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Abgaben-Debatte: Deutschland ist Vizeweltmeister beim Steuernzahlen
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Fast 50 Prozent des Einkommens wird einem deutschen Arbeitnehmer laut einer neuen OECD-Studie an Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Nur in Belgien ist der Wert höher. Für den Wahlkampf taugt die Quote aber nur bedingt.

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m.sielmann 11.04.2017, 11:41
40. Verzerrende Darstellung

Durch die große Zahl steuerlicher Privilegien für Unternehmen (z.B. bei Dienstwagen), durch die fehlende Neufassung der Vermögenssteuer nach der Verfassungsgerichtsentscheidung und durch die extrem hohe Belastung mittlerer und unterer Einkommen bei gleichzeitiger Entlastung höherer Einkommen durch Beitragsbemessungsgrenzen ist Deutschland vielleicht innerhalb der OECD besonders ungleich, aber Vizeweltmeister bei den Abgaben passt nicht. Denn Vermögensbesitzende zahlen beispielsweise nichts und damit weniger als in den USA auf ihr Vermögen. Für diese ist Deutschland daher eine Steueroase.

Die Simplifizierung auf die Statistik erscheint eher politisch motiviert, um die Umverteilungsspirale weiter voranzutreiben.

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wusselpowa 11.04.2017, 11:41
41. Aber man bekommt ja so tolle Leistungen für seine Sozialabgaben!

Einzigartig z.B. eine Krankenkasse, welche für einen monatlichen Beitrag von ca. 700 Euro Leistungen erbringt, welche man im Rest der Welt für 150 Euro bekommt, dafür aber eine Verwaltungskostenquote von ca. 25% aufweist. Oder eine Rentenversicherung, wo man als jüngerer Mensch davon ausgehen muss, dass man bestenfalls mal seine Beiträge rausbekommt. Eine "Arbeitslosenversicherung", aus deren Beiträgen ausländische Fachkräfte (Billigkonkurrenz?) mit Leistungen wie gratis Sprachkursen und persönlicher Betreuung bei Wohnungssuche u.ä. angeworben werden. Und zuletzt eine Sozialversicherung, deren Leistungen annähernd der ganzen Welt ohne Gegenleistung offen stehen, welche vom Beitragszahler aber sofort ein Aufbrauchen seines persönlichen Vermögens verlangt, so er denn Leistungen aus seiner "Sozialversicherung" benötigt. Wie jeder vernünftige Mensch würde ich mich aus diesem System sofort verabschieden wenn ich nur könnte - die gebotenen Leistungen stehen in keinerlei Verhältnis zu den dafür verlangten (Zwangs-)abgaben.

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marthaimschnee 11.04.2017, 11:41
42. Vorsicht!

Vorsicht bei der Vermischung von Steuern und Sozialabgaben. Wie überall sind das hier herbeizitierte Durchschnittswerte, die aber umso wenig abbilden, je ungleicher die Einkünfte verteilt sind. Und auch da sind wir auf dem Weg an die Spitze! Gerade Lohnsteuern sind unten insgesamt praktisch irrelevant, allerdings ist selbst das Reduzieren eines Hungerlohns um einige Euro in der Regel schmerzhaft. In der Mitte ist rein rechnerisch die Steuerlast viel zu hoch, wenngleich ich als Durchschnittsverdiener meine Steuerlast als angemessen empfinde (wenngleich der Gegenwert, den ich für meine Steuern erhalte, rapide abzunehmen scheint). An der Spitze ist der Steuersatz dagegen viel zu gering und ebenso auf leistungslose (Kapital) Einkünfte.
Steuersenkungen a la CSU und FDP bringen den unteren Einkommensbereichen demzufolge gar nichts und die Sozialabgaben können nicht sinken, weil die Systeme eh schon kaputtgespart sind und vor allem an der Flucht der Besser- und Bestverdienenden leiden. Das Problem ist nicht die Steuerlast, sondern wie bei den Vermögen, die ungleiche Verteilung.

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its4free 11.04.2017, 11:42
43. Nunja...

Die Einkommenssteuer ist hoch, der Arbeitgebersozialbetrag niedrig im Vergleich.

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mr.andersson 11.04.2017, 11:44
44.

