Forum: Wirtschaft
Abgabe auf Kohlendioxid: Eine Steuer wird das Klima nicht retten
DPA

Die einen preisen als Klimaretter den Markt - die anderen schwören auf eine Steuer auf das Böse. Dabei hat auch die Tücken. Durch höhere Preise allein wird sich zu wenig ändern. Ein Aufklärungsversuch.

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dum_spiro_spero 10.05.2019, 16:41
30. Hier geht's doch um den Klimawandel

Zitat von jj2005
Das ist richtig, und wäre ein gutes Argument für die OECD-Staaten, sich auf Mindeststeuersätze zu einigen. Es wird leider am Widerstand der USA scheitern, die da eine ganz eigene Agenda verfolgen. Zum Artikel: Alles durchaus richtig, wenn auch zu negativ dargestellt. Immerhin die Hälfte der Bevölkerung (die Sparsamen) gewinnen durch eine CO2-Steuer mit Rückverteilung netto etwas dazu. Man sollte die Leute darüber abstimmen lassen, wie hoch die CO2-Steuer, pardon: die Pro-Kopf-Rückvergütung sein sollte. Meine z.B. sollte so hoch wie möglich sein, ich kann mehr Geld immer brauchen und besitze weder einen SUV noch eine ungedämmte grosse Villa. Ein kleiner Kritikpunkt: "Gerade wenn die höheren Kosten für schmutzigen Konsum dazu führen, dass saubere Alternativen stärker gefragt werden, wird auch der Marktpreis für das Saubere entsprechend steigen". Das wird in VWL so gelehrt, stimmt, im Bereich alternative Energien tritt aber oft das genaue Gegenteil ein: Durch höhere Stückzahlen werden Windkraftanlagen, Solarzellen und Elektroautos immer billiger.
... und ich denke, sie würfeln da etwas durcheinander. Liegt aber nicht an ihnen, sondern das tun viele. Die PKW-Nutzung, sei's Diesel oder Benziner (ob groß oder klein) hat nicht sooo große Bedeutung beim Klimawandel. Hier geht's eher um lokale und regionale Belastungen mit Stickoxiden und Feinstaub. Deswegen sind die EU-Richtlinien für Neuwagenemmissionen eher als zukünftige Grenzen zu verstehen, damit die Hersteller überhaupt was ändern. Zum Vergleich, so'n Schweröl/Marinediesel Container/Tanker emmitiert soviel wie etwa 50.000.000 PKWs. Davon sind weltweit 60.000 (!!!) täglich unterwegs mit nur stundenweise Aufenthalten an Containerhäfen zu be- und entladen. Solange Schweröl, was normalerweise kostenpflichtig entsorgt werden müsste, durch Schornsteine von Schiffen gejagt wird, um die Transportkosten von Kontinent zu Kontinent so gering zu halten, wird sich da nix ändern. Hier werden Klimaschäden nicht auf den Emittierenden umgelegt. Müssten die Reedereien mit LNG oder anderen Antrieben fahren, würde das Schiffstransporte erheblich verteuern, die transportierten Güter ebenso. Alternativ wären verpflichtenede Scrubber-Lösungen für die Abgasbehandlung. Nur so kann man konsequent Klima schützen. Dies müsste natürlich global geschehen, ist somit undenkbar, da gerade die großen Reeder-Nationen (China, Dänemark, ...) sich hier komplett querstellen. Ausflaggung müsste genauso verboten werden, bei gleichzeitigen Mindeststandards in europäischen Häfen z. B.! Will nur keiner.
Kerosin ist überall steuerfrei, auch hier gibt es keine faire Umlage auf klimaschädliche Transporte.
Hier gibt's nur radikale Lösungen, alles andere wird folgende Generationen nicht retten. Solange das nicht alle kapieren, stehen die Menschen wie Lemminge am Abgrund und die entwickelten Staaten schuppsen hier kleine Inselstaaten und Afrikaner als Erstes über die Kante. Seit Jahrtausenden gab es keine Verdopplung der Weltbevölkerung in 50 Jahren wie in dieser letzten Generation. Vermutlich sind's 2050 dann 12-13 Mrd. Menschen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbevölkerung

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Haarfoen 10.05.2019, 16:46
31. Theoretischer Ansatz

Vieles was Sie schreiben, ist sicherlich richtig, Herr Fricke.
Trotzdem könnte man die Top- Sünder auch vorab zur Rechenschaft ziehen: Kreuzfahrten - 10-facher Preis, Kurzstreckenflüge unter 500 km - 10-facher Preis, SUV- Fahrzeuge - 10-fache KFZ- Steuer, Beton - 2-facher Preis, usw. Hier betreiben Sie eine einfache und simple Kappung. Danach kann man weiter überlegen. In Sachen Auto sollte es eigentlich angekommen sein, dass wir nicht nur alternative Antriebe brauchen, sondern die Autos viel kleiner, leichter und sparsamer werden müssen. Das könnte die Automobilindustrie sofort realisieren. Daher neue Autos mit einem realen Verbrauch von mehr als 3 Litern: 20-fache Kfz Steuer. Die Nutzfahrzeuge müssen gesondert betrachtet werden. Niemand würde mit diesen Maßnahmen geschädigt werden. Die Werften müssen dann eben Kreuzfahrtschiffe mit Windantrieb bauen und die Fluggesellschaften in das Schienengeschäft einsteigen. Wo ist das Problem? Sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht?

