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Abgaben-Debatte: Deutschland ist Vizeweltmeister beim Steuernzahlen
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Fast 50 Prozent des Einkommens wird einem deutschen Arbeitnehmer laut einer neuen OECD-Studie an Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Nur in Belgien ist der Wert höher. Für den Wahlkampf taugt die Quote aber nur bedingt.

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jh2015 11.04.2017, 12:13
100. Durchschittswerte sinnvoll?

Wie bei allen Vergleichen dieser Art zeigt sich auch hier , dass die Verwendung von Durchschnittswerten nur bedingt aussagekraeftig ist. Darueber hinaus sind sie unvollstaendig , weil andere Abgaben ( MWST, Kapitalertragssteuer, Unternehmenssteuer) nicht in die Betrachtung einbezogen werden. Was bleibt ist auf jeden Fall die Erkenntnis , dass Ertraege aus Arbeit zu hoch , aus Vermoegen ( Kapital) zu niedrig besteuert werden. Ein solcher Vergleich ueber alle Laender waere mehr wert.

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vox veritas 11.04.2017, 12:14
101.

Wie jetzt? Nur Vizeweltmeister?

Das können wir besser!

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Ezechiel 11.04.2017, 12:14
102. Sie wissen doch ...

Zitat von Mikrohirn
wenn Ihr Euch kein Brot mehr kaufen könnt, dann esst doch Kuchen!
was mit der Person passiert ist, die diesen Satz losgelassen hat ?

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Actionscript 11.04.2017, 12:15
103. Des Weiteren:

Zitat von orthonormalbürger
hier jetzt wieder konservative Schwarze kommen und uns erzählen wollen das man Steuern massiv senken muss. Das Gegenteil ist der Fall. Wir brauchen massive Steuererhöhungen bei höheren Gehältern ( ab 100k) und massive Steuersenkungen im Niedriglohnbereich. Nur so kann sich Arbeit lohnen für Menschen die täglich schuften um über die Runden zu kommen. Zielführend wäre eine Vermögenssteuer. Eine hohe Steuer auf Börsengeschäfte. Dafür massive Anreize für den Wohnungsbau schaffen und Sozialprogramme einführen. Nur so kann eine faire Umverteilung gelingen.
1. Der Arbeitgeberanteil an Sozialabgaben ist natürlich in Deutschland vergleichsweise zu vielen anderen Ländern niedrig (siehe Belgien direkt als Vergleich). Das muss sich ändern und die Arbeitnehmer Sozialabgaben gesenkt werden, was den Arbeitgebern angelastet wird.

2. Die Löhne in Deutschland sind im Vergleich zu anderen Ländern immer noch vergleichsweise niedrig. Höhere Löhne geben A) mehr Steuern, die von den hohen Einkommen nicht geleistet werden, und B) höhere Kaufkraft, die wiederum der Industrie und den dem Steuerzufluss zu Gute kommt.

Deutschland muss endlich das reine Exportmodel abschaffen, das nur einigen Wenigen dient und in Deutschland für Armut sorgt.

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thequickeningishappening 11.04.2017, 12:15
104. Ich lebe in Australien

18.200 Dollar Grundfreibetrag, dann 19% Einkommensteuer, dann lange nix! Bei 80.000AUD Brutto liegt die effektive Steuer bei 21.9% +1.5% Medicare Levy! Die Mehrwertsteuer liegt bei 10% !!! (das gab's so ungefähr auch mal in D). Die Rentenversicherung (9.5%) zahlt der AG. Freiwillige Mehreinzahlungen werden mit 15% bei der EK St. belegt (abzugsfähig vom Brutto)! Von Hong Kong und Singapore moecht ich nicht reden; da kommen einem die Tränen vor Neid!

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Justitia 11.04.2017, 12:15
105.

Zitat von m.sielmann
Durch die große Zahl steuerlicher Privilegien für Unternehmen (z.B. bei Dienstwagen), durch die fehlende Neufassung der Vermögenssteuer nach der Verfassungsgerichtsentscheidung und durch die extrem hohe Belastung mittlerer und unterer Einkommen bei gleichzeitiger Entlastung höherer Einkommen durch Beitragsbemessungsgrenzen ist Deutschland vielleicht innerhalb der OECD .....
Das müssen Sie näher erklären? Wieso soll eine Statistik die Deutschland als Land mit der zweithöchsten Abgabenlast brandmarkt, geeignet sein, die "Umverteilungsspirale" weiter voranzutreiben? Worin soll die politische Motivation stecken? Etwa um Erster in dieser Statistik zu werden? Tatsächlich ist es doch genau umgekehrt, diese Statistik schreit doch danach, die Belastungen von geringen und mittleren Einkommen zu senken und etwa die Unternehmenssteuern oder die Steuern aus Nicht-Erwerbstätigkeit, wie beispielsweise aus Kapitaleinkünften zu erhöhen. Umverteilung findet nämlich nicht nur statt, wenn man den Reichen und Superreichen etwas wegnimmt. Zurzeit findet eine massive Umverteilung zu Lasten der tatsächlichen Leistungsträger dieser Gesellschaft statt, nämlich zu Lasten derer, die für ein überschaubares Einkommen diese Gesellschaft durch ihre tägliche Arbeit am Laufen halten.

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Kompromiss 11.04.2017, 12:17
106. Nur die halbe Wahrheit

Wie sieht es denn aus, wenn man Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, Energieumlage, etc. aufrechnet? Unterm Strich bleibt da nicht viel zum sparen für den Normalo...

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Überfünfzig 11.04.2017, 12:19
107. Aber zur Wahrheit....

.....der Abgabenquote in den skandinavischen Länder gehört es auch, das dort über die Verbrauchssteuer noch ein erheblicher Batzen für das Sozialsystem beigetrieben wird. Das nächste mal vielleicht noch die Zusatzsteuern für den statischen Warenkorb, plus Aufwendungen für die Wohnkosten mit ranhängen, wobei wir dann aufgrund der geringen Eigentumsquote kostentechnisch bestimmt durch die Decken gehen werden.

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Lütt Matten 11.04.2017, 12:20
108. Was auffällt

ist, dass D das einzige Land ist, wo Arbeitnehmer höhere Sozialabgaben haben, als Arbeitgeber. Soviel zum Thema Lobbyismus und Gerechtigkeit.

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jungletiger9 11.04.2017, 12:20
109. Bei der Schweiz ...

... hat man offenbar ein paar Sachen ausgelassen, nämlich die "zweite Säule" (verpflichtende Pensionskassen in den Betrieben) und die Tatsache, dass man sich und die Familie (verpflichtend) teuer privat krankenzuversichern hat. Dass die Werte für Frankreich insgesamt niedriger sind als für Deutschland, erstaunt mich allerdings, kann aber damit zusammenhängen, dass das Lohnniveau hier in F niedriger ist und daher nur die Hälfte der Haushalte überhaupt Einkommensteuer zahlen.

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