Forum: Wirtschaft
A380: Airbus will Rest der Millionen-Staatskredite nicht zurückzahlen
REUTERS

Seit bekannt wurde, dass Airbus die Produktion des A380 einstellen würde, mutmaßen Beobachter, dass damit wohl auch der Regierung hunderte Millionen verloren gehen. Danach sieht es nun tatsächlich aus.

Seite 17 von 22
interessierter Laie 08.03.2019, 12:32
160. nicht schon wieder das böse n-Wort

Zitat von pitt1968
Gewinne in die Taschen der Anleger... und die Verluste bei Missmanagement werden der Allgemeinheit, sprich dem Steuerzahler aufgebürdet. Auch ich habe investiert und Jobs geschaffen, meine Beschäftigten, ich selbst und mein Unternehmen zahlen Steuern... Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Lohnsteuer, Kfz-Steuer usw.. Darf ich nun meine Bank auch bitten, sie möge sich die Raten für Darlehen doch vom deutschen Steuerzahler holen? Wäre prima... blieben so doch etliche tausend Euro pro Monat mehr für mich als Unternehmer übrig.
Airbus ist so ziemlich das schlechteste Beispiel für ein "neoliberales" System. Die Festlegung der Standorte, des Management des Produktprogramms und der Umsetzung der Produktion erfolgt durch die beteiligten Partnerländer und deren Politiker. Das ist ja auch nicht selten der Grund für Pannen. Der Standort in Spanien, den Kontrolleure nach dem Unfall mit dem A400M, als Saustall bezeichnet haben, wurde allein aus politischen Gründen gewählt! Und welcher Unternehmer bei Verstand wäre so blöd, mit einem eigens dafür entworfenen Spezialflugzeug Komponenten von einem Standort zum anderen zu fliegen? Keiner! Aber bei Airbus muss das so sein...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frazis 08.03.2019, 12:35
161. Jeder Häuslebauer

geht doch auch ein gewisses Risiko ein mit einem Kredit einer Bank. Wird das Haus zwangsversteigert, muss er den aufgenommenen Kredit in der Regel doch auch zurückzahlen. Auch Airbus kann sich nicht so einfach darauf berufen, Subventionen, vom Steuerzahler bezahlt, nun nicht zurückzubezahlen. Wenn das Mode wird, darf der Staat in Zukunft keine Subventionen mehr geben, es sei denn, es wird eine vertragliche Zurückzahlung geben, egal wie die Geschäfte laufen. Dafür zu sorgen ist dann Sache der Regierung. Als Steuerzahler frage ich mich, warum ich dann überhaupt noch Steuern bezahlen soll. Solch subventionierte Betriebe zu bezahlen halte ich für überflüssig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marcaurel1957 08.03.2019, 12:41
162.

Zitat von konzernMA
Es ist schon erschreckend, mit welcher Intensität hier über bestehende Verträge (die hier nicht vorliegen) hergezogen wird. Natürlich kann man die Vergabepraxis kritisch hinterfragen und genauso berechtigt könnte die moralische Verpflichtung des Kreditnehmers zur Rückzahlung thematisiert werden. Aber ein Großteil der Diskussion bewegt sich weg von den - hier unbekannten - Fakten und fokussiert sich auf einen noch ausstehenden Betrag, der als "Verlust" empfunden wird. Sollte dann nicht eine Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung zur Bewertung notwendigerweise erstellt werden? Wieviele Arbeitsplätze wurde geschaffen, wieviel Geld wurde in Infrastruktur investiert, wieviel Zins und Tilgung wurde gezahlt, wieviel Steuern durch die geschaffene Beschäftigung bei Airbus, Zulieferern und Dienstleistern generiert? Dann kann man immer noch urteilen, wer wann in welchem Maße profitiert hat.
Sie haben völlig recht, leider wird hier von völlig uninformierten Teilnehehmern absoluter Nonsense verbreitet.

Es war ein - aus meiner Sicht sinnvolle - Entscheidung der europäischen Politik, Airbus durch solche erlaubten Risikokredite zu helfen. Dadurch wurden Standorte, Arbeitsplätze und Hochtechnologien gesichert und sicher das vielfache von dem verdient, was heute als Verlust entsteht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schorsch_69 08.03.2019, 12:41
163. Och Joh!