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hikage 10.05.2019, 16:47
32.

Zitat von dum_spiro_spero
Zum Vergleich, so'n Schweröl/Marinediesel Container/Tanker emmitiert soviel wie etwa 50.000.000 PKWs.
Schwefelverbindungen, nicht CO2. Was nicht heisst, dass man dagegen nichts unternehmen sollte, aber bitte nicht irgendwelche Zahlen bringen ohne zu wissen, worum es geht.

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Freier.Buerger 10.05.2019, 16:49
33.

Zitat von Susi64
Wenn viel mehr Waren und Güter und Personen mit der Bahn befördert werden sollen, dann braucht es mehr Züge, mehr Gleise und mehr Bahnhöfe. Dazu müsste die Flächenversiegelung signifikant steigen.
Richtig und unflexibel ist so eine Bahn auch. Darum sollte die rechte Spur auf allen Autobahnen elektrifiziert werden. Mit einen kleinen Akku für 20..30km Reichweite könnten wahrscheinlich 80..90% der LKW-Transportkilometer elektrisch ablaufen.
Urlaubsfahrt mit dem E-Auto, ein Ladeadapter in einer Art Dachbox, 20min einklinken bei 80km/h zwischen die LKW, Limo trinken, was essen und dann geht es weiter mit 180...

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wolke4 10.05.2019, 16:50
34. Andere Sichtweise

Die zurzeit effektivst Möglichkeiten den CO2-Ausstoß zu begrenzen ist natürlich die Atomenergie, wovon wir uns überstürzt und emotional verabschiedet haben. Im Sperrbezirk um Tschernobyl geht's der Natur besser als sonstwo in Europa, menschliche Einflüsse sind halt viel negativer als ein bisschen Strahlung. Ansonsten sollte Bäume gepflanzt werden bzw. Wälder erhalten werden, global natürlich. Und die unzähligen Milliarden für das Militär sollten besser in die Kernfusions-Forschung investiert werden, auch global natürlich.

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haarer.15 10.05.2019, 16:51
35. Wir haben keine Zeit mehr für andauerndes Infragestellen

Mangels Alternativen. Klar wird es höhere Preise geben müssen - um ein Umdenken zu erzwingen. Wir haben jahrzehntelang über die Verhältnisse gelebt. Andere Länder machen es uns vor. Soziales Abfedern, das ist möglich. Alle Parteien (die AfD lass ich außen vor) sollten diese Wahrheit vermitteln und tun das auch - bis auf die CDU, der die Hosen flattern und die sich nur kleinmütig und unkreativ hinter ihrem Marktglauben versteckt. Und die dann - man sieht es leider - auch nichts mehr forcieren kann in Richtung Energie- und Verkehrswende. Politischer Stillstand, fehlender Wille und blanker Realitätsverlust, wobei die Zeit uns davonrast.

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heinzgünther 10.05.2019, 16:52
36. Das größte Problem der Steuer

Das größte Problem einer CO2 Steuer wären ohnehin die Ausnahmen. Oder glaubt wirklich jemand, die gleichen Politiker, die heute jeder Lobby in den Po kriechen bekommen plötzlich Rückgrat?
Ob Steuer oder Zertifikat, beides scheitert an Volksvertretern, die der Industrie exakt so wehenhemmend gegenübertreten, wie man es beim Dieselskandal gesehen hat.

Die Zertifikate funktionieren ja auch nicht so schlecht, weil Angebot und Nachfrage plötzlich nicht mehr funktionieren, sondern weil jemand entschieden hat, das Angebot derart großzügig zu gestalten, dass die Nachfrage nur Ramschpreise zulässt.

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123Valentino 10.05.2019, 16:54
37. Nur weil....

wir die Umwelt ( Lebensbedingungen) zu unseren Ungunsten verändert haben, sollten wir nicht so vermessen sein , dass wir einfach einen reset machen und mal eben den Zustand wie vor 50 Jahren wieder herstellen können , oder waren es 30 Jahre?
Wenn ein Glas auf den Boden fällt , zerspringt es in mehr oder weniger viele Teile , den Urzustand wiederherstellen ist , ohne Signifikanten Energieaufwand, ist nicht möglich , wir versuchen gerade das Glas zusammen zu kleben , haben aber keinen Kleber und viele Teile finden wir nicht mehr.

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haarer.15 10.05.2019, 16:55
38.

Zitat von sucherderwahrheit
Bei der ganzen Debatte um eine CO2-Steuer geht es doch nur darum, die Bürger solange damit zu nerven und weich zu kochen, dass sie bei der Einführung nicht mehr groß was dagegen unternehmen!
Nun, bei Vielen scheint das Problembewusstsein doch noch sehr unterentwickelt zu sein. Höchste Zeit - Politik und Industrie haben leider schon genug gepennt.

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karl-felix 10.05.2019, 16:56
39. Das

Zitat von Leto2.0
Wenn die 1.Welt aus den fossilen Energieträgern aussteigt, kann die 3.Welt sie solch endlich leisten.
ist richtig . Aber ich denke, die Fachleute haben Recht. Die heute noch vorhandenen fossilen Energieträger werden zum grossen Teil in der Erde bleiben . Der Fortschritt der EE ist so gewaltig , dass sich die Verbrennung der Vorräte nicht mehr lohnt .
Pars pro toto :

Braunkohle Hambach .
Steinkohle Ruhrgebiet

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