Zitat von oliver_st
Unlängst kam die Sendung "Monitor" beim Vergleich der berühmten Krankenschwester auf eine Steuer-und Abgabelast von 54,3% und die ist seit 1995 gestiegen, damals lag sie bei rund 50%. Der Steuerzahlergedenktag- das ist der Tag bis wann wir quasi nur für den Staat arbeiten- war letztes Jahr so um den 11.Juli! Wir arbeiten also 7 Monate und 11 Tage NUR für den Staat.[...]
Was natürlich eine bösartige Verzerrung ist.
In der Zeit verdienen wir ja unsere ansprüche an die Rente, die dann unsere sind und in den abgaben drinne sind. Ebenso finanziere ich damit die Krankenversicherung, die mir zugute kommt.

"Nur für den Staat" wären die reinen Steuern. Da kann ma aber kaum Alarm mit machen, weil die bei den meißten Arbeitern gar nicht so hoch sind. Deswegen werden immer Stuern und sozialabgaben zusammengenommen. das ergibt eine schön dramatische Zahl und mann ignoriert dann, dass ich bei den Sozialabgaben individuelle ansprüche für mich aufbaue, was ich mit Steuern eben nicht mache.

Es kommt ja auch keiner auf die Idee zu sagen: "Der Staat arbeitet für mich", wenn man später Rente bezieht. Man hat das Gefühl, für seine gezahlten Beiträge die erworbenen ansprüche zu erhalten. Das sollte man fairer Weise im anzahlungszeitraum auch so machen.

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Bernd.Brincken 11.04.2017, 11:45
45. Wahlkampf-Tauglichkeit

Wofür die Zahlen als Argument taugen, sei einmal dahingestellt.
Nicht ganz unabhängig vom Wahlkampf verstehen kann man aber wohl das dazu ausgewählte Foto einer schönen Fee, die von Frühlings-Blüten umweht ist. "Die Welt ist gut" lautet die Botschaft hier.
Wo darf ich also mein Kreuz machen? Folgerichtig bei der Groko.

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privatbahn 11.04.2017, 11:45
46. Oha

Zitat von oliver_st
Unlängst kam die Sendung "Monitor" beim Vergleich der berühmten Krankenschwester auf eine Steuer-und Abgabelast von 54,3% und die ist seit 1995 gestiegen, damals lag sie bei rund 50%. Der Steuerzahlergedenktag- das ist der Tag bis .....
1.) "Monitor" als Bestandteil des verlängerten Arm der Sozialdemokratie glaube ich grundsätzlich keine noch so fundierte Recherche.
2.) Wenn der Steuerzahlergedenktag auf den 11. Juli fällt, wie Sie schreiben, sind bei mir erst 6 Monate und 11 Tage im Kalender vergangen. Nun ja jeder rechnet natürlich anders...

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Sonnenschein11 11.04.2017, 11:46
47. Preis/Leistungsverhältniss

Sicher steht Deutschland nicht an der Spitze, wenn es um Renten und Schulbildung geht. Aber Deutschland ist im weltweiten Schnitt unter den ersten sozialen Staaten. Diese Statistik ist leider nicht brauchbar, wenn man den Lebensstandart als Ergebnis wissen möchte. Eigentlich sagt die Statistik nichts brauchbares aus. :-|

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böseronkel 11.04.2017, 11:48
48. Untere und mittlere Einkommen trifft leider einseitig die hohe Belastung

Wir Deutsche konnten ja mal wieder irgendwo versteckt in den Nachrichten erfahren wie doch recht gigantische Gewinne der DAX-Konzerne als leistungslose Einkommen an Leistungsträger genannte ausländische Hedge-Fonds steuerfrei überwiesen wurden. Wenn indirekte Belastungen korrekterweise mit einbezogen werden, wird schnell deutlich wie untere Einkommen deutlich stärker belastet sind als die der Multimilliardäre, deren Vermögen zum Großteil aus Anteilen an ausländischen Hedge-Fonds besteht. Kanzlerkandidat Schulz sollte mit lautstarkem Trara verkünden, dass nach seiner eventuellen Wahl zum Kanzler Ungerechtigkeiten verbessert werden könnten.

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Mikrohirn 11.04.2017, 11:48
49. Steuern zu hoch, na und

wenn Ihr Euch kein Brot mehr kaufen könnt, dann esst doch Kuchen!

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