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Abgasaffäre: Hinhaltetaktik macht VW verdächtig
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Die US-Behörden äußern den Verdacht, Volkswagen habe bei weiteren Motoren manipuliert. Erhärten lässt sich der Vorwurf bislang nicht. Trotzdem wirken die Wolfsburger schuldig - weil sie so langsam aufklären.

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gandhiforever 23.11.2015, 19:07
1. Viele Moeglichkeiten

Es gibt viele Moeglichkeiten, VW zu schnellerer Kooperation zu ermuntern.

Man koennte z.B. Strafzahlungen verhaengen, die nach Ablauf einer ungenutzten Frist steigen.

Man koennte auch pro jedem neu verkauften Wagen eine vorlaeufige Betrugsausgleichszahlung erheben.

Und, wenn das alles nichts beschleunigt, koennte man dem Konzern den Verkauf von Automobilen in den USA ganz untersagen bis zur Klaerung des Betrugs.

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dirk1962 23.11.2015, 19:15
2. US Markt ist kaputt

Mit dieser ganzen Hampelei sorgtder VW Konzern dafür, dass er den US Markt langsam abschreiben kann. In den USA kann durch Strafzahlungen eine Menge bereinigt werden. Aber auf mangelnden Willen zur Aufklärung reagiert man dort schwer allergisch. Ich habe die Vermutung, dass VW die Denke in den USA immer noch nicht verstanden hat.

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Tolotos 23.11.2015, 19:22
3. VW und deutsche Politiker kennen wohl keine rechtsstaatlichen Pflichten für Unternehmen!

Sie haben sich wohl zu sehr darauf eingestellt, dass es (zumindest hier hier) kein funktionierendes Unternehmensstrafrecht gibt. Aber anscheinend stehen unternehmerische Interessen nicht überall in der Welt so alternativlos über der Demokratie wie in Deutschland!

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ChristophS82 23.11.2015, 19:27
4. Transparenz und Medien

Dass ich nicht lache - wenn VW sagt "wir prüfen grad noch die Motoren x, y und z" dann rechnet der Qualitätsjournalismus doch sofort aus wieviele Autos das nun wieder sind und macht ne riesen Schlagzeile draus.
War es dann doch nix, wird die Korrektur kurz erwähnt.

Heutzutage kannst du doch nix sagen ohne dass die Presse einen riiiiiesen Rummel drum macht.
Nicht etwa zur journalistischen Wahrheitsfindung, sondern einzig und allein um die Auflage/Clicks zu steigern.

VW kann nixmehr richtig machen und das kleinere Übel ist, die Klappe zu halten.

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Havel Pavel 23.11.2015, 19:30
5. Andersrum würde ein Schuh daraus

Mich macht die Hinhaltetaktik von Volkswagen keineswegs, sondern dies belegt nur, dass es für die Techniker eine enorme Herausorderung bedeutet, die Fahrzeuge derart zu modifizieren, dass sie die getellten Anforderungen an das Abgasverhalten, Leistungsentfaltung und Verbrauch auch tatsächlich erfüllen. All dies lässt sich natürlich nicht im Hauruck-Verfahren lösen, so einfach ist die Sache leider nicht. Ich bin überzeugt davon, dass werksintern die klugsten Köpfe damit befasst sind die gestellte Mammutaufgabe zu lösen, wohlwissend, dass die Resultate ihrer Arbeit kritisch überprüft werden und somit sie sich keine faulen Kompromisslösungen erlauben können. Sollten sie tatsächlich in der veranschlagten kurzen Zeitspanne zu umfassenden alle Bedingungen erfüllenden Lösungen kommen, so gebührt den damit befassten Technikern hohe Anerkennung.

