:44
47.

Zitat von karlo1952
Wer jetzt Schulden für Wohneigentum macht, hat die günstigsten Zinsen, die es jemals gab. Die gesparten Zinsen kann man zur Tilgung nehmen. Dann ist das Haus in 15 Jahren, wenn die Festschreibung ausläuft, zur Hälfte abbezahlt. Nicht zu vergessen, wer jetzt ein Mehrfamilienhaus baut, der kann mit den Mieteinnahmen locker die Zinsen und Tilgung stemmen, ohne Wuchermiete, und hat Wohnraum geschaffen. [...]
Naja, aber wer kann das schon? Ein Mehrfamilienhaus bauen, welches sich durch Mieteinnahmen in 10 Jahren refinanziert hat - das sind doch Luxusprobleme! Diese Fragen stellen sich doch für einen angestellten Mechatroniker mit zwei Kindern in Berlin gar nicht. Dort ein Haus zu bauen ist doch utopisch, ein Mehrfamilienhaus noch viel mehr. Ich habe gerade mal bei Immoscout geschaut, in meiner Region beginnt der Kaufpreis eines Mehrfamilienhauses von 400qm bei etwa 2 Mio. Euro. Grundstücke ab 400qm liegen im gleichen Preisbereich. Welcher einfache Angestellte kann denn solche Kredite bedienen? Selbst wenn das Ding in 15 Jahren zu 50% abbezahlt ist, bricht der Restbetrag einem doch das Genick. Wer im westdeutschen Ballungszentrum jetzt bauen will, dem nutzen die niedrigen Zinsen leider gar nichts.

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Hans-Dampf 06.09.2019, 09:51
48.

Zitat von Zuspitze
??? Bei aktuell 0,74% bei 10 Jahren Laufzeit eines Hypothekendarlehens kann sich niemand einen Kredit leisten? Nur noch Reiche? Das hätte ich gerne mal näher erläutert. Aber nur mal so ein Rechenbeispiel: 300.000 Darlehen bei 0,74% Zins, 3% Tilgung sind jährliche Gesamtbelastung von 11.220 Euro, monatlich 935 Euro. Bei 1% Tilgung übrigens 435 Euro monatlich...
Anfangs mag das immer ganz rosig aussehen. Das dachte man auch in unserer Gegend: da wurde eine Siedlung hochgezogen, bei denen Familien mit Kind(ern) stark bezuschusst wurden. Eine Familie wurde portraitiert, die 2010 einzog: er Maler, sie 450 EUR Kraft und 2 Kinder, Kaufpreis des Hauses knapp 300.000 EUR. Wegen der 2 Kinder gab es von städtischer Seite besagte Zuschüsse, so dass sich die Kaufnebenkosten und monatlichen Belastungen in Grenzen hielten. Nach 5 Jahren (also 2015) musste eine Anschlussfinanzierung her, da mit der Stadt eine Zinsbindung von 5 Jahren vereinbart wurde (länger war die Stadt nicht gewillt). Die ab dann fälligen Kreditraten waren dann so hoch, dass die Familie 2017 auszog und einen Haufen Schulden angehäuft hatte. So ging es auch anderen in besagter Siedlung - Knackpunkt waren die Anschlussfinanzierung und/oder schlechte Kalkulation vor der Kreditvergabe. Denn Rücklagen i. H. v. ca. 2-3 EUR pro qm Wohnfläche pro Monat wurden auch nicht gebildet. Es wird oft vergessen, dass man nicht nur den Kredit zurückzuzahlen hat, sondern auch Hausgeld (bei Eigentumswohnungen für gewöhnlich) und Rücklagen (je nach Bausubstanz usw. i. H. v. 2-5 EUR pro qm pro Monat) hat. Das sind oft mehrere hundert EUR im Monat.

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almeo 06.09.2019, 09:52
49.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
[...] Ich verstehe auch nicht, warum so viele immer noch im Moloch der Innenstädte sich bei horrenden Mieten das Geld aus der Tasche ziehen lassen. Natürlich ist das für die Grünen ein Gräuel, weil sie Angst haben, dass die Leute dann mit einem SUV (den sie sich von den gesparten Mietabgaben dann leisten können) wieder vom Eigenheim im Grünen in die Stadt fahren. [...]
Also, ich habe kaum Luft weil mir die Miete das Geld nur so aus der Tasche saugt, also kaufe ich mir ein Haus im Speckgürtel und spare dadurch so viel, dass ich mir direkt auch wieder einen 40.000 Euro Neuwagen leisten kann? Den Zaubertrick will ich sehen!

Klar, ich kann mir ein riesen Haus auf dem Hunsrück kaufen (170qm Wohnfläche für 75.000 Euro) und von dort mit dem neuen SUV täglich die 120km einfache Strecke nach Frankfurt zur Arbeit pendeln. Aber ob ich damit ernsthaft was gewonnen habe?

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