Zitat von marcaurel1957
Solche Konzerne sind alles andere als irrelevant....das würden Isw sehr schnell merken, wenn es nur noch den Monopolisten Boeing gäbe
Auch Boeing ist ein exakt solch "gepamperter" Konzern und nichts anders.

Das würden auch exakt sie evtl. bemerken können, wenn solch gesellschaftlich absolut real irrelevante "Kraken" nicht mehr das Sagen am "Häppchentisch" der ochlokratisch gewählten Sesselpuper der Politik haben.

Gute Nacht, wünsche auch weiterhin wohl zu ruhen. Schnell "merken" ist offensichtlich nicht "ihr Ding"!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sucher der Wahrheit 08.03.2019, 12:43
164. Na zum Glück...

hat das dann mit SIEMENS und Alstom nicht geklappt... da wären in ein paar Jahren ja wieder ein paar Milliarden aus dem Steuersäckel fällig.
Kleiner Wink an die USA: Rückzahlungsbefreiung ist mit staatlicher Subvention gleichzusetzen. Damit hat Deutschland ein Privatunternehmen staatlich subventioniert und dem Unternehmen gegenüber einem US-Unternehmen (Boeing) einen unlauteren Wettbewerbsvorteil verschafft. Bitte sorgt wenigstens Ihr dafür, dass in Deutschland rechtsstaatliche Prinzipien eingehalten werden. Selber schafft es die deutsche Politik ja nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marcaurel1957 08.03.2019, 12:44
165.

Zitat von frazis
geht doch auch ein gewisses Risiko ein mit einem Kredit einer Bank. Wird das Haus zwangsversteigert, muss er den aufgenommenen Kredit in der Regel doch auch zurückzahlen. Auch Airbus kann sich nicht so einfach darauf berufen, Subventionen, vom Steuerzahler bezahlt, nun nicht zurückzubezahlen. Wenn das Mode wird, darf der Staat in Zukunft keine Subventionen mehr geben, es sei denn, es wird eine vertragliche Zurückzahlung geben, egal wie die Geschäfte laufen. Dafür zu sorgen ist dann Sache der Regierung. Als Steuerzahler frage ich mich, warum ich dann überhaupt noch Steuern bezahlen soll. Solch subventionierte Betriebe zu bezahlen halte ich für überflüssig.
Sie halten es für überflüssig einen Hochtechnologie Champion wie Airbus zu helfen und so Arbeitsplätze, Technologie und Flugzeugbau in Europa zu halten?

Wollen Sie, dass wir völlig abhängig von den USA werden, die Boeing auch massiv subventionieren?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hopfenundmalzverloren 08.03.2019, 12:45
166. Subventionen oder Risikokapitalgeber

Zitat von juba39
Der Knall könnte noch aus einer Ecke kommen, die hier noch gar nicht erwähnt ist. Ohne die Deklarierung als Kredit hätte nämlich eine Klage von Boeing die Geschichte als unzulässige Subvention gestopt. Und wie die USA, besonders das dortige Finanzministerium vorgehen, wenn sie irgendwo Dollar, für die USA natürlich, winken sehen, kann man fast täglich erleben.
Das von aussen zu beurteilen ist etwas schwierig für mich, aber sind denn bei Subventionen hohe Zinsen fällig?

Ich vermute eher, dass der Staat sich als Risikokapitalgeber aufgetreten ist und sich hohe Gewinne davon versprochen hat, und zwar als industrieller Wirtschaftsstandort, bezüglich der Arbeitsplätze und vielleicht auch bezüglich der Zinsen.

Der Unterschied zu den üblichen Risikokapitalgebern, wie sie beispielsweise im Silicon Valley vorhanden sind, ist natürlich, dass es dem Staat weniger auf die finanziellen Gewinne und Gefahren ankommt und ankommen darf, sondern auf die infrastrukturelle Entwicklung der Industriestandorte und die langfristig entstehenden Arbeitsplätze.

Bezüglich des A380 wurde der Staat offensichtlich schlecht beraten, weil es schon lange fragwürdig war, ob dieser Flugzeugtyp überhaupt eine langfristige Zukunft hat.

Die Verluste in Euro sind letztendlich nicht so extrem tragisch und leicht zu verkraften, wenn man das mal auf die bisherige Laufzeit umrechnet, aber die Fehlinvestitionen in Standorte, Infrastruktur und potentielle Arbeitsplätze sind weitaus fataler und wohl auch aus wirtschaftlicher Sicht viel höher.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ezechiel 08.03.2019, 12:48
167.