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Thomas10 23.11.2015, 19:49
6. Aussitzen geht nicht

VW wusste doch in der Führungsebene (und nicht nur bei dem angeblich so kleinen Betrügerkreis) seit letztem Jahr, dass es Probleme mit der illegalen Software gibt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte man mit der Suche nach betroffenen Fahrzeugen, der Ursache und den Lösungen beginnen müssen. Ich kann nicht glauben, dass man dies eben nicht getan hat, so naiv kann selbst VW nicht sein.
Selbstverständlich ist es eine Mammutaufgabe, das soll nicht herunter geredet werden. Aber bei der langen Zeit hätten längst Ergebnisse vorliegen müssen.
Es ist daher nicht glaubwürdig, von "Dieselthematik" und "CO2-Unregelmäßigkeiten" zu sprechen, die Anzahl der betroffenen Fahrzeuge sehr schnell angeblich zu kennen und auch schon zu wissen, dass bei den meisten Motoren ein Software-Update reichen wird, gleichzeitig aber keine Lösungen präsentieren und Fristen nennen zu können.
Eine Kommunikation mit Kunden hat es noch gar nicht gegeben, wenn man als Betroffener (so wie ich) sich nicht selbst an VW gewandt hat.
Ein Tip für alle Betroffene: Nicht zu enttäuscht sein über die Schreiben von VW, die Schreiben sind selbst mit Wohlwollen betrachtet schlicht peinlich.
Der Tag ist nicht fern, da VW entdecken wird, dass Kunden nur mit Aufklärung, offener Kommunikation und auch mit Entgegenkommen zu halten und/oder zurück zu gewinnen sind.
Ich bin für VW jedenfalls erst einmal verloren, dazu waren es zu viele betroffene Fahrzeuge in den letzten Jahren und zu viel gezahltes Geld für willentlich nicht erbrachte Leistung.

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yugorette 23.11.2015, 19:51
7. Ford ruft heute 450.000 Autos zurück wegen Brandgefahr...

aufgrund eines möglichen Lecks am Benzintank. Feuer im Auto, möglicherweise Tankexplosion, 450.000 Fahrzeuge...interessiert SPON aber nicht .....

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behemoth1 23.11.2015, 19:53
8. Macht der Konzerne

VW hat noch immer nichts begriffen und grundlegendes geändert, aber solange man an seiner Macht als Großkonzern festhält, wird sich wohl auch kaum was ändern.
VW ist ja nur ein kleiner Teil von dem was auf der Weltbühne am Rad der Geschicke dreht.
Je größer wir die Konzerne aufsteigen lassen, um so mehr Macht bekommen sie und die nutzen sie auch schamlos aus, aber das hatten doch schon politische Ökonomen der Vergangenheit uns vorausgesagt, nur drauf gehört haben wir nicht.
Und jetzt entsteht gerade in den USA ein noch gewaltiger Pharmakonzern und auch der wird seine Macht missbrauchen.

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monika-fo 23.11.2015, 19:53
9. Welche Rolle spielt Alexander Dobrindt?

Die mangelnde Aufklaerungsbereitschaft sind eindeutig auf Dobrindt zurückzuführen. Er ist es, der VW nicht an die Kandarre nimmt. Dabei nimmt er den wirtschaftlichen Schaden, der der Bundesrepublik Deutschland zugefügt wird billigend in Kauf. Autobesitzer mit der Betrugssoftware oder CO2-Dreckschleudern sind ihm vollkommen egal. Bisher wurde wohl niemand der Millionen Betrugsopfer persönlich angeschrieben oder informiert. Und zwar weil es Dobrindt so will. Er zwingt VW nicht, sich gegenüber den Betrugsopfern transparent zu verhalten. Die Ursache dürfte in Unfähigkeit, Ueberforderung und möglicherweise auch mangelnder Unabhängigkeit liegen. Möglicherweise ist die Gefahr zu gross, dass ein weiterer Automobilhersteller aus Deutschland stolpern könnte. Mit jedem Tag, an dem Dobrindt zögert, schadet er nicht nur den Betrugsopfern, sondern auch dem guten Ruf Deutschlands Qualitaetsfahrzeuge zu produzieren. Dobrindt ist eigentlich nur noch ein Verkehrsminister auf Abruf!

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