Es ist Fakt, dass das eine Risikopartnerschaft ist, und die Darlehen basieren auf dem Versprechen der kreditgewährenden Regierungen, dass ihr Geld bei fehlendem Erfolg des Flugzeugs in Gefahr ist."

Also mit dieser Aussage kann ich wenig anfangen. Darlehen basieren auf schriftlichen Verträgen und nicht auf irgendwelchen Versprechen und Absichtserklärungen. Wenn der Airbus-Mann gegenüber der Bundesregierung die entstandenen Arbeitsplätze und die Entwicklung von Technologie ins Spiel bringt um die Darlehensrestschuld nicht zurückzahlen zu müssen, dürfte in den Darlehensbedingungen nichts von einem Forderungsverzicht stehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
newbie99 08.03.2019, 12:48
168. Sachlichkeit? Fehlanzeige!

Mir ist natürlich bewusst, dass sich Foren wie diese üblicherweise nun nicht gerade durch einen sachlich nüchternen Diskurs auf Basis objektiver Analysen auszeichnen. Aber was hier so gepostet wird, geht mitunter echt auf keine Kuhhaut mehr!

Ersteinmal: Also ich zumindest kenne den Kreditvertrag nicht und weiß daher nicht, wie genau ausformuliert ist. Daher kann man natürlich dem eigenen Weltbild entsprechend da alles hinein interpretieren, aber ob das dann irgend etwas mit der Wahrheit zu tun hat, steht auf einem anderen Blatt.

Es ist m. E. durchaus denkbar, dass der Kreditvertrag wie auch immer lautende Klauseln enthält, mit dem die kreditgebenen Staaten auch ein Stück "Erfolgsrisiko" des Vogels übernehmen. Glaubt jetzt wirklich jemand allen ernstes, die Hausjuristen hätten so eine Regelung "übersehen" und die wäre ihnen damit von Airbus irgendwie untergeschoben worden? Jetzt mal bitte realistisch bleiben!

Am Ende des Tages ist das Wirtschaftsförderung - wie auch immer man zu dieser Form stehen mag. Die Entwicklung so eines Jets ist mit sehr hohen Risiken verbunden. Die volkswirtschaftlichen / gesamtgesellschaftlichen Vorteile, den so ein Projekt im Erfolgsfall mit sich bringt, sind aber durchaus absehbar. Wenn sich nun nach rein marktwirtschaftlicher / kapitalistischer Betrachtung so ein Risiko nicht stemmen lässt, dann kommt es durchaus vor, dass der Staat einspringt und einen Teil der Risiken übernimmt.

Und dabei geht es nicht darum, Airbus den Gewinn so gut es geht zu erhöhen, sondern eben jene gesamtgesellschaftlichen Vorteile zu heben, die es ohne so eine Risikobeteiligung auf jeden Fall nicht geben würde. Wie gesagt: Man kann zu jenem gesamtgesellschaftlichen Vorteilen stehen, wie man will - aber dass dies den Ausschlag gegeben hat, erscheint mir nicht wirklich fraglich zu sein.

Und wenn man nun ein Risiko eingeht, dann kann es natürlich auch schlagend werden. Die größten Schlaumeier wollen es dann schon immer gewusst haben, dass das praktisch alles so kommen musste. Das ist aber immer so. Niemand kann so eine Entscheidung ohne Risiko treffen. Und absolut jede dieser Entscheidungen tragen das Risiko, dass sie sich im Nachhinein als falsch herausstellen - so wie hier halt!

Ehrlich gesagt: Ich bin skeptisch, ob solche Mammut-Wirtschaftshilfe marktwirtschaftlich wirklich sinnvoll ist. An der Motivation dahinter hege ich aber keinen Zweifel.

Und: Das ist weder typisch für Kapitalismus und schon gar nicht für den Neoliberalismus! Nach diesen beiden Lehrmeinungen hätte es die Risikoübernahme des Staates von vorneherein überhaupt nicht gegeben, weil sie danach einen unzulässigen Eingriff des Staates darstellen. Es ist eher ein Beispiel für exakt das Gegenteil!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nachdenker3 08.03.2019, 12:49
169. Nacht Denker

Wäre schön zu wissen wer die direkt Verantwortlichen waren damals auf Seiten der Regierung...
Damit diese Leute nicht noch mehr Unheil anrichten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 17 von 22